Autor Thema: Reutte streitet um Meteoriten  (Gelesen 5472 mal)

Offline Schönedingesammler

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Reutte streitet um Meteoriten
« am: Juni 20, 2007, 08:44:48 vorm. »
Hallo Mettis,
hier mal nen aktueller Link zu Neuschwanstein 3, cu Uwe  :winke:


http://tirol.orf.at/stories/201205/
« Letzte Änderung: Juni 20, 2007, 09:04:42 vorm. von Schönedingesammler »
Dsds

Offline MetGold

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #1 am: Juni 20, 2007, 10:47:33 vorm. »
Hallo Uwe,

tja ,was soll man da sagen.  :dizzy:   :crying:   Die Gemeinde hätte den Meteoriten vermutlich nie gefunden bzw. erkannt. Er wäre in kürzester Zeit in unserem Klima vermust und zunichte gegangen. Fifty-fifty würde ich ja noch für angemessen halten aber einfach nur abgeben müssen - nee!

 :fluester:  Aufheben, mitnehmen und Klappe halten.   :laughing:

 :winke:  MetGold   :alter:
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Offline Schönedingesammler

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #2 am: Juni 20, 2007, 11:08:16 vorm. »
Hallo Peter,
naja, das gleiche Problem haben ja die Sondengänger. Die wollen ihre Funde ja auch der Wissenschaft zur Verfügung stellen. Damit die Mühe nicht umsonst war, behaupten sie dann sie hättenjs in Bayern gefunden, wenns ursprünglich aus nem Bundesland wie Sachsen-Anhalt etc. kommt wo dir Regelungen anders sind. Ist schon komisch wieviel in BAyern so gefunden wird. Und so wird natürlich Geschichte verfälscht ohne Ende. Beim Met ist es ja egal wo der aufschlägt, hauptsache man stellt ihn der wissenschaft zur verfügung, damit alle was davon haben und darf die andere hälfte behalten. Das finde ich gerecht.
cu, Uwe :winke:
Dsds

Mettmann

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #3 am: Juni 20, 2007, 11:54:39 vorm. »
Ich versteh nicht ganz,
ich denk, der NS3 wurd in Ösiland gefunden - warum ist dann ein Augsburger Gericht dafür zuständig?
Das muß der Paragraf erklären.
Wenn Augsburg/Bayern zuständig, dann hat man sehr wohl eine Präzedenz, nämlich Neuschwanstein 1 und Neuschwanstein 2, wo die Rechtslage ausgelotet worden ist
und man zu dem Schluß gekommen, unser Plasmasörfer wirds besser erzählen können, Hälfte Finder - Hälfte Landeigner, feddich.

300.000Mücken halte ich für diesen Stein im Verkauf für utopisch.
Huh, man beachte, daß der Stein als "Weltsensation" bezeichnet wird. (wenn ich denk, was die holde Wissenschaft mit dem "Kulturgut ersten Ranges" und der Weltsensation Neuschwanstein 2 angestellt hat....omei.......barbarisches Bayern).
Hmm wie gern würd ich unsere Weltsensationen den Wienern und Reuttern verpassen, seufz.

 :prostbier:
Mettmann

Offline Aurum

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #4 am: Juni 20, 2007, 22:33:37 nachm. »
Hallo Martin ,

ähnlich wie du ist es mir auch geganngen Reute / Österreich, vs  Augsburg / Bayern  :gruebel:

Doch dann ist mir beim erneuten Lesen des Berichtes ein Lichtaufgegangen , der Finder ist ein Deutscher , und listig wie er ist hat er das doch so wertfolle Material mit über die Grenze ins heimiche Deutschland mitgenommen .
Nun müssen die Armen Österreicher hier in Deutschland / Augsburg auf herausgabe Klagen , was wiederum dazu führt das wenn die damit durchkommen ,  die Möglichkeit besteht , das jeder in Deutschland gefundene Meteorit nicht mehr dem Pfinder gehört sondern der Stadt , b.z.w. dem Land .
Danke REUTE  :ehefrau:

Bernd ich hoffe ich liege nicht alzuweit mit meiner Schlussvolgerung daneben , ober besser doch .

