Autor Thema: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr  (Gelesen 2470 mal)

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Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« am: September 07, 2012, 18:51:53 nachm. »
So, alles soweit gerichtet und aufgebaut für einen gemütlichen Spaziergang am gestirnten Himmel an diesem herrlichen Spätsommerabend und klarem Himmel! Werde mit meinem C-8 folgende Himmelsobjekte ein wenig beobachten und deren Anblick in Ruhe genießen:

1. Alkor-Mizar (der Augenprüfer, ein Doppelstern in der Deichsel des Großen Wagens, eigentlich ist es ein Dreifachstern)

2. Albireo (Doppelstern im Schwan mit herrlichem Farbkontrast)

3. Kugelsternhaufen M13 und M92 im Herkules

4. M57, der Ringebel in der Leier

5. M27, planetarischer Nebel in Vulpecula

6. Eventuell M31 (Andromedanebel) und M51 (Pinwheel Galaxy)

Bernd  :winke:
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker).

Offline Andyr

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #1 am: September 07, 2012, 20:38:47 nachm. »
Tolles Instrument, ich habe ebenfalls ein C8. Dann viel Spaß und Clear skies. Berichte morgen mal !

Grüße

AndyR

Offline Chondrit 83

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #2 am: September 07, 2012, 20:54:11 nachm. »
Hallo Bernd,

viel Spaß beim beobachten  :super:
Ich hab das analoge Konkurrenzprodukt ein LX10 von MEADE   :weissefahne: und bin nach wie vor begeistert  :wow:

Viele Grüße

Marco
Mit einem Gibeon hat’s begonnen....

Offline gsac

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #3 am: September 07, 2012, 22:36:34 nachm. »
Lese dies gerade zufällig. Sobald ich in ein paar wenigen Jährchen dann
in Rente gehen werde, möchte ich mich auch gern wieder, wie in der Jugend,
etwas intensiver mit der Amateurastronomie beschäftigen und mir auch endlich
mal ein leistungsfähiges Spiegelteleskop gönnen. Bisher war das schon immer
gewollt, aber ich habe es nie getan, vor allem aus Mangel an Zeit in meinem
Berufsleben, mich gründlich damit auseinanderzusetzen. Und dort, wo ich
berufsbedingt lebe, gibt es auch kaum gute Beobachtungsmöglichkeiten wie
an meinem anderen geografischen "Lebensmittelpunkt" weiter im Nordwesten.

Was empfiehlt sich (oder man) denn heutzutage so um die, na sagen wir mal
gerade noch gut transportabel, etwa 10 Zoll? Eher ein Meade? Oder eher ein
Celestron? Oder gibt es da inzwischen kaum noch qualitative Unterschiede?
Und welcher Bautyp? Deep-Sky-Fotografie würde mich interessieren wie auch
die klassische Planeten- und Mondbeobachtung, es sollte also schon eine Art
"Allrounder" sein. Aber durchaus eher ein Spiegelteleskop als ein Refraktor,
und wie gesagt auch noch transportabel - am besten ein Zehnzöller.

Ein noch recht junger Arbeitskollege von mir interessiert sich übrigens auch für
Astrofotografie und hat mir gerade neulich mal ein schönes Buch zum Thema
ausgeliehen. Genaue Daten habe ich nicht mehr, kann man aber sicher leicht
recherchieren: ich erinnere mich an den Titel "Astrofotografie", Edition ProfiFoto,
Autor Roland Störmer. Muß noch recht neu sein, weil die aktuellen Equipments
beschrieben werden.

Alex

Opal

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #4 am: September 07, 2012, 23:07:58 nachm. »
Ich hoffe, ihr habt mehr Freude als wir, als wir uns für die totale Sonnenfinsternis im August 1994 ein langes Standfernrohr anschafften. Ein paaar Mal abends geschaut und wir waren um einen wunderbaren Staubfänger im Wohnzimmer reicher. Besondere Planetenkontellationen haben wir uns seither alle paar Jahre noch angeschaut, aber das Fernrohr ruht sonst gemütlich in seiner Schachtel im Keller und wartet auf künftige Generationen.... :laughing:.

