Autor Thema: Kleines Rätsel  (Gelesen 4821 mal)

Offline ironmet

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Re: Kleines Rätsel
« Antwort #15 am: Dezember 08, 2011, 00:26:04 Vormittag »
Und ganz interessant finde ich auch diese länglichen Einschlüsse.
Erst dachte ich, es handelt sich wirklich um Risse oder Löcher.
Aber unterm Mikroskop sieht man dann doch die Füllung.


Offline Buchit

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Re: Kleines Rätsel
« Antwort #16 am: Dezember 08, 2011, 07:05:20 Vormittag »
Hallo Mirko,

wow, das ging ja flott mit dem Schliff! Zur Interpretation der von Dir gezeigten Einschlüsse fällt mir folgendes ein:

1. Der "Gelbe" dürfte ein kleines Exemplar der typischen "Feldspat-Rhomben" sein. Wie Dir bei den großen Exemplaren bestimmt schon aufgefallen ist, sind diese Feldspäte stark alteriert, bestehen also nicht mehr aus der ursprünglichen Mineralsubstanz, sondern aus etwas anderem (meist Schichtsilikaten; vgl. Vinx, S. 36). Dabei ist die ursprüngliche Kristallform erhalten geblieben.

2. Der "Violette": Der ist interessant, denn der gehört da nicht hin. Wenn Du Dir die Kanten anschaust, erkennst Du - insbesondere links unten - Einbuchtungen im Kornrand, die meiner Meinung nach auf Resorption zurückzuführen sind. Es könnte sich beispielsweise um ein Mineralkorn aus dem Nebengestein handeln, und zwar um so etwas wie Augit oder Olivin, der mit der stark "sauren" Schmelze des Rhombenprophyrs chemisch reagiert, wobei die Reaktion von der fortschreitenden Abkühlung unterbrochen wurde. (Aber das ist schon wieder reichlich spekulativ :gruebel:)

3. Die "Adern"...also im ersten Moment habe ich an Quarz gedacht, aber das würde nur passen, wenn der Schliff zu dick wäre...die lassen mich im Moment auch etwas ratlos zurück... :nixweiss:

Gruß, :prostbier:
Holger

Offline ironmet

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Re: Kleines Rätsel
« Antwort #17 am: Dezember 08, 2011, 12:54:53 Nachmittag »
Hallo Holger,

ja, möglich wäre, das der Schliff noch zu dick ist.
Man hat auch kaum eine Orientierung.
Quarz ist grau, der kleine ovale Einschluss zeigt ne gute Farbe und der "ziegelfarbene Einschluss" ist so opak, das dieser scheinbar nicht lichtdurchlässig wird.
Kann aber auch täuschen.
Den nächsten Schliff werde ich mal spaßenshalber extrem dünn gestalten.
Mal schauen was es bringt.
War ja mein erstes Gestein in dieser Richtung.
Man kann nur dazu lernen.

Viele Grüße Mirko


Offline JFJ

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Re: Kleines Rätsel
« Antwort #18 am: Dezember 10, 2011, 22:30:17 Nachmittag »
Hallo  x-02

ich tippe beim Bild 20111207 auf Augit.

Einen schönen dritten Advent
Jörg
Ich mag Geschiebe, weil sie die entgegenkommendsten Gesteine sind.

Offline ironmet

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Re: Kleines Rätsel
« Antwort #19 am: Dezember 11, 2011, 12:05:15 Nachmittag »
Hallo Jörg,

danke für den Hinweis.
Sieht denn Augit im Dünnschliff genau so aus?

Viele Grüße Mirko

Offline Thin Section

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Re: Kleines Rätsel
« Antwort #20 am: Dezember 11, 2011, 16:17:49 Nachmittag »
Hallo Mirko, Jörg, Forum,

Ich kann mich nicht so recht damit anfreunden, daß es sich bei diesem länglichen Gebilde (# 20111207) um Augit handeln soll. Vermisse die für Pyroxene typischen Spaltrisse (cleavages) und falls Mirkos Aufnahme im x-pol. Licht gemacht ist und die DS-Dicke stimmt, dann würde auch die Interferenzfarbe nicht hinkommen. Habe nun folgende Info gefunden, die, was die Form des Gebildes angeht (länglich), zutreffen könnte:

"Ignimbrite sind stark verschweißte Tuffbrekzien mit typisch fladenförmig ausgelängten, etwa cm- bis dm-großen Gesteinsglasaggregaten ("fiammae").

Quelle: Markl Gregor (2008) Minerale und Gesteine, Mineralogie- Petrologie - Geochemie, p. 110:


Bernd  x-02
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Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker).

Offline Buchit

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Re: Kleines Rätsel
« Antwort #21 am: Dezember 11, 2011, 16:36:47 Nachmittag »
Hallo Bernd,

"Ignimbrite sind stark verschweißte Tuffbrekzien mit typisch fladenförmig ausgelängten, etwa cm- bis dm-großen Gesteinsglasaggregaten ("fiammae").

die "fiammae" sind in der Tat ein typisches Merkmal vieler Ignimbrite, aber nicht in allen Fällen vorhanden. Das hängt u.a. mit der Ablagerungstemperatur zusammen: Die "fiammae" sind Bimssteinfladen, die unter dem Gewicht der heißen Asche zusammengedrückt wurden. War die Asche nun bei der Ablagerung bereits soweit erkaltet, dass die Bimssteine schon fest waren (und sich auch kein hinreichender Wärmestau durch die Bedeckung mit weiterer heißer Asche ausbilden konnte), bildeten sich diese Strukturen nicht aus. Und auch der Rhombenporphyr-Ignimbrit, von dem der Schliff stammt, zeigt zumindest im Handstück keine derartigen Gebilde.

Und apropos Gesteinsglas: Bei diesen geologisch alten Ignimbriten aus Skandinavien sind die Fiammae meist als Quarz rekristallisiert. Ich muss bei Gelegenheit mal ein paar Vergleichsstücke ausgraben...

Gruß, :prostbier:
Holger

 

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