Autor Thema: Schlacke...Gefüge  (Gelesen 3841 mal)

Freya

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Schlacke...Gefüge
« am: März 03, 2011, 00:51:14 vorm. »
Hallo,
verzeiht wenn ich euch mit einfacher Schlacke belästige :weissefahne:
Hat jemand einen Tip der mich eventuell bei dem Gefügebild weiter bringen könnte?
Was könnte ich bei den leistenförmigen hellen "Spähne"  ich in Betracht ziehen?


die Schlacke lässt sich von einem Magneten anziehen
trotz feinpolieren lässt sich kein Eisenglanz sehen
der Abrieb ähnelt eher dem von Basalt
der Strich ist metallisch grau
auf Säure reagiert das Teil nicht
lässt sich von Porzelan ritzen

Danke für mögliche Antworten
Gruß Marie :winke:

Plagioklas

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #1 am: März 03, 2011, 01:37:19 vorm. »
An dieser Schlacke wird es nicht eindeutig zu definieren sein. Schlacken können sehr, sehr viele Sorten an Mineralien enthalten. Vile davon haben zudem kein "natürliches" Gegenstück.

Peter5

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #2 am: März 03, 2011, 06:23:26 vorm. »
Hallo Marie,

schon mal zum Vergleichen in diesen Beiträgen reingeschaut?  :smile:

http://www.jgr-apolda.eu/index.php?board=55.0

http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=2244.0

.. und da insbesondere Bild "Hms2003.." ..frag mal dann am besten beim Bildautor nach, für was der die "Strähnchen" gehalten hat.  :prostbier:

Könnten diese "Strukturen" nicht auch Wüstit (FeO) sein? Leider habe ich  bisher zu wenig Bilder von Wüstit gesehen und habe dieses Mineral auch nicht in meiner Sammlung.  :crying:

Gruß Peter  :winke:

Freya

  • Gast
Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #3 am: März 03, 2011, 08:29:36 vorm. »
Hallo,
danke für die Antworten.
@Peter
die Seiten sind mir lange bekannt. Bild "Hms2003" .....die Struktur ist eine andere.
Wüstit kenne ich auch nur von Beschreibungen.
Tja sehen und ein Bild betrachten sind halt zwei verschiedene "Schuhe"

Gruß Marie :winke:

Offline lithoraptor

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #4 am: März 03, 2011, 19:26:49 nachm. »
Moin Marie!

Wo Plagi hier gerade etwas von "natürlichem Gegenstück" schreibt: Ich fühle mich bei dem Gefüge des Materials und auch dem optischen Gesamteindruck nach sehr schnell an die Basalte aus dem Oslo-Gebiet erinnert. Die zeigen gerne mal sterförmig angeordnete Plagioklas-Leisten und Gaslöcher kommen bei dem Material auch häufiger vor. Wie sicher bist Du dir denn mit der Einordnung "Schlacke"?

Hier noch mal schnell ein Link: http://www.kristallin.de/no/f_osloba.htm#Anker1 Leider wird hier nicht das Bild gezeigt, welches mir in den Sinn kam. Dies findet sich aber etwa bei SMED/EHLERS Steine aus dem Norden auf Seite 125 (Abb. 44).

Oder schau mal hier (auch wenn es ein sehr extremes Beispiel ist):

http://lh3.ggpht.com/_H6J-wPbiBEM/RrsqfTQaGRI/AAAAAAAABZA/YFcoAaXeDCk/Oslo-basalt,+stjerne-porfyr.jpg

Gruß

Ingo

Freya

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #5 am: März 03, 2011, 19:57:01 nachm. »
Hallo Ingo,
super, du bist der erste der endlich von der Schlacke weg kommt. Ich habe schon lange die Vermutung das meine Schlacke keine ist. Meine Nachforschungen haben mich so weit gebracht das ich einen Rennofen gefahren habe, geschmiedet, Feuerverschweißt usw. um fest zu stellen welche Schlacke der meinen ähnlich ist. Mein Ordner quillt über von Beschreibungen und Analysen von Schlacken.

