Autor Thema: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!  (Gelesen 390584 mal)

Offline gsac

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #975 am: April 10, 2013, 20:54:12 Nachmittag »
Wie bereits bei Sutter's Mill spendet Terry Boudreaux dem Field Museum eine große Anzahl Chelyabinsk Exemplare.

VIDEO-LINK

LINK

Das freut mich sehr fürs Field Museum! Ich war da mal vor vielen Jahren als Besucher, in meinen
noch frühen Jahren als Sammler und am Rande einer berufsbedingten Reise, und fand das Display
recht beeindruckend. Da wurden auch richtige Settings aufgebaut, z. B. das Auto, das vom Benld-
Meteoriten getroffen wurde, mit dem alten Original-Auto natürlich, einem sehr frühen "Vorläufer"
des späteren Peekskill-Chevy von Michelle Knapp, der derzeit rund um die Welt unterwegs ist.

Solche Leute, Philantropen wie Terry Boudreaux, würde ich mir sehr auch für europäische Museen
wünschen, z. B. das NHM Wien oder auch das Naturkundemuseum hier in Berlin, die allesamt an
großer Geldnot leiden und für die Erweiterung der Spezialsammlungen auch auf Schenkungen
angewiesen sind. Leute, die erkennen, daß Sponsoring sinnvoll ist und man damit "Gutes" tun kann...

Alex

Offline karmaka

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #976 am: April 10, 2013, 21:05:02 Nachmittag »
Solche Leute, Philantropen wie Terry Boudreaux, würde ich mir sehr auch für europäische Museen
wünschen, z. B. das NHM Wien oder auch das Naturkundemuseum hier in Berlin, die allesamt an
großer Geldnot leiden und für die Erweiterung der Spezialsammlungen auch auf Schenkungen
angewiesen sind. Leute, die erkennen, daß Sponsoring sinnvoll sein und man "Gutes" tun kann...

Das geht mir auch so, Alex. Und deshalb ist es auch wichtig, immer wieder über solche Schenkungen zu berichten.
Vielleicht wird so ja auch in unserem Land der eine oder andere finanzkräftige Freund der Wissenschaft motiviert
in die Erweiterung unserer öffentlichen Meteoritensammlungen zu investieren.

Martin


Offline DCOM

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #978 am: April 11, 2013, 09:36:25 Vormittag »
Würdet ihr hier bedenkenlos zuschlagen?
Ich würde hier noch einen anderen Gesichtspunkt einfließen lassen:
0.14 gr. weight    Es sind 0,14 Gramm für ~ 30 € und ggfls. mußt du noch zum Zoll zum Abholen.

Hallo zusammen,

ich bin sicher nicht der Einzige hier, der die Preisentwicklung dieses Falls beobachtet. Hier kann man das Regulativ "Angebot und Nachfrage" in Reinkultur beobachten. Etwas, das wir aktuell in der sog. "westlichen Welt" nicht allzu häufig haben....

Meine Beobachtungen basieren auf den Angeboten auf ebay:

Mitte - Ende Februar: ca. 100 - 150 $/g, weniger als 25 Angebote verfügbar
Anfang - Mitte März: ca. 50 - 100 $/g, ca. 25 - 50 Angebote verfügbar
Mitte - Ende März: ca. 20 - 50 $/g, ca. 100 - 175 Angebote verfügbar
Anfang April: 12 - 30 $/g, ca. 175 Angebote verfügbar

Und dieser Preisverfall noch VOR der Schneeschmelze, also noch bevor großflächig abgesucht werden konnte!
Man kann sich ausrechnen, wie der Preis dann im Juli/August aussehen wird. (Prophetisch tippe ich mal auf 1-2 $/g.)

Eines ist auch klar:
Jeder Meteoriten-Hunter, der verschieden große Funde gemacht hat, wird erst mal versuchen das ganze Kleinzeug loszuwerden, solange die Nachfrage entsprechend hoch ist, denn später sind diese kleinen Dinger absolut unverkäuflich.
Dieser Trend war bei einigen Ebayverkäufern nachzuverfolgen, erst die kleinsten Stücke mit unter 1g Gewicht im Angebot (Februar/Anf. März), und erst jetzt rücken sie schön langsam mit den schönen Stücken zwischen 50 und 300g raus. Die kleinen erbsengroßen Stücke werden aktuell pauschal in Losen zu vielen Stück abgestoßen - kauft offensichtlich jetzt schon kaum jemand mehr.

