Autor Thema: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz  (Gelesen 3447 mal)

Offline MarkV

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1385
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #15 am: Januar 23, 2009, 18:37:50 nachm. »
Hallo Snuk,
ich habe jetzt nochmal alle Webcam-Aufzeichnungen durchgesehen. Es ist nichts zu finden. Ich glaube daher eher, dass es keine Feuerkugel war. Eine nahezu taghelle Feuerkugel wäre auf der Tegernsee-Kamera durch eine Himmelsaufhellung sichtbar gewesen. Wir haben ausserdem noch eine Kamera in Salzburg (schaut nach Osten) und dort ist zur fraglichen Zeit auch keinerlei Himmelsaufhellung zu sehen, ebenso auf den Kameras hier in Gais, die nach Osten schauen. Von daher glaube ich eher, dass es ein lokales Phänomen war (z.B. Leuchtrakete).
Wie lange hat die Erscheinung gedauert? Vielleicht kannst du eine Zeichnung von der Leuchtspur machen.

Grüsse,
Mark

wannkommtdernächste

  • Gast
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #16 am: Januar 23, 2009, 18:40:33 nachm. »
Naja Leute, das Thema Nebel hatte ich ja schon mal angesprochen ... http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=2702.0

Im Falle Stannern, so glaube ich, war es die Meteorwolke selbst, also Staub und Gase, die in feuchter Luft die Produktion von Dunst ermöglicht haben. Also wie eine Art Kondensstreifen, der allerdings hier scheinbar bis zum Boden gereicht hat ... 

Thomas, im Falle Stannern dürfte es nicht sehr wahrscheinlich sein, dass die im Gefolge der niederstürzenden Massen befindliche Wolke aus Feinpartikeln und Gasen etc. für die Nebelbildung verantwortlich war. Dem Text von J.P.Hebel (der es im allgemeinen sehr genau nahm mit den Fakten) kann man entnehmen, dass die Nebelbildung bereits vor den ersten Anzeichen des Falles stattfand: "Es war ein heiterer Morgen, bis um halb sechs Uhr ein Nebel in die Luft einrückte. Die Filialleute von Stannern waren auf dem Weg in die Kirche, und dachten an nichts. Plötzlich hörten sie drei starke Knälle" usw. Dass der nebelgenerierende "Kondensstreifen", von dem Du sprichst, sich bereist auswirkte, bevor die Brocken selbst zu Boden stürzten, scheint mir also eher unwahrscheinlich.

Andereseits, ich erwähne es hier deswegen nochmal, weil unsere Korrespondentin aus Oberösterreich zur Fallzeit ebenfalls von (Hoch-)Nebel spricht. Wohl aber doch nur Zufall.



Jan Hattenbach

  • Gast
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #17 am: Januar 23, 2009, 18:48:37 nachm. »
Hm, also wenn nix auf den Videos ist, dann ist das ein schweres Argument gegen einen Meteoritenfall. Trotz des Hochnebels hätte es in so einem Fall auch zu mehr Sichtungen kommen müssen. Aber wenn es kein Met war, was dann? Reichlich mysteriös das Ganze!

Gruß, Jan

Offline APE

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1056
  • Spezialist für Meteor- und Meteoritenkunde
    • European Research Center for Fireballs and Meteorites
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #18 am: Januar 23, 2009, 20:00:23 nachm. »
Naja Leute, das Thema Nebel hatte ich ja schon mal angesprochen ... http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=2702.0

Im Falle Stannern, so glaube ich, war es die Meteorwolke selbst, also Staub und Gase, die in feuchter Luft die Produktion von Dunst ermöglicht haben. Also wie eine Art Kondensstreifen, der allerdings hier scheinbar bis zum Boden gereicht hat ... 