Als Kind hatte ich mal die mythologischen Sternsagen zur Entstehung der einzelnen Sternbilder gelesen und überlegte damals naiv, ob nicht auch jeder Mensch seinen Stern da oben hat. Ein schöner Gedanke, auch wenn es nicht stimmt. :laughing:
« Letzte Änderung: September 07, 2012, 23:27:11 nachm. von Opal »

Offline gsac

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #5 am: September 07, 2012, 23:20:45 nachm. »
Ich hoffe, ihr habt mehr Freude als wir, als wir uns für die totale Sonnenfinsternis
im August 1994 ein langes Standfernrohr anschafften.

Na gut, Opal, es war auch eine im Nachhinein sicher zugegeben kühne Idee, sich für
eine totale Sonnenfinsternis in unseren Breiten (!) extra so ein Fernrohr anzuschaffen.

Ein paaar Mal abends geschaut und wir waren um einen wunderbaren Staubfänger
im Wohnzimmer reicher. Besondere Planetenkontellationen haben wir uns seither alle
paar Jahre noch angeschaut, aber das Fernrohr ruht sonst gemütlich in seiner Schachtel
im Keller und wartet auf künftige Generationen.... :laughing:.

Das kannst Du doch jederzeit ändern: Planetenkonstellationen als solche lassen sich eh
am besten allein mit bloßem Auge beobachten, und für die beobachtbaren Details auf den
Planeten erweckst Du dann halt das Fernrohr in der Schachtel mal aus seinem gemütlichen
Dornröschenschlaf...

Alex

Opal

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #6 am: September 07, 2012, 23:35:18 nachm. »
Alex, ich bin froh wenn ich rechtzeitig sehe, wenn ein Auto um die Kurve kommt und gegen den "schwarzen Star" (Optikusneuritis) helfen für die mangelnde Sehkraft keine Augenärzte und auch keine Fernrohre.... :laughing:
Soll mir nichts Ärgeres passieren, als dass ich nicht mehr gut genug fürs Fernrohr sehe.

Offline gsac

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #7 am: September 07, 2012, 23:57:19 nachm. »
Alex, ich bin froh wenn ich rechtzeitig sehe, wenn ein Auto um die Kurve kommt und
gegen den "schwarzen Star" (Optikusneuritis) helfen für die mangelnde Sehkraft keine
Augenärzte und auch keine Fernrohre.... :laughing:
Soll mir nichts Ärgeres passieren, als dass ich nicht mehr gut genug fürs Fernrohr sehe.

Verstehe ich wiederum gut, Opal! Ich hab mich bis 2004 mit einem sehr ausgeprägtem
grauen Star (Katarakt) rumgequält, bis mir mein damaliger Chef auf der Arbeit, der mich
immer in max. 20 cm vor dem Monitor hat sitzen sehen, den entscheidenden Tip gegeben
hat: habe mir danach Kunstlinsen einbauen lassen und sehe seitdem die Welt wieder in
sehr bunten Farben und glasklar! Phänomenales Ergebnis der OP! Vorher sah ich selbst bei
exzellenten Sichtbedingungen allerhöchstens mal Sterne bis mag +3.0, heute schaffe ich
die mag +6 Grenzgrösse, wenn das Seeing wirklich gut ist, und sehe Punkte auch wieder
als Punkte und nicht nur als verwaschene Flecke. Daher freue ich mich jetzt auch wieder
auf etwas, was ich für die Jahrzehnte vorher für mich schon fast für ausgeschlossen hielt:
mit dem Astronomiehobby wieder eigene Seherlebnisse haben zu können (auch unabhängig
von der Astrofotografie)...

Alex

Opal

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #8 am: September 08, 2012, 00:43:12 vorm. »
Ja Alex, bei Katarakt und Glaucom gibt es schon gute Hilfe und bei chronischer Optikusneuritis und Hornhautablassung wird es irgendwann auch werden. Andersrum kann es manchmal auch durchaus éinen Vorteil haben, wenn du nicht alles siehst, weil du dir dann das Wegschauen ersparst. :laughing:

Wirklich unangenehm im Leben ist nur Eines: Wenn du auf offenem Meer stehst, rechts und links einen Koffer in der Hand hast und - unter dir kein Schiff.  :winke:

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #9 am: September 08, 2012, 01:02:22 vorm. »
Tolles Instrument, ich habe ebenfalls ein C8. Dann viel Spaß und Clear skies. Berichte morgen mal !

