Autor Thema: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"  (Gelesen 8150 mal)

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Re: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"
« Antwort #30 am: März 09, 2011, 21:33:38 Nachmittag »
P.S.:
Hier noch eine weitere Ansicht von meinem NWA 1882:
http://www.parhelia.de/mets/nwa1882a.jpg
:lechz: :super: :lechz: :super: :lechz: :super:
Glückwunsch, Mark, zu dieser Prachtscheibe :nd:

Ciao, Heiner :winke:
Doe maar gewoon, dan doe je al gek genoeg

Offline Mettmann

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Re: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"
« Antwort #31 am: März 09, 2011, 22:58:28 Nachmittag »
Zitat
Hallo,
ich dachte bisher immer, dass die W-Skala auf alle Klassen angewendet wird. Hier z.B. ist bei einem Meso auch von W0/1 die Rede:...
Aber es stimmt schon, dass die ursprüngliche Skala von Wlotzka nur für Chondrite gedacht ist. Wer weiss mehr dazu?

Also ich kenns so, daß im Dünnschliff die Klassen W0-W4 festgemacht werden, wie stark oder bis zu wieviel prozent des metallischen Eisens und des Trolits oxidiert sind und ab W5 dann eben die Silikate durch Verwitterungsprodukte ersetzt werden.

Weswegen die Wlotzka-Skala eben auch nicht auf so eisen- und sulfidarme Gesellen wie Eukrite, Dios, Hows, Märse, Monde, Acaps usw. usf. angewendet werden kann. Und wir da eben immer stehen haben, weathering grade minimal, low, moderate usw.
Und bei Eisen ists sowieso ein anders Kapitel, weil die völlig anders verwittern, nicht?, schneidst so eine eiszeitlichen Muonionalusta auf, dann schaut der herinnen auch ned anders aus, als wie an dem Tag, wie er gefallen, die ranzeln eher vom Rand her ab. Da scheints mehr dual zuzugehn, also entweder intakt oder eben durchoxidiert, wie was weiß ich ein Santa Catarina oder ein Wolf Creek shale ball. Zumidest hab ich noch nie etwas von einem W2 oder W3-Eisen gehört.
Dito nicht bei den Pallasiten und bei den Mesos wars mir persönl. zumindest eigentlich auch unbekannt.

(Nu und in der Antarktis da hamse ja traditionell ein einfacheres System, da gibts nur A,B,C)

Vielleicht ist es ja auch metaphorisch gemeint, der Meso ist so frisch, daß wenn er ein Chondrit wäre, ein W0 oder W1 wäre. So als Äquivalent.

Aber das können und die Eisenspezialisten wahrscheinlich erklären.

Mut zur Lücke:
Nixgwißwoaßined
 :prostbier:
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Re: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"
« Antwort #32 am: März 10, 2011, 16:05:46 Nachmittag »
Glückwunsch, Mark, zu dieser Prachtscheibe

Nicht nur die Scheibe an sich ist eine Pracht sondern auch die Aufnahme selbst ist gelungen, da sie Hell- und Dunkelbereiche schön zeigt!

Glückwunsch zu so einem Scheibchen!

Bernd  :hut:
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Re: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"
« Antwort #33 am: März 10, 2011, 17:14:31 Nachmittag »
NWA 1882 (MES-C): Dieser Mesosiderit könnte laut Ted Bunch eventuell gepaired sein mit NWA 1827, NWA 1879, NWA 1912, NWA 1951, NWA 1982, NWA 1645, NWA 3055 und sogar noch mit weiterem Material. Obwohl die Orthopyroxene im allgemeinen aus mittelgroßen Kristallen bestehen, kommen auch großkörnige, glasige Orthopyroxene vor, die in den betreffenden Stücken dann dominant sind.

FeNi-Knollen sind meist Kamazit mit etwas Taenit und der Silikatanteil ist vor allem Mg-reicher Pyroxen und Plagioklas. Ferner vorhanden sind polymorpher Quarz, Chromit, Phosphat, Troilit, und Merrillit [Ca3(PO4)2 + ein wenig Mg, Mn, Na]. S = niedrig / W = niedrig bis mittel.

Alle Scheiben sind reich an Troilit. Die 8.4 gr Scheibe ist extrem metallreich. An der 3.56 gr befindet sich ein wenig Schmelzkruste.

MES-C: <10 vol% Plagioklas und >85 vol% kalziumarmer Pyroxen.


