Autor Thema: Erneut Meteoritenfall in Argentinien  (Gelesen 5339 mal)

Offline MarkV

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #15 am: Oktober 02, 2009, 20:57:53 nachm. »
Das war’s dann wohl?!  :schmollen:  :bid:

Die Feuerkugel von Mendoza war nur Weltraumschrott.

Hallo,
glaub ich nicht, dass so eine Rauchspur von Weltraumschrott stammen kann.  Ausserdem sagt ein Augenzeuge, dass die Erscheinung nur Sekunden gedauert hat. Weltraumschrott tritt viel langsamer ein.
Zitat
In the town of Relmo, 100 km east of the provincial capital, Jose Luis Cuadrado also saw the phenomenon. “It was still daylight and a fireball could be seen in the horizon, like headlight falling from the sky. Before it hit the ground, there was an explosion that formed clouds. Something else kept falling behind it and in a matter of seconds, only smoke remained.”


Grüsse,
Mark

astro112233

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #16 am: Oktober 03, 2009, 09:43:00 vorm. »
Weltraumschrott?

Wenn dem so ist erscheint es mir angeraten, dass Argentinien sein „spezielles“ Gesetzt diesbezüglich ergänzt.

Kulturgut Weltraumschrott.  :auslachl:

Gruß Konrad  :hut:

Offline gsac

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #17 am: Oktober 03, 2009, 13:46:40 nachm. »
Künstliche Erdsatelliten, jedenfalls die aus erdnahen Bahnen, haben weniger als 8 km/sec
"auf dem Tacho", wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten, sind also erheblich langsamer
unterwegs als typische Meteoroide. Nun kenne ich die genauen Fallumstände in Argentinien
nicht, aber ob das nun ein abstürzendes Teil von "Progress M-67" (2009-040A) oder dieser
Transporter selber war, wie der zitierte Bericht aussagt, wird sich aufgrund der Bahndaten
sehr schnell und einwandfrei klären lassen. Rund 15 Stunden vor dem Ereignis gibt es nämlich
noch eine Ephemeride für diesen Satelliten...

1 35641U 09040A   09270.34788212 -.00000900  00000-0 -14750-5 0   900
2 35641 051.6457 142.1139 0011444 035.4984 118.5122 15.75760370 10234

...da war er also noch in einem (sogar recht stabilen) Orbit und aus diesem heraus werden
ihn die Russen, falls sie das mit Progress-Frachtern überhaupt tun, was ich sehr bezweifle,
kaum gezielt über Land zum Absturz bringen. Selbst wenn es ein unkontrollierter Decay war,
kann er nicht derart schnell aus so einer derart stabilen Bahnlage heraus in nur wenigen
Stunden erfolgen. Sollte es aber vorher abgetrennte Teile dieses Satelliten betreffen, so
kann man dies aus obigen Bahnelementen sofort mit den örtlichen Daten der Fallerscheinung
abgleichen und feststellen, ob es einen Zusammenhang geben kann bzw. wenn nicht, diesen
dann auch definitiv ausschliessen.

Es wird wohl ein "natürlicher Bolide" gewesen sein, und dort liegt jetzt vielleicht ein neuer
Meteorit in der Pampa, der nicht in unsere privaten Sammlungen darf...
 
Alex

Offline APE

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #18 am: Oktober 05, 2009, 12:07:44 nachm. »
Willi! Wir beide sind doch nicht so leichtgläubig, daß wir diesen Quatsch glauben!
 :abgelehnt:

Das war doch kein Progress-Transporter! Der hätte beim Absturz so lange gebraucht, das locker einer der Zeugen seine Kamera anbekommen hätte und zwar noch während der Lichterscheinung, denn der Absturz wäre so langsam von statten gegangen, wie man es von den ISS-Überflügen gewohnt ist. Und dann so eine Meteorwolke! Mit was soll der Transporter den diese erzeugen?
Das hat selbst die ganze MIR-Station nicht hinbekommen ...

Wer so etwas behauptet, soll erst einmal Beweise in die Kamera halten!
Also ich will jetzt Progress-Schrott sehen und das lächerliche Gesicht des Wissenschaftlers, der so einen Blödsinn erzählt.
Na das kann ja noch lustig werden!
 :user:
Thomas
Grau ist alle Theorie ...

Offline gsac

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #19 am: Oktober 05, 2009, 12:40:14 nachm. »
... denn der Absturz wäre so langsam von statten gegangen, wie man es von den ISS-Überflügen gewohnt ist.

Das ist nicht ganz korrekt, denn simple Trigonometrie zeigt, daß ein abstürzender Erdsatellit in
einer typischen Absturzsituation (Flughöhe 90/100 km beim Zerbrechen, Geschwindigkeit knapp
8 km/sec), wenn man es im Zenit beobachten würde, mit rund 5 Grad/sec "Winkelgeschwindigkeit"
unterwegs wäre. Das ist immerhin mehr als das Dreifache der "Winkelgeschwindigkeit", wie man
es von den Überflügen der ISS kennt.

