Autor Thema: Bitte um Hilfe bei Bestimmung  (Gelesen 5402 mal)

daheimon

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Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« am: November 13, 2011, 18:46:37 nachm. »
Hallo zusammen

Meteorit oder nicht? Brauche Hilfe bei der Bestimmung dieses Steines

Stark Magnetisch, 104 Gramm schwer, angeschliffene Fläche Spröde
Bild 2 (rechte Seite Teilweise abgebrochene Kruste, links angeschliffene Fläche ca. 1,4*1,0 cm)
(hat Ähnlichkeit mit dem in Carancas- Chucuito- Puno- Peru, gefallenen Gewöhnlicher Chondrit, H4-5)

Danke im Voraus für eure Hilfe

Offline speul

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #1 am: November 13, 2011, 18:55:54 nachm. »
Hallo daheimon
beherzige doch  mal folgende Hinweise, da Du die letzten Tage ja schon fleißig hier gelesen hast, werden sie Dir nicht ganz neu vorkommen:
 
1. Fundortangabe (extrem wichtig)
2. frische Bruchfläche (conditia sine qua non)
3. scharfe Fotos

dazu noch eine eigene Einschätzung, was Du von dem Stück hälts, warum Du es vorstellst, irgendwas muß Dir daran ja besonders vorgekommen sein
Warum sollen sich andere den Kopf zerbrechen wenn Du selbst dazu keine Lust verspürst.

Versuchs einfach nochmal,
dann hast Du auch eine realistische Chance eine fundierte Antwort zu bekommen

Grüße
speul
 


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daheimon

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #2 am: November 13, 2011, 20:01:13 nachm. »
Also auf ein Neues

Habe den Stein bei Donaueschingen auf einem frisch geernteten Maisfeld gefunden und weil er nicht in die Umgebung gepasst hat einfach mal mitgenommen.
Daheim habe ich dann zuerst einen Starken Magneten dran gehalten und danach einen schwachen Kühlschrankmagneten, beide haben angeschlagen.
Auf der Unterseite ist er mit einer Dünnen Schicht überzogen, die farblich dem Stein ähnelt aber nicht dieselben Einschlüsse wie die Oberseite hat.
An der angeschliffenen Stelle kann man gut die Abtrennung vom Inneren zur  Kruste erkennen. Auf der rechten Seite des Bildes Ist etwas von der Kruste abgeplatzt.


Offline ironsforever

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #3 am: November 13, 2011, 20:01:33 nachm. »
 

1. Fundortangabe (extrem wichtig)
2. frische Bruchfläche (conditia sine qua non)
3. scharfe Fotos


Hallo daheimon,

4. Nahaufname von der Bruch-/Schnittfläche und irgendein Maßstab (Feuerzeug, Streichholz etc. pp), denn man sieht rein garnix. :einaugeblinzel:

Gruß,
Andi :prostbier:

P.S.: Mach Dir nicht allzuviel Hoffnung, dass es ein Meteorit ist. In Deutschland hat man in 300 Jahren Meteoritengeschichte nur ca. 40 anerkannte Mets gefunden. Das Klima ist ist den Meteoriten alles andere als zuträglich, die verrotten i.d.R. in kürzester Zeit.



Offline speul

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #4 am: November 13, 2011, 20:07:55 nachm. »
besser, aber noch nicht gut,
trotzdem ein erster Versuch:
dunkle Rinde ist durch Verwitterung entstanden, sonst kanns alles sein außer einem Meteorit, also Sandstein oder Kalkstein, kann man halt nicht erkennen. Der Magnetismus stammt dann sicherlich von den dunkleren Einschlüssen her (Magnetit?)
Grüße
speul
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Offline Suevit

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #5 am: November 14, 2011, 10:46:34 vorm. »
Hallo,

Donaueschingen? Es grüßt der Muschelkalk. Einfach mal Salzsäure drauf und sehen ob es schäumt...

