Autor Thema: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!  (Gelesen 301775 mal)

Offline karmaka

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #495 am: Februar 24, 2013, 19:25:24 nachm. »
In dieser Aufnahme aus Satka ( Сатка ) ist noch einmal sehr schön zu sehen, dass der Meteor ungefähr aus der Richtung des Sonnenaufgangs kam. Die Blickrichtung entspricht fast genau der Flugbahn des Meteors.

LINK

Und noch eine zweite Aufnahme aus einer ähnlichen Blickrichtung, ebenfalls in Satka:

LINK

Und es wird weiterhin fleißig gesucht, gegraben und gefunden:

http://www.youtube.com/watch?v=jI6-Eyw5Q_s
http://www.youtube.com/watch?v=E_ArF-G_4eY
« Letzte Änderung: Februar 24, 2013, 19:42:17 nachm. von karmaka »

Offline Buchit

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #496 am: Februar 24, 2013, 19:33:41 nachm. »
Was für ein verdammtes Glück, dass es im Fundgebiet seit dem Ereignis nicht mehr geschneit hat - die kleinen Löcher in der Schneedecke wären ja wohl nullkommanix auf Nimmerwiedersehen verschwunden... :crying:

Offline skywatch

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« Letzte Änderung: Februar 24, 2013, 20:37:59 nachm. von skywatch »

Offline Dave

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #498 am: Februar 24, 2013, 20:40:08 nachm. »
Was ich sehr interessant an diesen Schmelzröhren finde ist, das dies doch eindeutig zeigt, das die Mets beim Einschlag auf die Erde doch noch "heiß" sind. Oder sagen wir zumindest so warm, das sie diese doch recht langen Röhren bilden können.
Weiß nicht, ob dies vorher schonmal so eindeutig nachgewiesen werden konnte? Ist euch da was bekannt?  :gruebel:

Grüße David  :hut:

Offline herbraab

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #499 am: Februar 24, 2013, 20:52:44 nachm. »
Was ich sehr interessant an diesen Schmelzröhren finde ist, das dies doch eindeutig zeigt, das die Mets beim Einschlag auf die Erde doch noch "heiß" sind. Oder sagen wir zumindest so warm, das sie diese doch recht langen Röhren bilden können.

Diesen Schluss würde ich nicht unbedingt ziehen. Der Schnee sieht doch sehr locker aus, und wenn da ein Stein aus entsprechender Höhe reinfällt, dann kann ich mir vorstellen, dass es auch ganz ohne Aufschmelzen des Schnees so ein Loch gibt...

:hut:
Herbert
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Offline Haschr Aswad

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #500 am: Februar 24, 2013, 21:01:23 nachm. »
Ich glaube, es geht hier weniger um die Schusskanäle als um die eigenartigen "fulguritartigen" Eiskerne, an deren Fuß die Steine jeweils haften.

Offline Mineraloge

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #501 am: Februar 24, 2013, 21:04:29 nachm. »
Also ich würde da Dave recht geben, es sieht schon so aus als wäre öfters solch eine "Schmelzröhre" zu finden, zumindest sieht man es in einigen Videos. Allein vom reinfallen dürfte die sich nicht bilden....... Auch scheint die oberste Schneeschicht "verharscht" zu sein, also leicht durchgefroren. Ich denke das die Fragmente beim Aufprall diese Schicht durchschlagen haben und dann Aufgrund ihrer Restwärme langsam nach unten gesunken sind und so diese Röhren gebildet haben. Wenn ich von dem einen Video ausgehe würde ich sagen das Teil hatte so 30-50°C um diese ca. 20cm lange Röhre zu erzeugen.

Gruß André

Offline Dave

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #502 am: Februar 24, 2013, 21:09:08 nachm. »
Ich glaube, es geht hier weniger um die Schusskanäle als um die eigenartigen "fulguritartigen" Eiskerne, an deren Fuß die Steine jeweils haften.

Genau, es geht nicht um die Schusskanäle sondern um die "Eiskerne" welche dort ausgegraben werden und an welchen dann am Ende der Met steckt.
Wirklich ein toller Fall. Schon allein wegen dieses Phänomens.
Grüße David  :hut:

Offline Murchison´s friend

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #503 am: Februar 24, 2013, 21:16:15 nachm. »
hi,

ich glaube die Eiskerne sind kein Phänomen, wenn der Meteorit liegt, dann schmilzt die Restwärme etwas den ihn umgebenden Schnee und wegen der tiefen Aussentemperaturen gefriert alles sehr schnell wieder, darum die Eiskerne - glaube ich !

LG,
Michael
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Offline miro67

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #504 am: Februar 24, 2013, 21:19:05 nachm. »
Was ich sehr interessant an diesen Schmelzröhren finde ist, das dies doch eindeutig zeigt, das die Mets beim Einschlag auf die Erde doch noch "heiß" sind. Oder sagen wir zumindest so warm, das sie diese doch recht langen Röhren bilden können.