Hallo Zusammen,

War ein toller Beobachtungsabend mit einer Stunde Unterbrechung um Geoff und Steve in Aktion zu sehen. Habe alle Himmelsobjekte gesehen (nur M51 leider nicht - dafür aber h + χ Persei) und habe dabei dieses wunderbare Gefühl der seelischen Ausgeglichenheit verspürt, dieses Gefühl, diese kosmischen Wunder in sich aufzunehmen und "zur Ruhe" zu kommen.

Musste natürlich mit der allgegenwärtigen Lichtverschmutzung zurechtkommen, war aber trotzdem erstaunt, wie verhältnismäßig gut der Ringnebel, der Andromedanebel und der Hantelnebel zu sehen waren. Auch M13 und M92, die beiden Kugelsternhaufen waren auf Anhieb in meinem aufmontierten C-90, das ich wegen des großen Gesichtsfeldes gerne als Sucherfernrohr benutze. Bei M92 war die deutliche Helligkeitskonzentration zum Zentrum hin auffällig, wodurch dieser Kugelhaufen viel kompakter wirkt als der "ehrwürdige" M13. Beim Hantelnebel konnte ich mit "averted seeing" die Hantel- bzw. die Schmetterlingsform (oder auch hourglass-Form) erhaschen.

Morgen, also heute, werde ich das Teleskop vielleicht mal mit Sonnenfilter (Objektivfilter!) auf die Sonne richten.

01:00 Uhr, ... so das war's!  :winke:

Bernd
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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #10 am: September 08, 2012, 09:43:50 vorm. »
Habe alle Himmelsobjekte gesehen (nur M51 leider nicht - dafür aber h + χ Persei)

Hallo Bernd,

es überrascht mich nicht, dass Du M51 nicht sehen konntest. Ich hatte mit diesem Objekt auch nie Erfolg. Es freut mich umso mehr dass es dafür insgesamt erfolgtreich war.

Grüße

Andy

Offline Chondrit 83

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #11 am: September 08, 2012, 10:30:58 vorm. »
Hallo Bernd,

Es ist genau dieses Gefühl was die Faszination der Hobbyastronomie ausmacht, das sind unvergessliche Nächte   :smile:

M51 ist nicht das einfachste Objekt aber durchaus erreichbar für ein 8" SC Teleskop. Ich habe bisher allerdings auch nur ein schwaches Nebelchen und das auch nur mit indirektem Sehen erkennen können  :crying:

Grüßle

Marco
Mit einem Gibeon hat’s begonnen....

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #12 am: September 08, 2012, 12:09:56 nachm. »
Hallo Zusammen,

Ja M51 ist nicht einfach bei dieser Lichtverschnutzung aber durchaus erreichbar. Hier Auszüge aus meinen Aufzeichnungen:

April 12, 1980: Zwei diffuse Lichtpunkte ohne strukturelle Verbindung.

April 10 ,1981: 00.50 MESZ als zwei diffuse Lichtflecke erkennbar.

April 15, 1982: Heute um die beiden Kerne der Sc-Spirale diffuses Halo gesehen.

Bernd  :winke:

P.S.: Hätte natürlich Whirlpool Galaxy heißen müssen und nicht Pinwheel Galaxy!  :bid:
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #13 am: September 08, 2012, 13:51:54 nachm. »
Hallo Zusammen,

Habe vorhin meine ALDI Digi (Traveller DC-5300), die ich noch immer auch für meine Meteorite und meine DS benutze, ans C-8 angekoppelt und diese Sonnenflecken fotografiert.

Bernd  :winke:
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

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Re: Beobachtungen am (eigenen) Fernrohr
« Antwort #14 am: September 08, 2012, 14:47:59 nachm. »
Und nun eine Gesamtaufnahme der Sonnenscheibe durch das C-90 mit Baader Filterfolie. In Bildmitte unten sind die Sonnenflecken zu erkennen, die ich im vorigen Bild durch das C-8 fotografiert habe.

Bernd  :winke:
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