Autor Thema: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten  (Gelesen 7911 mal)

Offline APE

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Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« am: Dezember 31, 2006, 15:42:51 nachm. »
 :winke:

Hallo Leute!

Wir sind im Thema: Wieviele ausgeprägt-orientierte Meteorite kennt Ihr? vom Weg abgekommen.
Dabei ist ein wirklich interessanter neuer Diskussionspunkt angesprochen worden ...

Seite 8 / Antwort 107:
Hallo Freunde,
nur nochmal ergänzend zu Hanno´s Aussage.
Es gibt wirklich Stücke,die beim Flug so warm wurden,das die Widmanstättschen Figuren im Randbereich schon rekristallisiert wurden.
Man kann also schon durchaus von glühend heiß sprechen.
Somit ist auch belegt,das manche Stücke doch schon sehr heiß geworden sein müssen,das entweder der Randbereich oder aber auch fast das komplette Stück rekristallisiert wurde!!
Solche Stücke sind aber für gewöhnlich selten zu finden und sind auch nicht die Regel.
Ich füge hier mal ein Bild aus meiner Sammlung ein.
Es ist ne Scheibe von Henbury.
Diese Scheibe zeigt eine fast komplette Rekristallisierung!! :super:
Nur noch in der Mitte sind die für Henbury typischen Strukturen erkennbar.
Diesem Stück muß also beim Flug durch unsere Atmosphäre schon sehr warm geworden sein!!!

Viele Grüße Mirko :prostbier:


Seite 8 / Antwort 108:
Ach vergessen,
wer ebenfalls Interesse an einem rekristallisierten Stück hat,der kann mal in der Rubrik Verkauf und Tausch schauen. :wow:
Ich werde dort heute mal drei rekristallisierte Stücke zum Verkauf anbieten.
Zum einen gibt es zwei fast komplett rekristallisierte Endstücke von Henbury zu erweben und zum anderen biete ich eine wirklich sehr schöne Scheibe von Henbury mit einer ähnlich starken Rekristallisierung wie bei der meinigen an. :super:

Viele Grüße Mirko :prostbier:

Hier ein paar erste Bilder von Mirko...
http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=505.msg3017#new


Die Frage ist nun:
Wer kennt solche Rekristallisations-Strukturen auch bei seinen Eisenmeteoriten?!
Wie groß bzw. ausgedehnt ist dieser Bereich?


Sendet doch mal ein paar Fotos ...

Beste Grüße
Thomas
Grau ist alle Theorie ...

Offline APE

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #1 am: Dezember 31, 2006, 16:39:25 nachm. »
So, ich nochmal ...

hier ein Mundrabilla, geschnitten-poliert-geätzt vom Meister Mirko  :super:

Eisenmet: 14,4g (2,8mm x 2,5mm x 7mm)

Dieses Endstück besitzt aber nur an einer Seite eine Zone, wo alle Strukturen stark verändert aber nicht vollständig beseitigt worden sind.
Ich bezeichne so etwas als Rekristallisationszone, wo das Eisen bis zur einer Temperatur erhitzt wurde, wo Rekristallisationsglühen einsetzt. Das ist ziemlich heiß! Aber im Stahlwerk (Kaltwalzwerk, wo Stahlbänder nach dem Kaltwalzen wieder rekristallisiert werden) wird Stundenlang der Stahl auf etwa 900°C erhitzt. Dieser Stahl hat aber kein Nickel drin. Ich weiß nicht wie hoch die Rekristallisationstemperatur von Eisennickelstoffgemischen ist! Damit ist diese Temperatur nicht klar festgesetzt und kann stark abweichen von dem eben erwähnten Stahlwert. Man braucht ja bei Wasser auch nur 5% Alkohol rein mischen und schon gibt es keine Eiskristalle selbst bei Frost (ca.-10°C) ...