Ich denke diese Zusammenfassung sagt einiges zu dem angesprochenen "Angebot" 0,14g zu 30 $ (= 214 $/g!!!) aus.

Nur Geduld also!

Meint
Christian


Ich vermute, dass das weniger etwas mit Verkaufsstrategie als mit der Fundverteilung zu tun hat: Es wurden sehr viele kleine Stücke (< 10 g) aber nur sehr wenige große Stücke (>50 g) gefunden. Auch bei Masseneisen wie Sikhote verkaufen sich kleine Individuals - vermutlich sogar besser als die großen, teuren Eisen, die sich kaum jemand leistet.

Die Vorhersage der weiteren Preisentwicklung sehe ich auch kritisch. Auch wenn man nach der Schneeschmelze viele weitere Individuals finden wird, glaube ich, dass der Preis kaum wesentlich unter 10$ im Gramm sinken wird. Zum einen liegt das daran, dass die Neufunde qualitativ kaum an die frischen Fälle heranreichen werden. Zum anderen handelt es sich um einen Jahrhundertfall, was sicher in die Preisbildung einfließen wird. Wenn man sich anschaut, was die Amis z.B. für Wisconsin verlangen, dann halte ich Preise von 1-2 $ im Gramm für unrealistisch.

Gut möglich also, dass sich die "Geduld-Strategie" am Ende nicht auszahlt. Dann gibt es eben zwei Qualitätsstufen von Funden: Frischfälle, die sich preislich deutlich von den stärker verwitterten Neufunden unterscheiden werden. Falls das geplante Exportverbot umgesetzt werden sollte, ist es sowieso vorbei.

Aber wir werden sehen...

Cheers, D.U.  :prostbier:


Offline steinbeisser

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Re: METEOR, Tscheljabinsk, Funde
« Antwort #979 am: April 11, 2013, 14:19:15 Nachmittag »
Hallo zusammen,

Zitat
Solche Leute, Philantropen wie Terry Boudreaux, würde ich mir sehr auch für europäische Museen
wünschen, z. B. das NHM Wien oder auch das Naturkundemuseum hier in Berlin, die allesamt an
großer Geldnot leiden und für die Erweiterung der Spezialsammlungen auch auf Schenkungen
angewiesen sind. Leute, die erkennen, daß Sponsoring sinnvoll ist und man damit "Gutes" tun kann...

das mit dem Herrn Boudreaux und seinen dem Field-Museum gestifteten Meteoriten ist sicher eine wünschenswerte, edle und selten zu treffende Handlungsweise, auf der andern Seite hat aber meines Wissens sein Sucher, ein bekannter "meteorite-hunter" eine gleiche Menge für sich und zum Verkauf behalten. Und somit gehen andere Museen in Rußland oder auch bei uns (Berlin und Rieskratermuseum z.B.!) vorläufig leer aus.

Wäre es nicht an der Zeit, solche überirdischen Fallprodukte generell als "Erbe der Menschheit" zu betrachten?
Müßte nicht den gesundheitlich und durch Glasbruch geschädigten Bewohnern von Tscheljábinsk aus den Verkaufserlösen der bereits schwunghaft gehandelten Steine eine Entschädigung zugesprochen werden?  :gruebel:
Bei den echten Sammlern ist das Stöhnen über meine Ansichten deutlich zu vernehmen, ist ja auch nur Anregung, die Sache einmal ganz anders zu betrachten. Nix für ungut!

Einer, der sicher auch stolz wäre, einen frischen Tscheljábinsk zu besitzen, wenigstens vorübergehend...

Gruß
K.W.

Offline herbraab

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #980 am: April 11, 2013, 14:36:37 Nachmittag »
Man kann sich ausrechnen, wie der Preis dann im Juli/August aussehen wird. (Prophetisch tippe ich mal auf 1-2 $/g.)

