Autor Thema: Grenz- und Randbereiche  (Gelesen 9197 mal)

Offline JaH073

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #15 am: Mai 16, 2010, 21:32:16 Nachmittag »

und hier die Rückseite
Je mehr Ecken und Kanten ein Diamant hat, umso mehr funkelt und strahlt der Stein.

Offline lithoraptor

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #16 am: Mai 16, 2010, 22:11:34 Nachmittag »
Moin Hanno,

diese Scheibe ist auf alle Fälle eine echte Wucht! :wow: :wow: :lechz: :nd:

Gruß

Ingo

Offline speul

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #17 am: Mai 16, 2010, 22:20:12 Nachmittag »
Ja, zu Heiners Stück stimme ich Ingos interpretation zu. So ein Stück suche ich seit längerem, scheinen nicht häufig zu sein
und so ideal in der Lage, daß sich die Wittmänner mal als Dreiecke, mal rechtwinkling schneiden,
waqs soll ich mehr sagen als:  :lechz:
speul
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Offline Greg

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #18 am: Juli 31, 2010, 02:39:36 Vormittag »
Hallo,  :hut:

hier mein neues Stück.  :smile:
Sorry Speul, dass ich es hier fröhlich zeige...
Es ist der Scheibe von Heiner sehr ähnlich und zeigt zwei Kristallindividuen.

Gruß
Greg

Offline Contadino

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #19 am: Juli 31, 2010, 15:12:02 Nachmittag »
Wow, die Ähnlichkeit ist wirklich verblüffend!
Deine Scheibe könnte ja fast vom selben Stück stammen :gruebel:
Glückwunsch, Greg :super: "Bruder im Gibeon" :laughing:

Ciao, Heiner
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Offline ironmet

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #20 am: August 02, 2010, 10:52:10 Vormittag »
Hallo Greg,

also da kann ich mich Heiner nur anschließen!!  :super:

Was für eine geniale Scheibe. :lechz: :lechz:
Zudem auch noch die Grenze nahezu von Ecke zu Ecke verläuft.

Viele Grüße Mirko



Offline Greg

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #21 am: Dezember 14, 2010, 19:16:25 Nachmittag »
Hallo,  :hut:

hier möchte ich nochmal ein kleines 15g Gibeon-Stückchen zeigen, welches ich schon mal auf der ersten Seite dieses Threads gepostet habe. Es hat jetzt aber ein neues Gewand, da es der Mirko wunderbar nachgeätzt hat und man kann nun die Gefügestrukturen überhaupt erst detailliert sehen.

Solche Strukturen hatte ich zwar vermutet (oder besser: erhofft), bin nun aber doch überrascht, wie das Gefüge aufgebaut ist. Das Stück scheint meiner Einschätzung nach tatsächlich über Flowlines (mit Schmelzkruste?) und einen rekristallisierten Rand zu verfügen. Die rekristallisierten Bereiche befinden sich auf den drei gesägten Seiten, die an der Fließstruktur angrenzen.

Ich würde gerne Eure Meinung dazu hören.  :user:

Viele Grüße
Greg

Offline Dirk

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #22 am: Dezember 14, 2010, 19:34:58 Nachmittag »
Hallo Greg  :winke: ,

da hat Mirko wieder eine tolle Arbeit geleistet  :super:

Du hattest das Stück im November ja mit in Kuhfelde und da konnte man die Strukturen noch nicht so deutlich erkennen. Unter der Vergrößerung finde ich auch, dass das ziemlich eindeutig flowlines sein müssten und direkt darunter ein rekristallisierter Bereich. Und darunter dann eventuell zwei Oktaeder mit Kristallgrenze .....  :gruebel:

Das Stück zeigt also auf engstem Raum eine ganze Menge interessanter features  :wow:     .... tolles Teil!!!

 :winke:  :prostbier:
Dirk

Plagioklas

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #23 am: Dezember 14, 2010, 20:50:23 Nachmittag »
Diese "Flowlines" würde ich eher als Verschiebungsebene (so ähnlich wie ein so genannter Harnisch) ansehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Harnisch_%28Geologie%29

Das könnte durch nen Schock oder so zustande gekommen sein, das umiegende Material erhitzt haben und auch dieses Linienmuster bewirkt haben. Ähnlich klommen ja auch die Scherflächen auf den Shrapnellen zustande.

