Autor Thema: Exogene Impaktormaterie in den Zentralbergen der Mondkrater?  (Gelesen 828 mal)

Offline karmaka

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Exogene Impaktormaterie in den Zentralbergen der Mondkrater?
« am: Mai 27, 2013, 01:06:55 vorm. »
Was findet sich in den Zentralbergen der Mondkrater,
indigene Materie aus tieferen Schichten des Mondes oder auch exogene Materie des Impaktors?

Ein neues Rechenmodell:

LINK

Projectile remnants in central peaks of lunar impact craters

LINK

Zitat
The projectiles responsible for the formation of large impact craters are often assumed to melt or vaporize during the impact, so that only geochemical traces or small fragments,  remain in the final crater. In high-speed oblique impacts, some projectile material may survive, but this material is scattered far down-range from the impact site. Unusual minerals, such as magnesium-rich spinel and olivine, observed in the central peaks of many lunar craters are therefore attributed to the excavation of layers below the lunar surface. Yet these minerals are abundant in many asteroids, meteorites and chondrules. Here we use a numerical model to simulate the formation of impact craters and to trace the fate of the projectile material. We find that for vertical impact velocities below about 12 km s−1, the projectile may both survive the impact and be swept back into the central peak of the final crater as it collapses, although it would be fragmented and strongly deformed. We conclude that some unusual minerals observed in the central peaks of many lunar impact craters could be exogenic in origin and may not be indigenous to the Moon.

Supplementary information:

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MilliesBilly

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MilliesBilly

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Re: Exogene Impaktormaterie in den Zentralbergen der Mondkrater?
« Antwort #2 am: Mai 27, 2013, 14:27:29 nachm. »
Kam gerade über die US-List, überschneidet sich teilweise mit den oben bereits mitgeteilten Links:

Surprise! Moon Craters May Hold Ancient Asteroid Pieces
by Mike Wall, SPACE.com, May 26, 2013
http://www.space.com/21306-moon-craters-asteroid-impacts.html

Moon may harbour alien minerals: Study
The Daily Telegraph, APF, May 27, 2013
http://www.dailytelegraph.com.au/technology/sci-tech/moon-may-harbour-alien-minerals-study/story-fni0c0qq-1226651410767

Alien Debris Found in Lunar Craters
by Larry O'Hanlon, May 26, 2013
http://news.discovery.com/space/asteroids-meteors-meteorites/alien-debris-found-lunar-craters-130526.htm

The publications are:

Yue, Z., B. C. Johnson, D. A. Minton, H. J. Melosh, K. Di,
W. Hu, and Y. Liu, 2013, Projectile remnants in central
peaks of lunar impact craters. Nature Geoscience.
Published online 26 May 2013 doi:10.1038/ngeo1828
http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/full/ngeo1828.html

Johnson, B. Z. Yue, D. Minton, H. J. Melosh, K. Di, W. Hu,
and Y. Liu, 2012, Projectile Remnants in Central Peaks of
Lunar Impact Craters. P11A-1796, AGU 2012 Fall Meeting,
San Francisco, California.
http://fallmeeting.agu.org/2012/eposters/eposter/p11a-1796/


Offline Mettmann

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Re: Exogene Impaktormaterie in den Zentralbergen der Mondkrater?
« Antwort #3 am: Mai 27, 2013, 14:47:28 nachm. »
Eh, ich steh grad auffm Schlauch, was soll denn da dran neu sein?
Dös wissmer als Meteoritensammler doch schon.
Schauts Euch die Vesta-Steine an, da sind hin und wieder nicht hineingehörige Fragmente von kohligen Chondriten drin,
hatten Euch ja schon mehrfach welche präsentiert, zuletzt die kleinen Perlen von NWA 6475, die Ihr im Tscheljabisnkrausch übersehen,
und gar die letzte drei verschmäht habts (sind jetz grad ins Ebay) mit kohligen Fragmenten drin im Anschnitt,
und Dawn hat ja in der oberen Regolithschicht der Vesta just solche kohlige Fremdmaterie derschmeckt.
Almahata haben wir ellenlangen Thread - woraus ersichtlich, daß er haufenweis Xenolithe drin hat.
Jetzt mag man sagen, jaaa aber - die Relativgeschwindigkeiten der Asteroiden untereinand sei langsamer, sodaß mehr erhalten bleibt,
doch, wie im SPOM der eine sagt, man müsse eben zum Mond und Steine mitbringen, um zu schaun, ob da asteroidiale Materie drin erhalten,

das hat man doch schon 1969 gemacht, wo man ein Bröckerl primitiven C1ers innem mitgebrachten Mondstein gefunden hat,
der in der Bulletin-Database unter "Bench Crater" gelistet ist
und bei der 1972er-Apollo-Ladung, da war in einem Moonrock ein EH-Chondritenbatzerl eingebacken.
(Bulletin: Hadley Rille).

