Autor Thema: Klassifikation über eBay  (Gelesen 2326 mal)

Offline pallasit

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Klassifikation über eBay
« am: Februar 16, 2007, 00:23:32 vorm. »
Hallo Leute,

Ein ganz spezieller Link für Meteoritenfinder die sich bei ihrem Fund noch nicht sicher sind. Es sind keine ernüchternden Diskussionen im Forum mehr nötig.  :auslachl:  Schafft vollendete Tatsachen.  :baetsch:

Über eBay könnt ihr euren Fund, durch ein Fachinstitut, klassifizieren lassen!!!

http://cgi.ebay.de/GET-YOUR-METEORITE-OFFICIALLY-CLASSIFIED_W0QQitemZ190083377354QQihZ009QQcategoryZ3239QQrdZ1QQcmdZViewItem


Viel Erfolg Willi

Mettmann

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Re: Klassifikation über eBay
« Antwort #1 am: Februar 16, 2007, 00:25:36 vorm. »
Jo das hat der Dean Bessey angeleiert.

Die können aber nur Chondrite.
Schad nix.

Mettmann

Offline gsac

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Re: Klassifikation über eBay
« Antwort #2 am: Februar 16, 2007, 01:21:21 vorm. »
Ebay-Angebot für eine Klassifikation??  Hui, das ist ja mal ne neue Idee - warum nicht? Aber nicht gerade billig, und Material kostet es ja auch noch, und dann darf man nicht traurig sein, wenn letztlich nach 3 Monaten nix dabei rauskommt als vielleicht L6(W4) fürs Steinchen, d.h. sofern es nicht vorher sowieso schon als slag oder Magnetit oder Wasauchimmer auf dem Institutsmüll landet....!!!

:wow:

Aber so ist das nun mal. Ich habe hier in Berlin vor Jahr und Tag noch so gerade eben ein klein fein Normalchondritelein klassifiziert bekommen, das bei mir jetzt als "Hauptmasse" mit ner originären und gültigen NWA-Nummer auf dem Schreibtisch steht, aber das hat auch nur deshalb funktioniert, weil es in einem Haufen sehr viel interessanterer anderer zu klassifizierender Mets eines befreundeten Sammlers hineinkassibert war. Den Stein habe ich auch nicht mal so eben zufällig "im Feld" gefunden als Spaziergänger oder Prospektor, da muß ich so manchem Enthusiasten hier das gleiche erzählen, was auch Mettmann & Consorten ständig tun, sondern in diesem Fall zuvor auf einer Börse erstanden. Dennoch: jetzt eben mal einen Bessey-Stein auf Ebay zu koofen und den in nullkommanix von einem renommierten Institut klassifizieren lassen zu wollen, das ist heutzutage nicht mehr drin, dazu sind die Institute zu überlastet, haben zu wenig Personal, zu wenig Geld, und vor allem andere Präferenzen bei dem durchaus auch vorhandenen sehr viel exotischeren Material, das es zu klassifizieren und untersuchen gilt. Da hilft dann nur noch Dean Besseys Versteigerungskiste oder ein wirklich guter anderweitiger Kontakt...

Was nicht heißt, daß ich den Anfängern oder so manch anderen Postern hier trotzdem nicht empfehlen würde, beim Bessey oder anderen soliden Anbietern auf Ebay oder Börse xyz irgendeinen Meteoriten einzukaufen - ganz im Gegenteil! Auch ein unklassifizierter Meteorit, wenn es denn überhaupt einer ist, hat seinen Reiz! Mein größter Steinmeteorit in der Sammlung zum Beispiel ist und bleibt auch unklassifiziert, weil der so eine schöne (teilorientierte) Form hat, daß ich an den keine Säge heranlassen würde, nur um herauszufinden, daß es sich um einen L6 oder vielleicht auch H5 handelt. Daß es kein "Exot" unter den Meteoriten ist, sieht man in nicht wirklich allen, aber nahezu doch schon fast allen, Fällen auch von außen, wo sich allein schon der typische Achondrit deutlich anders darstellt als der typische Normalchondrit..

Ebay: ich glaube ja, irgendwann werden dort auch noch Schwiegermütter versteigert, wobei - PS: meine ist ganz nett, die würde ich doch niemals... 

:hut: und :prostbier:
gsac aka Alex
« Letzte Änderung: Februar 16, 2007, 02:20:05 vorm. von gsac »

Offline Aurum

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Re: Klassifikation über eBay
« Antwort #3 am: Februar 16, 2007, 10:22:49 vorm. »
Hallo

Ich finde die Idee recht gut und da der Anbieter hier auch einen guten Namen hat ist die Sache wohl auch vertrauens würdig .
Sicher für im Moment 79 Euro bekommt man schon Recht schöne Stücke , aber anderer Seits hat es doch auch seinen Reitz ein neuse unbekanntes Stück zu Bestimmen lasssen ( auch wenn es nur Chondrite  sind ) .
Ich denke das wäre das Angebot für Stehnaht und Konsorten , doch die werden sich mit Händen und Füssen gegen die 20 g währen , der materielle Verlust bei ihren Exklusiven Stücken währe doch zu hoch  :lacher:

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

Mettmann

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Re: Klassifikation über eBay
« Antwort #4 am: Februar 16, 2007, 11:04:37 vorm. »
Psssst, Geld kosten v.a. die Dünnschliffe.
Und pssssssst, merkt ihr, wie die gierigen Metthändler sich dumm und dämlich verdienen, wennse die ollen Chondriten für 100-200$/kg ins ebay stellen?

