Autor Thema: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres  (Gelesen 43018 mal)

Offline Dave

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #15 am: Januar 06, 2011, 10:51:09 vorm. »
Also, wenn zum ersten Mal Fotos von Asteroiden oder Kometen aus der Nähe veröffentlicht werden, bin ich immer ganz ergriffen bei dem Gedanken, zu den ersten Menschen der Menschheitsgeschichte zu gehören, die diese "einsamen Langstreckenläufer" betrachten dürfen. Es hat schon irgendwie etwas Existenzielles, finde ich. So ging es mir zuletzt bei dem Anblick von "Hartley 2" (die "Erdnuss") am 4. November.

Geht nur mir das so?  :gruebel:

Ich muss sagen das es bei mir nicht (direkt) der Fall ist. Nun fragt mich nicht warum, aber für mich ist es nur ein Bild. Natürlich weiß ich aber das es eine Glanzleistung ist zu den Bildern zu kommen.
Viel interessanter finde ich da schon das was man in der Hand halten kann. Ich mach mir immer so meine Gedanken wie toll es doch ist wenn man einen Meteoriten schneidet, das man dann der 1. ist, der überhaupt sieht wie das Material von innen aussieht.
Das Selbe ist es bei mir wenn ich Fossilien oder auch Artefakt unserer Vorfahren finde.
Als ich damals meinen kleinen beschlagenen Feuerstein fand, überlegte ich mir so das ich der erste bin, der das Stück wieder in der Hand hatte seit es entstanden ist. Da kommt so eine gewisse Verbundenheit auf und man stellt sich so vor wie der Urmensch dieses Stück auch in der Hand hatte.

Bei mir sind es eben eher die Handfesten Sachen, die mich zu solchen Überlegungen/Gefühlen bringen. :dizzy:

Mfg David :hut:

Offline karmaka

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #16 am: Januar 06, 2011, 14:49:08 nachm. »
Zitat
Die wissen nimmer instinktiv was REAL und daher aufregend ist

Das WIRKLICHE, wenn so etwas für uns überhaupt erkennbar ist, wird in der medialen Darstellung, einschließlich der Dokumentationen, tatsächlich oft sehr verfälscht und somit bleiben falsche Vorstellungen.

Denkt zum Beispiel an die visuelle Darstellung der stets bis zum Bodenkontakt rotglühenden Meteoriten oder die Darstellung des Asteroidengürtels in Star-Wars-Manier. So eng sind die doch gar nicht beieinander. Und bei jeder computersimulierten Darstellung eines Meteoriteneinschlags fällt immer wieder der gleiche Riesenbrocken auf die Yucatán-Halbinsel, egal um welchen Meteoriten es in der Dokumentation geht. Naja, und von den genüsslich mit Waffen zerschossenen oder in die Luft gesprengten Steinen und Felsen etc. in den amerikanische Dokus will ich gar nicht reden.
Viele moderne Dokumentationen sind extrem dynamisch geschnitten und wirken auf mich oft auch übertrieben hektisch, wobei sie dem Grundsatz 'form follows function' nicht zu entsprechen scheinen. Da wird schon in letzter Zeit häufiger visuell beschleunigt ohne dass man weiß, was damit eigentlich gezeigt werden soll.
Man vergleiche das einmal mit der Cosmos/Unser Kosmos - Serie von Carl Sagan von vor zwanzig Jahren. Die hat mich in ganz jungen Jahren umgehauen und, Mettmann, war vielleicht mein 'Erweckungserlebnis', neben den Voyager Jupiterbildern. Was hat der Carl sich damals Zeit gelassen beim Erklären, und die Produzenten haben ihm diese, zusammen mit einem riesigen Budget, auch gegeben. Ich empfinde das 'Fließen der Zeit' (lange Einstellungen, ausführliche ruhige Erklärungen etc.) innerhalb der Serie auch heute noch als viel angemessener für die Darstellung der astronomischen Inhalte der Serie. Ich stelle mir vor, man zeigt diese Serie heutigen Jugendlichen, aber auch vielen Erwachsenen, die ich kenne: die schnarchen dir nach wenigen Minuten weg oder fühlen sich durch so viel Langsamkeit provoziert.