Bis dann Lutz  :winke:
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Offline MetGold

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #5 am: Juli 06, 2007, 10:50:01 vorm. »
Hallo,

wir haben jetzt ein Urteil:

http://www.justiz.bayern.de/imperia/md/content/stmj_internet/gerichte/landgerichte/augsburg/8_o_1758_06_eu.doc


Falls das unanfechtbar ist/bleibt, wäre das für Sammler/Sucher/Finder ein wahrer Erfolg!!!  :super:

Ansonsten würde es sich ja überhaupt nicht lohnen, bei solchen seltenen Ereignissen auf Suche zu gehen und die wertvollen Stücke würden in kürzester Zeit vermusen und keiner hätte was davon.

 :winke:  MetGold   :alter:
« Letzte Änderung: Juli 06, 2007, 11:14:21 vorm. von MetGold »
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Offline MetGold

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Offline gsac

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #7 am: Juli 06, 2007, 13:00:09 nachm. »
Falls das unanfechtbar ist/bleibt, wäre das für Sammler/Sucher/Finder ein wahrer Erfolg!!!

Für den Finder ist es in gewisser Hinsicht ein "doppelter Erfolg", weil der Stein nun
wohl komplett in seinem Besitz bleibt. Hätte er ihn nur ein paar hundert Meter weiter
auf deutschem Territorium gefunden, so hätte er immerhin die Hälfte seines Funds an
den Grundstückseigner, in diesem Fall das Land Bayern, herausgeben müssen. So kann
der Herr Dr. Wimmer als Deutscher sich sogar noch dazu gratulieren, daß er den Fund
nicht im eigenen Land, sondern beim alpenländischen Nachbarn gemacht hat (!!!)

PS: davon abgesehen halte ich seine Vorstellung, 300.000 Euro dafür vom Wiener
Naturkundemuseum kassieren zu wollen, für immens überzogen, aber das ist nun ein
Kapitel, das mit Maßstäben zu messen ist, die wir an dieser Stelle nicht öffentlich
diskutieren (oder gar mit Adjektiven belegen) müssen.

:winke: gsac aka Alex

Offline Aurum

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #8 am: Juli 06, 2007, 13:36:00 nachm. »
Hallo ,

wer sich das urteil mal kommplet durchliest , und saich so wie ich auch die Komentare in den Medien zur Brust nimmt wird zu einem anderen Ergebnis kommen : DER METEORIT GEHÖRT DER SCHNECKE !!!!! .

Begründung : Sie hatte den Meteoriten zuerst gefunden und durch das erklettern des Selbigen zuerst in Besitzt genommen .
                    Ihr entfehrnen durch den " Finder " sellt eine Akt der wilkür und des Faust Rechts da .
                    Dies kann nicht zu gelassen werden .
                    Um die >Ursprünglichen Besitz verhältnisse wieder herzustellen sollte der Finder verurteilt werden den Fundgegenstand
                    an seinen Ursprünglichen Fundort wieder zu Verbringen und danach die Rechtswiederig entfente Schneke sollange
                    zu suchen bis diese wieder auf ihren Besitz verbarcht werden kann .
                     :lacher: :lacher: :lacher: :lacher: :lacher: :lacher: :lacher: :lacher: :lacher: :lacher: :lacher: :lacher: :lacher: :lacher: :lacher:

Soviel dazu und nun mal im Ernst.

Gratulation , zu der ersten gewonnenen Runde , ich gehe mal davon aus das Die Gemeind Reute es noch mal versuchen wird , den da ist ja Geld in der Sache . Wo Geld ist das sind die Behörden echt hartnäkig und das weiss jeder der mal eine Knolle zu bezahlen .
Ich warte jetzt erst mal wie das weiter geht und erst wenn da nach Zwei Jahren nichts neues aus Reute kommt dann lasse ich die Sektkorken Knallen .