Guxx, hasse nen Ei von 500g, schneidst 20g+ bissi Schnittverlust runter, zahlst Porto zum Versenden und die Klassifitz
also alles zamm so 120$, hernach zahlens Dich mit $-Paypal = 5.8% Minus, zahlst noch ebay-Einstellgebühr und -provision (und MwSt)
und hernach mußt Dir von den R2Dzwos dieser Erde sagen lassen, das Meteorite an und Pfirsich schon viel zu teuer sind und daß, wennde 30cent im Gramm für Scheiben davon aufrufst, ein ausgemachter Wucherer bist.

Ebent.
Mettmann

Offline APE

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Re: Klassifikation über eBay
« Antwort #5 am: Februar 16, 2007, 13:03:06 nachm. »
Man das kann ja keiner Verantworten ...  :gruebel:

Ich kaufe von keinem Metthändler mehr, wenn das so ist wie Du sagst!
Je mehr ich von ihm kaufe, um so ärmer wird der ja ...!!!   :dizzy:
Also eins habe ich begriffen, Metthändler sein, das kannste heutzutage nur noch machen, wenn de von der Asche deiner Eltern oder Großeltern leben kannst oder wenn de ein Lebensgefährt hast, die eine gute Festeinstellung hat!

 :prostbier:

 :fluester:
Ein bischen Spaß muß sein, ...
Grau ist alle Theorie ...

Mettmann

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Re: Klassifikation über eBay
« Antwort #6 am: Februar 16, 2007, 13:08:20 nachm. »
...oder man findt einen Neuschwanstein....    :baetsch:

Nee ma im Eanst, drum lohnt es sich einfach nimmermehr gewöhnliche Chondrite klassifizieren zu lassen und darum werden die eigentlich viiiiiiiel rareren Klassen usser Wüste vollkommen überproportional angeboten.

 :traurig: aber waaaah.

Offline APE

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Re: Klassifikation über eBay
« Antwort #7 am: Februar 16, 2007, 13:26:52 nachm. »

Genau!   :super:
... und diese erscheinen dann in der Statistik mit einer NWA-Nummer und so!
Na Super! Alle Steine einzeln aufgeführt, obwohl sie zum selben Fall gehören ...  :gruebel:

 :nixweiss: Da ist nix zu machen ... der Markt reguliert alles! Selbst das, was er nicht soll.

 :winke: Thomas

Grau ist alle Theorie ...

Offline gsac

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Re: Klassifikation über eBay
« Antwort #8 am: Februar 16, 2007, 13:29:15 nachm. »
Einen xbeliebigen unklassifizierten NWA-Wüstenstein vom Grabbeltisch auf einer Börse oder von Ebay, der ein ganz normaler Chondrit zu sein scheint vom Aussehen her, klassifizieren zu lassen lohnt den ganzen Aufwand und die damit verbundenen Kosten sicher mittlerweile nicht mehr. Da ist ja nicht mal die genaue Herkunft bekannt. Etwas anders würde ich das einschätzen, wenn man von vornherein genaue Angaben zur Fundsituation hat - im Extremfall also ein Eigenfund mit exakten geographischen Koordinaten des Fundorts, mit Foto in situ usw, also guter Dokumentation der Fundsituation. Sowas würde ich immer klassifizieren lassen, selbst um einen relativ hohen Preis. Das ist auf jeden Fall ein Mehrwert, nicht nur monetär, sondern auch wissenschaftlich.

"PERSIL - da weiß man, was man hat!" :einaugeblinzel: (Kein No-Name nämlich! Ist wie beim Lidl-Bier, von dem man auch nicht weiß, wo es gebraut wurde, nur daß es halt eine Art Bier ist)

Das ist auch der Grund, weshalb klassifizierte DaG- oder andere bekannte Wüstenlokalitäten im Normalchondritenbereich deutlich höherpreisiger gehandelt werden als gleichklassifiziertes Material mit NWA-Label.

Damit wir uns richtig verstehen: wir reden hier von "Normalchondriten", also potenziellen L6, H5 usw... Bei Achondriten, gar dem lunaren oder marsianischen Material, sieht das schon wieder ganz anders aus.

gsac aka Alex

Mettmann

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Re: Klassifikation über eBay
« Antwort #9 am: Februar 16, 2007, 20:26:00 nachm. »
Jo Thomas, so isset eben.
Immerhin werden die allerseltentesten Typen einigermaßen wieder zusammengepairt.
Will man aber die wahren Fall- und Fundverhältnisse der verschiedenen Klassen herausbekommen,
bleibt nix übrig, die Fallstatistiken sich anzusehen bzw. die Antarktischen durchzuackern, wo bei den meisten die Pairings mitangegeben sind und oder auf die Omanischen zu verlassen.

Nuja Alex, wir hatten ja im letzten Jahr das perverse Phänomen, daß die klassifizierten Omanfunde mit allen Funddaten teilweise schlechter bezahlt wurden, als gleichartig verwitterte, unklassifizierte NWAs ohne Funddaten.
Man steckt nicht drin im Sammlerhirn....    :gruebel:

Hihi.
Mettmann

 

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