Prognosen sind immer schwierig - insbesonders, wenn sie die Zukunft betreffen. :einaugeblinzel:

Dass der Preis auf 1-2$/g absinkt halte ich aber für unwahrscheinlich. Für profesionelle Meteoritensucher dürfte sich bei diesem Preisniveau der Aufwand, der mit einer gezielten Suche verbunden ist, wohl kaum noch rechnen (es sein denn, die Funddichte ist so hoch, dass man die Meteoritenstücke auf den Wiesen nur nuch noch mit Schneeschaufeln zusammengeschoben und auf LKWs verladen werden müssen). Und bei den ansässigen Bewohnern stellt sich die Frage, ob diese dann einen 10g schweren Meteoriten für $5,- hergeben wollen, oder ob sie ihn dann nicht lieber behalten...

:hut:
Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Plagioklas

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #981 am: April 11, 2013, 17:17:55 Nachmittag »
Zitat
das mit dem Herrn Boudreaux und seinen dem Field-Museum gestifteten Meteoriten ist sicher eine wünschenswerte, edle und selten zu treffende Handlungsweise, auf der andern Seite hat aber meines Wissens sein Sucher, ein bekannter "meteorite-hunter" eine gleiche Menge für sich und zum Verkauf behalten.

Die Steine wurden ihnen ja auch nicht geschenkt oder in Amerika vor die Füße gelegt. Man muss zum Fundort reisen und dann erst mal die Steine finden. Alternativ kann man sie für Geld von den Leuten kaufen, die sie gefunden haben. Nunja, wer den Aufwand erstmal getätigt hat, wird auch etwas dafür haben wollen. Und damit meine ich nicht nur ein Kärtchen und einen Händedruck. Oder bist du mal eben bereit einen großen Teil deines Geldes so für Lau in Cheliabinsks für Museen zu investieren?

Zitat
Und somit gehen andere Museen in Rußland oder auch bei uns (Berlin und Rieskratermuseum z.B.!) vorläufig leer aus.

Privatsammler machen die Stücke nicht nur für Sammler unheimlich billig. Selbst Museen können die Stücke von Privatleuten wesentlich weniger Geld kaufen, als ihnen die Beteiligung an eigenen Expeditionen käme! Ansonsten steht der Wissenschaft der Fundort ebenso offen, wie den Privaten. Aber es fährt sich nunmal nicht von alleine hin.

Zitat
Müßte nicht den gesundheitlich und durch Glasbruch geschädigten Bewohnern von Tscheljábinsk aus den Verkaufserlösen der bereits schwunghaft gehandelten Steine eine Entschädigung zugesprochen werden?

Die Schadenssumme dürfte den Wert der Steine erheblich übersteigen. Davon abgesehen sammeln sich die Steine nicht von alleine. Jemand muss schon den Hintern hochheben und die Mittel aufwenden, sie zu finden. Niemand würde noch suchen, wenn er nix davon hätte.

Zitat
Einer, der sicher auch stolz wäre, einen frischen Tscheljábinsk zu besitzen, wenigstens vorübergehend...

Da wollen alle. Und ohne die Privaten Sucher und deren Verkäufe würde das nix werden. Dann würden die Wissenschaftler lediglich mit ihren halbherzigen und oft teuren Expeditionen nur einen Bruchteil dessen finden, was die Privaten finden können. Und das Material der Wissenschaftler würde, egal wie viel es wird, lediglich eingebunkert werden und nur noch schwerst nach "draußen" gelangen. Davon mal abgeshene würde die Wissenschaft nur wenige Gramm tatsächlich für echte Forschung verbrauchen. Der Rerst von diesem gewöhnlichen LL Chondriten ist der Wissenschaft bereits bestens bekannt und keine neuen Papers wert.

Offline gsac

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #982 am: April 11, 2013, 19:41:57 Nachmittag »
... das geplante Exportverbot umgesetzt werden sollte, ist es sowieso vorbei.

Wohl nur sehr theoretisch denkbar, praktisch ist es vermutlich gerade mal so gut wie
ein schlechter Witz! Es gibt noch ganz andere Dinge, die Grenzen überschreiten und
sog. Verbote ignorieren. Ein Verbot wird den Chely-Preis sicherlich nicht beeinflussen,
vor allem dann nicht, wenn erst mal eine gewisse Menge auch grösserer Stücke das
Land verlassen hat - und ich könnte mir vorstellen, daß das sehr bald passieren wird.
Das wird ganz sicher nicht verschlafen werden von denjenigen, die ein Interesse daran
haben, Handel zu treiben, sowohl diesseits als auch jenseits der Grenzen. Wir werden
dann sehen, wie es sich entwickelt. Rußland ist ausserdem nicht (bsplws) die Schweiz!

