Autor Thema: The Desert Fireball Network  (Gelesen 8461 mal)

Offline skywatch

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The Desert Fireball Network
« am: September 17, 2009, 20:52:04 Nachmittag »
The Desert Fireball Network is an array of observatory cameras located in the Nullarbor desert, in Western Australia. It is a scientific project; its purpose is to watch for incoming meteors, and track any possible meteorite down to the ground, so that scientists can go and recover it. This is a “poor man’s sample return”, as the scientist ends up with a sample of the solar system, and knows where it comes from (from the observed incoming orbit) at a fraction of the cost of a space mission sample return (but we can’t choose our target's origin!).

http://www3.imperial.ac.uk/earthscienceandengineering/research/iarc/collection/cameranetwork

Hierzu auch:

http://astronomie.scienceticker.info/2009/09/17/exotischer-meteorit-in-der-kamerafalle/

Gruß

Siegfried

Offline APE

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #1 am: September 21, 2009, 14:03:23 Nachmittag »
Ja super Sache! :super:
Respekt, denn Gefunden ist Gefunden!

Dies war übrigens ein Aten-Meteoroide! Der kam eben nicht direkt aus dem Asteroidengürtel zu uns geflogen. Er konnte gerade noch von Innen her die Erdbahn kreuzen und brachte dann auch noch ein Eukritmaterial mit. Das ist schon interessant nicht!
He, der ist sogar nur 73 Tage nach dem La Mancha-Eukrit-Fall in Spanien gefallen. Hat das was zu bedeuten?
Ich glaube, so eine Feuerkugelberechnung mit Aten-Typ hatten wir hier in Europa noch nicht ...
 :wow:


 :belehr:
Aha - da fällt mir sofort noch etwas auf und das möchte ich vor allem jenen Nörglern mitteilen, die im Zusammenhang mit dem Kärntenfall und meiner Info-Sperre vom Juni ´09 den Informationsfluß des ERFM kritisierten. Wie gefällt Euch den nun diese Informationspolitik hier vom Desert Fireball Network? Dieses Projekt ist übrigens bezahlt von der EU! Auch interessant nicht?!
Ist aber doch ein tolles Beispiel, wie es normalerweise funktioniert. Da ist also im Juli 2007 etwas gefallen und fotografiert worden, was mit Sicherheit einen oder zwei Monat später berechnet war. Fall und Berechnung wurden aber nicht öffentlich vorgestellt oder gar zur Diskussion gestellt. Zum Suchen wurde bestimmt auch niemand eingeladen. Nein, warum auch! Man hat also niemanden außerhalb der Gruppe informiert. Okay, das wäre so in Europa nicht möglich gewesen, denn das Ereignis hätten die Menschen schon mit bekommen. Bei der Berechnung allerdings wäre das schon wieder anders. So, dann hat man Ende 2008 erstmals gesucht und gleich was in der Wüste gefunden. Ja auch gleich noch andere Meteorite, aber die zählen hier nicht. Und nun der aktuelle Artikel in Science (Philip Bland [Imperial College in London] et al.: Science [Bd. 325, S. 1525]) und der restliche Pressetrubel. ... das ist doch zeitnah! Was?  :dizzy:

 :fluester:
Hihi, na das nenne ich persönlich: Aufklärung pur! Das ist aber auch alles für jedermann wirklich 1a nachvollziehbar dokumentiert worden! Stimm´ts?!
Aber eine Frage sei noch gestattet: Was hat man eigentlich im Zeitraum zwischen Mitte 2007 bis Ende 2008 beim DFN gemacht? War Australien für das europäische Forscherteam so unerreichbar? Hatten die zu trainierenden Studenten Ferien oder mußten Sie erst arbeiten gehen, um die noch fälligen Studiengebühren zahlen zu können? Also ich weiß es ja nicht!
 :nixweiss:
Thomas

PS: Alle ERFM-Infos zum Kärnten- bzw. Slowenienfall muß das European Research Center for Fireballs and Meteorites leider bis Ende Oktober weiterhin zurückhalten. Glaubt mir, das liegt nicht an mir. Wir hatten schon eine Pressemitteilung gemacht, aber wir mußten alles wieder offline setzen ... das nennt man Rücksicht und nicht Geheimniskrämerei!
Grau ist alle Theorie ...