Bis dann Lutz  :winke:

P.S. Bernd sorry ich weiss du hast bestimmt Tränen in den Augen wenn du das gelesen hast und es werden besitmmt keine Lach / Freuden Tränen sein  :weissefahne:
                   
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astro112233

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #9 am: Juli 06, 2007, 18:27:23 nachm. »
Jesses Maria,

wie ekelhaft ist das schon wieder. Hier bewahrheitet sich der Spruch - Geldgier ist aller Übel Anfang -. Und das von beiden Seiten.

1. Die österreichischen Pressefreunde von tirol ORF.at sind offensichtlich nicht einmal in der Lage, das korrekte Gewicht des Neuschwanstein 3 zu eruieren. !750g, ist das Gewicht von Neuschwanstein 1. Neuschwanstein 3 ist 2842g schwer. Ist doch egal, Hauptsache die Auflage stimmt.   

2. Der Bürgermeister und seine Gemeinderatsgeschwader hätten ja selbst nach dem Himmelsboten suchen können, oder lassen. Niemand hinderte sie daran. Nur erkannten sie nach den zahlreichen Presseberichten wohl nicht den enormen Wert des Meteoriten. Logisch, so was exotisches wie Meteoriten kannten sie vorher gar nicht. Ist mal was völlig anderes als Bergkristall. 

Jedoch nach der Bekanntgabe des Fundes beginnt der provinziell geprägte Denkprozess und die Profilierungssucht. Aus Marktgemeinde wir Meteoritengemeinde, welch kometenhafter Aufstieg und Visionen werden war. Für die geringe Eintrittsgebühr von 12 Euro pro Nase wandeln Tausende von Touristen andächtig zu der gemeindeeigenen Geröllhalde, um den heiligen Ort des Geschehens hautnah zu erfahren und Schweinchen schlau verkauft lustig Souvenirs zu dem Meteoritenfall. Neuschwanstein 3 aus Plastik, aus Schokolade oder für sportliche zum aufblasen. Blasmusik und Würstchen runden das Familienerlebnis ab.   

3. Den Meteorit einfach über die Grenze "schmuggeln" ist auch nicht die feine Englische Art. Der Dr. wusste genau, was ihm blüht, sprich das er wahrscheinlich leer ausgeht, wenn er den Fund in Österreich meldet. Der österreichische Meteorit sollte ebenfalls im Ries Kratermuseum seinen Platz finden. Damit haben wir doch ausreichend Erfahrung, "Die schöne Berlinerin", Publikumsliebling aller Berlin-Besucher stamm bekanntlich aus Ägypten und wurde quasi nach Deutschland verschlepp. Seit Jahrzehnten bettelt Ägypten um die Rückgabe der Nofretete, ohne Erfolg. Die damaligen Ausgrabungsfunde wurden gerecht geteilt, Ägypten erhielt den "Müll", Deutschland die Filetstücke.

4. Die Urteilsbegründung ist sehr professionell und beeindruckend, für den unkundigen Laien beinahe beängstigend. Dennoch meine Hochachtung vor dem Richter. Ist ja fachlich betrachtet völlig korrekt, jedoch die Formulierungen sind für Normalos sehr gewöhnungsbedürftig.

Zitat
Substanzveränderungen an einem Grundstück.

Besitzwillen äußerte und auch keine Zueignungshandlung vornahm.

Eine Sache ist verborgen, wenn sie sich in einer Lage befunden hat, in der sie nicht ohne weiteres persönlich wahrnehmbar ist. Nicht verborgen sind dagegen offen liegende Gegenstände, und zwar auch dann, wenn ihre Auffindbarkeit durch die Verhältnisse wesentlich erschwert ist.

Vielmehr war der aus dem Weltall stammende Meteorit ursprünglich herrenlos.  :auslachl:

5. Fragen.

Gehen die Spezialisten, welche die notwendigen Daten eines Falls zur Verfügung stellen völlig leer aus?

