Autor Thema: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693  (Gelesen 18187 mal)

Offline MarkV

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1385
ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« am: Juni 02, 2011, 16:10:19 nachm. »
Hallo,
auf der US-Liste wurde vor einigen Tagen ein neuer ungruppierter Achondrit vorgestellt. Ich finde das ist wirklich mal ein neues und sehr interessantes Material. Wahrscheinlich wird man darüber noch mehr hören. Hier die Postings von Hupé und Thompson:
http://www.mail-archive.com/meteorite-list@meteoritecentral.com/msg98211.html
http://www.mail-archive.com/meteorite-list@meteoritecentral.com/msg98231.html

So sieht das Material im Schnitt aus. Es ist relativ frisch und hat visuell Ähnlichkeit mit einem Diogeniten, aber die Sauerstoffisotope liegen im Bereich der Acapulcoite/Lodranite:

http://www.lunarrock.com/nwa6704/slices_frags/IMG_0008.jpg
http://www.lunarrock.com/nwa6704/nwa6704chart1.jpg

Bisher gibt es zwei Massen, eine von 8.3kg und eine von 5.1kg. Von daher ist ausreichend Material vorhanden.

Zum Vergleich Fotos von Acapulco, Lodran und dem NWA 6592.
https://picasaweb.google.com/jaypiatek/Acapulcoites#5349966476550323842
http://www.asteroidchippings.com/photographs/NHM_Vienna/Lodran.jpg
http://www.rocksfromspace.org/March_21_2011.html

Viele Grüsse,
Mark
« Letzte Änderung: Juni 02, 2011, 16:39:15 nachm. von MarkV »

Offline karmaka

  • Administrator
  • Foren-Guru
  • *****
  • Beiträge: 4978
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #1 am: Juni 02, 2011, 16:26:39 nachm. »
Hallo Mark,

da geb ich dir Recht. Es handelt sich um wunderschöne faszinierende Materie.
Ich habe mir bereits etwas von NWA 6704 bestellt.  :einaugeblinzel:

Ich könnte mir vorstellen, dass sogar noch mehr pairings mit kleinem TKW hinzukommen.

Eventuell der NWA 6698  :gruebel:, der ist nämlich bei den Isotopen auch nicht sehr weit von NWA 6693 entfernt
(die anderen Daten habe ich allerdings nicht verglichen).
Na ja, aber eigentlich etwas weit von den Lodraniten/Acapulcoiten entfernt, eher im Bereich der LL Chondriten.

Andererseits ist aber auch das Gebiet der Lodraniten/Acapulcoiten in der folgenden Sauerstoff-Isotopen-Grafik von Irving
recht breit gestreut. Was meint ihr?

http://www.lunarrock.com/nwa6704/nwa6704chart1.jpg

Martin
« Letzte Änderung: Juni 02, 2011, 17:01:56 nachm. von karmaka »

Plagioklas

  • Gast
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #2 am: Juni 03, 2011, 21:16:37 nachm. »
Das Zeug ist heiß!

Ich hab mir nach langem Zaudern auch von was bestellt.

Das Vorkommen von Awaruit sagt mir, dass er schon eine lange Metamorphosezeit hinter sich hatte. Auch die Blasenketten (Verheilte Risse) weisen darauf hin. Es könnt echt was größeres und bedeutenderes werden.

Es hat starke Parralelen zu irdischen Mantelgesteinen, so dass anzunehmen ist, dass es aus großer tiefe eines fetten Brockens kam.

Offline MarkV

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1385
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #3 am: Juni 03, 2011, 22:18:33 nachm. »
Hallo,
ich zaudere im Moment noch. Mal schauen, ob das Material auch in Ensisheim auftaucht und ob sich noch was bei den Preisen bewegt. Andererseits wird man an dem Material nicht vorbeikommen - ist ein Must für jede Sammlung.

Grüsse,
Mark

Plagioklas

  • Gast
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #4 am: Juni 04, 2011, 00:06:44 vorm. »
Der Preis ist momentan ganz bezahlbar. Hupe wird es zudem vermeiden, seine ganze Masse auf dem Markt zu werfen. Das hat er mit seinen anderen Highlights, wie dem NWA 5000 und dem NWA 4590 auch nicht gemacht. Somit ist nicht zu erwarten, dass der Preis all zu sehr fällt. Und noch kann man unter einigen guten Stücken wählen.

Offline JaH073

  • Moderator
  • Generaldirektor
  • *****
  • Beiträge: 1776
  • Meteoriten Verkauf unter www.strufe.net
    • HSSH Pirmasens Meteorite
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #5 am: Juni 04, 2011, 00:10:54 vorm. »
Hallo,

ich hatte bereits vor der Bekanntmachung mit Greg über dieses Material gesprochen.
Er wird mit nach Ensisheim kommen und dort u.a. auch von diesem Material zum Kauf dabei haben.
Er wird gemeinsam mit Anne Black an ihrem Tisch ausstellen.