Ich habe gar nichts gegen gut gemachte Computeranimationen, so lange sie die 'Wirklichkeit' nicht deformieren und die wissenschaftlichen Erkenntnisse angemessen berücksichtigen. Naja, und in manchen deutschen Dokumentationen zum Thema wirken die Animationen manchmal aber auch etwas altbacken.

Zitat
REAL und daher aufregend ist und wie exotisch und anders die Realität ist

Geht mir auch so, je älter ich werde, desto mehr langweilt mich oft die Fiktion und desto mehr fasziniert mich die (schön ausgedrückt!) 'exotische Realität'.

Wie gesagt: Aufregende Zeiten !!!!

Zitat
für mich ist es nur ein Bild

Klar ist es nur ein Bild und das Erlebnis beim Scheibletieren eines Meteoriten kann es natürlich nicht ersetzen, aber unsere geliebten 'handfesten Sachen', David, sind natürlich das Verbindungsglied zwischen den gleichgültigen unendlichen Welten, von denen wir dank der Bilder der Raumsonden nur träumen können, und uns, die zwar klein, unbedeutend und kurzlebig sind, aber dafür wohl die einzigen im Umkreis von mindestens 4,34 Lichtjahren, die die erstaunliche Gabe entwickelt haben, in einem Brocken Stein aus dem Weltraum etwas Besonderes zu sehen.

Somit bilden für mich 'Stein' und 'Bild' eine perfekte Symbiose und Quelle der Inspiration.

:prostbier:
Martin


Offline lithoraptor

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #17 am: Januar 06, 2011, 15:41:19 nachm. »
Moin!

Geht mir auch so, je älter ich werde, desto mehr langweilt mich oft die Fiktion und desto mehr fasziniert mich die (schön ausgedrückt!) 'exotische Realität'.

Wie gesagt: Aufregende Zeiten !!!!

Somit bilden für mich 'Stein' und 'Bild' eine perfekte Symbiose und Quelle der Inspiration.

Gut gesprochen, how! Ich würde für mich jedoch statt der Begrifflichkeit "Inspiration" eher den Term "Faszination" wählen. Die Natur ist so fantastisch und spannend, dass keine, einem Menschenhirn entsprungene, Fiktion ihr auch nur im Ansatz gerecht werden könnte.

Gruß

Ingo

Offline karmaka

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #18 am: Januar 06, 2011, 15:47:36 nachm. »
Zitat
Die Natur ist so fantastisch und spannend, dass keine, einem Menschenhirn entsprungene, Fiktion ihr auch nur im Ansatz gerecht werden könnte.

Weise gesprochen, Häuptling Ingo!

Grüße

Martin

Offline boborit

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #19 am: Januar 06, 2011, 18:46:23 nachm. »
Wer hätte gedacht, dass eine Sondenmission, 2 steinige Asteroiden und die Philosophie sich so wunderbar vereinen lassen...
Find ich super, bitte weiter so :prostbier:
Grüße - Michael :winke:
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Offline Greg

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #20 am: Januar 07, 2011, 14:53:53 nachm. »
Hallo,  :hut:

hier ein Link zu Astronews. Es geht in dem kurzen Artikel um den Asteroiden "1999 TA10", der nach den aktuellen Untersuchungen ein Brocken aus dem Inneren von Vesta ist.

http://www.astronews.com/news/artikel/2011/01/1101-006.shtml

Grüße  :prostbier:
Greg

Offline boborit

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #21 am: Januar 07, 2011, 15:08:34 nachm. »
Danke Greg,
sehr interessant!
Grüße - Michael :winke:
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Offline karmaka

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #22 am: Januar 07, 2011, 23:08:22 nachm. »
Für alle Vesta-Fans im Forum

Es gibt was Neues über 1999 TA10, einen Asteroid, der aus den TIEFEN Schichten
von Vesta stammen soll. Der erste seiner Art.

Hier der Link zum Lesen: http://www.mps.mpg.de/en/aktuelles/pressenotizen/pressenotiz_20110107.html

Grüße
Martin

ACH WIE BLÖD! HABE ICH OBEN GAR NICHT GELESEN  :bid:  :weissefahne:
Naja, habt ihr noch einen Link mehr.

