Autor Thema: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!  (Gelesen 262281 mal)

MilliesBilly

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #210 am: Februar 17, 2013, 11:37:33 vorm. »

Was die bislang nicht gefundenen Massen anbelangt: soweit ich sehe, kommen bislang sämtliche Verlautbarungen zur Suche von offizieller Seite, namentlich vom Vize-Gouverneur der Provinz, der offenbar mit der Öffentlichkeitsarbeit betraut wurde. Auch ist die Rede von Suchtrupps des Inlandsgeheimdienstes, die von Hubschrabern aus das Gelände checken.

Mein Vetrauen in solche Informationen hält sich naturgemäß in engen Grenzen, sowohl was die Fähigkeit als auch was die Offenheit dieser Leute anbelangt.

Nun sollen auch Wissenschaftler auf dem Marsch sein, mal schauen, ob man da Genaueres hören wird.

Meine Hoffnung setze ich aber auf unsere russischen und, wer weiß, womöglich inzwischen auch schon internationalen Kollegen und Freunde vor Ort, die es gewohnt sind, Meteoriten zu finden. Von ihnen, denke ich, würden wir von allfälligen Funden früher oder später dann wohl auch erfahren.





MilliesBilly

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #211 am: Februar 17, 2013, 11:39:21 vorm. »
Hallo,

weiß jemand, wie tief der See ist?

Meine irgendwo was von 12 m. gelesen zu haben.

Offline Greg

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #212 am: Februar 17, 2013, 12:11:23 nachm. »
Danke.
12 Meter - schon mal besser als z.B. 30m... (trotzdem noch relativ tief). Schwieriges Unterfangen. Vielleicht sollten die einen starken Sauger benutzen.
Immerhin ein 6 Meter großes Loch.

Zum Vergleich Bjurböle (L/LL4):
Im 0,4m dicken Eis hinterließ der Meteorit ein 4 Meter großes Loch. Er durchdrang die 0,5 Meter Wasser und grub sich 7 Meter tief in den Schlamm ein. Dabei zerbrach er in mehrere Stücke mit einem Gesamtgewicht von 330kg.



Offline DCOM

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #213 am: Februar 17, 2013, 12:36:31 nachm. »
Mal kurz tauchen reicht nicht. Der Meteorit ist sicher tief im Boden. Wie tief  war Jilin, 8 meter?

Aus Bühler, p. 91

Bernd

Wenn die Hauptfragmente mehrere Meter Durchmesser haben und > 10 m in den Seegrund eindringen, dürfte eine Bergung extrem schwierig werden. Ist ein solches Unterfangen noch erfolgversprechend?

Grüße, D.U.

Offline MarkV

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #214 am: Februar 17, 2013, 12:47:39 nachm. »
Laut dieser Seite gibt es ja sogar Augenzeugen fuer das Eindringen des Meteoriten in das Eis:

http://www.chebar-cool.ru/news/465.html

"February 5 about 10.20chas. Lake Chebarkul fishermen witnessed an unusual phenomenon. First, the sky appeared a luminous point, which rapidly increased in size. Then, there was an explosion and flew in different directions about seven fragments. One fell on the opposite shore of the city, vzmetnuv up a column of water, ice and steam. A huge ice-hole with a diameter of about 7-8 meters, perfectly smooth round shape. Fishermen reported the incident to the Ministry of Emergency Situations and the police."

Man muss nur tief genug bohren. Aber vielleicht ist die Bergung einfach zu teuer?

Viele Gruesse,
Mark

Offline herbraab

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #215 am: Februar 17, 2013, 12:52:28 nachm. »
Ich nehme doch an, dass man die Krümel, die am Rand des Lochs gefunden wurden, untersucht wird. Dann sollten wir wissen, ob da tatsächlich ein Meteorit im See liegt...