Ich bin immer wieder auf angeschmolzener Basalt gekommen .....

Woher auch immer das Geraffel kommt ..... hier steckt es in einer fossilen Verwitterungsdecke. Basalt würde auch den Magnetitgehalt im Boden erklären
...obwohl der hier im Buntsandstein nicht vorkommen kann. Laut Ausage des Rohstoffamtes

Von den Leisten nehme ich an das es sich um einen Feldspatvertreter handelt .....

Danke jetzt bin ich nicht mehr ganz so "verzweifelt"

Gruß Marie ...die sich freut :winke:

   

Freya

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #6 am: März 03, 2011, 20:12:44 nachm. »
jo ...die Leisten haben Ähnlichkeit mit dem Basalt (von Ingo genannten Links)

noch ein Bild von einer Schlacke die ebenfalls diese Leisten hat

Offline Buchit

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #7 am: März 03, 2011, 20:36:45 nachm. »
Hallo Marie,
Moin Ingo,

also, vom Bild her kann und will ich nichts ausschließen...aber mir erscheint die Matrix in Monis erstem Bild doch reichlich glasig. Ich habe nur wenige Stücke von Oslobasalt bisher selbst in der Hand gehabt, aber der ist meiner Meinung nach dichter und dunkler.

Frage an Marie: Wo wurden die Stücke denn gefunden?

Gruß, Holger

Freya

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #8 am: März 03, 2011, 21:07:57 nachm. »
die Stücke sind aus dem Odenwald und dort wo diese Schlacke lag findet sich in der Nähe dieser sonderbare Magnetit....
Aber weis der Geier vielleicht ist es doch nur einfache Schlacke und zu früh gefreut  :crying:
Hatte mal von so einer Schlacke eine Analyse machen lassen..... aber als Nixwiss sag die mir nicht viel


Na2O Natriumoxid  0,63
MgO  Magnesiumoxid 1,48
Al2O3 Aluminiumoxid  23,9
SiO2  Siliciumdioxid 53,1
P2O5  Phosphorpentoxid 0,59
SO3 Schwefeltrioxid 0,51
K2O Hyperoxid 3,40 
CaO Calciumoxid 2,75
TiO2 Rutil 0,80
MnO Braunstein 0,28
FeO Eisen(II)-oxid 12,0
BaO  Bariumoxid 0,13
   
Gruß Marie
 
 
 
 
 

Offline Buchit

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #9 am: März 03, 2011, 21:42:23 nachm. »
Hallo Marie,

mit den chemischen Analysen ist das so eine Sache: Wenn man sie hat, ist es gut, aber um ein Stück sicher zu bestimmen, helfen sie auch einem Fachmann (der ich mir nicht zu sein anmaße) nicht unbedingt weiter. (Ingo, korrigiere mich bitte, wenn ich das falsch sehe.)

Im Odenwald gibt es immerhin an einigen (wenigen) Stellen Basaltdurchbrüche durch den Buntsandstein - der Katzenbuckel ist der bekannteste, den Otzberg kennt man auch noch, der Rest fristet ein Schattendasein, auch in der geologischen Literatur. Insofern bleibt es (meinerseits) leider bei: Nichts Genaues weiß man nicht... :gruebel:

Gruß, Holger

Freya

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #10 am: März 03, 2011, 22:33:54 nachm. »
ja so isses ...genaues weis man nicht
...... und manches lässt sich auch nicht klären.
Danke
Gruß Marie

Offline lithoraptor

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #11 am: März 03, 2011, 22:38:05 nachm. »
Moin Marie und Holger!

Eine Analyse allein hilft sicher nicht weiter, man muss schon um das Gefüge wissen, aber das tun wir ja. Hier bringe ich gerne wieder meinen Lieblingsvergleich: Gneis vs. Granit: Beides kann chemisch betrachtet völlig identisch sein - petrographisch sind es aber zwei unterschiedliche Gesteine.