Offline Chondrit 83

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #983 am: April 11, 2013, 21:37:46 Nachmittag »
Also ich glaub auch Alex,

ich spekulier klar auf Ensisheim. Ich glaube unsere russischen Freunde werden uns nicht im Stich lassen  :super:

Grüßle

Marco
Mit einem Gibeon hat’s begonnen....

Offline karmaka

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #984 am: April 12, 2013, 00:39:11 Vormittag »
Das Field Museum hat gerade noch einen eigenen Filmbeitrag veröffentlicht:

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Offline gsac

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #985 am: April 12, 2013, 10:43:35 Vormittag »
Das Field Museum hat gerade noch einen eigenen Filmbeitrag veröffentlicht:

VIDEO-LINK

Kurze statements, gute PR fürs Field Museum!
Terry Boudreaux!  :super: :super: :super:

Offline gsac

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #986 am: April 12, 2013, 11:07:37 Vormittag »
Ich glaube unsere russischen Freunde werden uns nicht im Stich lassen  :super:

Das glaube ich auch! Leider kann ich dieses Jahr nicht nach Ensisheim fahren,
aber ich bin schon gespannt, zu erfahren, was man dort hinsichtlich dieses Falls
dann anbietet, nachdem die Schneeschmelze vielleicht gerade mal einen Monat
her sein wird.  Zeitlich also durchaus sehr knapp bemessen für den Monat Juni,
aber die russischen Freunde werden sicherlich gerüstet sein und es könnte das
eine oder andere gute Angebot für nachgefundenes Material schon in Ensisheim
geben... Wäre schön, wenn dann hier darüber berichtet würde.

Alex

Offline Haschr Aswad

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #987 am: April 12, 2013, 11:23:02 Vormittag »
Solche Leute, Philantropen wie Terry Boudreaux, würde ich mir sehr auch für europäische Museen
wünschen, z. B. das NHM Wien oder auch das Naturkundemuseum hier in Berlin, die allesamt an
großer Geldnot leiden und für die Erweiterung der Spezialsammlungen auch auf Schenkungen
angewiesen sind. Leute, die erkennen, daß Sponsoring sinnvoll sein und man "Gutes" tun kann...

Das geht mir auch so, Alex. Und deshalb ist es auch wichtig, immer wieder über solche Schenkungen zu berichten.
Vielleicht wird so ja auch in unserem Land der eine oder andere finanzkräftige Freund der Wissenschaft motiviert
in die Erweiterung unserer öffentlichen Meteoritensammlungen zu investieren.

Martin

Wie ich aus gut informierter Quelle weiß, gibt es unter uns durchaus Zeitgenossen, die Meteoriten an staatliche Museen und Universitätssammlungen verschenken (darunter auch an die von Dir oben genannten) und ich rede hier nicht von fünf oder 10 Gramm zusätzlich zur Belegmasse, sondern von Stücken, die unabhängig von eingereichten Klassifikationen gestiftet werden, bis hin zu kiloschweren Einzelstücken.

Im Gegensatz zu den Instituten in Übersee, die den Medienwert und den Nachahmungsanreiz solcher Aktionen erkannt haben, werden hierzulande jedoch kaum Aktivitäten unternommen, diese Schenkungen von Privatpersonen auch bekannt zu machen - mit dem Ergebnis, dass darüber selbst in der kleinen, gut vernetzten Meteoritencommunity vollständige Unwissenheit herrscht, wie die Diskussion hier zeigt.


Offline gsac

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #988 am: April 12, 2013, 12:08:46 Nachmittag »
Solche Leute, Philantropen wie Terry Boudreaux, würde ich mir sehr auch für europäische Museen
wünschen, z. B. das NHM Wien oder auch das Naturkundemuseum hier in Berlin, die allesamt an
großer Geldnot leiden und für die Erweiterung der Spezialsammlungen auch auf Schenkungen
angewiesen sind. Leute, die erkennen, daß Sponsoring sinnvoll sein und man "Gutes" tun kann...

Das geht mir auch so, Alex. Und deshalb ist es auch wichtig, immer wieder über solche Schenkungen zu berichten.
Vielleicht wird so ja auch in unserem Land der eine oder andere finanzkräftige Freund der Wissenschaft motiviert
in die Erweiterung unserer öffentlichen Meteoritensammlungen zu investieren.

