Autor Thema: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko  (Gelesen 19209 mal)

Offline KarlW

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #120 am: November 15, 2014, 07:34:16 vorm. »

Offline karmaka

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #121 am: November 15, 2014, 11:52:28 vorm. »
Spätestens beim AGU Fall meeting (15.-19. Dezember) in San Francisco wird es eine Fülle an ersten Ergebnissen geben:

AGU Fall meeting program (oben auf der Website einfach nach Rosetta suchen)

Offline karmaka

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #122 am: November 15, 2014, 12:25:49 nachm. »
Eine Zusammenfassung der gestrigen Ereignisse: LINK


Offline Greg

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #123 am: November 16, 2014, 22:52:11 nachm. »
Hallo,

Die Oberfläche des Kometen scheint sehr hart zu sein. Der MUPUS-PEN konnte nicht in den Boden gehämmert werden. Bei 2 MPa ging der Hammer kaputt.

Zitat
(...) Noch mehr MUPUS: Gehämmert wurde zunächst mit der niedrigsten Stärke, dem ‘fluffy material’ angemessen – doch da tat sich nix, auch in den Stufen 2 und 3 nicht: Der Boden ist sehr hart! Das war aus dem Orbit nicht zu erkennen. [19:45 MEZ] Selbst eine extra starke Einstellung – nur mit größter Vorsicht zu verwenden – kam nicht durch, dafür ging der Hammer kaputt! Die Kometenoberfläche ist extrem hart: MUPUS funktionierte, aber der Komet nicht … Schade, dass es keine Daten von unter der Oberfläche gibt, aber die superharte Kruste ist eine Entdeckung, die nur vor Ort möglich war. [20:05 MEZ]
Quelle:
http://skyweek.wordpress.com/2014/11/14/allgemeines-live-blog-ab-dem-14-november-2014/
Auszug aus Abschnitt: 15. November

https://twitter.com/Philae_MUPUS/status/533695180420165632
https://twitter.com/Philae_MUPUS/status/533695419843637248

Greg  :prostbier:

Offline KarlW

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #124 am: November 17, 2014, 21:01:04 nachm. »
Schon erstaunlich, das alles!
Und vielleicht doch wieder nicht, wenn man bedenkt, dass der mit gut 6 Jahren recht kurzperiodische Komet mutmaßlich schon viele Sonnenumläufe hinter sich hat. Dabei war nicht nur reichlich Gelegenheit, viel Flüchtiges loszuwerden sondern auch zu allerlei Kollisionen, bei denen harte Brocken aufgesammelt werden konnten. Die Krater-artigen Geländeformen und die felsigen Gebilde, von der Badeenten-Form ganz abgesehen,  würden jedenfalls ganz gut dazu passen.
Eigentlich ist das nicht genau das, was man sich als ursprünglichen Kometen so vorstellt. Überhaupt scheint mir die vermeintlich klare Unterscheidung zwischen Kometen und Asteroiden immer weiter zu zerfließen: panta rhei.  (vgl. Alex  :smile:).

@Greg: Besten Dank für die Aktualisierung!  :super:
Mein Bauch sagt mir, dass wir vielleicht vor dem nächsten Sommer wieder von dem tapferen Philae hören werden
(will sagen, ich wünsche es mir  ).

Grüße
Karl

Offline gsac

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #125 am: November 17, 2014, 21:30:21 nachm. »
Hier eine fantastische Fotodokumentation des Landeanflugs von Philae...
http://blogs.esa.int/rosetta/2014/11/17/osiris-spots-philae-drifting-across-the-comet/

Man wird sicher bald den genauen endgültigen Landeplatz kennen und auch mit
Bildern der Osiris-Kamera dokumentieren - bin schon sehr gespannt...

Alex

Offline Thin Section

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #126 am: November 17, 2014, 22:15:09 nachm. »
..wenn man bedenkt, dass der mit gut 6 Jahren recht kurzperiodische Komet mutmaßlich schon viele Sonnenumläufe hinter sich hat. Dabei war nicht nur reichlich Gelegenheit, viel Flüchtiges loszuwerden sondern auch zu allerlei Kollisionen, bei denen harte Brocken aufgesammelt werden konnten.

Hallo Karl, bei diesen vielen Sonnenumläufen kommt mir spontan auch folgender Gedanke:

Frischer Schnee ist flauschig-weich aber anders sieht es aus, wenn dieser Schnee verharscht. Auf den Kometen übertragen, könnte dies heißen, dass diese vielen Sonnenumläufe zu wiederholtem Tauen und wieder "Vereisen" geführt hat ... diese Verharschung würde meiner Meinung nach eine Verhärtung der oberflächen-nahen Schichten verursachen.

Herzliche Grüße,

Bernd
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Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker).

Offline Greg

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Offline KarlW

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #128 am: November 17, 2014, 22:45:35 nachm. »
Auf den Kometen übertragen, könnte dies heißen, dass diese vielen Sonnenumläufe zu wiederholtem Tauen und wieder "Vereisen" geführt hat ... diese Verharschung würde meiner Meinung nach eine Verhärtung der oberflächen-nahen Schichten verursachen.

Ja, bestimmt, und zu Steinhaufen, Toteislöchern u.a. führen, nicht genau wie bei späteiszeitlichen Phänomenen, aber in Teilen analog.  :winke:

Offline KarlW

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #129 am: November 17, 2014, 22:47:51 nachm. »

Offline KarlW

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #130 am: November 17, 2014, 23:33:08 nachm. »
Man wird sicher bald den genauen endgültigen Landeplatz kennen und auch mit
Bildern der Osiris-Kamera dokumentieren - bin schon sehr gespannt...