Der hier angeschnittene Eisenmeteorit sollte deshalb ein Fragment eines größeren "Mutterstück´s" gewesen sein, oder ist vielleicht (aber eher unwahrscheinlich) einfach schon an den anderen Seiten runtergerostet ...
 :einaugeblinzel: HE JA! - Vielleicht war es ja mal ein OriMet! Nur eine Seite wurde im Überschallbereich ohne Ablation erwärmt ...

Fakt ist aber, dieser Meteorit war bis zu 4mm tiefe sehr heiß gewesen und hat dort für ein paar Sekunden geglüht!

Gruß Thomas
Grau ist alle Theorie ...

ironmet

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #2 am: Dezember 31, 2006, 18:09:03 nachm. »
Hallo Thomas,
ganz schön schwer für die Größe! :auslach:

Nee,für alle anderen: Thomas meint natürlich Zentimeter bei der Größenangabe!

Sonst würde man sich ja beim bearbeiten von derart kleinen Stücken die Finger verbiegen!

Viele Grüße Mirko

Ja,hat sonst noch wer Stücke mit Rekristallisation in der Sammlung?
Lasst mal schauen!


Offline MetGold

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #3 am: Dezember 31, 2006, 18:21:53 nachm. »
Soooooo, da ist die Scheibe also 7cm dick !   :totlach:  Peter
Ein ereignisreicher Tag ist mehr als namenlose Jahre - (Spruch aus einem chinesischen Kalender)

ironmet

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #4 am: Dezember 31, 2006, 19:09:20 nachm. »
Ach Du Kacke,
so genau habe ich nun auch wieder nicht gelesen! :traurig2:

Dann hat der Thomas eben nur die Kommas zu viel gesetzt. :baetsch:

Viele Grüße Mirko :prostbier:

Offline chief-impactor

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #5 am: Januar 13, 2007, 18:56:38 nachm. »
hallo zusammen,
nicht optimal zu erkennen, aber ein orientierter sikhote längs gesägt.
15,5g schwer, im nosecone bereich über 2mm tief rekristallisiert und ein microriß, im randbereich ca 1mm rekristallisation.
auf der rückseite (aussenseite) kleine beschädigung, sieht aus wie eine sägeriefe.
andere hälfte ist in meiner sammlung, von diesem würde ich mich trennen...
gruss olaf

Mettmann

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #6 am: Januar 13, 2007, 19:06:43 nachm. »
http://www.nuggetshooter.com/imagesMET/SA19,51g.jpg

Uiiii, mit Neumännern.
Also Rekristallisation findet man sehr häufig bei Sikhote-Alin (außer in den Schrapnellen natürlich), bei orientierten Sikhotes ist die Zone breiter an der Vorderseite.
Boguslavka, als frischer Fall, Taza oft fast gar nicht oder nur noch sehr schmal erhalten.
Guanaco hat auch einen Rim.
Udei Station hab ich nix bemerkt.

Usw.usf.


ironmet

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #7 am: Januar 13, 2007, 22:41:43 nachm. »
Hallo Martin,

danke,um dieses Bild wollte ich eh nochmal betteln! :super:

Habt ihr sonst noch in paar Bilder von rekristallisierten Stücken auf Lager? :nixweiss:

So viele wird es ja im Endeffekt nicht geben,denke ich!

Taza fast garnicht?
Also bei Taza hab ich das auch noch nicht gesehen!
Wenn jemand ein Bild von nem rekristallisierten Taza hat,bitte unbedingt hier verlinken!!!

Viele Grüße Mirko

Mettmann

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #8 am: Januar 14, 2007, 00:17:41 vorm. »
Nee, alle Bilder seinerzeit uffe tote Rechner geblieben.
Na und nun gibt's keine billjen Sikhotes mehr, ist vorüber.
War früher sehr praktisch, als es noch die Kilo-Lose für lau gab. Die von der Form nix hergaben, hat man einfach gehälftelt und geätzt, kannst Dir also leicht selber machen, und haben immer eine rekristallisierte Zone und fast immer Neumänner (wenn auch ned so extrem ausgeprägt, wie bei diesem).