Offline boborit

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #23 am: Januar 10, 2011, 18:36:17 nachm. »
Auch wenn Anderes momentan im Vordergrund steht:
COUNTDAWN :187 Tage
Grüße - michael :hut:
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Offline boborit

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #24 am: Januar 11, 2011, 18:55:25 nachm. »
(4) Vesta in der Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/(4)_Vesta
und hier noch Ceres:
http://de.wikipedia.org/wiki/(1)_Ceres
Grüße - Michael :winke:
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Offline boborit

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #25 am: Januar 21, 2011, 17:37:23 nachm. »
Hallöle, :hut:
Himmelsgucker können nun von unserem Heimatplaneten aus die Dawn-Mission unterstützen :user:. Lest dazu bitte aus dem Ocolum-Newsletter das Folgende:

Beobachtungsaufruf zur Unterstützung der Dawn-Mission
Diesen Sommer erreicht die Raumsonde Dawn den Kleinplaneten Vesta, bei dem sie ein ganzes Jahr verbringen wird, bevor die Reise weiter zum Zwergplaneten Ceres geht. In diesem Zusammenhang interessiert man sich auch für die sogenannten Vestoiden, kleinere Asteroiden, die offensichtlich von Vesta abgesplittert und daher Teil des Gesamtbildes sind. Möglichst präzise Photometrie von drei Vestoids in den kommenden Monaten kann helfen, ihre Größe und Zusammensetzung zu ergründen, und auch Amateurastronomen (v.a. aus der Veränderlichen-Szene) können sich hier einbringen. Insbesondere 137052 alias 1998 VO33, der im Februar hoch am Nordhimmel 16. Größe erreicht, dürfte sich anbieten.


Wer hat ein großes Teleskop?  :wow:

Viele Grüße - Michael  :winke:

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Offline gsac

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #26 am: Januar 21, 2011, 18:27:26 nachm. »
... der im Februar hoch am Nordhimmel 16. Größe erreicht, dürfte sich anbieten.
Wer hat ein großes Teleskop?...

16. Größe??? Also das würde mich am Rande dann auch interessieren, wer als
Privatmensch da quasi von seinem Garten aus mithelfen kann. Bitte melden!  :dizzy:

Offline boborit

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #27 am: Januar 21, 2011, 18:37:17 nachm. »
Tja, ich hab ein 12 Zoll Dobson,
da ist bei visueller stellarer Grenzgröße (ca.) 14m5 schluss... :gruebel:
Somit bin ich raus  :nixweiss:

Aber im Ernst, fototechnisch ist die 16. Größenklasse durchaus erreichbar  :belehr:  :einaugeblinzel:
Na denn  :prostbier: Michael
« Letzte Änderung: Januar 21, 2011, 18:58:28 nachm. von boborit »
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Offline Marco Nelkenbrecher

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #28 am: Januar 21, 2011, 19:50:03 nachm. »
Im Garten nicht ...

... aber in Nürnberg (http://www.naa.net/teleskope/cassegrain.asp)

Nur ist Fotometrie nicht ohne, vor allem nicht, wenn man mal genauer als 1% werden will  :crying: - und bei 16 mag noch eine passables S/R zu bekommen :crying: :crying: :crying:

Offline Thin Section

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Re: Dawn-Mission zu Vesta und Ceres
« Antwort #29 am: Januar 21, 2011, 22:52:51 nachm. »
Kann ich mit meinem C-8 (Celestron Schmidt-Cassegrain) aufgrund der immensen Lichtverschmutzung am Wohnort (z.B. grelle, unsachgemäße Fußballfeldbeleuchtung auf gleich zwei und mehr Plätzen, Lichtdom der Stadt Mannheim, etc.) ebenfalls abhaken. Im Februar 1980 schaffte ich es damals bei für hiesige Verhältnisse günstigen Sichtverhältnissen bei Galaxien noch bis ca. 10 mag (NGC 2683: Sb-Spirale in Lynx) und bei großflächigen, planetarischen Nebeln gerade noch bis ca. 12 mag (M97 – Eulennebel). Aber das ist inzwischen auch vorbei. :traurig:

Bernd  :hut:
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker).

 

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