Autor Thema: Meteoriten in der Kunst - Kunst mit Meteoriten?  (Gelesen 41068 mal)

Offline ironsforever

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Re: Meteoriten in der Kunst - Kunst mit Meteoriten?
« Antwort #165 am: August 09, 2020, 13:24:55 nachm. »
Hallo,

grausam häßlich, wenngleich auch unfreiwillig komisch. In Anlehnung an Gold- und Silbermünzen prägen sie dort auch den "Feingehalt" mit drauf:

Zitat
.999 Meteorite
  :lacher:

Wer sowas kauft, ist selbst schuld. :laughing:

Gruß
Andi

Offline Sikhote

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Offline Sikhote

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Re: Meteoriten in der Kunst - Kunst mit Meteoriten?
« Antwort #167 am: August 09, 2020, 14:21:23 nachm. »
Hier eines der Fotos:

Fällt  allerdings nicht unter Kunst.

Offline Gibeon2010

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Re: Meteoriten in der Kunst - Kunst mit Meteoriten?
« Antwort #168 am: August 09, 2020, 15:54:50 nachm. »
Zu den Münzen:

Münzen werden aus allem Möglichen geprägt. Ich lese gerade von Theodore Gray: "Die Elemente - Bausteine unserer Welt". Darin sind Abbildungen von Münzen aus den verschiedensten seltenen Metallen. Warum also nicht auch aus Meteoriteneisen, mal abgesehen davon, dass ich das Design der Sauriermünzen auch hässlich finde.

Und zum Buddha:

Wenn nicht Kunst, was dann?
Viele Grüße
Jens

Offline metnet

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Re: Meteoriten in der Kunst - Kunst mit Meteoriten?
« Antwort #169 am: August 09, 2020, 17:31:34 nachm. »
Und zum Buddha:

Wenn nicht Kunst, was dann?

Wir wäre es mit "Kitsch"? Vielleicht springen mir gleich die Buddha-Experten an die Gurgel, aber es scheint mir, als habe die Künstler zwar antike Vorbilder genommen, die auf Mitteleuropäer durchaus schrill wirken können, aber die Zahl der Arme nochmal verdoppelt, damit das besser fetzt. Das ist weder historisch authentisch, noch eine künstlerische Neuschöpfung, sondern ein stilistischer Overkill. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mal als Kunstkritiker aufspielen werde, aber irgendwie ist das wohl für Leute, die sich kein Original leisten können (was verständlich ist), aber so einen tollen, fuchtelnden Dämon auf den Kamin stellen wollen - und boah eh, der ist sogar aus Meteorit!
 :laughing:

Viele Grüße
Jürgen

Offline Sikhote

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Re: Meteoriten in der Kunst - Kunst mit Meteoriten?
« Antwort #170 am: August 09, 2020, 18:25:57 nachm. »

Wir wäre es mit "Kitsch"? (...) es scheint mir, als habe die Künstler zwar antike Vorbilder genommen, die auf Mitteleuropäer durchaus schrill wirken können, aber die Zahl der Arme nochmal verdoppelt, damit das besser fetzt. Das ist weder historisch authentisch, noch eine künstlerische Neuschöpfung, sondern ein stilistischer Overkill. (....) irgendwie ist das wohl für Leute, die sich (....) so einen tollen, fuchtelnden Dämon auf den Kamin stellen wollen - und boah eh, der ist sogar aus Meteorit!
 :laughing:

Ich kann mich Jürgens Kunstkritik gut anschließen.

Ich hatte aber mal daran gedacht, mir vielleicht so ein abschreckendes Beispiel zuzulegen, zumal der Preis unter dem des ungeschändeten Meteoriten lag. Aber dann krieg ich wohl zuhause ..... :wehe:

Grüße
Sigrid

Offline Wunderkammerad

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Re: Meteoriten in der Kunst - Kunst mit Meteoriten?
« Antwort #171 am: August 09, 2020, 19:13:56 nachm. »
Also, dargestellt ist da nicht der Buddha, sondern ein Bodhisattva - also einer, der prinzipiell die höchste Form der Erleuchtung erreicht hat, aber auf den Eingang ins Nirvana verzichtet, da er das Gelöbnis abgelegt hat, dies erst zu tun, wenn zuvor alle anderen fühlenden Wesen es geschafft haben.