Martin

Wie ich aus gut informierter Quelle weiß, gibt es unter uns durchaus Zeitgenossen, die Meteoriten an staatliche Museen und Universitätssammlungen verschenken (darunter auch an die von Dir oben genannten) und ich rede hier nicht von fünf oder 10 Gramm zusätzlich zur Belegmasse, sondern von Stücken, die unabhängig von eingereichten Klassifikationen gestiftet werden, bis hin zu kiloschweren Einzelstücken.

Im Gegensatz zu den Instituten in Übersee, die den Medienwert und den Nachahmungsanreiz solcher Aktionen erkannt haben, werden hierzulande jedoch kaum Aktivitäten unternommen, diese Schenkungen von Privatpersonen auch bekannt zu machen - mit dem Ergebnis, dass darüber selbst in der kleinen, gut vernetzten Meteoritencommunity vollständige Unwissenheit herrscht, wie die Diskussion hier zeigt.



In der "kleinen, gut vernetzten Meteoritencommunity" hier herrscht durchaus keine "vollständige
Unwissenheit", Haschr, schätze ich mal. Es ist sehr viel mehr ein Problem der Kommunikation nach
außen, der Bekanntmachung, wie Du selbst schreibst!

Auch ein quasi "kulturelles" Problem - nur ein Beispiel: im Vergleich zu den U.S.A. ist es hierzulande
verpönt, über Gehälter zu reden im direkten Vergleich, auch innerhalb einer Firma bzw. bei einem
Arbeitgeber als Angestellter. Warum eigentlich? Das betrifft insbesondere auch das Sponsoring, so
scheint es. Alles strictly undercover.

Mir fällt an dieser Stelle das Beispiel des Herrn Mast ein, dem Ur-"Jägermeister". Der hat, gegen sehr
große Widerstände, vor dutzenden von Jahren das Sponsoring bei den Fußballvereinen eingeführt.
Damals sehr umstritten, heute allgemein akzeptiert, weil heute in dieser Sparte kaum noch was gegen
Werbung geht. Wobei der olle Jägermeister Mast dann später gesagt hat, es war nicht die Werbung
an sich, die dem Konzern den Erfolg gebracht hat, sondern die Tatsache, daß darüber öffentlich und
kontrovers diskutiert wurde. Die ÖFFENTLICHKEIT, in die der Name transportiert wurde! Siehst Du auch
gerade jetzt, bei der Kampagne, wo eine Partei einen Slogan abkupfert, der letztendlich der Firma,
die den bisher genutzt hat, einen maximalen Vorteil bringt, ÖFFENTLICH gemacht von den Medien.

Aber ich will nicht abschweifen. Das Argument ist die Öffentlichkeitswirkung! Und das ist hier eben
noch schwach aufgestellt, im Vergleich z. B. mit diesem Video aus dem Field Museum. Es spricht doch
nix dagegen, Haschr, so ein Video auch hier zu machen, was meinst Du? Die "gut informierten Quellen"
wissen natürlich, wer dort stehen wird und was er anzusagen hat. Aber es muß auch GEMACHT werden,
und dies in bekannt guter Qualität nicht nur seitens der Protagonisten, sondern auch von den Leuten
aus der Filmproduktion.

"Es gibt nix Gutes, außer man TUT es!" Gerade Du bist doch ein hervorragendes Beispiel dafür, daß
das funktioniert, mit Deinem Buch, mit Deiner Webseite, mit Deinen Beiträgen hier. Warum nicht auch
ein Video!? Die Dinge kann man beim Sponsoring sicher aktiv (und damit auch einfordernd!) verknüpfen,
davon gehe ich aus. Welcher Empfänger wird das einem Sponsor letztlich verweigern wollen? Das sollte
schon win-win sein...

Alex
« Letzte Änderung: April 12, 2013, 12:58:03 Nachmittag von gsac »

Offline karmaka

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Re: METEOR, 15.2.13, ~9.22 Ortszeit, Tscheljabinsk, Tjumen, Swerdlowsk, Russland !!!
« Antwort #989 am: April 12, 2013, 16:32:54 Nachmittag »
Der englischsprachige russische Sender Russia Today (RT) hat gestern einen neuen englischsprachigen Dokumentarfilm bereitgestellt:

Skyfall: Russian Meteorite Portends More Disasters?

VIDEO-LINK

oder

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