Autor Thema: Impaktite in Geschieben  (Gelesen 4498 mal)

Offline speul

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Impaktite in Geschieben
« am: April 12, 2009, 17:30:07 Nachmittag »
Hallo,
ich war , nicht als einziges Forenmitglied, letztes Wochenende zur Tagung der Gesellschaft für Geschiebekunde. Gereizt hatte mich ein Vortrag von L. Förster über "Massenvorkommen von Impaktite in einer Kiesgrube von Ostholstein". Nun ist die beschriebene Zahl von Impaktiten (meist Mienite und Dellenite) in Geschieben nicht sooo groß.
Herr Förster berichtete, er habe in den letzten Jahren in einer Kiesgrube bei Mallente einige hundert sic! Impaktite gefunden, einige waren auch ausgestellt. Darunter ganz klar Mienit und Dellenit (schwarz), ganz neu und mir noch nicht bekannt, auch zwei Stücken mit shatter cones, Material, welches an Keurusselkä erinnert. Dazu Material, was er als Impaktit ansprach, mir aber nicht als solches erschien. TS Untersuchungen erfolgten bisher nicht, sind aber im Gange. Die extrem gewagte Hypothese: Wir haben hier Material von unbekannten Kratern in den Händen;  :gruebel:na gut erstmal sollte man zeigen, daß es sich dabei überhaupt um Impaktite handelt.
Zum Thema ist auch ganz aktuell in einem Sonderheft von "Geschiebekunde aktuell" ein Artikel mit Bildern erschienen.
Trotzdem ein interessantes Thema, vielleicht teibt es den einen oder andern mal in eine norddeutsche Kiesgrube, oder hat schon jemand was gefunden? dann zeigts doch mal
speul
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Plagioklas

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #1 am: April 12, 2009, 21:17:37 Nachmittag »
Ich hab hier einige Verdächtige,... muss ich demnächst mal ablichten.

Offline lithoraptor

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #2 am: April 12, 2009, 21:19:45 Nachmittag »
Hallo speul!

Ich bin bei vielen gezeigten Stücken doch auch sehr skeptisch. Nur weil ETWAS eine Brekzie ist, muss es ja noch lange kein Impaktit sein. Ob es dann sinnig ist, diese in einem solchen Vortrag ohne deutliche Abgrenzung zu den anderen Stücken zu zeigen, muss jeder für sich beurteilen. Die gefundenen Mienite und Dellenite sind aber sicher zweifelsfreie Stücke, zumindest was ihre Herkunft aus dem Geschiebe betrifft.
Ich bin mir sicher, dass es im Geschiebe viel Impaktmaterial gibt, dat fällt nur keinem richtig auf, da das Material doch eher unspektakulär aussieht.
Mir sind, aus einer anderen Sammlung (der Sammler war auch vor Ort), auch noch Mienite aus dem Geschiebe von Norddeutschland bekannt.
Ich selbst habe an norddeutschen Impaktgeschieben nix in der Sammlung, leider.  :os06:
Ich habe jedoch einige Mienite aus einem ehemaligen Kieswerk nahe dem Miensee selbst, also ein Lokalgeschiebe. Diese Stücke sehen den gezeigten Stücken zum Verwechseln ähnlich. Bei Interesse kann ich davon gerne mal ein paar Bilder machen...

Gruß

Ingo

Offline speul

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #3 am: April 12, 2009, 21:45:22 Nachmittag »
Hi Ingo,
ja als Lokalgeschiebe habe ich auch Mienite,ist ja dann keine Kunst. Aber wir sollten das Thema belegen und nicht an ..... abgeben und es in Mißkredit bringen!  :fingerzeig:
speul
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Offline lithoraptor

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #4 am: April 12, 2009, 22:13:43 Nachmittag »
Wat? Angeben? Mißkredit? Nur weil ich gesagt habe, dass es problematisch ist jede Brekzie als Impaktit zu bezeichnen bzw. das eine Abgrenzung hier meines Erachtens nach sinnvoller gewesen wäre? :gruebel: :confused:

Ich bitte um Aufklärung!

