Autor Thema: Gedichte über Meteorite  (Gelesen 1948 mal)

Offline Norbert

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Gedichte über Meteorite
« am: Dezember 01, 2009, 10:45:15 vorm. »
Unser Hobby sollte man durchaus auch mit etwas Poesie sehen. Er wäre schön, wenn der eine oder andere von euch hier auch einen Beitrag leisten könnte.

So schreibt ein Franz Ritter von Kobell (1803-1882):

"Wie lange mag der Meteorstein
seinen kreisenden Flug als kleiner Planetenabkömmling
geflogen seyn mitten durch die unendlichen Weiten der großen Regenten des Himmels?
Durch welche Revolution mag er in den weiten fremden Sternenraum
fortgerissen und getrennt worden seyn
von seiner Mutter Ceres oder Pallas oder wie sie heißen mag?

Was hat er auf seinen Reisen erlebt in jenen schwindelnden Höhen,
die der Mensch kaum in einzelnen Momenten in ihrer Größe zu fassen fähig,
in Momenten der erhabensten Gefühle,
welche ihn zugleich in Ehrfurcht beugen vor DEM,
der das alles geschaffen und geordnet nach seinem Willen?!

Solche Gedanken drängen sich auf, wenn wir den mysteriösen Stein betrachten,
der nun regungslos in unseren Kabinetten ruht und der wohl manchmal  in heller Nacht,
wenn er draußen die fernen Sterne flimmern sieht,
sich zurücksehnt nach den Zeiten seiner Freiheit
mit ihren kühnen Flügen, die er genossen."



Offline ironsforever

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Re: Gedichte über Meteorite
« Antwort #1 am: Dezember 01, 2009, 11:03:59 vorm. »
Zitat
der nun regungslos in unseren Kabinetten ruht und der wohl manchmal  in heller Nacht,
wenn er draußen die fernen Sterne flimmern sieht,
sich zurücksehnt nach den Zeiten seiner Freiheit
mit ihren kühnen Flügen, die er genossen.

 :crying: Ich komm mir nun irgendwie schlecht vor: Alle sind eingesperrt in Plastikgefängnissen, Einzelhaft nur mit Silikagel und ein unbeugsamer Riegel aus Tesa davor.

Legt sie fortan des Nächtens wenigstens auf´s Fensterbankerl...

Sehr treffendes Gedicht! Danke, Norbert!

Gruß,
Andi :winke:
Metaphysik ist der Versuch, in einem verdunkelten Zimmer eine schwarze Katze zu fangen, die sich gar nicht darin befindet (Karl Valentin)

H5P6

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Re: Gedichte über Meteorite
« Antwort #2 am: Dezember 01, 2009, 11:38:45 vorm. »




                     Ich bin gegen die Unterdrückung von Meteoriten.Freiheit für Alle.
                     Besonders setze ich mich ein gegen die Überflugsbeschränkungen
                     und Landeverbote der Meteorite in Deutschland

                                                   :contra:

astro112233

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Re: Gedichte über Meteorite
« Antwort #3 am: Dezember 01, 2009, 12:19:42 nachm. »
Ein schönes, jedoch trauriges Gedicht.

Als nur Sammler kann man das gerade noch verkraften.

Aber als Händler oder sägender, schleifender, polierender und ätzender Präparator?  :crying:

Wollte eben meine Meteoriten freilassen, aber sie fliegen nicht weg. Ich bin ratlos.

Gruß Konrad  :hut:

Offline Mettmann

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Re: Gedichte über Meteorite
« Antwort #4 am: Dezember 01, 2009, 20:58:14 nachm. »
Ja dann müssen wir schnell den Konrad aufheitern.
Gedichtethreads sind immer brandgefährlich!  Hier Konrad hab ich mir für Dich gleich ein Spaaaaaaaaßgedicht abgerungen.
Ein Spaaaaaaßgedicht......     I krieg ja soichane Schläg....


Dhofarmärchen

I.

Dereinst mit großem Donnerhall
Wie man es sonst nicht sieht
Zog hin als greller Feuerball
Ein kleiner Meteorit.
   

II.

Nicht minder schnell die Runde,
Wofür er ja nichts kann,
Verbreitet sich die Kunde:
„Gefallen im Oman!“

Da eilten die Gelehrten
Zum Sultan in die Stadt
Aufdass sie sich beschwerten
Und gaben guten Rat.

Den Stein darf keiner suchen,
So schrien sie gemein,
Das größte Stück vom Kuchen,
Das muß uns Schweizern sein!

Sie reichten ihm ein Kräuter-
Ricooola mit Geruch.
„Nuju macht nur so weiter..“
Erging sein Urteilsspruch.

Die altbekannten Lieder
Von „Beda & Edwin & Pitt“
Da sungen die Schwyzer wieder
„Die ham Diplome, die dürfen mit!“

Sie ließen die Herolde künden,
Gesagt getan, ein Mann, ein Wort
Wir werden den Stein jetzt finden;
So zogen sie zum Suchen fort.


III.

Die Jahre gingen hin ins Land,
der Stein? Der sitzt in seinem Erg,
Von Menschenauge unerkannt,
Das kleine kosmisch Wunderwerk.

Der Meteorit kratzt sich am Kopf,
Wie lang mag das noch dauern?
Ich ungefunden armer Tropf,
Soll ich denn hier versauern?

Er schüttelt sich, stemmt seine Kraft,
und drückt und löst mit einem Knall
Sich von der Erd. Das wär geschafft!
Und hebt hinfort sich in sein All….


IV.

Wird heut in der Wüste Dir bange,
Trägt her der Wind ein Gewimmer,
ein Hauch nur wie Alphornklange….

-  Es sind die Geister der Schweizer,

….denn die, die suchen noch immer!


 :aua:

Martin (mal wieder auf der Flucht...)
 :w-ge:





"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

Offline karmaka

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Re: Gedichte über Meteorite
« Antwort #5 am: Februar 01, 2017, 19:52:01 nachm. »
Heute in einem anderen Forum:

NEUSCHWANSTEIN ist am hemmungspunkt zerborsten...
von harzgebirgler

PS: Offenbar keiner aus diesem Kreise ...

 

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