Autor Thema: Fundstück vom Meeresgrund  (Gelesen 3179 mal)

Mantafahrer

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Fundstück vom Meeresgrund
« am: Juni 24, 2009, 18:32:22 nachm. »
Hallo, habe mich gerade erst registrieren lassen, denn heute habe ich dieses Teil in der Nordsee vor Helgoland beim Fischen mit dem Schleppnetz aus 50 Meter Tiefe geholt. Es glänzt metallisch, hat einige Abgeplatzte Bereiche und ist an den "Kanten" abgerundet. Das Gewicht beträgt 2250g. Ich habe derartiges noch nie gesehen. Könnte das ein Meteorit sein?
« Letzte Änderung: Juni 24, 2009, 18:54:29 nachm. von Mantafahrer »

Peter5

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #1 am: Juni 24, 2009, 18:57:44 nachm. »
Hallo Mantafahrer,

willkommen im Forum!   :hut:

Also metallischen Glanz kann ich auf den Fotos nicht erkennen. Für mich sieht das irgendwie "nur" nach weißem Kalkstein aus.. :gruebel:; die braunen Partien könnten irgendwelche Eisenoxide/hydroxide sein. Weiße Meteoriten habe ich jedenfalls noch nie gesehen oder davon gehört. :laughing:
Aber die Meteoritenexperten werden sich sicher noch zu Wort melden. :smile:
Wenn Du einen Magneten hast, halte ihn doch bitte mal dran und sag uns, ob magnetisch oder nicht. Dürfte aber nicht magnetisch sein und dann ist es ohnehin kein Meteorit.

Gruß Peter5 .. :winke:

Offline ironsforever

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #2 am: Juni 24, 2009, 19:14:53 nachm. »
Hallo Mantafahrer,

erstmal willkommen hier im Forum!
Der hellen Farbe nach zu urteilen, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit nicht um einen Meteoriten. Mets sind - äußerlich betrachtet - im allgemeinen dunkler: Frische Fälle haben eine schwarze oder schwarzbraune Schmelzkruste. Wenn sie schon länger auf der Erde liegen und ihre äußere Schmelzkruste abgewittert ist, weisen sie im Allgemeinen ebenfalls eine eher dunkle Farbe auf, nämlich durch Rost. Ein aus dem Meer geborgener Met würde regelmäßig dunkle Rostspuren aufweisen, weil in fast allen Meteoriten mehr oder weniger Eisen vorhanden ist. Ist Dein Fund denn magnetisch?

Gruß, andi

Mantafahrer

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #3 am: Juni 24, 2009, 19:25:56 nachm. »
Nein, magnetisch ist er nicht. Bemerkenswert finde ich, dass er nicht von Meeresorganismen besiedelt ist, ausser an den abgeplatzten Bereichen. Hier noch 2 Bilder, die ich gerade bei Sonnenlicht gemacht habe...........

Offline MetGold

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #4 am: Juni 24, 2009, 19:33:43 nachm. »
Hallo Mantafahrer,

nix Meteorit, aber eine Dichtebestimmung könnte das Material entlarven!

Stein in ein Gefäß geben, wo es vollkommen reinpaßt, dann randvoll mit Wasser(Süßwasser) füllen und genau wiegen! Danach Stein entnehmen und Gefäß wieder ganauso voll mit Wasser füllen und ebenfalls wiegen (oder auch in umgekehrter Reihenfolge möglich  :smile:)
Dann die Messergebnisse hier einstellen!

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Offline lithoraptor

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #5 am: Juni 25, 2009, 00:49:53 vorm. »
Moin Mantafahrer!

Das Stück sieht mehr sehr feinkörnig aus, sonst hätte ich gesagt schlag mal mit dem Hammer drauf, damit wir einen frischen Bruch haben, aber so... Da ich, wie auch Peter5, vermute, dass es sich um etwas kalkiges handeln könnte, würde ich Dich bitten wollen mal das folgende zu tun: Bitte gibt doch mal einen Tropfen Salzsäure (etwa 7-10%ig) auf das Steinchen, wenn Du keine Salzsäure im Haus hast (wer hat das schon?) dann nimm bitte etwas Essig oder besser Essigessenz und beschreib uns mal ob es eine Reaktion gibt oder nicht.

Gruß

Ingo

P.S. Du kennst nicht rein zufällig Herbert und Otto von der WEGA II aus Tönning, oder?

Plagioklas

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #6 am: Juni 25, 2009, 01:07:20 vorm. »
Also als erstes nimmst mal ne Feile oder n Stück schleifpapier und machst ne Ecke ab. Dann sehen wir obs metall ist.