Offline Hungriger Wolf

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #2 am: September 21, 2009, 20:02:07 Nachmittag »
Hallo Thomas und Siegried!

Ich finde es schon sehr interessant, das die möglichen Fundpunkte von Meteoriten durch die Bildauswertung mathematisch, so exakt, ermittelt werden können! :super:

Leider sind jedoch die ermittelten Fundpunkte (Ergebnisauswertungen), nicht öffentlich zugänglich (leider)!
Als Amateur ist man für eine eigene Suche, wie immer?, aussen vor...... :dizzy:

schöne Grüsse von :prostbier:
Achim  

Offline karmaka

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Offline karmaka

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #4 am: Oktober 06, 2015, 17:49:11 Nachmittag »
Offenbar wird am Department of Applied Geology der Curtin University in Perth demnächst wieder ein field trip durchgeführt, um die 'Früchte' des Desert Fireball Network zu ernten.

In focus: meteorite search about to begin


LINK

Walking: the most ancient exercise and still the best modern exercise.
(Carrie Latet)

PS: Auch in Alberta sucht man weiterhin nach einem möglichen Fall dieses hübschen Boliden von Banff (am 20.12.2014 aufgenommen von Brett Abernethy) und vertreibt sich inzwischen die Zeit mit dem Anfertigen 'simulierter kohliger Chondrite'.
Bon appétit !

LINK
« Letzte Änderung: Oktober 06, 2015, 18:06:32 Nachmittag von karmaka »

Offline karmaka

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #5 am: Dezember 17, 2015, 21:24:57 Nachmittag »
und vertreibt sich inzwischen die Zeit mit dem Anfertigen 'simulierter kohliger Chondrite'.
Bon appétit !

LINK

Sieht schon lecker aus, so eine 'carbonaceous chondrite mud pie'!

carbonaceous chondrite mud pie

Offline karmaka

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #6 am: Dezember 18, 2015, 20:13:14 Nachmittag »
Desert Fireball: Finding meteorites

Interview mit Professor Philip Bland, Curtin University
Naked Scientists Interview, 25.8.2015

"that would be quite exciting... and Philip is right"

AUDIO (MP3)

INFO & Transkript

Offline karmaka

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #7 am: Januar 05, 2016, 11:38:24 Vormittag »
So muss das aussehen!  :einaugeblinzel:

Zitat
"This is what it looks like when you find a meteorite from a network built on years of research and hard work!"

Professor Phil Bland vom Desert Fireball Network der curtin University findet einen Meteoriten im Bett eines australischen Salzsees.  :super:

FOTO
FOTO

Offline karmaka

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #8 am: Januar 06, 2016, 10:17:13 Vormittag »
Das Herz des Salzsees   :wow:

Die Trajektorie und der Fallort des 1,7 kg-Meteoriten, gefallen am 27. November 2015 auf den Kati Thanda-Lake Eyre, wurde mit Hilfe der Daten von fünf Kameras des Desert Fireball Network berechnet!  :super:

Der Name des Meteoriten soll durch die örtlichen Arabana-Ureinwohner bestimmt werden.  :super:

So bekommt der Meteorit vermutlich einen Namen in der vor dem Verschwinden stehenden Arabana-Sprache, die nur noch von sehr wenigen Menschen gesprochen wird.  :traurig2:

Amazing New Year’s Eve gift for fireball researchers

Curtin University meteorite discovery could hold clues to solar system creation

Ancient meteorite 'older than Earth' from beyond orbit of Mars found at Lake Eyre

FOTO

FOTO

FOTO

Der Fallort während der Entdeckung

FOTO
« Letzte Änderung: Januar 06, 2016, 10:47:05 Vormittag von karmaka »

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #9 am: Januar 06, 2016, 12:19:55 Nachmittag »
Hier noch ein VIDEO (WAtoday, 6.1.2016)

Offline Sikhote

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #10 am: Januar 14, 2016, 13:22:52 Nachmittag »
Hallo,

hier ein Video in deutscher Sprache zum Fund:

Berliner Morgenpost
E-Mail aus dem All: Meteoritenfund im australischen Outback

http://www.morgenpost.de/web-wissen/article206920041/E-Mail-aus-dem-All-Meteoritenfund-im-australischen-Outback.html

Grüße
Sigrid

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #11 am: Januar 15, 2016, 16:02:40 Nachmittag »
Der kalkulierte Orbit (orange und dunkelblau) zum 'Kati Thanda' Meteoriten

FOTO (DFN)

Ein Drohnenfoto der Fundregion. Die eigentliche Fundstelle (rote Ellipse oben, bitte zoomen) wurde bei der ursprünglichen Inspektion der Aufnahme am Abend des 29. Dezembers übersehen.