Das Material ist spitze, aber nicht ganz billig.
Wie Mark bereits erwähnt hat, sollte es in keiner Sammlung fehlen.

Dann lassen wir uns mal überraschen.

Gruß

Hanno
Es tut mir leid wenn ich deine Erwartungen nicht erfülle, aber meine sind mir wichtiger.

Plagioklas

  • Gast
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #6 am: Juni 04, 2011, 00:18:37 vorm. »
Zitat
Das Material ist spitze, aber nicht ganz billig.

Umgerechnet 50 Euro das Gramm sind für einen absolut neuartigen Met Tage nach dem Bekanntwerden in der Öffentlichkeit schon ein echtes Schnäppchen. Zumal der auch noch mit W0 und seinen Farben als echt schön zu bezeichnen ist. Er schlägt optisch sogar den NWA 5480 um Längen.

Die Forschung an dem Material hat gerade mal begonnen. Wir dürfen daher gespannt sein, was dazu so alles herrausgefunden wird. Schlechtestenfalls ist es ein Stück des Mutterkörpers, wo die Lodranite herkommen. Schon das währe der Hammer.

Zitat
Wie Mark bereits erwähnt hat, sollte es in keiner Sammlung fehlen.

Definitiv, denn es ist schon jetzt eine Klasse für sich. Rein optisch ist das Material schon echt krass.

Offline Dave

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1776
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #7 am: Juni 04, 2011, 08:58:09 vorm. »
Hi,

mal eine kurze Frage.
Habe mich noch nicht so stark mit dem Material auseinandergesetzt außer die Bilder angeschaut, aber was genau macht diesen Achondriten so besonders? Ich meine es ist im Vergleich kein seltenes Material was jetzt die gefundene Menge zu anderen Achondriten angeht. Klar ungr. Achondrite sind immer etwas besonderes, aber was unterscheiden diesen hier von den anderen und macht ihn zu einem "Must have"? Denn für mich ist es nur ein weiterer ungr. mit einem großen TKW. :gruebel:

Gruß David :hut:

Offline Greg

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1389
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #8 am: Juni 04, 2011, 09:56:00 vorm. »
Hi,  :hut:

Zitat
aber was genau macht diesen Achondriten so besonders?

...für mich ganz klar die Farbe. Sooo grün. :lechz: All die vielen kleinen Kristalle.  :wow:
Sicher gibt es auch andere grüne Meteoriten, aber nicht viele und so einen meines Wissens noch gar nicht. Ein echter Hingucker, der im Regal einfach nicht fehlen darf. Die Fotos von der Hauptmasse finde ich super.

Dazu kommt sicher noch eine wissenschaftliche Bedeutung, vor allem die eingschlossenen Blasen. Was da wohl für Gas drin ist? Von welchem Mutterkörper stammt das Material? Es tun sich neue Fragen auf und vielleicht gibt es ja auch noch die ein oder andere Antwort.

Grüße
Greg




Offline Mettmann

  • Foren-Guru
  • *
  • Beiträge: 4280
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #9 am: Juni 04, 2011, 10:50:09 vorm. »
Nun Dave,

heute gefällst Du mir  :smile:, denn soviel Weisheit, wie in Deiner Frage steckt, erwartet man bei einem jungen Sammler noch nicht.
Du hast recht. Jeder Meteorit, der über derart abweichende Eigenschaften verfügt, daß man ihn nicht in das herkömmliche Klassenschema einordnen kann, sondern ihn beseite stellen muß und ihm eine eigene Bezeichnung verleihen muß, die in Ermangelung gleichartiger Meteorite, die eine eigene Gruppe konstituieren könnten, eine reichlich ungenauer und wenig aussagekräftige Hilfsbezeichnung ist - also das was dann firmiert mit den Zusätzen im Klassennamen wie "ungrouped", "related" oder sowas "C" ohne ein "M", "K", "V" dahinter, sondern gleich die Nummer folgend, "basaltic achondrites", (echte) "primitive achondrites" und ähnliches..

- die sind in der Tat alle gleichermaßen bedeutend, (für den der sich auf solcherlei spezialisiert) begehrenswert und interessant!!

Und eigentlich scheint es eher so zu sein, daß es nicht von den intrinsischen Eigenschaften des jeweiligen Materials abhängt, ob es Wellen schlägt,
sondern eher davon, wie es den Sammlern zur Kenntnis gebracht wird.