Wie kommt die Unmenge von NWAs eigentlich über die Grenzen der Fund-Staaten? 

Wie können z.B. Millbillillis legal aus Australien ausgeführt werden?

6. Vorschlag.
An den Zollstationen sollten Meteoritenklappen aufgestellt werden. Dorf wirft der unglückliche Finder seinen herrenlosen Meteorit einfach hinein. Pendant zur Babyklappe.

7. Finde ich widererwartend einen Meteoriten, strafe ich das Ding mit bösen Blicken und lasse ich ihn einfach liegen, bring nur Ärger und Verdruss.

8. Quintessenz
Jeder der beiden Kontrahenten sollte die Hälfte des Meteoriten bekommen. Das halte ich persönlich für gerecht. Sprich der Finder 2 Drittel und der Staat 1 Drittel.

Grüße sendet Konrad.

Grundsatzfrage: Kann bei der Beschädigung einer Sache durch einen gefallenen Meteoriten der Asteroidengürtel verklagt werden?  :auslachl:

Offline Aurum

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #10 am: Juli 06, 2007, 19:19:50 nachm. »
Meine Rede ,Konrad

Besonder belustigen fand ich in dem Urteil das dort ein Geigerzähler als Werkzeug zum finden von Meteoriten benannt wurde. :lacher:

Zitat aus der Klage : "Zudem bestreitet die Klägerin, dass der Beklagte den Meteoriten ohne technische Hilfsmittel aufgefunden habe; üblicherweise würden Geigerzähler und Metallsuchgeräte zur Auffindung eines Meteoriten eingesetzt."

Das Zeigt doch den besonderen Sachverstand oder ?
Metalldedektor , OK aber Geigerzähler  :laughing:

Also mit einem Metalldedektor auf einem Steilhang mit 30° neigung zu arbeit ist schon fast ein Zirkuskunststück .

Doch seis wie es ist , das Urteil ist da und nun müssen wir mal abwarten was da noch kommt .

Bis dann Lutz  :winke:
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Offline gsac

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #11 am: Juli 06, 2007, 23:52:30 nachm. »
Wie auch immer: das NSS-3-Urteil ist erst mal grundsätzlich gut für die "Meteoritengemeinde", weniger gut
für die Gemeinde Reutte. Ob die es anficht, wird sich noch zeigen, und ich bin mal gespannt, was der
Dr. Wimmer letztlich mit seinem Stein macht bzw wo der dann erneut landet und ob er noch salamisiert wird
oder heil bleibt! Steine sind ja geduldig, und diese uralten, die ältesten überhaupt, die es gibt, sowieso...

Bin vom berliner Stammtisch zurück, den ich vorzeitig verlassen mußte, da sich Besuch bei mir angesagt
hatte, der inzwischen auch hier ist - deshalb in aller gebotenen Kürze: sehr netter Abend mit bekannten
Gästen, zu denen sich dann hoffentlich in Zukunft auch mal ein Stammtischneuling hinzugesellen möge! Ich
nehme an, dort wird derzeit noch weitergetagt und vielleicht sieht man später auch das eine oder andere Foto...

:winke: gsac aka Alex

Offline paragraf

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #12 am: Juli 11, 2007, 02:12:29 vorm. »
Hallo,

hier mal eine erste Analyses des Urteils. Übrigens, die Bezeichnung des Urteils als "NSS-3-Urteil" finde ich nicht gerade gelungen, ich will da aber nicht empfindlicher sein als der Papst.

Zunächst einmal ist das Urteil nicht rechtskräftig. Nach meiner Einschätzung wird die Marktgemeinde Reutte mit 90 %iger Wahrscheinlichkeit gegen das Urteil Rechtsmittel  - Berufung - einlegen. Ich geh mal davon aus, dass der Gemeindesäckel die Kosten dafür hergeben wird. Außerdem gibt es kein vergleichbares deutsches Urteil. Es müsste dann das Oberlandesgericht entscheiden. Aber auch eine OLG-Entscheidung kann u. U. noch mit einem Rechtsmittel - Revision - angegriffen werden, dann wären wir beim Bundesgerichtshof. Das wird der Lauf der Dinge sein!