In der Aufstellung von Marie sind nur die Gewichtsprozente der Oxide gegeben. Um daraus die einzelnen das Gestein aufbauenden Mineralkomponenten zu berechnen, müssen die noch mit Hilfe der Molekülmassen umgerechnet werden. Das Ganze läuft nach einem festgelegten Schema, wonach die Minerale einer bestimmten Reihenfolge nach "abgearbeitet" werden (CIPW). Habe das zwar mal im Verlauf des Studiums gehabt, aber dat is schon sehr lange her. Hier mal ein schneller Wiki-Link: http://de.wikipedia.org/wiki/CIPW-Norm

Hier ein Link zum genaueren Ablauf: http://www.geologieinfo.de/mineralogie/normberechnung.html

Viel Vergnügen beim RECHNEN! :einaugeblinzel: :user:

Gruß

Ingo

P.S. Ob dat nun aber die Frage klärt, ob Schlacke oder doch nur ein skurriler Basalt (oder eine Kombi daraus?) vermag ich nicht zu sagen. Schlacken an sich sind ja schon eine hochkomplexe Thematik und da kenne ich mich viel zu wenig aus.

Offline pallasit

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #12 am: März 03, 2011, 23:07:00 nachm. »
Hallo Zusammen,

Den Bildern nach hätte ich es für eine glasige, fayalitische Schlacke gehalten. Die Einsprenglinge wären dann auskristallisierter Fayalith in noch glasiger fayalitischer Grundmasse. Hier könnte ein Dünnschliff weiterhelfen.
Wenn die Analyse von diesem Stück stammt, ist es sicher keine fayalitische Zusammensetzung, da der SiO2 Gehalt mit 53,1 % dies nicht mehr zulässt.

Meiner Meinung nach ist es aber auf jeden Fall eine Schlacke. Beim Oslobasalt sind die "Einsprenglinge" um mindestenz eine Potenz größer als die Einsprenglinge des vergrößerten "Schlacken"-Anschnittes (siehe Millimeterpapier).


Grüsse Willi  :prostbier:

Offline Andyr

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #13 am: März 04, 2011, 08:46:43 vorm. »
Habe das mal online ausgerechnet, hier das Ergebnis:

Normativer Mineralbestand:
Apatit   P2O5*3,33CaO    (0,0)    1,41 Gew.-%
Ilmenit   TiO2*FeO    (0,0)    1,53 Gew.-%
Orthoklas   K2O*Al2O3*6SiO2    (0,0)    20,30 Gew.-%
Albit           Na2O*Al2O3*6SiO2    (0,0)    5,37 Gew.-%
Anorthit   CaO*Al2O3*2SiO2    (0,0)    10,55 Gew.-%
Korund   Al2O3    (0,2)    15,48 Gew.-%
Hypersten   (Mg,Fe)O*SiO2    (0,2)    25,12 Gew.-%
Quarz   SiO2    (0,3)    20,24 Gew.-%

SO3 hat das Programm nicht berücksichtigt. Würde man das tun, käme vermutlich CaSO4 hinzu (< 1 Gew.%) und der An-Gehalt würde geringfügig weniger werden (da Ca entzogen werden muss).
Die Feldsptkomponenten zusammen gefasst, würde eine Zusammensetzung ergeben, bei der der Feldspat in der Mischungslücke sitzt, d.h. er würde sich entmischen und Du hättest so um die 20-21 Gew.% Kalifesdspat und ~15-16 Gew.% Plagioklas.
Was mich aber am meisten stutzig macht ist der hohe Anteil an freiem Korund (Al2O3).
Aber es sind nur Normberechnungen.

Freya

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Re: Schlacke...Gefüge
« Antwort #14 am: März 04, 2011, 08:52:05 vorm. »
Hallo Andy,
danke für deine Mühe......
Ich hatte mir gerade die Links von Ingo angesehen .....ähh ja.... ich habe entschieden "Schrümpf" stricke kann ich besser als Molekülmassen umgerechnet ...oder so :laughing:

Gruß Marie  :winke:


 

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