Autor Thema: Ideen zur Genese dieses Stückes  (Gelesen 2552 mal)

Offline lithoraptor

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Re: Ideen zur Genese dieses Stückes
« Antwort #15 am: September 23, 2010, 09:22:49 vorm. »
Moin!

Nun sind Feuersteine ja nichts anderes als Silikatkonkretionen einer bestimmten Schichtstufe (der Schreibkreide).
Das kann man so nicht stehen lassen, denn es ist sachlich nicht korrekt. Flint/Feuerstein gibt es bei weitem nicht nur in der Schreibkreide sondern z.B. auch sehr häufig in den Kalken des Dans und ist somit nicht auf die Schreibkreide begrenzt.

Nun aber wieder zum Stück:
Was die exotische Form angeht: Feuerstein-Sammler aus Norddeutschland haben mir mehrfach versichert, dass Feuersteine die verrücktesten Formen annehmen könne, von denen man schwören wollte, sie seien organischen Ursprungs (und nach dem bißchen Feuerstein, das ich an der Nordseeküste selbst gesammelt habe, neige ich dazu, ihnen zuzustimmen).

Ja, das Flint die abstrusten Formen annehmen kann, ist korrekt. Wie oft wurden mir schon versteinerte Beine, Goldhamster oder Geschlechtsorgane gezeigt. :laughing: Es gibt da sogar eine Dame, welche steinzeitliche aus Flint geschnitzte Mammute ohne Ende findet. :lacher: Dennoch hätte ich ein ähnliches Gebilde (und ich sammle schon seit 25 Jahren im norddeutschen Geschiebe) noch nicht gesehen. Den Einwurf von speul finde ich interessant, obwohl ich noch immer denke, dass es etwas anderes ist. Darf dieser "Knollenquarzit" (wobei Quarzit an sich ja ein metamorphes Gestein beschreibt) denn Fossilien enthalten? Ein Detail hatte ich Euch bisher, absichtlich, unterschlagen: In dem Material finden sich Kleinstfossilien, die andere Betrachter und ich als Bryozoen identifiziert haben. Ich wollte damit einer überflüssigen Diskussion darüber, ob es sich nun um ockergelben Hornstein oder Flint handelt, vorbeugen.
Die Genesevorstellung von Günter, mit der wolkenartigen Struktur des Kieselgels finde ich recht passend. Ich werde mich wohl aber dennoch mal durch ein paar dicke Sedimentwälzer quälen müssen; evtl. findet sich dort ja noch eine genauere Erklärung für so ein Gebilde...

Aber das ist alles sehr theoretisch. Ich kann den Finder verstehen, dass er ein so exotisches Stück nicht beschädigen will; aber wenn sich nicht doch noch jemand findet, der das Ding spontan richtig einordnen kann, wird es wohl auf das Vitrinenschild "Problematikum" hinauslaufen...

Natürlich ist mir klar, dass wir hier ohne Anschliff bzw. Dünnschliff nicht viel weiter kommen werden. Aber wie gesagt, letztlich hat der Besitzer des Stückes das Sagen und ein richtiger Sammler ist er wohl auch nicht.

Ich bin Euch für eure Ideen und Vorschläge auf alle Fälle sehr dankbar. Also, wenn noch jemandem hier etwas einfällt, dann immer raus mit der Sprache...

Gruß

Ingo

Offline schwarzwaldmineraloge

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Re: Ideen zur Genese dieses Stückes
« Antwort #16 am: September 23, 2010, 11:53:41 vorm. »
Hallo,

Es gibt Silikatkonkretionen im Bereich des obersten Rotliegenden (Perm), im sog. Karneoldolomit. Diese Schicht liegt zumindest im Schwarzwald oftmals unmittelbar den kristallinen Gesteinen auf, nur selten ist (in Senken und Trögen) noch Arkose als Verwitterungsprodukt des variszischen Grundgebirges anzutreffen. Darüber folgt dann der Buntsandstein. Im oberen Buntsandstein findet sich noch ein Karneolhorizont. Diese Karneole wurden als fossile Algenmatten gedeutet. Allerdings sind die mir bekannten Exemplare alle mehr oder minder deutlich rosa oder rot gefärbt und eher zellig-löchrig.

Gewisse Ähnlichkeiten bestehen hier eher zu Muschelkalkhornsteinen (aus dem mittleren Muschelkalk). Im Südschwarzwald habe ich bereits solche nierig-traubigen Konkretionen gefunden. Weiße und bläuliche Farben überwogen, aber die Farbe ist hier weniger charakteristisch. Auch im Bereich des Kraich- und Pfinzgaues (N Pforzheim) kommen im Muschelkalk solche Hornsteinknollen vor.

Glück Auf!
Smoeller
Diplom-Mineraloge

Peter5

  • Gast
Re: Ideen zur Genese dieses Stückes
« Antwort #17 am: September 23, 2010, 18:28:53 nachm. »
Zitat
Ein Detail hatte ich Euch bisher, absichtlich, unterschlagen: In dem Material finden sich Kleinstfossilien, die andere Betrachter und ich als Bryozoen identifiziert haben. Ich wollte damit einer überflüssigen Diskussion darüber, ob es sich nun um ockergelben Hornstein oder Flint handelt, vorbeugen.

Das ist nicht gerade gerecht.  :traurig:

Gruß Peter
« Letzte Änderung: September 23, 2010, 19:04:20 nachm. von Peter5 »

Peter5

  • Gast
Re: Ideen zur Genese dieses Stückes
« Antwort #18 am: September 24, 2010, 14:18:16 nachm. »
Na ja..nix für ungut, Ingo..will mal nicht so sein..  :weissefahne: :smile:

 

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