FOTO (DFN)

Als 'property of the Crown' wird der Meteorit nach erfolgter Analyse dem South Australian Museum in Adelaide übergeben, in dessen Sammlung er aufbewahrt werden wird.
« Letzte Änderung: Januar 15, 2016, 16:20:34 Nachmittag von karmaka »

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #12 am: Januar 18, 2016, 19:44:38 Nachmittag »
'Kati Thanda' im 3D scan der CSIRO

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #13 am: Januar 20, 2016, 07:02:23 Vormittag »
Der Meteorit im X-ray CT scan des National Geosequestration Laboratory

VIDEO

Offline karmaka

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Re: The Desert Fireball Network
« Antwort #14 am: März 31, 2016, 16:18:24 Nachmittag »
Der Meteorit wurde nun offiziell Murrili genannt und heute im MetBull registriert

LINK

Zitat
Murrili        29.26089°S, 137.53765°E

South Australia, Australia

Confirmed fall: 2015 Nov 27

Classification: Ordinary chondrite (H5)

History: The Murrili fireball was imaged by observatories of the Desert Fireball Network, and witnessed by local people at William Creek and Maree, as it blazed through the skies of South Australia around 9:15 pm on November 27, 2015. The object encountered the Earth close to its perihelion point, entering the atmosphere at 13.7 km/s. The object stopped ablating at an altitude of 18.32 km over Kati Thanda-Lake Eyre South. Its darkflight and fall position were modelled using a WRF climate model. An initial aerial search (2 weeks after the fall) revealed a small crater-like impact in the surface of the salt lake. The Arabana people are the traditional custodians of this land. Just after Christmas, with their permission and help – two Arabana men assisted with the search – the ground-based search team set out to collect the rock before rain erased evidence of the fall. On New Year’s Eve, a second aerial reconnaissance pinpointed the fall site. After some digging, the meteorite was pulled up through the salt-rich clay mud of the lake.  It was recovered 218 m from the calculated fall line. The meteorite had punched a cylindrical hole through the mud and came to rest 43 cm below the surface.

Physical characteristics: Murrili fell as a single stone with a mass of 1.68 kg measuring approximately 13 × 7 × 6 cm. The mass was originally heart shaped. It is entirely covered with a matte looking fusion crust, aside from one small broken corner revealing a lighter gray interior. Two smaller wedges were cut from the mass for study. The cut surface shows extensive alteration with rusty staining heterogeneously distributed. The alteration does not affect the entire rock, there are areas that preserve the unaltered nature of the meteorite.

Petrography is based on investigations of a small polished thick section, which samples both the altered and unaltered materials in the sample. The overall texture is typical of ordinary chondrites having some chondrules (barred olivine, the remnants of porphyritic olivine, and possible radiating pyroxene) with distinct outlines, as well as large single mineral crystal clasts. Murrili contains olivine, orthopyroxene, plagioclase, metal and sulfide. Phosphate and chromite also occur in minor abundances. Metal and sulfide are randomly distributed throughout the sample. Some metal grains are altered on the edges, but the majority of metal grains are clean. There are fine-grained intergrowths of chromite-plagioclase.

Geochemistry: Olivine composition ranges from Fa18.5 to Fa20.4 (Fa18.8±0.5, n=15). Orthopyroxene ranges from Fs16.1Wo1.8 to Fs16.9W1.1 (Fs16.4±0.3Wo1.1±0.3, n=8). Chromite compositions range from Cr/Cr+Al = 0.850 to 0.868 (n=7); and Fe/Fe+Mg = 0.843 to 0.860.

Classification: The above compositions are consistent with classification at a type H ordinary chondrite. The texture, along with the Wo composition of OPX (Scott et al. 1986) and the chromite composition, indicates a petrologic type of 5.

Specimens: Main Mass is also type specimen at SAM. Two smaller pieces (137.2 g and 86.9 g) plus a cut slab (38.6 g) as well as one polished thick section are held at CUWA with the Desert Fireball Network team.

 

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