Thomas, im Falle Stannern dürfte es nicht sehr wahrscheinlich sein, dass die im Gefolge der niederstürzenden Massen befindliche Wolke aus Feinpartikeln und Gasen etc. für die Nebelbildung verantwortlich war. Dem Text von J.P.Hebel (der es im allgemeinen sehr genau nahm mit den Fakten) kann man entnehmen, dass die Nebelbildung bereits vor den ersten Anzeichen des Falles stattfand: "Es war ein heiterer Morgen, bis um halb sechs Uhr ein Nebel in die Luft einrückte. Die Filialleute von Stannern waren auf dem Weg in die Kirche, und dachten an nichts. Plötzlich hörten sie drei starke Knälle" usw. Dass der nebelgenerierende "Kondensstreifen", von dem Du sprichst, sich bereist auswirkte, bevor die Brocken selbst zu Boden stürzten, scheint mir also eher unwahrscheinlich.

Andereseits, ich erwähne es hier deswegen nochmal, weil unsere Korrespondentin aus Oberösterreich zur Fallzeit ebenfalls von (Hoch-)Nebel spricht. Wohl aber doch nur Zufall.

Ja es ist schon eine gewisse Interpretationsfrage, das gebe ich zu, doch wer sagt hier eigentlich, das der Nebel vor dem Meteor "einrückte"? :gruebel:
Also Karl von Schreiber berichtet in den Annalen der Physik was anderes (1808 o. 1820):
"Am 22sten Mai 1808, einem Sonntage, nach einem heitern schönen Aufgang der Sonne, als ein großer Theil der nach Stannern eingepfarrten Landleute sich auf dem Wege von ihren Wohnörtern dahin in die Kirche befanden, hörte man zwischen halb sechs und sechs Uhr, bei einem plötzlich eintretenen Nebel, jedoch bei heiterm und wolkenleerem Firmament, einen heftigen Knall, ... Die Richtung des Getöses, das ungefähr 8 Minuten anhielt, ging von Nordost nach Südwest. Der Nebel hatte sich gleich nach dem ersten Schlag so sehr verdichtet, dass man in einer Entfernung von 12 Schritten keinen Gegenstand unterscheiden konnte..."
 :dizzy:
Ich sage dazu, möglicherwiese sind eine ganze Menge Fragmente entstanden, die sich selber in der Luft weiter zerlegten und zu Sand zerstiebt wurden. So wie in La Mancha geschehen ... nur war der spanische Fall viel kleine. Sand oder Staub sind Kondensationskeime. Warum keiner beim Stannern-Fall den Feuermeteor beschreiben konnte, weiß ich allerdings auch nicht, aber dieser war bestimmt beeindruckend groß ... oder es war doch extrem dichter "normaler" Nebel davor da ... aber morgens im Mai? Das ist die trockente Jahreszeit bei uns und nach Sonnenaufgang ist der spätestens weg! Oder jemand hat ein überdimensionales Räucherstäbchen angezündet, für die Messe natürlich ... darauf ist natürlich noch gar keiner gekommen ... :einaugeblinzel:
 :user:
Thomas
Grau ist alle Theorie ...

Offline Snuk44

  • Assistent
  • *
  • Beiträge: 24
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #19 am: Januar 23, 2009, 20:12:30 nachm. »
Hallo Mark, schade, dass nichts zu sehen ist!
Wir waren heute auf der Suche nach einem Teilchen, aber die paar höhenmeter weiter oben hat es geschneit und naja, ich hab gar nicht gewusst, wieviel Steine in so einem Wald herumliegen.
Jan, das Trommeln begann ca 2 Sekunden nach dem Leuchten. Das Trommeln dauerte relativ lange, sicher mehrere Sekunden.
Auch wenn es nirgends zu sehen war, wir sind eh begeisterte Schwammerlsucher, haben wir den Rest des Jahres auch was zu suchen........
Aber eins hab ich noch nicht verstanden, was ist weit verstreut und was ist nahe für euch? Eine Schätzung in km wäre super!
Einstweilen gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass doch irgendwo etwas registriert wurde.
Liebe Grüße Silvia

wannkommtdernächste

  • Gast
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #20 am: Januar 23, 2009, 20:23:27 nachm. »

Weihrauch, das isses, Thomas! Wüsste auch kaum, in welche Art von Nebel sonst ein Meteor würdiger eintauchen könnte ;-)

Es scheint beinahe Gleichzeitigkeit vorzuliegen bei beiden Ereignissen - Knälle, Nebel - , wird also wohl weiterhin Interpretationssache bleiben. Nebel gibt's durchaus gelegentlich auch im Mai (da habe ich eingermaßen Überblick, da mein Geburtsmonat). Andererseits heißt es in Deiner Quelle, dieser habe sich mit Eintritt des Falls verdichtet - was wiederum auf Kausalität hinweisen könnte. Wie der Hesse sagt: mer waaß es net.