Offline speul

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #24 am: Dezember 14, 2010, 21:20:45 Nachmittag »
aber hier ist meines erachtens eindeutig Schmelze zu sehen
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Offline JaH073

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #25 am: Dezember 14, 2010, 21:43:59 Nachmittag »
Hallo Greg,

ein super Stück   :super:
gefällt mir sehr gut.
Da sieht man mal wieder wie wichtig es ist, daß so ein Teil perfekt be- und verarbeitet ist.
Nur dann kommt es richtig zur Geltung.

Viele Grüße

Hanno
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Offline ironsforever

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #26 am: Dezember 14, 2010, 22:38:16 Nachmittag »
Hallo,  :hut:

hier möchte ich nochmal ein kleines 15g Gibeon-Stückchen zeigen, welches ich schon mal auf der ersten Seite dieses Threads gepostet habe. Es hat jetzt aber ein neues Gewand, da es der Mirko wunderbar nachgeätzt hat und man kann nun die Gefügestrukturen überhaupt erst detailliert sehen.

Solche Strukturen hatte ich zwar vermutet (oder besser: erhofft), bin nun aber doch überrascht, wie das Gefüge aufgebaut ist. Das Stück scheint meiner Einschätzung nach tatsächlich über Flowlines (mit Schmelzkruste?) und einen rekristallisierten Rand zu verfügen. Die rekristallisierten Bereiche befinden sich auf den drei gesägten Seiten, die an der Fließstruktur angrenzen.

Ich würde gerne Eure Meinung dazu hören.  :user:

Viele Grüße
Greg



Hallo Greg,

Flowlines müssten sich doch auf der exponierten Oberfläche während des Fuges durch die Atmosphäre gebildet haben, oder nicht? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Flowlines im 10tel-mm-Bereich mind. 5.000 - 13.000 (oder 30.000) Jahre in irdischer Witterung überdauern.

Der rekristallisierte Bereich ist phänomenal! Die fein definierte Oberfläche macht mich allerdings ob des irdischen Alters von Gibeon a bisserl stutzig... :nixweiss:

Gruß,
Andi :prostbier:
« Letzte Änderung: Dezember 14, 2010, 22:53:40 Nachmittag von ironsforever »

Offline ironmet

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #27 am: Dezember 14, 2010, 23:37:53 Nachmittag »
Hallo Eisenfreunde,

in Kuhfelde hatten Gregor, Dirk und ich ja schon ausgiebig darüber diskutiert, ob dies nun Flowlines oder
Scherflächen bzw. Scherspuren sind.
Von einem rekristallisierten Rand konnte man damals noch nichts sehen.
Aber man konnte mit der Lupe ausmachen,das diese Flowlines,so wie es sich für Flowlines gehört,dem geringsten Wiederstand entgegen laufen.
So findet man auch feine Flowlines,die eben genau in 90° versetzt zu den großen Flowlines verlaufen.
Scherspuren aber immer fein säuberlich in eine Richtung verlaufen.
Daher waren dies damals für mich schon eindeutig Flowlines.
Jetzt,wo ich das Stück nochmal aufgearbeitet habe und man jetzt sogar einen 5mm dicken rekristallisierten Rand sehen kann,ist der Beweis doch mehr als gegeben,das es sich hierbei eindeutig um Flowlines handelt.
Denn rekristallisierte Ränder findet man meist nur ganz dünn an frischen Eisen.
Das hier der Rand 5mm dick ist,verwundert nicht,denn die dicken Flowlines auf der Aussenseite lassen es schon vermuten,das sowas nach einer Ätzung zu sehen sein wird.
Und gerade bei so starker Aufschmelzung mit dicker Schmelze auf der Aussenseite.
Für Scherflächen spricht hier jetzt leider nichts mehr.
Denn wenn unter Scherflächen rekristallisierte Ränder zu finden sein sollten,müsste jedes zerscherte Sikhote Schrapnell soetwas zeigen.
Macht es aber nicht.
Und beim zerscheren von Metall mag schon genug Energie und vielleicht auch Hitze entstehen.
Diese reicht aber nicht dazu aus,einen rekristallisierten Bereich im Eisen zu hinterlassen.