Nicht wahr? Just dieser wäre ja so ein Beispiel - von dem Anteil des Steins bei E.T. hatte außer den Spezialisten eigentlich niemand Notiz genommen,
sondern erst jetzt, mit der neuen Nummer, da die ausführlicher den Sammlern nähergebracht wurde, wurde die Nummer zur Nummer.
Oder auch solche Aspekte, wie ästhetische Erwägungen spielen da eher eine Nebensache - nehmen wir irgendein geschwindes Bsp. wie den brachinitähnlichen vom letzten Jahr, mit seinen abweichenden Isotopen - optisch ist er ja nicht unbedingt eine Schönheit, wenn man ihn bspw. gegen soetwas wie die NWA 011-Gruppe oder den Taffassasset (der ja lange seine endgültige Klasse nicht gefunden hatte) hielte.

Und die andere Sache ist eher zufälliger Natur. Wo und wie eben so ein neuer Fund bearbeitet wird. Es gibt eben sehr viele Klassifikatöre, die nicht die Ressourcen haben, und seien es auch nur die zeitlichen, solche Steine eingehender durch eigene Veröffentlichungen zu beschreiben und die eben dann die abweichenden Werte angeben und in zwei drei Sätzen, die eigentümlichen Besonderheiten des Materials angeben, was teilweise in die Beschreibung in den Bulletins eingeht, und eben dann mit dem nächsten Stein fortfahren. Dieweil andere das Deposit an verschiedene Teams verteilen, Abstracts schreiben oder die gewonnen Einsichten und Rohdaten zu interpretieren versuchen.
Das Material selbst bleibt ja gleich und gleich brisant. Nur dadurch wird es eben nicht so bekannt - die Bulletins sind voll mit solchen Bspn.
Und von den Sammlern wird es nicht so erkannt - denn die besonderen Daten und Werte und die petrologischen Abweichungen, weiß eher nur der Wissenschaftler und der sehr spezialisierte Sammler zu erkennen und sich dafür zu begeistern.
(Und vieles ist dann eben zufällig - ganz einfaches Bsp. der eine NWA CV3 mit den besonders alten CAIs, wos darauf hin die neue Hypothese zur Chondrenentstehung in populärere Medien geschafft hat - wir haben durch NWA mittlerweile soviele neue verschiedene CV3er, daß man, würde man bei allen diese Altersbestimmung durchführen, man sicherlich auf den ein oder anderen mit ebensolchen Werten stoßen würde).

Insofern hast Du schon recht, Dave - all diese Sonderlinge sind für sich gesehen von gleicher Bedeutung.

Nur das "nur" würde ich gern und unbedingt aus Deiner Frage streichen,
denn all diese Meteorite, die von den bekannten Gruppen abweichen, die solche Eigenschaften haben, daß sie andere Bildungs- und Veränderungsprozesse durchlaufen haben müssen, aus anderen Ausgangsbedingungen entstanden sind, ja auf eigene in ihren Eigenschaften bis dato unbekannte Mutterkörper hindeuten,
sind eminent interessant, es sind Einzelzeugnisse von etwas Neuem, unbekannten
und mit das Wichtigste, was man in der Forschung hat.
(und eigentlich auch für den Sammler, der das große und ganze Bild im Auge behalten möchte.)

Das hab ich aber wieder schön gesagt.  :laughing:
 :prostbier:
Mettmann


"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

Offline MarkV

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1385
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #10 am: Juni 04, 2011, 11:59:03 vorm. »
Hi,

mal eine kurze Frage.
Habe mich noch nicht so stark mit dem Material auseinandergesetzt außer die Bilder angeschaut, aber was genau macht diesen Achondriten so besonders? Ich meine es ist im Vergleich kein seltenes Material was jetzt die gefundene Menge zu anderen Achondriten angeht. Klar ungr. Achondrite sind immer etwas besonderes, aber was unterscheiden diesen hier von den anderen und macht ihn zu einem "Must have"? Denn für mich ist es nur ein weiterer ungr. mit einem großen TKW. :gruebel:

Gruß David :hut:

Hallo David,
das Material ist einzigartig. Es gibt bisher keinen anderen Meteoriten, der diesem gleicht. Es ist vermutlich die einzige Probe von diesem Mutterkörper - von Vesta haben wir dagegen hunderte Proben. Sicher, es gibt auch andere ungruppierte Achondrite, aber die meisten sind stark verwittert und geben optisch nicht viel her. Ich würde das Material auf eine Stufe mit NWA 011 stellen. Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass der Meteorit doch zum ACA/LOD Mutterkörper gehört, dann wäre es immer noch ein sensationell frisches Material dieser Klasse. Es gab bisher keine so frischen ACA/LOD zu kaufen.