Klar war Stannern weitaus größer als La Mancha. Hebel spricht von 2,5 Zentnern von zeitnah nach dem Fall geborgenem Material. Und da kam später sicherlich noch das eine oder andere Kilo dazu. (Die Bulletin Database führt allerdings "nur" 52 kg an, allerdings mit "?").

Übrigens hatte J.P.Hebel für seinen Text einen Informanten, der seinerseits von keinem Geringeren als dem Kaiser von Österreich beauftragt worden war, alle erreichbaren Fakten zum "Steinregen" zusammenzutragen.

Vom Kaiser selbst! Man stelle sich mal vor, nach der Rostock-Observation meldet sich Frau Merkel hier im Forum an und beauftragt die Experten, die Arbeit aufzunehhmen. Dabei ist die Dame keineswegs Kaiser von Österreich. Noch nicht mal von China *g*

Gruß, Matthias - und [/off topic]





Offline MarkV

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1385
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #21 am: Januar 23, 2009, 20:34:12 nachm. »
Jan, das Trommeln begann ca 2 Sekunden nach dem Leuchten. Das Trommeln dauerte relativ lange, sicher mehrere Sekunden.
Hallo Silvia,
wenn das Geräusch 2 Sekunden nach der Lichterscheinung begann, dann kann es kein Meteorit gewesen sein. Bei Meteoriten hört man das Trommeln erst weit mehr als eine Minute nach der Lichterscheinung, weil das Leuchten bereits in ca 30km Höhe aufhört. Der Schall braucht dann Minuten bis er den Boden erreicht. Es muss sich um eine Lichterscheinung in ziemlicher Nähe gehandelt haben. Von daher muss ich dich leider enttäuschen - die Suche nach einem Meteoriten ist dort zwecklos.

Grüsse,
Mark

Offline Snuk44

  • Assistent
  • *
  • Beiträge: 24
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #22 am: Januar 24, 2009, 07:03:07 vorm. »
Mark, ich habe mich gestern durch das Forum gelesen. Sollte man eigendlich VOR dem ersten Posting machen. Du hast irgendwo geschrieben, Zeugenbeobachtungen sind zu 90 Prozent Schrott. Warum wohl? Weil es unmöglich ist, in so einer Situation Zeit zu schätzen. Wir waren aufgeregt, aber wir standen noch. Wir sind noch nicht weitergegangen. Also LANGE kann es nicht gewesen sein.
Was ich noch herausgefunden habe, warum das ganze so seltsam zackig aussah, der war schon kaputt. Keine Kugel sondern ein Trümmerflug.
Liebe Grüße Silvia

Peter5

  • Gast
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #23 am: Januar 24, 2009, 08:51:01 vorm. »
Hallo ..  :smile:

.. Ihr Beobachter "der ersten Stunde" seit schon zu beneiden .. :nd: man wohnt anscheinend immer grad "in der falschen Gegend" :laughing:.. aber immerhin konnte ich als Kind hier in Hessen auch mal die Beobachtung vom elterlichen Balkon aus machen, dass ein Komet, Asteroid oder Meteor so knapp an der Erde vorbeigerauscht sein muss, dass ich die entspr. Leuchterscheinung am Himmel beobachten konnte.. das ist aber jetzt schon über 40 Jahre her .. :laughing:.. auch als ich als Kind damals noch die gesammelten Werke der UFO-Literatur verschlungen habe (von von Buttlar beginnend bis Berlitz über Däniken etc....) habe ich mir innerlich geschworen, nie ohne Fotoapaarat mehr aus dem Hause zu gehen.. :smile: diesen Schwur habe ich aber schon lange durchbrochen .. *schäm* .. übrigens UFO heißt ja auch nur "Unidentifiziertes Flugobjekt" ..die Bezeichnung wird fälschlicherweise immer automatisch gleich mit einem extraterrestrischen Raumschiff gleichgesetzt, was eigentlich Unsinn ist.. denn UFO's können theoretisch auch Asteroide, Meteore oder defekte Satelliten sein.. außerdem Kugelblitze (sind immer noch nicht richtig erforscht!) u.v.m.  :smile:
Im Übrigen bin ich schon lange zu dem Schluss gelangt, dass wohl keine "ET-Raumschiffe" die Erde jemals besucht haben.. sondern dass Berlitz, Däniken und Konsorten eher nur an der Vermehrung ihrer Geldgeschäfte interessiert waren .. Däniken hat sich ja auch in erster Linie als knallharter Schweizer Geschäftsmann entpuppt .. :crying:

