Autor Thema: Ein erstaunlicher Stein.  (Gelesen 3955 mal)

Offline Dave

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Re: Ein erstaunlicher Stein.
« Antwort #30 am: Mai 09, 2011, 20:58:49 nachm. »
Hi,

ist bei diesem Met die gesamte Kruste so mit diesem Farbenspiel oder nur ein kleinerer Bereich? :nixweiss:
Wenn es bei der gesamten Kruste der Fall ist, könnte man sagen das es eine Besonderheit dieses Mets ist die ggf. auch an der Zusammensetzung liegt.
Ist das nicht der Fall würde ich es nicht als Merkmal dieses Mets sehen sondern nur das besondere Dinge zusammen gekommen sind, die dazu geführt haben.
Wie z.B. eben das dieses Farbspiel nur an sehr dünnen Schichten vorkommen kann.

Gruß David

Offline Mettmann

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Re: Ein erstaunlicher Stein.
« Antwort #31 am: Mai 09, 2011, 22:52:54 nachm. »
Die ganze Kruste schillert,
das ganze Innere hat einen seltsamen Teint,
und bunt verteilt sind die "opalisierten" Klasten.
Der Stein ist eine Sensation.
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

Offline Dave

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Re: Ein erstaunlicher Stein.
« Antwort #32 am: Mai 10, 2011, 20:04:19 nachm. »
und bunt verteilt sind die "opalisierten" Klasten.

Hi Martin,

was genau meinst du denn mit "opalisiert"?
Denn das kann ja viel heißen, da Opal sehr verschieden aussehen kann. Von bunt bis weiß und von klar bis milchig. Also welche Eigenschaft meinst du? Würde sicher helfen den Stein besser zu verstehen. :smile:

Gruß David :hut:


PS: habe mir das mit der bunten perlmuttartigen Kruste noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
Es kann sich hier eigentlich nur um einen optischen Effekt handeln, der nichts mir der Zusammensetzung des Materials zu tun hat.
Es wird sich hier einfach um eine Kruste handeln, die in sehr dünnen Schichten ausgebildet ist.
Wenn diese dünn genug ist, was hier der Fall zu sein scheint, würd das einfallende Licht so gebrochen/reflektiert das es zu Interferenzerscheinung kommt.
Das heißt es wird nicht das gesamte Licht wieder zurück reflektiert, sondern nur ein Teil des Spektrums was dann rot,blau,... sein kann.
Genau das ist auch der Grund beim Perlmutt der hier als Vergleich herangezogen wurde.

« Letzte Änderung: Mai 10, 2011, 20:26:02 nachm. von Dave »

Offline Thin Section

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Re: Ein erstaunlicher Stein.
« Antwort #33 am: Mai 10, 2011, 21:08:30 nachm. »
Troilit und Magnetit sollte es in einem OC doch reichlich geben - für den Fall, dass dies hier ein Chondrit ist. Bei einem HED wird es da schon schwieriger. Magnetit kommt jedoch vor.

Hallo Ingo und Forum,

Wieso das denn oder habe ich etwas falsch verstanden? Troilit ist bei den HEDs keine absolute Seltenheit. Hier zur Verdeutlichung einige wenige Beispiele:

1. Bilanga (ADIO): "...Phases present include orthopyroxene, chromite, troilite, diopside, plagioclase ..."
2. Bluewing 001 (AEUC): "... minor and trace phases include silica, ilmenite, phosphate, fayalite, K-feldspar, metal and troilite ..."
3. Caldera (AEUC): "... Caldera consists mainly of pyroxene and plagioclase with subordinate trydimite, chromite, ilmenite, troilite, and rare metal ..."
4. Chaves (AHOW): "... At least 70% of the opaque minerals in the section studied is troilite, which occur frequently as fine intergrowths with pyroxene ..."

Im NWA 1182 (AHOW) hat man sogar Pyrrhotit gefunden!

Bernd  :hut:
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Offline lithoraptor

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Re: Ein erstaunlicher Stein.
« Antwort #34 am: Mai 10, 2011, 21:58:35 nachm. »
Moin Bernd!

Nein, Du hast sicher nix falsch verstanden. Natürlich darf Troilit auch in HEDs vorkommen, habe auch einige, bei denen es dies in recht dicken "Tröpfchen" auch tut. Die Frage ist doch eben nur in welcher Menge, denn wir sprechen hier doch darüber, wie die Farbe in der Kruste zustande kommt. Ich denke, dass hier Chromit (oder auch Magnetit) eine bedeutendere Rolle spielen dürften, als Troilit, aber das mag ein Irrtum sein. Hätte ich wohl etwas genauer erläutern sollen, war jedoch kurz angebunden. Wie nun auch...

Gruß

Ingo

Offline Thin Section

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Re: Ein erstaunlicher Stein.
« Antwort #35 am: Mai 10, 2011, 22:08:35 nachm. »
Yep, Ingo, dem kann ich mich ohne Einschränkung anschließen!

In diesem Sinne:  :prostbier:

Bernd  :hut:
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Offline Dave

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Re: Ein erstaunlicher Stein.
« Antwort #36 am: Mai 10, 2011, 23:11:01 nachm. »
Hi,

Wichtig wäre vielleicht auch zu wissen ob die Farbe nun wirklich wie perlmuttartig ist, also sich verändert wenn man den Stein bewegt, oder ob er wie "angemalt" ist und eine rote Stelle immer rot ist? :nixweiss:

Gruß David

Offline Mettmann

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Re: Ein erstaunlicher Stein.
« Antwort #37 am: Mai 12, 2011, 16:00:17 nachm. »
Salü David,

der Krustenfarbschimmer changiert. Unter "opalisierend" meinen wir, daß jene Einschlüsse unter bestimmten Reflektionswinkel ein starkes Leuchten zeigen, ähnlich dem "Feuer" eines Opals.

Ein Wunderstein eben.
Wirst sehen, wenn wir mal etwas davon erhältl. machen werden,
denn sowas hast noch nicht gesehen - versprochen.

 :prostbier:
Mettmann
 
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

Offline Dave

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Re: Ein erstaunlicher Stein.
« Antwort #38 am: Mai 12, 2011, 16:29:35 nachm. »
Moin,

also meines Wissens nach muss es dann auf jeden Fall mit der von mir angesprochenen Interferenzerscheinung an dünnen Schichten zusammen hängen das die Kruste so "leuchtet".
Wegen den Einschlüssen bin ich mal gespannt wie es dann aussehen wird.

Gruß David :hut:

 

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