Taza findet man allerbestenfalls noch einen fingernageldicken Rim..
Man müßt mal einen kg-Brocken sägen, aber wer macht das schon...
Und wenn man in den Ziz hineinschaun könnt, müßt eigentlich auch was hergehen.

Glorieta Mountain wär interessant, so gut wie die Individuals noch sind. Hatte aber bisher noch keine Scheiben mit Rinde.
Patrick?

Mettmann

Offline gsac

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #9 am: Januar 14, 2007, 00:52:05 vorm. »
Boguslavka, als frischer Fall.....

Ich hab hier eine URL mit einem längst gelaufenen Ebay-Deal letztes Jahr von Andi Gren für den Boguslavka-Meteoriten, auf der man die reheated zone gut erkennen kann:

http://cgi.ebay.com/Meteorite-Boguslavka-Iron-Hexaedrite-Fall-1916_W0QQitemZ180040031461QQihZ008QQcategoryZ3239QQcmdZViewItem

Ich selber hab mir den Meteoriten auch geleistet und auch auf meinem Stück sieht man das sehr schön - ich muß es allerdings erst fotografieren, und das dauert noch ein Weilchen, bis ich meine neue Digicamera habe (PS: wahrscheinlich die kompakte Schönheit Panasonic DMC-FX07EG-S).

Die drei Chladnis haben wohl noch was von dem Material, aber das ist möglicherweise nach Tucson unterwegs... - Mettmann?

gsac aka Alex

ironmet

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #10 am: Januar 14, 2007, 01:48:34 vorm. »
Hallo Olaf,Martin,Alex, :winke:

danke für die Bilder bzw.Links. :super:
Mal schauen,wenn Olaf den Sikhote abtritt,ob man da nicht noch was nettes beim Ätzen rausholen kann!

Der Boguslavka sieht am Rand sehr gut aus!
Das Stück hast Du gekauft,Alex? :hut:

Und Martin,vielen Dank wegen Glorieta Mountain,davon kann ich auch ein rekristallisiertes Stück hier vorweisen!
Stelle hier mal zwei Bilder von dem Stück ein.

Viele Grüße Mirko
PS: Wer sonst noch etwas mit rekristallisiertem Rand findet,gebt ruhig den Link hier bekannt oder bei eigenen Bildern,wären natürlich dei Bilder schön!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!






ironmet

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #11 am: Januar 14, 2007, 01:50:41 vorm. »
Und hier noch ein Foto mit besseren Details,der rekristallisierten Glorieta Mountain Scheibe.

Viele Grüße Mirko

Offline gsac

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #12 am: Januar 14, 2007, 01:59:03 vorm. »
Der Boguslavka sieht am Rand sehr gut aus!
Das Stück hast Du gekauft,Alex? :hut:

Nööö, Mirko, das war ich nicht. Ich hab (statt via Ebay) einen Direkteinkauf bei den Chladni-Erben für mein 13.15-g-Scheibchen gemacht, und das sieht mindestens so gut aus wie das Ebay-Stück von der URL - d.h. halt: noch besser!  :super:

gsac aka Alex

ironmet

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #13 am: Januar 14, 2007, 02:34:54 vorm. »
Hallo Alex, :hut:

also Nöö Nöööööö  Nööööööööööööö,
bin ich ne Schnarchnase!!

Ich habe doch auch Boguslavka von den Chladnis gekauft.
Jetzt habe ich mal auf meiner Scheibe geschaut,ist auch rekristallisiert im Randbereich!!! :wow:

Da suche ich hier nach rekristallisierten Stücken und dabei habe ich da auch noch eine Boguslavka zu stehen! :aua:

Vielen Dank für den Tip,
Grüße Mirko

Hier der Beweis:

Offline paragraf

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Re: Rekristallisation im Randbereich von Eisenmeteoriten
« Antwort #14 am: Januar 14, 2007, 03:46:37 vorm. »
Hallo,

würe eine solche Rekristallisationszone an einem solchen Stück auch dann entstehen, wenn man mal kurz mit einem größeren Schweißbrenner auf höchster Stufe ran geht?

Gruß
Bernd

 

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