:hut:
Herbert
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Steini

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #216 am: Februar 17, 2013, 13:39:44 nachm. »
Hallo,

wie wäre es denn mal, sich der Suche nach den Niederschlagsrückständen aus der Rauchspur zu widmen (s.a. von Retyi und Aumann "Meteorite - Boten aus dem All", S. 52)?
Das Rohmaterial in Form von Schnee liegt in der Region ja massenhaft rum. Die Proben müssten dann allerdings auch professionell analysiert werden, um Verwechslungen mit irdischen Industrierückständen auszuschließen. Eventuell ließen sich so Rückschlüsse auf den Meteoritentyp ziehen, wenn schon bislang kein eindeutiges makroskopisches Material vorliegt.

Steini

   

Offline speul

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #217 am: Februar 17, 2013, 14:16:24 nachm. »
Hallo,

wie wäre es denn mal, sich der Suche nach den Niederschlagsrückständen aus der Rauchspur zu widmen (s.a. von Retyi und Aumann "Meteorite - Boten aus dem All", S. 52)?
Das Rohmaterial in Form von Schnee liegt in der Region ja massenhaft rum. Die Proben müssten dann allerdings auch professionell analysiert werden, um Verwechslungen mit irdischen Industrierückständen auszuschließen. Eventuell ließen sich so Rückschlüsse auf den Meteoritentyp ziehen, wenn schon bislang kein eindeutiges makroskopisches Material vorliegt.

Steini

   

Die Idee ist ja nicht schlecht., aber hast Du Dir mal den Schnee angeschaut, und die Schornsteine. Da wird wieder alles gefunden was man will  :wow:
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Offline herbraab

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #218 am: Februar 17, 2013, 14:33:41 nachm. »
Hier ein interessantes Video von einem Ort, wo der Meteor offenbar fast durch den Zenit drüber gegangen ist. Nach der ersten, massiven Schockwelle hört man über einen Zeitraum von mehr als 30 Sekunden noch zahlreiche weitere Kracher. Man sieht auch parktisch von unten in die Rauchspur und da zeicht sich (z.B. bei 0:26, 0:58) meiner Ansicht nach doch, dass es weniger zwei parallel laufende Spuren sind, als vielmer eine Wirbelschleppe mit einem Querschnitt wie ein umkehekhrtes U (oder, wenn man so will, auch wie der Querschnitt durch einen Atompilz):

http://www.youtube.com/watch?v=joCUnvWYaww

Beim nächsten Video dürfte der Meteor auch nur knapp am Zenit vorbeigegengen sein. Die Zeit von der größten Helligkeit der Feuerkugel bis zum Eintreffen der Schockwelle beträgt rund 88 Sekunden, wes einer Entfernung von ca. 30km entspricht. (Achtung, Schnitt bei 0:20 beachten! Die Laufzeitmessug ist aber mit der eingeblendeten Uhrzeit möglich):

http://www.youtube.com/watch?v=odKjwrjIM-k

Und noch ein sehr schönes Video von der Rauschpur. Auch hier befindet sich der Beobachter fast direkt unter der Spur, man sieht von unten in die Wolke. Ich denke, man kann die Strukur der symmetrischen Wirbelschleppe gut erkennen. Interessant ist der Bereich 0:19 - 0:22: Hier kann man erkennen, dass aus der großen Explosionswolke zwei kleine Rauspuren herausführen, die aber beide wieder eine symmetrische Struktur zeigen (siehe Screenshots):

http://www.youtube.com/watch?v=gAMJEyYP7pM

Ich denke also, dass sich die Struktur der Wolke im Großen tatsächlich eher als symmetrische Wirbelschleppe erklären lässt, als durch zwei parallel fliegende Fragmente. Aus der Explosionswolke gehen aber die Spuren von (mindestens) zwei großen Fragmenten hervor, wie das ja auch auf dem Bild von grobibaer zu erkennen ist.

Leider kann ich bei keinem der Videos erkennen, an welchem Orten sie genau aufgenommen wurden...