Was soll jetz nu so neu und aufregend sein, außer von der Kreation einer Rechensimulation?
Die Tatsache selber ist ein alter Hut und auch nicht so wahnsinnig überraschend,
Ich mein, wenn schon bei diesen wönzigen Stichpröbchen vom Mond, die die Astronauten mitbracht haben, gleich zwo verschiedene Mets drin waren?

 :prostbier:
Mettmann
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

MilliesBilly

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Re: Exogene Impaktormaterie in den Zentralbergen der Mondkrater?
« Antwort #4 am: Mai 27, 2013, 15:49:52 nachm. »
Nun, dass generell Materie von Impaktoren asteroidischer Natur auf dem Mond zurückgeblieben sein könnte, dünkt auch mich nicht so extrem neu und auch keineswegs unwahrscheinlich. Ist es nicht der lunare SaU 169, der nach gleich mehreren zeitlich gestaffelten gewaltigen Einschlägen (deren erster das Mare Imbrium aus der Mondoberfläche gestanzt hat) zu uns gelangt ist - also: mehrere Impaktoren -> Mond, Mond + Anteile dieser Impaktoren -> Erde?

Und dann gibts ja noch diesen brachinit-liken NWA 5400 plus Pairing NWA 6292, der eben nur "like" ist, nicht weil er was mit Facebook hätte, sondern weil seine Sauerstoffisotopen auf der Terrestrial Fractionation Line (TFL) liegen. Wie das? Auf diese Frage fand der Kollege Mettmann weiland, und zwar hier im Forum Ihres Vertrauens, u.a. diese mögliche Antwort: "Ein Batzen der Urerde, dens mal ins All gehauen hat."
 
Könnte ja in der Tat sein. Doch wenn just dieser Batzen nun tatsächlich irgendwann einmal nach langer sonnensystemischer Wanderung in den Mond eingeschlagen wäre? Das wäre m.E. wirklich erstaunlich, denn sowas haben wir bislang bewusst zumindest noch nicht in der Hand gehabt. Gut, haben wir jetzt natürlich immer noch nicht, denn es ist ja bloß eine Hypothese. Wobei deren Verlängerung dahingehend, dass in solchem terrestrischen Gestein sich Spuren frühen irdischen Lebens, hierzulande längst ausgelöscht, auf dem Mond konserviert haben könnten, ja nochmal um einiges mehr hypothetisch ist, um es zurückhaltend zu formulieren.

« Letzte Änderung: Mai 27, 2013, 16:07:15 nachm. von MilliesBilly »

Offline Mettmann

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Re: Exogene Impaktormaterie in den Zentralbergen der Mondkrater?
« Antwort #5 am: Mai 27, 2013, 17:02:22 nachm. »
Nuju,
aber auffem Mond wird ja seit 4.Mrd Jahren alles zertrümmert, umgerührt, gemischt, wiederferfestigt usw.
So ein Urerdenknödel müßt da dann ja erst relativ jüngst gefallen sein.
Nur haben wir bei den Meteoriten nirgends so eine extrem lange Reisezeit verbürgt.
Bei Steinmets sind doch die Bestrahlungsalter  immer nur so einige einzelne bis einige wenige Dutzend Millionen Jahre, aber keine 4.3, 4.4 Milliarden Jahre alt.
Denk also, die werden alle nach der Rauswackung aus der Urerd ziemlich schnell wieder eingesammelt worden sein vom Erde-Mond-System.
(Anderer thread, nach Simulationen wird, ein hoher Wert, alles was aus Mond oder Erde rausgehauen wird, zur Hälfte wieder von Mond und Erde eingesammelt).


 :gruebel:
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

 

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