Irgendwo in dieser Richtung wäre er demnach verschwunden: weißer Pfeil nach rechts.

Offline gsac

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #131 am: November 18, 2014, 00:06:30 vorm. »
Irgendwo in dieser Richtung wäre er demnach verschwunden: weißer Pfeil nach rechts.


Ist dann wohl "am oberen Rand" des kleineren Binary-Kopfes gelandet statt ungefähr mittig.
Wir drücken weiterhin die Daumen - sowohl für eine temporäre Wiederbelebung des (..ich nenne
ihn mal "kleinen Helden") Philae, as time goes by, als auch für dessen baldige Auffindung, was die
exakte Position auf dem Kometenkörper angeht...

Der Komet hat im übrigen eine, für sonst übliche astronomische Zeitskalen, relativ "stürmische"
Bahnentwicklung gehabt, dank des gravitativen Einflusses durch Jupiter. Das alles hat seine
Oberfläche sicherlich entscheidend mitgestaltet, die sich auch weiterhin mittelfristig über die
nächsten Jahrhunderte wohl noch "deutlich" verändern wird, wie auch immer man dieses Wort
"deutlich" aus der jeweiligen Perspektive heraus interpretieren mag... Wikipedia sagt dazu dies:

"Die Umlaufbahn von Tschurjumow-Gerassimenko hat eine wechselhafte Geschichte. Wie bei vielen
anderen ursprünglich längerperiodischen Kometen wurde seine Bahn durch die Annäherung an einen
der großen Planeten – hier Jupiter – gestört. Er wurde „eingefangen“ und dadurch zu einem kurzperiodischen Kometen und Mitglied der Jupiter-Familie. Berechnungen zufolge war es auch nach diesem Einfangen vor 1840 völlig unmöglich, ihn zu beobachten: Selbst im Perihel betrug seine Entfernung ungefähr 4 AE. In dieser Entfernung ist die Einstrahlung der Sonne zu gering, als dass sich um den kleinen Kometenkern eine Koma oder ein Schweif ausbilden könnte. Danach veränderte Jupiter durch seine Schwerkraft die Umlaufbahn des Kometen erneut, so dass seine Entfernung im Perihel zunächst etwa 3 AE betrug. Später, im Jahr 1959, brachte ihn eine erneute Annäherung an Jupiter auf seine aktuelle Umlaufbahn. Seine Periheldistanz beträgt heute rund 1,3 AE"

Da mag schon viel Leichtflüchtiges aus den Urzeiten des Kometen abgeblasen sein, aber Abblasen (a la "Flasche ist halb leer") könnte auch immer Freilegen (a la "Flasche ist halb voll") bedeuten, wenn man etwas in den/das Regolith reinpieksen kann mechanisch oder drunterschauen mit anderen Methoden, oder sehe ich das verkehrt?  :einaugeblinzel:

Alex

Offline herbraab

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #132 am: November 18, 2014, 07:07:45 vorm. »
Hier eine erste Zusammenfassung der Ergebnisse von Philae:
http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10081/151_read-12176/year-all/#/gallery/17219

Die Entnahme von Bodenproben ist leider gescheitert. MUPUS konnte nicht in das harte Material eindringen, der Bohrer von SD2 wurde ausgefahren, bei COSAC kam aber offenbar nichts an (https://twitter.com/erichand/status/534413817040867328) und für Ptolemy wurde eine Untersuchung einer Probe offenbar erst gar nicht versucht (https://twitter.com/erichand/status/534439353490362369).  Zumal auch das Röntgensprktrometer APXS versagt hat (https://twitter.com/GeertHub/status/533318300022079488) sind - wenn ich das richtig sehe - keine geochemischen Informationen über die Zusammensetzung des Bodens am Landeplatz von Philae zu erwarten. :crying:

:hut:
Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline KarlW

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #133 am: November 18, 2014, 11:23:09 vorm. »
Zumal auch das Röntgensprktrometer APXS versagt hat (https://twitter.com/GeertHub/status/533318300022079488) sind - wenn ich das richtig sehe - keine geochemischen Informationen über die Zusammensetzung des Bodens am Landeplatz von Philae zu erwarten. :crying:

Das ist schon ein wenig ernüchternd.   :crying:  Zumal sich angesichts der niedrigen Gesamtdichte, der Oberflächenhärte und der vielen spannenden topografischen Merkmale jede Menge Materialfragen auftun. Mal sehen, was sich aus den erfolgreicheren Experimenten ergibt.
Das Glas ist wohl trotzdem mehr als halbvoll.  :prostbier:

Karl

Offline herbraab

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Re: ROSETTA - 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
« Antwort #134 am: November 19, 2014, 18:40:26 nachm. »

"Because Philae was not anchored to the comet surface, it is also possible that, if the drill touched a particularly hard surface material, it moved the lander instead of drilling into the surface. Furthermore, the SD2 instrument lacks dedicated sensors to determine whether or not the surface has been reached [...] We are all hoping that Philae wakes up and we can perform many more measurements on the surface of the comet, including the chance to drill again with SD2"

http://blogs.esa.int/rosetta/2014/11/19/did-philae-drill-the-comet/

:hut:
Herbert
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