Für die, die an Kalkstein glauben: Bei so ner geringen Bildgröße kann das alles sein. Aber wenn er sagt es ist metallisch, dann isses das auch. Entweder glimmer oder metall. Kalk ist nicht metallisch, nicht mal im Ansatz, und Kalk ist so ziemlich jedermann bekannt.


Mantafahrer

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #7 am: Juni 25, 2009, 11:24:57 vorm. »
Danke erstmal für Eure Antworten. Es ist 100% metallisch. Mit Kalk hat es nicht das Geringste zu tun. Im Moment komme ich nicht dazu, das Teil zu bearbeiten, aber wenn ich etwas mehr Zeit habe, werde ich Eure Tipps umsetzen und werde die Ergebnisse dann hier reinstellen............

Offline Haschr Aswad

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #8 am: Juni 25, 2009, 12:27:02 nachm. »
Sollte die Dichtebestimmung einen niedrigen Wert liefern, empfehle ich, auch mal ein paar Feilspäne auf Brennbarkeit zu testen.

Mantafahrer

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #9 am: Juni 25, 2009, 15:18:04 nachm. »
Ich habe jetzt mit einer Eisensäge ein kleines Stück abgesägt, dabei entstanden olivgrüne Späne, die Schnittstellen sind ebenfalls oliv. Beim Erhitzen mit dem Feuerzeug sind die Späne zu metallisch glänzenden Kügelchen verschmolzen.
Das Objekt verdrängt 1300ml Wasser bei einem Gewicht von 2220g (nach dem Absägen). Nach dem Tauchbad hat sich das Wasser gelb verfärbt. Meine Finger auch.

Nein, Ingo, mit Essig und Salzsäure reagiert das Zeug nicht, Und Herbert und Otto aus Tönning kenne ich nicht..........
« Letzte Änderung: Juni 25, 2009, 15:38:39 nachm. von Mantafahrer »

Offline MetGold

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #10 am: Juni 25, 2009, 16:18:45 nachm. »
Hallo Mantafahrer,

also von der Dichte her käme als Element Magnesium in Frage, aber dann wäre dein Test mit dem Feuerzeug wohl arg in die Hose gegangen.

Olivgrüne Späne ...  :nixweiss:

Da es leicht schmelzbar ist, würde ich es momentan für eine Plastikart halten. Die Dichte der meisten Kunststoffe liegt zwischen 0,8 und 2,2 g/cm3 und du hast hier ~1,7

Was meinen die anderen ????


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Plagioklas

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #11 am: Juni 25, 2009, 16:30:10 nachm. »
Ein Stück Opferanode könnte das sein. Es enthält auch viel Eisen, deshalb diese Färbung.

Oder irgendson Rest aus dem Krieg. In und um Helgoland haben die doch damals so einiges abgeworfen.

Mantafahrer

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #12 am: Juni 25, 2009, 17:05:13 nachm. »
Das Teil ist nicht magnetisch, und für eine Anode ist es viel zu leicht...........

Offline Haschr Aswad

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #13 am: Juni 26, 2009, 07:25:01 vorm. »
Es könnte sich um eine Pikrinsäureverbindung handeln (Gelbfärbung Hände und Wasser). Auch die abgebildeten Schmelzprodukte sprechen dafür. Sprengstoff in dieser Form ist vor Helgoland aufgrund der nach dem 1. und 2. Weltkrieg versenkten Munition nicht selten und wird öfter mit Schleppnetzen gefischt. Gerade dünnwandige Behältnisse lösen sich mit der Zeit auf und der meist gegossene Sprengstoff verteilt sich über den Meeresboden und wird durch Strömungen und Ablation geformt und zerkleinert. Empfehle den Fund beim örtlichen Kampfmittelräumdienst abzugeben. Am besten mit Handschuhen handhaben bzw. gut die Hände waschen, sollte es sich tatsächlich um eine Pikrinsäureverbindung handeln, wäre diese nicht ganz ungiftig.

Grüße

Haschr

Offline MetGold

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Re: Fundstück vom Meeresgrund
« Antwort #14 am: Juni 26, 2009, 09:07:15 vorm. »
Hallo Haschr,

das macht ja unsere Sammelleidenschaft immer gefährlicher :angst:, nicht nur daß man beim Meteoritensuchen in Morasko gelegentlich noch eine Tellermine ausgraben kann und manch Digger beim Goldwaschen Handgranaten findet, neee nun auch noch sowas.  :unfassbar:


@ Mantafahrer - halte uns bitte unbedingt auf den laufenden was nun damit geworden ist ...

.. aber vielleicht löst es sich ja auch noch in was ganz harmloses auf!


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