.. aber bleiben wir wieder beim Ausgangsthema "Feuerkugeln" .. :super:

Gruß Peter5 .. :lechz:

astro112233

  • Gast
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #24 am: Januar 24, 2009, 10:02:01 vorm. »
Hallo Peter5,

... von Butt...  :auslachl: verscherbelt heute Bräunungskapseln, Abnehmpülverchen und sonstigen dementsprechenden Firlefanz für saftige Preise bei einem deutschen TV Verkaufssender.

Der Physikus klammert sich offensichtlich stets an das UFO, dass gerade in die erfolgsversprechende Richtung der bequemen Geldvermehrung fliegt.   

Derzeit eben Wääälless.  :lacher: Morgen? Vielleicht aufblasbare Feuerkugeln, Saturngrundstücke oder geht in den RTL Dschungel.  :wow:

Gruß Konrad - Terrestrischer Gemüsehobel und Dampfbesenvertrieb  :hut:

Offline Snuk44

  • Assistent
  • *
  • Beiträge: 24
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #25 am: Januar 28, 2009, 06:38:36 vorm. »
Guten Morgen,

offensichtlich hat gibt es keine Aufzeichnungen und keine weiteren Sichtungen. :nixweiss:

Und es war ja sowieso kein Meteorit. :fingerzeig:

Dann würde wohl eine Schätzung keinen Schaden anrichten, weil ich immer noch keine Vorstellung habe, was ist weit und was ist nah für euch?

Liebe Grüße aus Österreich ( es ist sowieso jetzt nur "was wäre wenn", weil es hat wieder draufgeschneit)
Silvia

Zumthie

  • Gast
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #26 am: Januar 28, 2009, 15:14:24 nachm. »
Hallo Silvia

Die Geräusche, die mit einem Meteoritenfall verbunden sind, dauern je nach Entfernung recht lang (mehrere Minuten bis zu einer viertel Stunde, Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Carancas_(Meteorit)).

Generell gilt, dass Ereignisse die gleichzeitig Licht und Geräusche erzeugen zur Entfernungsbestimmung geeignet sind. Das Licht breitet sich mit etwa 300000 km/s aus, während der Schall nur etwa 340 m/s schnell ist. Praktisch läßt sich so die Entfernung eines Blitzes berechnen (Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Blitz#Entfernungsmessung).

Zu deiner Beobachtung gilt dann, der Lichtblitz war etwa 600-700 m entfernt (2 Sekunden). Wenn die Trommelgeräusche von gleichzeitig einschlagenden Steinen erzeugt worden wären, dann wäre das Gebiet mit jeder Sekunde Dauer um etwa 340 m größer. Besonders in den Bergen können aber Echos die primären Geräuschquellen überlagern und Berechnungen verfälschen.

Eine Erklärung für deine Beobachtungen könnte vielleicht eine verspätete Silvesterrakete gewesen sein. Ich habe dieses Jahr auch Raketen gesehen, die fast unbemerkt in große Höhen steigen, in zackigen Blitzen explodieren und später noch ein längerandauerndes, prasselndes Geräusch erzeugen.

 :winke:
Viele Grüße nach Österreich
Zumthie

Offline Snuk44

  • Assistent
  • *
  • Beiträge: 24
Re: Feuerkugelsichtung Österreich/Schweiz
« Antwort #27 am: Januar 28, 2009, 20:04:13 nachm. »
Hallo Zumthie, dankeschön!
Liebe Grüße Silvia

 

   Impressum --- Datenschutzerklärung