Gruß

Ingo

Offline speul

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #5 am: April 13, 2009, 21:03:09 Nachmittag »
@ Ingo
weder Du warst gemeint noch bringst Du das Thema in Mißkredit, sondern genau die Äußerungen die Du auch kritisierst meine ich. Rest siehe PM
Ulrich
 :prostbier:
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Offline lithoraptor

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #6 am: April 13, 2009, 21:29:12 Nachmittag »
@ speul: Ja, da habe ich Dich wirklich gänzlich miss(t)verstanden- bitte Entschuldige! :prostbier:

Gruß

Ingo

Offline speul

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #7 am: April 13, 2009, 22:06:09 Nachmittag »
@ Ingo,
alles klar, dann sind wir uns ja einig. Kein Grund zur Besorgnis.
Förster will sich bei mir melden, wenn er die TS Untersuchungen hat, dann wirds interessant!
Ulrich
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Offline Buchit

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #8 am: Oktober 12, 2010, 21:29:55 Nachmittag »
Hallo Forumsgemeinde, :hut:

entschuldigt, wenn ich hier ein altes Thema aufgreife, aber in dem genannten Zusammenhang hätte ich eine Frage an diejenigen, die Impaktite aus den schwedischen Kratern (oder entsprechende Geschiebe) in der Sammlung haben:

Was für eine Konsistenz hat dieses schwedische Material eigentlich? Ich meine, wenn man an Suevit aus dem Nördlinger Ries denkt (weich, porös), dann erscheint es kaum glaublich, dass solche Gesteine einen längeren Transport im Gletschereis überstehen. Andererseits sind Impaktite von anderen Fundorten (ich kenne nur noch Tenoumer bzw. Dhala) ja durchaus robust - aber auch deutlich weniger porös, das sind dann fast schon kompakte "Glas- bzw. Schmelzbrocken". Wie sieht das bei Dellenit oder Mienit aus? :gruebel:

Gruß,
Buchit

Offline lithoraptor

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #9 am: Oktober 12, 2010, 21:54:44 Nachmittag »
Moin!

Mienit ist teilweise recht kompaktes Material, das würde einen Transport wohl überstehen. Bei Dellenit kommt sicher auch was durch. Brekzienmaterial von Siljan und insbesondere Gardnos etwa ist brachial hart, das würde noch ganz anderes überdauern...

@ speul: Hast Du da nicht mal ein paar Bilder für uns?

Gruß

Ingo

Nachtrag: speul hat ja schon mal Bilder geliefert: http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=4113.0 und hier gibt es auch noch was zu sehen: http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=580.0

Plagioklas

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #10 am: Oktober 13, 2010, 02:18:17 Vormittag »
Ich hab hier in Bremen vor längerer Zeit ein Geschiebe von einem Granatführenden Pegmatit vom Silian in typischen Granit mit zwei feinen dunklen Schockadern drin, die mir erst zuhause und ne ganze Zeit später aufgefallen sind, gefunden. Ich lichte das morgen auch mal ab.

Das Stück war übrigens das einzige brauchbare Granatführende Geschiebe, das ich hier bislang finden konnte.  :crying: Damals im Osten hab ich viel mehr und bessere Granate gefunden.

Plagioklas

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #11 am: Oktober 17, 2010, 15:39:32 Nachmittag »
Nun zu den versprochenen Bildern des Stücks.

Hier die Gesamtansichten. Das intensiv braune bis rote (teils auch gelbe) sind keine Eisenoxide sondern sehr kräftig ausgefärbte Feldspäte. Das Stück ist frei von "Rostverfärbungen" jeglicher Art (Sonst hätt ichs wohl nicht mal mitgenommen).

Das Stück besteht aus weißen Feldspäten (Plagioklas) und intensiv rotbraunen und tiels auch gelben Feldspäten (Orthoklas). Die Hauptmasse des Stückes ist aber eigentlich ein Quarzreicher Pegmatit, der zudem zahlreichen Granat in guten Kristallen verschiedener Größe führt (Außen fast komplett ausgefallen, nur die leeren Formen und einzelne Reste sind geblieben). Die Feldspatreichen flächen sind nur die Ränder dieses Quarzreichen Granat-Pegmatits, der sich an allen 4 Seiten verfolgen lässt.

Plagioklas

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Re: Impaktite in Geschieben
« Antwort #12 am: Oktober 17, 2010, 15:44:09 Nachmittag »
Nun ein paar Ausschnitte der dünnen Schockadern. Es sind keine durch Witterung Manganoxidgänge oder so ein Nonsense (Gibts hier in den Geschieben einfach nicht). Auch kein Glimmer oder so. Es handelt sich um schwarzes feinkörniges Material, welches in bis zu 1 mm starken Gängen durch alle Materialien durchläuft. Am besten kann man sie in den Feldspäten Fotografieren, weshalb ich diese auch gewählt hab, jedoch laufen sie durch alle Komponenten durch quer durch den ganzen Stein.

Insgesamt sinds 3 oder 4 verschiedene Adern.


 

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