Ein Leckerbissen für die Freunde der  deutschen Justiz. Wir werden noch über Jahre Freude an diesem Fall haben. Ich freu mich! Erste Kommentare meiner Kollegen: "BOW! Sehr interessant!". Auch die Jura-Studenten werden ihre "Freude" haben, endlich wieder eine Fallkonstellation, mit denen Jura-Studenten gequält werden können!  :lacher:

Zuständigkeit des Landgerichts Augsburg: Weil Wohnsitz des Beklagten

Anzuwendendes Recht: Nicht etwa das Deutsche Bürgerliche Gesetzbuch, sonder das österreichische Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuchs (ABGB), ja, ist so! Ein Deutscher Richter weiß Bescheid, wenn nicht, gibt es Gutachter aus dem Bereich des internationalen Privatrechts.

Interessant auch der hilfsweise gestellte Klageantrag: "Miteigentümer zu gleichen Teilen", welches wiederum die ungeklärte Rechtslage dokumentiert.

1. "Uferzuwachs" kommt nicht in Betracht, da der Meteorit erkennbar war und sich nicht mit dem übrigen Erdreich verbunden hat.

2. Keine Zueignung der Gemeinde mangels konkreten Besitzwillen, da Gemeine keine Ahnung hatte.  :lacher: Selbst ein Schild: "Unsere Gemeinde erhebt Besitzanspruch auf alle Meteoriten, die auf das Gemeindegebiet fallen!" würde nicht ausreichen!

3. Weitere Erkenntnis für Meteoritenjäger: Niemals einen Meteoriten an sich nehmen, um diesen zu "sammeln" - Nur finden, nicht sammlen!! ... - nur gucken!

4. Weshalb das Gericht zu einem Verkehrswert des Meteoriten statt vonn 300.000 € auf 200.000 € kommt, wird das Geheimnis des LG Augsburg bleiben müssen.

5. Kein Schatzfund (und damit nicht mit der Gemeinde zu teilen), da nicht verborgen, weil offen liegender Gegenstand, und zwar auch dann, wenn seine Auffindbarkeit durch die Verhältnisse wesentlich erschwert ist.

6. Weitere Voraussetzung für eine Teilung wäre die Lage lange Zeit im Verborgenen. Das LG Augsburg hat festgestellt, dass 15 Monate dazu nicht ausreichen..

Insgesamt auch wieder ein schönes Urteil, welches über Jahre hinweg Wellen schlagen wird.

Gruß

Bernd






 

Offline gsac

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #13 am: Juli 11, 2007, 06:55:07 vorm. »
4. Weshalb das Gericht zu einem Verkehrswert des Meteoriten statt vonn 300.000 € auf 200.000 € kommt, wird das Geheimnis des LG Augsburg bleiben müssen.

Ich meine irgendwo gelesen zu haben, der Verkehrswert wurde von ursprünglich 80.000 Euro
auf 200.000 Euro heraufgesetzt...

Interessante Analyse, Bernd!  :super:

Alex

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Re: Reutte streitet um Meteoriten
« Antwort #14 am: Juli 11, 2007, 08:26:24 vorm. »
Morgen Bernd ,

irgendwie scheine ich ja was bei dir gelernt zu haben  :lacher:

Nachdem was du so in deinen vorhergegangenen Beiträgen schon geschrieben hattest bin ich auch zu der Erkenntnis gekommen das da wo auch nur ein Euro zu holen ist bis zum bitteren Ende Gestritten wird  :crying:
Die Gemeide Kasse wird wohl besser mehr enthalten als die Geldbörse des Finders , Auch wenn die Gemeinden überall klagen wie wenig Geld siehaben und wie hoch sie verschuldet sind .

Zum Klagen Reicht es immer , den das Kann ja im Falle eines siges vor Gericht kosten günstig sein :weissefahne:

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