Bernd  :hut:
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Re: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"
« Antwort #34 am: März 10, 2011, 19:31:27 Nachmittag »
NWA 4856 (MES-?): Hat ein TKW von 578 gr und ist laut Met.Bull. Schockstufe S1 mit einem Verwitterungsgrad von W1.

Ich habe zwar keine Infos darüber, ob es ein MES-A, MES-B oder MES-C ist, ich würde ihn aber aus folgenden Gründen als MES-B oder MES-C einstufen:

1) große Anzahl halbtransparenter Pyroxenkristalle (siehe Grünstich bei allen 3 Scheiben)
2) mein Dünnschliff zeigt nur mäßig viel, kleinkristallinen Plagioklas

Folgerung: viel Pyroxen aber wenig Plagioklas = MES-B oder MES-C

Da im Dünnschliff im x-pol. Licht die Pyroxene recht feinkörnig sind und nicht besonders rekristallisiert zu sein scheinen, tippe ich mal auf B2 oder C2.

Besonders auffällig und interessant sind bei den beiden unteren Scheibchen die massiven FeNi "nodules" am rechten Rand – besonders massiv umd kompakt bei der rechten Scheibe!


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Offline pema

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Re: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"
« Antwort #35 am: März 10, 2011, 20:17:27 Nachmittag »
Hallo,

hier noch zwei Bilder von meiner 17.6 g Scheibe NWA 1915 MESO (offenbar im Bulletin immer noch "provisional").

Gruss,
Pema

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Re: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"
« Antwort #36 am: März 10, 2011, 20:19:15 Nachmittag »
Detail von der 17.6 g Scheibe NWA 1915 MESO.
Pema

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Re: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"
« Antwort #37 am: März 11, 2011, 15:10:45 Nachmittag »
Hallo "pema" und Forum,

Herrlich, dieser große Silikateinschluß! Gibt es nähere Informationen zu dessen Beschaffenheit? Olivin oder Pyroxen? Oder vielleicht sowohl als auch? Ist da auch Quarz mit von der Partie?


Ich möchte dem Forum heute dieses "iron nodule" aus dem NWA 2924 MES vorstellen, das ich 2007 von Mirko bekam:

NWA 2924 (MES): Mehrere 1000 Stücke (TKW > 180 kg) wurden in einem engumgrenzten Streufeld in Algerien gefunden. Die feinkörnige Matrix besteht aus brekziierten und teilweise rekristallisierten, subophitischen bis körnigen, kataklastischen Basalten, welche größere Olivine und Pigeonite umschließen, deren kantige Ränder teilweise gerundet sind. Die kataklastischen Basalte enthalten ungewöhnlich kalziumreichen Plagioklas. Enthält Merrillite (Kalziumphosphat). "metal blebs" haben eine unregelmäßige Form und sind typischerweise < 2 mm. In zentimetergroßen "metal nuggets" findet sich Pigeonite. S = niedrig / W = variabel.


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Re: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"
« Antwort #38 am: März 11, 2011, 19:15:50 Nachmittag »
Vaca Muerta Olivin: Ein dünnes, teilweise durchscheinendes 4.2 gr Scheibchen eines Vaca Muerta Olivinkonglomerats, dessen honigbraune Olivine in der unteren Bildhälfte an Olivine in einem Pallasiten erinnern.

Vaca Muerta eucrite pebble: "Eucritic pebbles" ähneln in ihrer Zusammensetzung und in ihren Isotopenverhältnissen den HEDs.

Solche "eucritic pebbles" und die vielen silikatischen Einschlüsse lassen auf eine Reihe heftiger Impaktereignisse mit entsprechenden Aufschmelzungen auf dem Mutterkörper schließen.


Bernd  :hut:
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Re: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"
« Antwort #39 am: März 12, 2011, 11:02:16 Vormittag »
Hallo Bernd und Liste,

Vaca Muerta: zu den tollen Bildern von Bernd habe ich noch zwei entsprechende Dünnschliffbilder.
Das erste zeigt den stark olivinhaltigen Teil, das zweite stammt von einer Vaca Muerta "eucrite pebble".
Bildausschnitt bei beiden etwa 10 x 15 mm.

Gruss,
Pema

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Re: Mesosiderit in "Rocks from Space POD"
« Antwort #40 am: März 12, 2011, 11:03:50 Vormittag »
...und hier noch vom Eukrit-Teil.

 

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