Autor Thema: Mineralienbörse Eppelheim am 20. März 2011  (Gelesen 2604 mal)

Offline Thin Section

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Mineralienbörse Eppelheim am 20. März 2011
« am: März 20, 2011, 21:13:03 Nachmittag »
Guten Abend Miteinander,

Ich war heute seit langem mal wieder auf der Mineralienbörse in Eppelheim. Wegen des herrlichen Frühlingswetters waren nicht übermäßig viele Leute dort – zumindest während der Zeit, als ich dort war.

Meteorite gab es schon einige aber das hielt sich in Grenzen. Natürlich war Peter Kümmel mit einem attraktiven Sortiment vertreten (Pallasite, Sikhote-Alin, große NWA Individuals, etc.) und auch Stefan König (Gibeon, Sikhote-Alin, Seymchan, Gebel Kamil, etc.). Ausserdem fand man hie und da einige interessante Tektite und Moldavite.

Hier nun meine drei Highlights, die ich mit nach Hause gebracht habe:

1. Eine 20.7 gr Gebel Kamil Vollscheibe von Stefan König, die herrliche plessitische Inseln und einige kleine von Kamazit umrahmte Schreibersitkristalle zeigt – einer davon auffällig "shear-dislocated". Etwa in der Mitte des Scheibchen verläuft von links nach rechts ein dünnes Kamazitäderchen, das aber nicht ganz bis an den "shear-dislocated" Schreibersit heranreicht. Da ich dieses Eisen besonders mag, ist dieser Gebel Kamil bereits mein neuntes Exemplar (5 Scheiben, ein Endcut, drei Individuals).

2. Ein schlanker, länglicher 118.2 gr wiegender Guangdong Tektit, der vollkommen ohne Abplatzer ist und sich nicht so richtig entscheiden konnte, ob er nun eine Hantelform oder eine längliche Tränenform annehmen sollte (gekauft bei Christian Bracke).

3. Darf’s mal eine Zwiebel sein? Ein zwiebel- oder birnenförmiger Guangdong mit herrlichen, feinen und feinsten "striations"! Leider ist da an der Spitze ein kleiner Abplatzer, was aber der Schönheit dieses Indochiniten keinen Abbruch tut! (gekauft bei Christian Bracke).

Ich hätte bei Stefan König schier eine ganz tolle Seymchan Scheibe gekauft, die dadurch bestach, daß die untere Hälfte fast nur metallisch war, während in der oberen Hälfte die pallasitische Komponente dominierte.

Ach ja, wenn man doch nur einen Dukatensch … hätte!  :laughing:

Bernd  :hut:
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Offline MarkV

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Re: Mineralienbörse Eppelheim am 20. März 2011
« Antwort #1 am: März 20, 2011, 21:52:35 Nachmittag »
Hallo,
was ist das eigentlich für ein merkwürdiger Rand im Ätzbild von Gebel Kamil? Ist an der Aussenseite die Kristallstruktur durch den Einschlag verloren gegangen, also ähnlich wie ein "reheated rim"?

Grüsse,
Mark

Offline Dirk

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Re: Mineralienbörse Eppelheim am 20. März 2011
« Antwort #2 am: März 20, 2011, 21:58:43 Nachmittag »
Hallo Mark  :winke: ,

ich denke mal, der Rand wurde vor der Ätzung abgeklebt. So hat er einen "Rahmen" bekommen. Vor 100-200 Jahren wurde oft auf diese Art geätzt .....

 :winke:
Dirk

Offline Dave

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Re: Mineralienbörse Eppelheim am 20. März 2011
« Antwort #3 am: März 20, 2011, 22:30:34 Nachmittag »
Hallo Mark  :winke: ,
ich denke mal, der Rand wurde vor der Ätzung abgeklebt.
 :winke:
Dirk

Sehe ich auch so, hab das schon oft, auch bei ebay gesehen das Stücken so angeboten wurden.
Mir gefällt das nicht, aber das ist meine Meinung.

Gruß David :hut:

Offline Thin Section

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Re: Mineralienbörse Eppelheim am 20. März 2011
« Antwort #4 am: März 20, 2011, 22:40:36 Nachmittag »
was ist das eigentlich für ein merkwürdiger Rand im Ätzbild von Gebel Kamil?

Ja, wie Dirk es schon beschrieben hat! O.R. Norton nennt es "differential etching" und Vagn Buchwald schreibt hierzu:

BUCHWALD V.F. (1975) Handbook of Iron Meteorites, Volume 2, p. 468:

Chupaderos ... A 5.0 kg slice, cut and etched by Ward's Natural Science Establishment about 1900. The glossy rim is a portion of the meteorite which remained unattacked by the etchant, due to wax protection. This etching method was commonly applied to a great many iron meteorite sections in the first part of the twentieth century, and its results should not be confused with heat-affected zones from the atmospheric flight.

Bernd  :hut:
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