Allerdings trotzdem immer noch gering verglichen mit der typischen Eintrittsgeschwindigkeit von
Meteoroiden. Solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, glaube ich auch erst mal nicht, daß es
sich hier um einen Progress-Transporter-Decay gehandelt hat. Man wird sehen...

Alex

Offline herbraab

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #20 am: Oktober 05, 2009, 15:33:45 nachm. »
Künstliche Erdsatelliten, jedenfalls die aus erdnahen Bahnen, haben weniger als 8 km/sec
"auf dem Tacho", wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten, sind also erheblich langsamer
unterwegs als typische Meteoroide.

Das ist nicht nur langsamer als "typische Meteoroide", das ist langsamer als irgedein Meteoroid sein kann. Denn diese treten mit mindestens 11km/s (2. kosmische Geschwindigkeit) in die Erdatmosphäre ein. Die 2. kosmische Geschwindigkeit ist die Geschwindigkeit, die eine Raumsonde mindestens erreichen muss, um das Gravitationsfeld der Erde verlassen zu können. Umgekehrt ist es auch die Geschwindigkeit, die ein Meteoroid bei der Kolission mit der Erde hat, wenn er keine zunächst Eigengeschwindigkeit hatte, und nur im Gravitatioinsfeld der Erde beschleunigt wurde.

Grüße, Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline DCOM

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #21 am: Oktober 05, 2009, 16:12:36 nachm. »
Das gilt natürlich nur für jene Brocken, die so schwer sind, dass sie in der Erdatmosphäre nicht mehr nennenswert abgebremst werden (>> 100 Tonnen). Diese verdampfen dann beim Aufschlag meist völlig.

Viele Grüße, D.U.


Künstliche Erdsatelliten, jedenfalls die aus erdnahen Bahnen, haben weniger als 8 km/sec
"auf dem Tacho", wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten, sind also erheblich langsamer
unterwegs als typische Meteoroide.

Das ist nicht nur langsamer als "typische Meteoroide", das ist langsamer als irgedein Meteoroid sein kann. Denn diese treten mit mindestens 11km/s (2. kosmische Geschwindigkeit) in die Erdatmosphäre ein. Die 2. kosmische Geschwindigkeit ist die Geschwindigkeit, die eine Raumsonde mindestens erreichen muss, um das Gravitationsfeld der Erde verlassen zu können. Umgekehrt ist es auch die Geschwindigkeit, die ein Meteoroid bei der Kolission mit der Erde hat, wenn er keine zunächst Eigengeschwindigkeit hatte, und nur im Gravitatioinsfeld der Erde beschleunigt wurde.

Grüße, Herbert


Offline APE

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #22 am: Oktober 05, 2009, 16:14:52 nachm. »
Alex, Du hast natürlich recht, er wäre vor allem am Anfang scheinbar schneller als die ISS, aber keine 8km/s, denn das wäre schneller als die minimale Kreisbahngeschwindigkeit. Aber gut, ich sehe, Du schreibst ja auch knapp 8km/s ...

Schon die viel geringere Höhe bedeutet einmal größere Winkelgeschwindigkeiten für den Erdbeobachter aber auch höhere Abbremsungseffekte durch die Atmosphäre über längere Zeitabschnitte hinweg für den Satelliten. Das Aufleuchten eines solchen Ereignisses sollte bei Geschwindigkeiten bei 7km/s erfolgen und sich zeitlich lang erstrecken, wobei die eher lichtschwache Meteorphase sich durchaus bis zu 2km/s ausdehnen kann und damit schon wieder für viele Beobachter eine deutlich langsamere scheinbare Bewegung möglich wäre ...

Letztlich wäre immer der Meteoritenfall viel viel auffälliger als der Wiedereintritt und nur er macht eine eher senkrechte und bemerkenswerte Meteorwolke möglich. Der aus der Kreisbahn kommende Erdsatellit oder Weltraumschrott tut das nicht.
 :user:
Thomas
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Offline gsac