Hi Dave  :winke:

Bei den doch recht kleinen Fragmenten,die ja nur wenige Gramm wiegen,dürfte keine Restwärme mehr vorhanden sein.
Der schon stark abgebremste Flug durch die kalte Luft,sollten so kleine Stückchen schnell abkühlen.Da müßte die Masse
schon viel höher sein,damit am Boden noch Restwärme vorhanden ist.
Das die kleinen Prachtstücke relativ tief im lockeren Schnee liegen,dürfte einzig und allein auf deren Aufschlaggeschwindigkeit
und der daraus resultierenden Energie zurückzuführen sein.

LG
Michael

Offline pallasit

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #505 am: Februar 24, 2013, 21:59:59 nachm. »
Die Bildung dieser länglichen, senkrechten Eis/Schneekonkretionen sind nicht durch Wärmeeintrag der Meteoriten entstanden. Diese kleinen Stücke sind praktisch sofort ausgekühlt. Die eingebrachte Wärmeenergie reicht dazu nicht aus.
Mehr Aufschlagsenegie wie ein normaler Stein aus dem 5. Stock bringt ein solcher Winzling auch nicht mit, dadurch wird kein Gramm Schnee schmelzen.

Bei den ersten Aufnahmen meinte ich diese Konkretionen nicht beobachtet zu haben (z.B. die junge Meteoritenfinderin der NYT). Die durch den Meteoriten entstandene Einschlagröhre dürfte für diesen Effekt verantwörtlich sein.

Scheekristalle an der Oberfläche durchlaufen wegen der Temperaturschwankungen eine abbauende Metemorphose. Die Schneekristalle werde rundlicher und verlieren immer mehr ihre verästelte Form, es entsteht Harschschnee.
Schneekristalle in tieferen Schichten durchlaufen eine aufbauende Metamorphose. Die Schneekristalle bilden neue, größere Kristalle, die durch Lufteinschlüsse nur noch geringe Festigkeit besitzen.
Beides geschieht bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.
Die Einschlagröhre verlagert diesen Oberflächenvorgang (Verharschung) nach unten. Verstärkt wird dieser Effekt durch die höhere Luftfeuchtigkeit innerhalb der Röhre.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schnee#Schneearten

Ich denke, dass solche Effekte dieses Phänomen erklären können. Kann man bei ausreichender Schneelage und ordentlichen Frostgraden auch mal ausprobieren. Hier in Südbaden liegt praktisch kein Schnee mehr und wegen mir muss auch keiner mehr fallen (Meteoriten schon).

Grüsse Willi  :prostbier:

PS: Einigen sind sicher schon mal die becherförmigen Eiskristalle in Schneelöchern aufgefallen, entstehen nur bei starkem Frost.


Offline karmaka

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #506 am: Februar 24, 2013, 23:37:50 nachm. »
Hier haben Zuluaga und Ferrin heute die Umlaufbahnen des Asteroiden DA 14 und des Tscheljabinsk-Meteoroiden noch einmal grafisch zum Vergleich dargestellt:

Ebenenansicht

Aufsicht

 :hut:

Martin

PS: Danke für die interessanten Erläuterungen, Willi!  :super:
« Letzte Änderung: Februar 25, 2013, 00:11:37 vorm. von karmaka »

Offline karmaka

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #507 am: Februar 25, 2013, 09:02:06 vorm. »
Ein neuer Bericht der erweiterten Suchexpedition in der Fallregion:

LINK

Die Fotos: LINK

(Der Bericht lässt sich nur schlecht automatisch übersetzen.)

Hier ist noch eine Fernsehreportage aus der Fallregion:

LINK

« Letzte Änderung: Februar 25, 2013, 09:47:22 vorm. von karmaka »

MilliesBilly

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #509 am: Februar 25, 2013, 12:03:04 nachm. »
Habe gerade von meinem Geophysiker in Ekaterinburg erfahren das die ersten Messungen im See eine Anomalie von 50-70cm groesse gezeigt haben. Das Stueck soll ca. 1 - 1,5m tief im Schlamm liegen, daher haben die Taucher noch nichts finden koennen. Mitte Maerz sind weitere Messungen geplant. Die Polizei hat den See abgesperrt da viele versucht haben Loecher hinein zu schlagen um weitere Fragmente zu finden und damit die Gefahr gross wurde das Personen in die Loecher stuerzen. Die Sammeltaetigkeit der Bevoelkerung ist riesig, wie man an den vielen Videos ja auch sieht. Man hat die Leute gebeten die Stuecke abzugeben, aber es besteht derzeit kein Verbot damit zu handeln. Er sagt aber auch, alles was bisher im Internet angeboten wurde sind Fakes. Der Preis soll auch schon nach unten gegangen sein von anfaenglich bis zu 50Euro pro Gramm auf 5-10 Euro.


Beste Gruesse
Andre

 

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