Gruß,
Rainer

Peter5

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #6 am: November 16, 2011, 08:47:11 vorm. »
.. sieht mir auch sehr nach Kalkstein aus .. Zitronensäure, Essigsäure oder HCL drauf geträufelt .. wenns richtig sprudelt bzw. aufbraust, ist es Kalkstein. Starker Magnetismus wundert mich schon ein wenig, da auf den Fotos keine sichtbaren dunklen Partien erkennbar sind .. jedenfalls nicht für mich und meinen schlechten Augen ..  :gruebel:

.. wenn das Stück allerdings großflächig auf den Magneten anspricht, dann kann es eigentlich nur ein Stück aus der Hochofenschmelze o.ä. "Kunstprodukt" sein, das da irgendwann einfach hingeschmissen wurde und inzwischen starke Verwitterungskrusten zeigt. Allerdings müssten dann unter der Kruste auch schon reichlich eisenhaltige Partien zu erkennen sein.

Gruß Peter

daheimon

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #7 am: November 16, 2011, 13:07:57 nachm. »
Also erst einmal ein großes Dankeschön an alle Helfer, vor allen an Peter5! Bin total begeistert wie schnell einem hier geholfen wird.
Hab es mit Zitronensäure versucht und es hat gesprudelt! Also ist es ein Kalkstein (schade).
Na ja, werd auch wenn es bis jetzt nur 40 anerkannte Funde in Deutschland gab, weiter die Augen offen halten. Immerhin gibt es außer Meteoriten noch andere interessante Mineralien.

Habe da noch etwas, wo ich nicht einschätzen kann was es ist.

-Der Stein kommt ebenfalls aus Donaueschingen von einem Feld.
- Gewicht = 87 Gramm
- Er ist nicht magnetisch.
- Die angeschliffene Oberfläche ist trotz der Einschlüsse glatt wie Glas und hat sich nur schwer schleifen lassen.

Mich wundert, dass er nicht nur am oberen Rand Einschlüsse hat (Siehe Bild 2). Habe nichts vergleichbares in der Gegend gefunden. Kann es sein, dass der Stein ein Abfallprodukt aus der Glasproduktion ist? Im Netz habe ich weder Mineralien noch Meteoriten gefunden, die Ähnlichkeit mit dem Stein haben. Versuche die nächsten Tage bei einem Bekannten vergrößerte Aufnahmen von den Einschlüssen zu machen.

daheimon

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #8 am: November 16, 2011, 13:09:48 nachm. »
Bild 2

daheimon

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #9 am: November 16, 2011, 13:13:26 nachm. »
Bild 3

daheimon

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #10 am: November 16, 2011, 13:15:04 nachm. »
Bild 4

Offline Suevit

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #11 am: November 16, 2011, 13:36:31 nachm. »
Hallo,

und wieder steckt der Muschelkalk dahinter: Ein Hornstein ("Flintstein") aus dem Mittleren Muschelkalk oder aus der Basis des Oberen Muschelkalks.

Gruß,
Rainer

Peter5

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #12 am: November 16, 2011, 13:53:58 nachm. »
Hallo daheimon,

danke und gern geschehen!  :hut:

Zu den neuen Stücken ..

ja, das ist auch für mich eindeutig Flint! Da stimme ich dem Rainer völlig zu!  :smile:

Gruß Peter  :winke:


Plagioklas

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #13 am: November 16, 2011, 15:24:55 nachm. »
Mit Kalk ist schon halb richtig, aber Flint isses nicht. Es ist Madenstein. Er kann auch verquarzt vorkommen. Hier in Bremen gibts das als Geschiebe (Verquarzt) und als Schotterung von Steinbrüchen (Kalkig). Erkennbar ist es an der typischen Zeichung, die hier auf den Bildern leider nur an der hellen Oberfläche ersichtlich ist.

Offline Suevit

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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung
« Antwort #14 am: November 16, 2011, 16:57:30 nachm. »
Hallo,

in Süddeutschland gibt es keine Madensteine. Die Zeichnung des hier gezeigten Stücks rührt von darin eingeschlossenen Ostrakoden und Kleinmollusken (bzw. Molluskenschill) her, die meist noch in Originalschalenerhaltung (Calcit und Aragonit) vorliegen. Mit den pflanzenführenden Madensteinen sensu stricto hat der hiesige MuKa-Flint weder genetisch noch altersmäßig etwas zu tun, er ist eine marine Bildung, gelegentlich mit Fauneninhalt.

Gruß,
Rainer

 

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