Autor Thema: Minikügelchen im Black Sand  (Gelesen 3502 mal)

pollux71

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Minikügelchen im Black Sand
« am: Juli 30, 2012, 15:36:22 Nachmittag »
Hallo Spezialisten,

neulich war ich auf Goldsuche in der Fils (BW). Gold gab es leider keines. Doch dafür viele Kügelchen im Black Sand (siehe Foto). Auch wenn die Bildqualität zu wünschen übrig lässt, würde es mich freuen, wenn mir jemand einen Tipp geben kann, um was es sich dabei handelt.

- die Körner sind alle perfekt kugelförmig

- die Korngröße beträgt zwischen 0,15 mm und 0,6 mm

- die Dichte müsste relativ hoch sein, da sie ja schließlich bis zuletzt in der Pfanne zurückblieben

- die Kügelchen haben die Farben silbrig glänzendes Schwarz, mattes Grau und golden glänzend - letzteres ist vermutlich Pyrit

- die Körner sind magnetisch

Weitere Hinweise kann ich euch nicht geben.

Vielen Dank für eure Ideen oder Tipps zum Bestimmen!

Lukas

Offline MetGold

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Re: Minikügelchen im Black Sand
« Antwort #1 am: Juli 30, 2012, 16:33:00 Nachmittag »
Hi Lukas,

black sand = Magnetit , haben wir hier "zentnerweise" beim Goldwaschen. Hab ihn allerdings bisher nie fotografiert! Müßte es bei dir wahrscheinlich auch sein.

Ist neben Gold so mit das letzte was in der Pfanne zurück bleibt. Entferne es gern mit dem sogenannten Goldmagneten.


  :j-gold:   MetGold
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Offline pallasit

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Re: Minikügelchen im Black Sand
« Antwort #2 am: Juli 30, 2012, 16:58:36 Nachmittag »
Hallo Lukas,

die NASA hat Infos und eine Datensammlung über "Cosmic Dust": http://curator.jsc.nasa.gov/dust/

Attilio Anselmo produziert "Pseudo Mikrometeorite": http://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/0708/0708.4276.pdf

Dirk Kettrup hat eine Dissertation über "Mikrometeorite in terrestrischen Sedimenten" geschrieben. Dort ist auch eine gute Einführung in dieses Thema zu finden.
http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-82/a.pdf
(für die anderen Teile der Arbeit "a.pdf" im oberen Link durch "b.pdf" usw. ersetzen)

Grüße Willi

Offline schwarzwaldmineraloge

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Re: Minikügelchen im Black Sand
« Antwort #3 am: Juli 30, 2012, 17:21:08 Nachmittag »
Hallo,

Ich denke es handelt sich um Schlackekügelchen. In Württemberg wurden Eisenerze verhüttet (Bereich Aalen undauf der Alb). Eisenschlacken enthalten u.a. Magnetit, Wüstit oder sogar Eisen, all das ist magnetisch. Gegen Magnetitspricht die starke Rundung, selbst Magnetite aus Blacksands von der Ostseeküste, die mit Gletschern transportiert wurden, haben meist noch oktaedrische Form.

Glück Auf!
Sebastian
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Offline MetGold

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Re: Minikügelchen im Black Sand
« Antwort #4 am: Juli 30, 2012, 17:41:20 Nachmittag »
Hallo Sebastian,

da muß ich mir bei der nächsten Pfanne mal den Black Sand unters Mikroskop ziehen, hab da wohl Nachholebedarf!  :crying:


 :winken:   MetGold
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Suevit

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Re: Minikügelchen im Black Sand
« Antwort #5 am: Juli 30, 2012, 23:39:12 Nachmittag »
Hallo Lukas,

da ist tatsächlich auch Pyrit dabei, einige der Kügelchen zeigen deutliche Kristallflächen. Stammt aus dem Keuper (dort häufig anzutreffen in Vorkommen inkohlter Pflanzen) und/oder dem Lias.

Gruß,
Rainer

pollux71

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Re: Minikügelchen im Black Sand
« Antwort #6 am: Juli 31, 2012, 15:32:57 Nachmittag »
Hallo Leute,

ich bedanke mich für die Rückmeldungen. Sehr viel schlauer als vorher bin ich allerdings nicht, doch zumindest habe ich nun einige Hinweise, was in Frage kommt.

Mikrometeorite... naja, ich weiß nicht. Ich habe mich vor einiger Zeit intensiv mit Meteoriten befasst, doch dass Meteoritenfunde so zahlreich in einem Fluss vorkommen können, das wusste ich nicht. Wäre es so, dann müssten diese Kügelchen eigentlich in jedem Fluss zu finden sein, was mir bis jetzt aber nie aufgefallen ist. Allerdings fand ich unter dem Stichwort bei Google ein Foto von Meteoritenkügelchen, die genau das zeigen, was bei mir in der Pfanne war.

Doch trotzdem gehe ich eher von Schlacke aus, wie Sebastian vorschlug. Allerdings wundert mich die perfekte Kugelform. Diese müsste in Flüssigkeit entstanden sein oder eben im freien Fall, also doch extraterrestisch...?

MetGold: Ja, es loht sich durchaus, auch mal den Blacksand aus der Nähe zu begutachten. Noch besser ist der Rheinsand, der ist sogar recht bunt!

Und noch etwas an dich, Rainer: Ich habe 3 mal an der von dir vorgeschlagenen Stelle prospektiert, bisher aber ohne Erfolg. Ich denke, dass ich mir doch mal einen Urlaub in den Schweizer Alpen gönne, vielleicht nächstes Jahr nach der Schneeschmelze. Um Karlsruhe herum scheint es auch keine geeigneten Stellen zu geben, ist fast alles Auewald oder begradigt ohne ordentliches Ufer. Der einzige Rheinkies scheint dort in Baggerseen zu liegen.

Und noch eine Frage. Was sind denn inkohlte Pflanzen?

Freundlicher Gruß von Lukas

Suevit

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Re: Minikügelchen im Black Sand
« Antwort #7 am: Juli 31, 2012, 21:51:28 Nachmittag »
Hallo Lukas,

danke für die Info!

Und noch eine Frage. Was sind denn inkohlte Pflanzen?
Pflanzenfossilien deren organische Substanz weitestgehend bis auf den Kohlenstoffanteil abgebaut ist.

Gruß,
Rainer

Offline schwarzwaldmineraloge

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Re: Minikügelchen im Black Sand
« Antwort #8 am: August 01, 2012, 14:22:05 Nachmittag »
Hallo,

Gold habe ich leider auch noch keins bei Karlsruhe gefunden, aber schönen rosa Granat und Zinnstein, und zwar in dem Baggersee bei Leopoldshafen. Da hats reichlich Sand und Kies, da würde sich ein größerer Waschversuch vielleicht lohnen. War nur ca. 2 Stunden mal dort, nach einem Vorstellungsgespräch. Nur mit der Pfanne ein wenig gewaschen. Der Baggersee ist direkt neben der Straße und ohne Zaun (zumindest 2010).

Glück Auf!
Sebastian
Diplom-Mineraloge

Peter5

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Re: Minikügelchen im Black Sand
« Antwort #9 am: August 04, 2012, 18:44:27 Nachmittag »
Ich hätte jetzt auch eher an Pyrit plus Magnetit gedacht aber Eisenschlackekügelchen würden dann ja auch zum Magnetismus passen und ich vertraue letztendlich immer darauf, was der Sebastian schließlich dazu zu sagen hat!  :laughing:

Gruß Peter  :winke:

 

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