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #23 am: Oktober 05, 2009, 16:20:43 nachm. »
Korrekt, Herb! Wobei es einen weiteren kleinen Unterschied zu beachten gilt: künstliche Satelliten
tendieren in den paar letzten stabilen Orbits dazu, ihre Bahnen "konzentrischer zu machen", d. h.
die Exzentrizität strebt zunehmend zu kleineren Werten bzw. langsam gegen null. Eintrittswinkel
sind (jedenfalls bei vorher schon erdnahen) Satelliten zunächst immer extrem flach, bis die auf sie
einwirkenden Kräfte so groß sind, daß sie den Körper zerstören und damit auch der Fallwinkel
irgendwelcher Fragmente, die das evtl. überleben, größer wird. Meteoroide hingegen prallen nur
im Grenzfall mit extrem flachen Winkeln auf die Hochatmosphäre (PS: siehe das berühmte Rocky-
Mountains Foto bzw. den Film dazu), kommen zumeist steiler rein und erleiden erheblich mehr
Stress als ein verhältnismässig "langsam" verglühender Satellit. Sie sind beim Kontakt mit der
Hochatmosphäre zwar stets mehr als 11 km/sec Eigengeschwindigkeit relativ zur Erde schnell,
aber die scheinbare, die "Winkelgeschwindigkeit" für einen Beobachter des Ereignisses ist dann
auch wiederum deutlich stärker von dem Verhältnis Sichtwinkel/Einfallswinkel des Meteoroiden
abhängig, als es bei den künstlichen Satelliten der Fall ist.

Übrigens, Thomas, ich finde auch: diese beobachtete Wolke paßt nun wirklich viel eher zu einem
natürlichen Boliden als zu einem abstürzenden Satelliten.

Alex

Offline herbraab

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #24 am: Oktober 05, 2009, 16:34:59 nachm. »
Das gilt natürlich nur für jene Brocken, die so schwer sind, dass sie in der Erdatmosphäre nicht mehr nennenswert abgebremst werden (>> 100 Tonnen).

Meine Ausführungen beziehen sich auf die Eintrittsgeschwindigkeit in die Erdatmosphäre ("treten mit mindestens 11km/s (2. kosmische Geschwindigkeit) in die Erdatmosphäre ein"). Wie Du aber richtig schreibst, bleibt von dieser kosmischen Geschwindigkeit bei den meisten Meteoritenfällen am Ende nichts mehr übrig.

Grüße, Herbert
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Offline pallasit

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #25 am: Oktober 05, 2009, 17:29:13 nachm. »
Hallo Meteoritenfreunde,

OOPS, jetzt hat jemand beim Autowaschen doch etwas gefunden:
¿RESTOS DE UN METEORITO EN VENADO TUERTO?
http://eldiarioteodelina.blogspot.com/2009/10/restos-de-un-meteorito-en-venado-tuerto.html

Zitat aus diesem Artikel des "El Diario de Teodelina" :"Una piedra común no es, tampoco es un carbón porque tiene mucho peso". Eigetlich kann ich kein Spanisch, würde aber etwa so übersetzten: "Ein gewöhnlicher Stein ist es nicht, wenn es ein "Kohliger" ist bringt er aber viel Knete".

Na ja!

Grüsse Willi  :prostbier:



Offline pallasit

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #26 am: Oktober 05, 2009, 17:46:20 nachm. »
Habe in google noch ein Bild gefunden.
Google sei dank: http://elportaldeankar.blogspot.com/

Die Bildqualität ist recht gut!
http://1.bp.blogspot.com/_JjpVCSYAUxE/SsVftspbGkI/AAAAAAAAAUI/TeUjYdLJzvo/s1600-h/DSCF3543.JPG

Grüsse Willi  :prostbier:

Offline MarkV

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #27 am: Oktober 05, 2009, 18:02:03 nachm. »
Hallo,
der Stein sieht für mich zumindest meteoritenverdächtig aus. Geht in Richtung CV3. Rechts oben vielleicht ein grosser CAI? Ist aber schwer zu sagen nur anhand des Bildes. Aufgrund der Meteorwolke würde ich vermuten, dass eher ein kohliger Chondrit als z.B. ein H5 gefallen ist. Von daher würde ein CV3 gut passen. Ich glaube ausserdem, dass das ein recht grosser Meteoritenfall war.

Dieser Stein soll allerdings am 26. September gegen 18:30 Uhr gefallen sein. Die Feuerkugel ist am 27. September gesehen worden.


Grüsse,
Mark
« Letzte Änderung: Oktober 05, 2009, 18:18:56 nachm. von MarkV »

MilliesBilly

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #28 am: Oktober 05, 2009, 19:10:49 nachm. »

"Una piedra común no es, tampoco es un carbón porque tiene mucho peso" - Es ist kein gewöhnlicher Stein, auch nicht Kohle, denn er ist sehr schwer.

Diese Aussage, zusammen mit dem Foto, lässt hoffen.

Der Große im Bild sieht so aus, als wolle er unbedingt nach Südwestdeutschland ;-)





Offline pallasit

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Re: Erneut Meteoritenfall in Argentinien
« Antwort #29 am: Oktober 05, 2009, 19:18:51 nachm. »
Hallo Mark,

Ein Tag hin oder her, ist das so wichtig?  :auslachl:


Hallo MilliesBilly,

Eigetlich kann ich kein Spanisch,

Danke für die Übersetzung! Meine Variante ist ja wirklich irreführend.

Irgendwie erinnert mich das Ganze etwas an den Peru-Fall! Oh Jeh!!!  :platt:

Grüsse Willi  :prostbier:

 

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