Genauer gesagt, ist es hier der Bodhisattva Avalokiteshvara (Sanskrit) bzw. Guanyin (chin.) bzw. Kwannon (jap.). Er ist für seine grenzenlose Hilfsbereitschaft berühmt, daher hat er auch 1000 Arme. Und, Obacht: es gibt durchaus einige Darstellungen, die diese Zahl ernst nehmen. Meistens sind es aber symbolisch nur "viele", wie hier. (Nachgezählt habe ich allerdings nicht.)

Ich finde die Kunstfertigkeit bewundernswert, mit der die Figur ins Werk gesetzt wurde. Meteoritisches Eisen hätte ich zwar dafür allerdings nicht als Material gewählt. Obwohl ... alte Kulturen haben Vergleichbares getan, siehe etwa der zentrale (und meteoritenbezogene) Skarabäus aus LDG im Pektoral des Tut anch Amun. Das wiederum ist aber ein singuläres Objekt - kein Duplikat -, dem nach dem Dafürhalten der Zeit auch singuläre Bedeutung zukam.


Offline metnet

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Re: Meteoriten in der Kunst - Kunst mit Meteoriten?
« Antwort #172 am: August 10, 2020, 08:06:16 vorm. »
Also, dargestellt ist da nicht der Buddha, sondern ein Bodhisattva - also einer, der prinzipiell die höchste Form der Erleuchtung erreicht hat, aber auf den Eingang ins Nirvana verzichtet, da er das Gelöbnis abgelegt hat, dies erst zu tun, wenn zuvor alle anderen fühlenden Wesen es geschafft haben.

Genauer gesagt, ist es hier der Bodhisattva Avalokiteshvara (Sanskrit) bzw. Guanyin (chin.) bzw. Kwannon (jap.). Er ist für seine grenzenlose Hilfsbereitschaft berühmt, daher hat er auch 1000 Arme. Und, Obacht: es gibt durchaus einige Darstellungen, die diese Zahl ernst nehmen. Meistens sind es aber symbolisch nur "viele", wie hier. (Nachgezählt habe ich allerdings nicht.)

Vor so einer kenntnisreichen Richtigstellung kann ich nur meinen Hut ziehen!

Bevor ich meine Einschätzung hier abgelassen hatte, hatte ich durchaus gegoogelt, ob ich irgendwo ähnliche Buddha-Darstellungen finde. Aber manchmal muss man vielleicht wissen, was man finden könnte, um überhaupt erfolgreich suchen zu können. Das ist immerhin auch eine Erkenntnis... Noch immer würde ich mir den Bodhisattva Avalokiteshvara auf keinen Kamin stellen (selbst wenn ich einen Kamin besitzen würde), aber nun zu erfahren, dass dies durchaus keine neuzeitliche Erfindung ist, sondern auf historischen Vorlagen beruht, modifiziert durchaus meine Sicht.

Danke, viele Grüße
Jürgen

Offline Wunderkammerad

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Re: Meteoriten in der Kunst - Kunst mit Meteoriten?
« Antwort #173 am: August 10, 2020, 10:21:22 vorm. »
Es würde ja schon reichen, wenn der Bodhisattva in der Hälfte seiner 1000 Hände einen Meteoriten zur Übergabe bereit hielte. Schön nach Klassen sortiert. Und natürlich unbearbeitet : -)

Offline karmaka

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Re: Meteoriten in der Kunst - Kunst mit Meteoriten?
« Antwort #174 am: September 24, 2020, 17:26:58 nachm. »
hatten wir schon "La Nona Ora" (die neunte Stunde)?
Eine lebensgroße Skulptur von Maurizio Cattelan aus dem Jahr 1999: La Nona Ora
Der "Meteorit" ist Lava von einem italienischen Vulkan.

Die kontroverse Antwort von Jerzy Kalina aus Polen im Jahr 2020: LINK.
Der Titel ist Zatrute źródło (Vergiftete Quelle). Der Künstler fühlt sich von 'La Nona Ora' und anderem provoziert.
« Letzte Änderung: September 24, 2020, 17:49:37 nachm. von karmaka »

 

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