Autor Thema: Herbert bedeckt einen helleren Stern...  (Gelesen 1770 mal)

Offline aknoefel

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Herbert bedeckt einen helleren Stern...
« am: März 19, 2009, 11:20:01 vorm. »
Das Asteroiden einen Stern bedecken ist nicht ungewöhnlich (wenn auch nich sooo häufig) - seltener allerdings, wenn dies bei (relativ) hellen Sternen geschieht. So etwas passiert kommende Nacht, denn ein Asteroid bedeckt um 1:08 UT einen 8.5mag hellen Stern - also schon einer der helleren Sorte.

http://call4obs.iota-es.de/

Witzig in diesem Zusammenhang ist, dass das der Asteroid (3184) Raab ist - benannt nach 'unserem' Herbert (herbraab) hier im Forum:

http://scully.cfa.harvard.edu/~cgi/ShowCitation.COM?num=3184


Gruß
  André


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Offline herbraab

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Re: Herbert bedeckt einen helleren Stern...
« Antwort #1 am: März 19, 2009, 16:44:55 nachm. »

Hab' ich heute auch schon gelesen...  :smile:

Leider wird sich das ganze wieder einmal hinter dicken Wolken abspielen...  :crying:

Grüße, Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline gsac

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Re: Herbert bedeckt einen helleren Stern...
« Antwort #2 am: März 19, 2009, 18:04:08 nachm. »
Schade, Herb, zumal das Ereignis von Westösterreich aus, wie auch in Süd- und
Südwestdeutschland zu beobachten wäre. Wer da also klaren Himmel, so wie hier
derzeit in Berlin, hat, sollte schon mal das Teleskop aufstellen, um dem Herbert zu
berichten, dem Wolken leider die freie Sicht auf seinen Asteroiden verhageln...

Herb und André, gibt es eigentlich eine Aussage, mit welchen Wahrscheinlichkeiten
pro Zeitintervall solche "Sternbedeckungen" bei "helleren" Sternen, also sagen wir mal
mag +6 und aufwärts, auftreten, pro Asteroid und festem Beobachtungsort? Da wird
es vor allem ja auch interessant bei den größeren Asteroiden, die der Normalsterbliche
mit Fernglas oder Teleskop leicht auffinden kann. Lax formuliert: wie oft kommt sowas
eigentlich vor?

Alex

Offline aknoefel

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Re: Herbert bedeckt einen helleren Stern...
« Antwort #3 am: März 19, 2009, 18:17:08 nachm. »
Hallo Alex,

da kann ich leider auch nichts dazu sagen - aber sehr helle Sterne (also +6mag und heller) werden pro Jahr etwa einmal bedeckt - wohlgemerkt - alle Asteroiden im Jahr zusammengenommen bedecken vielleicht einen hellen Stern... Man möchte aber auch nicht, das der Asteroid so hell oder heller als der Stern ist - das würde die Beobachtung erschweren. Man möchte ja, das der Stern verschwindet... hier mal ein Beispiel (zugegeben - etwas ältlich, aber dafür eigene 'Produktion'  :laughing:

http://www.minorplanets.de/planoccult/bertholda20030826/

Rausgekommen ist damals auch was (weil viele mitgemacht hatten):

http://www.euraster.net/results/2003/index.html#0826-420

Immerhin konnte man damals die Form des Asteroiden Bertholda recht gut bestimmen:



Gruß
  André

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astro112233

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Re: Herbert bedeckt einen helleren Stern...
« Antwort #4 am: März 19, 2009, 18:28:32 nachm. »



Kurz-Info
In dieser Tabelle sehen Sie die verschiedenen scheinbaren Helligkeiten ( m ) des Mondes und der Planeten unseres Sonnensystems. Es folgt eine Auflistung der hellsten Sterne nach ihrer scheinbaren Helligkeit ( m ) am Himmelszelt.

Die in der Astronomie gebräuchlichen Helligkeitsangaben für Sterne, Nebel, Kometen usw. geht in ihren Grundzügen auf Hipparch aus Nikäa ( 190 - 125 v. Chr. ) zurück. Als Abkürzung verwendet man ein kleines m für magnitudo ( lat. ), gleich Größe. Diese Bezeichnung hat jedoch nichts mit der Größe des Stern-durchmessers oder der wirklichen Helligkeit des Sterns zu tun.

Um einen realistischen Vergleich der Gestirnshelligkeiten zu erreichen, wurde von den Astronomen eine fiktive Standardentfernung von rund 33 Lichtjahren ( 10 Parsec ) eingeführt. Die Astronomen setzen folglich alle Sterne in diese Entfernung und berechnen die Helligkeit neu. Dann entspricht die beobachtete scheinbare Helligkeit m auch ihrer wirklichen Leuchtkraft. Angegeben wird diese mit dem Begriff M für absolute Helligkeit.

