Autor Thema: Steinfund beim Hausbau  (Gelesen 3731 mal)

Offline Thin Section

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Re: Steinfund beim Hausbau
« Antwort #15 am: Oktober 09, 2011, 16:54:25 nachm. »
sag ich jetzt Sandstein, eisenhaltig

Falls eisenhaltig, müsste der "Stein" doch bei Salzsäure sprudeln. Holzwurm schrieb aber doch weiter oben:

"Habe eben mal mit 30% Salzsäure probiert, das Ding ist nur sauberer geworden sonst nichts."

Bernd  :hut:
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Offline speul

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Re: Steinfund beim Hausbau
« Antwort #16 am: Oktober 09, 2011, 17:02:51 nachm. »
Zitat
Falls eisenhaltig, müsste der "Stein" doch bei Salzsäure sprudeln
wieso?  :gruebel:
bei mir sprudelt der Rost eher selten
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Offline Thin Section

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Re: Steinfund beim Hausbau
« Antwort #17 am: Oktober 09, 2011, 17:39:48 nachm. »
bei mir sprudelt der Rost eher selten

Hallo Speul und Forum,

Ich dachte halt eher an metallisches Eisen und nicht konkret an Rost!

Bin auf der Suche nach einer Lösung auf diese Dinge gestoßen. Vielleicht hilft das ja zumindest weiter bei der Bestimmung:

1. Bei Wapedia - Wiki zur Geologie von Coesfeld: "Coesfeld liegt an der Grenze zwischen nährstoffarmen Sand- (westlich) und nährstoffreichem Lehm- und Kleiboden (östlich)."

2. Mottana A. et al. (1979) Der große BLV Mineralienführer, p. 518: "Sandsteine mit Bindemittel, das aus Kalk, Glimmer, Ton oder manchmal auch aus Glaukonit* bestehen kann, gibt es im Karbongestein in den Alpen Belgiens ..." (Belgische Alpen, ... habe ich auch noch nie gehört!)

Coesfeld liegt ja nicht allzuweit von Belgien entfernt!

*Glaukonit:

Hierzu wieder aus dem BLV Mineralienführer, p. 364, Fundorte: "Glaukonit kommt häufig in den tertiären, marinen Sanden des Baltikums und in anderen, alten und rezenten sedimentären Gesteinen vor. Saladonit findet man ... bei Essen (Essener Grünsand)"

Auch Essen ist nicht allzu weit von Coesfeld entfernt!

Dichte Glaukonit: 2.5-2.8
Dichte Quarz: 2.65

Diese Dichten passen auch recht gut zur Angabe von Holzwurm: (~2.527)

Auf alle Fälle scheint hier also etwas sandsteinartiges, quarziges vorzuliegen!

Bernd  :hut:

P.S.: Ach ja, noch etwas. Passt zwar nicht zum vorliegenden Steinbrocken aber sehr gut zur Formulierung des Themas und stammt ebenfalls aus Wapedia - Wiki:

"Die fossilreichen Schichten sind regelmäßig in temporären Aufschlüssen wie Baugruben und Schachtanlagen vorzufinden."
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Offline lithoraptor

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Re: Steinfund beim Hausbau
« Antwort #18 am: Oktober 09, 2011, 19:04:32 nachm. »
Moin!

Also wie Glimmer ein Bindemittel in Sandstein sein soll (und so interpretiere ich die zitierten Zeilen von Bernd), ist mir schleierhaft - kann aber durchaus im Kornanteil vorhanden sein. Glaukonit vermag ich in dem Fundstück nicht zu erkennen. Wenn da tatsächlich Glaukonit vorhanden wäre, dann würde dieser aufgrund seiner blaugrünen Farbe sicher sehr schnell ins Auge fallen.
Sandsteine können ohne Probleme auch silikatisch gebunden sein, dann reagiert die Säure natürlich nicht. Also Sandstein oder ein Quarzit könnte es sein. Man sollte jedoch ausschliessen, dass es sich bei dem Bruchstück lediglich um eine völlig untypische da stark angewitterte (Verwitterungs-)Kruste handelt (das Stück scheint mir nicht besonders groß zu sein).

Gruß

Ingo

Offline Buchit

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Re: Steinfund beim Hausbau
« Antwort #19 am: Oktober 10, 2011, 13:32:03 nachm. »
Hi, :hut:

vom Aussehen her erinnert mich das Stück am ehesten an einen Tertiärquarzit. Das sind quarzitisch gebundene Sandsteine, deren genauer Genesemechanismus meines Wissens nach noch im Dunkeln liegt (Lithoraptor, bitte korrigiere mich, wenn ich da irren sollte), und die sich in den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands finden, ohne dass notwendigerweise ein Bezug zur Geologie des anstehenden Untergrundes besteht. In der Wetterau bzw. der hessischen Senke wurden sie teilweise als Rohmaterial für die Feuerfestindustrie abgebaut; ähnliches Material findet sich aber auch, z.B., auf der fränkischen Alb.

Just my 2 cents.

Gruß an alle,
Holger

Offline lithoraptor

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Re: Steinfund beim Hausbau
« Antwort #20 am: Oktober 10, 2011, 18:06:41 nachm. »
Moin Holger!

Kleine Korrektur: Der Begriff Quarzit beschreibt ein metamorphes Gestein - Sandstein ein Sediment. Hier muss/sollte man unbedingt scharf trennen, was leider häufiger nicht gemacht wird.
Über die genauen Geneseprozesse entsprechender Tertiärgesteine weiß ich nichts und kann es daher nicht ergänzen oder korrigieren. Es ist jedoch wahr, dass dieses Stück solchen Gesteinen durchaus ähnelt. Einen kleinen Link mit einem guten Bild dazu habe ich gerade mal gesucht und gefunden: http://www.august-oppermann.de/html/geologie_kies_quarzit.php

Man beachte auch hier, dass die Begriffe Metamorphit/Quarzit und Sediment/Sandstein gerne vermischt werden. Die unterschiedliche Färbung dieses Stückes zu dem hier im Forum kann ganz einfach über eine stärkere Eisenschüssigkeit (bei diesem Exemplar hier) erklärt werden - wie speul ja schon schrieb.

Gruß

Ingo

 

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