Grüsse,
Mark 

Offline DCOM

  • Privater Sponsor
  • Generaldirektor
  • *****
  • Beiträge: 1679
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #11 am: Juni 04, 2011, 12:32:29 nachm. »
Hallo Mark,

danke für den Hinweis, das Material ist wirklich erstklassig. Mein erster Eindruck war, dass es sich aufgrund des hohen Anteils an Orthopyroxen um einen Diogeniten handelt - auf einen ungruppierten Achondriten wäre ich nicht gekommen. Mit NWA 011 würde ich es nicht ganz vergleichen, allein schon wegen des sensationell niedrigen TKWs der basaltischen NWA 011er-Gruppe. Beim NWA 6704 ist wesentlich mehr Material vorhanden, so dass sich im Preis möglicherweise noch etwas tun wird. Aber es ist in der Tat sehr frisches Material und wegen des leuchtend grünen Orthopyroxens wohl auch einzigartig.

Grüße, D.U.

Plagioklas

  • Gast
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #12 am: Juni 04, 2011, 12:35:54 nachm. »
Mark hat recht. Das Material ist mit NWA 011 gleichzustellen. Dabei ist 6704 aber um einiges Frischer als der 011 und seine Pairings.

Für mich sind die wesentlichsten Merkmale, die ihn von anderen Mets abheben:

-Awaruit: Das ist das, was übrig bleibt, nachdem die Silikate über einiges an Zeit verfügt haben um das Eisen aufsaugen zu können. Nickel wird schwerer absorbiert als Eisen, drum bleibt ein Nickelhaltigeres Material zurück. Dieses Awaruitvorkommen in dem Met deckt sich zudem auch mit dem irdischen Awaruitvorkommen im Josephine Creek, wo Eisen vom tiefen Erdmantel nahe des Kerns nach oben getragen wurde.

-Blasen: Diese Blasenmuster decken sich mit irdischen Mustern, die allesamt dadurch entstehen, dass Risse verheilt sind und einschlüsse zurückbleiben. Dieses Verheilen erfordert, dass nach der Rissbildung immernoch Bedingungen herrschen, die zur Bildung dieses Minerals ausreichen.

-Frische: Der Meteorit ist ausgesprochen frisch. Nur die Rinde hat geringste Verfärbungen.

-Farbe und optische Erscheinung: Optisch ist der Met fast einzigartig,.... für einen Meteoriten. Jedoch ähnelt er rein optisch extrem den irdischen Olivinknollen, die Gesteine des Erdmantels sind.

-Einzigartig: Von all den Mets, die wir kennen, ist nur einer von dieser Art dabei. Nicht mal 15 Kilo Gestein gibts davon auf der Welt. Und die forschung über die Herkunft wurde noch nicht mal begonnen.

-Parralelen zu irdischen Gesteinen: Sprach ich schon in mehreren Punkten an. Dieser Stein weist doch so einige Parralelen auf! Dabei werden sogar sehr extreme Bedingungen kopiert, wie sie hier nur in großen Tiefen herrschen.

Die Kombination aus all diesen Eigenschaften ist ein Punkt für sich. Vor allem, wenn ich an NWA 5400 und vielen anderen Sensationsfunden denk, wo eigentlich nur noch braunes "Zeug" zu sehen ist, da halb vergammelt.

Offline DCOM

  • Privater Sponsor
  • Generaldirektor
  • *****
  • Beiträge: 1679
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #13 am: Juni 04, 2011, 12:52:13 nachm. »
Mark hat recht. Das Material ist mit NWA 011 gleichzustellen.

Inwiefern? Vielleicht von der Bedeutung des Fundes, ja. Aber die Zusammensetzung scheint doch erheblich zu differieren. Wenn ich das richtig sehe, enthalten die Vertreter der NWA 011er-Gruppe kaum Olivin und Orthopyroxen, nur wenig Chromit, dafür überwiegend Bändersilikate (Pigeonit) und Feldspat (Plagioklas). Beim neuen Fund ist es eher umgekehrt.

Was weiß man denn über die Entstehunggeschichte dieser völlig unterschiedlichen Materialien, und warum werden sie gleichermaßen als "ungruppierte Achondrite" klassifiziert?

Grüße, D.U.

Offline Mettmann

  • Foren-Guru
  • *
  • Beiträge: 4280
Re: ungruppierter Achondrit NWA 6704, 6693
« Antwort #14 am: Juni 04, 2011, 13:25:42 nachm. »
Zitat
und warum werden sie gleichermaßen als "ungruppierte Achondrite" klassifiziert?

S.o. "ungrouped" ist das Sammelbecken, wo man alles hineinwirft, was man den anderen Klassen nicht zuordenen kann.
Das ist keine Klasse.
Da sind völlig unterschiedliche Steine drin.

Ungruppiert, eben weil er nirgendswo reinpaßt. Achondrit, weil es keine Chondren hat.

(NWA 011 und pairings ist m.E. von der Ästhetik her mit das Schönste, was es gibt aus dieser Schublade).

 :prostbier:
Mettmann
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

 

   Impressum --- Datenschutzerklärung