Was für eine Auswirkung diese Betrachtungsweise z.B. auf den Stern Antares im Sternbild Skorpion hat sehen Sie in der entsprechenden Spalte in der Tabelle. Antares wird von seiner realen Entfernung von 570 Lichtjahren auf 33 Lichtjahre herangeholt. Dann würde Antares mit einer absoluten Helligkeit von -7m am Sternenhimmel strahlen. Das bedeutet die 12 fache Venushelligkeit

Die Skala der Größenklassen ist beinahe so aufgebaut wie der mathematische Zahlenstrahl, nur mit vertauschten Vorzeichen. Von 0m nach rechts ausgehend werden die Himmelsobjekte stetig lichtschwächer. Von 0m nach links ausgehend nehmen sie an Helligkeit zu. Von Größenklasse zu Größenklasse beträgt der Helligkeitsunterschied immer das 2,512 fache.

Der Stern Wega z.B. besitzt eine scheinbare Helligkeit von 0m. Dies bedeutet, dass Wega dem Beobachter am Sternenhimmel rund 6 mal heller erscheint, als der Stern Polaris ( Polarstern im Kleinen Bär ) von +2m. Grund dafür ist der Unterschied zwischen beiden Sternen von 2m ( Größenklassen ). Die Rechnung lautet: 2,512 hoch 2 = 6,3.

Sterne der Größe +1m sind etwa 100 mal heller als ein Stern der Größe +6m, der unter idealen Sichtbe-dingungen gerade noch mit bloßem Auge erkannt werden kann. Jenseits dieser Größe können Objekte nur noch mit optischen Hilfsmitteln gesehen werden. Ferngläser und Teleskope geben dem Beobachter jedoch die Möglichkeit diese sehr lichtschwache Welt zu betrachten. Das C11 Teleskop der Sternwarte mit 280mm Spiegeldurchmesser erreicht noch Sterne, Nebel und Galaxien der Größe +13,8m. Diese Objekte sind etwa 1300 mal lichtschwächer als ein Stern der Größe +6m. Das legendäre Mount Palomar Spiegel-teleskop erreicht noch Objekte mit der Größe +21m, diese sind 700000 mal lichtschwächer als ein Stern von +6m. Moderne Großteleskope der neuesten Generation erreichen noch schwächere Himmelsobjekte.

Zum Abschluss noch ein theoretisches Beispiel: Beobachtete man eine Kerze aus 30000 Kilometer Entfernung, so hätte sie die scheinbare Helligkeit von nur +23m.

Gruß Konrad  :hut:

Offline gsac

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Re: Herbert bedeckt einen helleren Stern...
« Antwort #5 am: März 19, 2009, 18:40:48 nachm. »
Danke, André, für sehr interessanten Spezialinput,
danke Konrad, für stets lehrreichen Generalinput!

:hut: Alex

Offline herbraab

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Re: Herbert bedeckt einen helleren Stern...
« Antwort #6 am: März 19, 2009, 20:16:28 nachm. »
sehr helle Sterne (also +6mag und heller) werden pro Jahr etwa einmal bedeckt - wohlgemerkt - alle Asteroiden im Jahr zusammengenommen bedecken vielleicht einen hellen Stern...

Umgekhert würde ich sagen, an einem fixen Beobachtungsort gibt es ca. 1 bis 2 Bedeckungen eine so hellen Sterns wie heute Abend (also ca. 8.Größenklasse oder heller) im Jahr durch irgendeinen Asteroiden. So ein Ereignis ist also eigentlich recht selten. Aber wenn man die veieln lichtschwachen Sterne mit einbezieht, dann tritt so ein Ereignis entsprechend häufiger ein.

Die Bedeckung eines so hellen Sterns durch den "eigenen" Asteroiden, wo noch dazu auch die Möglichkeit besteht, diese "von zu Hause aus" zu sehen, ist wahrscheinlich ein "once in a lifetime event".  :eek:

Grüße, Herbert
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Offline gsac

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Re: Herbert bedeckt einen helleren Stern...
« Antwort #7 am: März 19, 2009, 20:52:38 nachm. »
Vielleicht klart es ja bei Dir in den nächsten 5 Stunden noch auf, Herbert!
Daumen werden fest gedrückt, und falls es geklappt hat, berichte mal...

:super: :super: :super: Alex

Offline herbraab

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Re: Herbert bedeckt einen helleren Stern...
« Antwort #8 am: März 20, 2009, 10:43:11 vorm. »
Vielleicht klart es ja bei Dir in den nächsten 5 Stunden noch auf, Herbert!

Leider waren die einzigen Sterne, die es heute Nacht zu sehen gab, Schneesterne...  :crying:

Grüße, Herbert
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