:hut:
Herbert
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Offline herbraab

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #219 am: Februar 17, 2013, 14:35:34 nachm. »
wie wäre es denn mal, sich der Suche nach den Niederschlagsrückständen aus der Rauchspur zu widmen

Durch die Rauchspur zu fliegen und Teilchen zu sammeln wäre natürlich optimal gewesen...

:hut:
Herbert
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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #220 am: Februar 17, 2013, 15:09:53 nachm. »
Ich war schon mehrmals in der Region und kann euch sagen die Suche wird da nicht leicht!
Solang kein neuer Schnee fällt sind die Chancen noch recht groß.
Deshalb ist auch ein Team aus Miass und Ekaterinburg von den dortigen Universitäten auf der Suche nach Fragmenten.
Meine Bekannten an der Uni in Ekaterinburg (Geophysiker) wurden zu Messungen beauftragt. Sie sollen mit einem Bodenradar
über den See bzw. Sonden herunter lassen. Ich denke da wird jetzt schon ein ganz schöner Aufwand betrieben.
Was die Suche später im Jahr betrifft wird es ganz schwierig, da das Gebiet dort recht sumpfig ist und alles was nicht sumpfig ist,
ist bebaut, Privatbesitz oder bergig. Sperrgebiete gibt es dort zum Glück nur wenige.
Ein weiterer Faktor ist aber die Schwerindustrie in dem Gebiet und die Rüstungsindustire in Richtung Miass.
Schnee oder Staubproben dort zu untersuchen ist daher aussichtslos und selbst die Suche mit einem Metalldetektor wird den Suchenden
nach kurzer Zeit zum verzweifeln bringen. Der Boden dort ist voll mit Schrott und verschiedensten Erzen (von Eisen bis Thorium).

Was die Suche von ortsfremden dort betrifft, so muß man ja erst mal ein Visa bekommen um in das Land zu kommen.
Ich organisiere seit 10Jahren Reisen zum Mineraliensammeln in den Ural und kann ein Lied davon singen.
Aber noch viel schwieriger ist es das Material dann aus dem Land zu bekommen....


Offline karmaka

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #221 am: Februar 17, 2013, 15:17:02 nachm. »
Zitat
Leider kann ich bei keinem der Videos erkennen, an welchem Orten sie genau aufgenommen wurden...

Hallo Herbert,

die Videos müssten in und um Korkino (Коркино)  gefilmt worden sein. Dies passt gut zu der Berechnung, dass der Meteor zwischen Korkino und Jemanschelinsk (Еманжелинск) vorbeigezogen sein muss.

Offline MarkV

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #222 am: Februar 17, 2013, 15:28:56 nachm. »

Zitat
Leider kann ich bei keinem der Videos erkennen, an welchem Orten sie genau aufgenommen wurden...

Alle 3 Videos stammen aus Korkino ( коркино )


Gruesse,
Mark

Offline herbraab

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #223 am: Februar 17, 2013, 15:44:14 nachm. »
Danke, karmaka und Mark!  :super:

Das dürfte die Rauschspur eine etwas längere Zeit nach dem Fall gewesen sein:

http://www.youtube.com/watch?v=B_djUWZD1c8

Meine Bekannten an der Uni in Ekaterinburg (Geophysiker) wurden zu Messungen beauftragt. Sie sollen mit einem Bodenradar über den See bzw. Sonden herunter lassen. Ich denke da wird jetzt schon ein ganz schöner Aufwand betrieben.

Danke für die interessante Info!
Hast Du Informationen darüber, ob die Steinchen, die am Rand des Eislochs gefunden wurden, untersucht wurden?

:hut:
Herbert
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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #224 am: Februar 17, 2013, 16:18:10 nachm. »
Bisher habe ich noch keine weiteren Informationen......hoffe das ich nächste Woche eine mail mit Infos bekomme :-)
Bin auch ganz gespannt!!!

 

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