Das Argument mit dem Alter ist ein gutes.
Aber es gibt viele Beispiele,wo auch an "alten" Eisen Flowlines zu finden sind.
Das sind sicher große Ausnahmen und zudem extrem selten.
Aber es gibt sie.
Nimmt man sich Beispiele wie Taza oder NWA 5549, findet man an diesen auch nach langer Liegezeit Flowlines.
Selbst Gibeon,wie hier an dem Beispiel zu sehen, zeigt noch Flowlines.
Wie alt ist Henbury?
Selbst da besitzt Lutz ein Endstück,wo Flowlines und schöne Schmelzkruste vorhanden ist.
Alles was eben gut geschützt,sei es durch Luftabschluss oder geschützte Bereiche im Boden,liegt,kann sowas
auch nach tausenden Jahren noch zeigen.
Es gibt ja von Gibeon oder Henbury keine Individuale,wo man nach dem Fund eine 5cm dicke Shale Kruste abschlagen muss.
Morasko oder Campo sind dafür (sicherlich auch wegen des Klimas) schon eher Kandidaten, bei denen man nicht mehr mit Schmelzkruste rechnen darf.
Obwohl, ich glaube der Haschr hat auch einen Campo,wo noch in den Regmaglypten reichlich Schmelzkruste vorhanden ist.
Ausnahmen bestätigen eben die Regel.

Jedenfalls ist das Stück von Gregor echt ein Knaller!!
Schade nur,das mal irgendwann jemand meinte,das schöne Stück so unvorteilhaft zu zerlegen.

Viele Grüße Mirko

Offline Greg

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #28 am: Dezember 15, 2010, 09:50:19 Vormittag »
Hallo,

vielen Dank für die Einschätzungen. Ich freue mich, dass Euch das kleine Stück gefällt.

Es verwundert schon, wenn solche filigranen Strukturen auch nach Jahrtausenden Liegezeit immer noch vorhanden sind, egal, ob es sich um Schmelzlinien mit Kruste oder Verschiebungslinien (Harnisch) handelt.

In diesem Falle denke ich, dass es sich um Flowlines mit Resten einer Schmelzkruste handelt, da die feinen Strukturen einfach typisch nach Schmelzkruste aussehen und auch quer zu den gröberen Linien laufen (s. markierte Bereiche). Zudem ist der Rand deutlich rekristallisiert, was bei Schrapnellen anscheinend so nicht auftritt, da die Erhitzung dafür nicht ausreicht, sondern für eine Außenfläche spricht, die durch die Reibungshitze beim Fall so verändert wurde.

Mich würde natürlich interessieren, ob solche Strukturen auch bei anderen Gibeon Stücken erhalten geblieben sind. Es gibt so viele Individuals mit wunderbaren Schmelzgruben, da muss es doch auch Bereiche geben, die von den Verwitterungseinflüssen etwas geschützter waren. So wie anscheinend bei diesem kleinen Teilendstück.

Das führt zu der Annahme, dass es doch auch noch "Nachbarstücke" geben muss, bei denen sich diese Linien fortsetzen. Vielleicht ja sogar im größeren Maßstab?
Die Anmerkung von Mirko ist jedenfalls berechtigt. Warum ist das Stück so merkwürdig unvorteilhaft zerschnitten worden?
Nach reiflicher Überlegung bin ich zum Schluss gekommen, dass, wenn es nicht so gesägt worden wäre, ich es jetzt vermutlich gar nicht hätte...  :einaugeblinzel:
Ich habe es vor elf Jahren zusammen mit anderen kleinen Gibeons gekauft. Neben Individuals sind die anderen Stücke Teilscheiben bzw. Teilendstücke. Von der Form als Dreieck, Quader und Prisma geschnitten.
Ich vermute, dass es damals Mode war, so kleine Stücke für den Verkauf "mundgercht" zu schneiden. Vielleicht auch für die Verwendung als Schmuck. Das wissen sicherlich die "älteren" Sammler unter Euch besser.

Viele Grüße
Greg



Offline ben.g

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Re: Grenz- und Randbereiche
« Antwort #29 am: Dezember 15, 2010, 12:21:48 Nachmittag »
Hallo

Glückwunsch Greg!
Ein echtes Sahnestückchen.
Genau diese Stücke sind es, die das Sammeln für mich so interessant machen.

Gruß
Ben

 

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