Autor Thema: Ackerfund  (Gelesen 1235 mal)

Knorx

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Ackerfund
« am: Februar 12, 2015, 14:04:52 nachm. »
Hi,

mein Name ist Tobi und ich bin ganz neu hier. Ich habe auf einem Acker nahe Landsberg am Lech einen Stein ausgegraben, nachdem mein Metalldetektor klar und stark angeschlagen hat.
Da dies mein erster Fund dieser Art ist und ich mich mit Steinen/Mineralien mal so gar nicht auskenne habe ich stundenlang im Internet recherchiert um was für ein Gestein es sich handeln könnte. Ohne eindeutiges Ergebnis.
Es wäre toll wenn jemand hier meinen Fund näher bestimmen könnte.  :gruebel:
Was man vielleicht auf dem Bild nicht gut erkennt: Der Stein "funkelt" im inneren schwarzen Teil sehr und ist scheinbar durchzogen von diesen rostfarbenen "Kristallen" die auch außen zu sehen sind.
Magnetisch ist er nicht. Das habe ich bereits getestet.
Beim letzten Bild habe ich ihn befeuchtet.

Viele Grüße

Offline lithoraptor

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Re: Ackerfund
« Antwort #1 am: Februar 12, 2015, 14:16:15 nachm. »
Moin Tobi!

Herzlich willkommen an dieser Stelle. Was Du da gefunden hast ist auf alle Fälle ein metamorphes Gestein (Metamorpit). Ich würde es nach den Bildern als Granat-Gneis (einen Gneis der Granat-führend ist) bezeichnen. Es könnte jedoch sein, dass es sich eher um einen Granat-Amphibolit handelt - denke zwar nicht, aber sicher ist sicher. Wir bräuchten zur genaueren Ansprache ein gutes Makro von einer frischen Bruchfläche (insbesondere von dem Bruchverhalten der schwarzen und weißen Mineralien). Am besten quer zu den "Bändern", die man außen sieht.

Der Grund warum dein Detektor ausgeschlagen hat könnte darin zu suchen sein, dass es in dem Gestein viel von dem Mineral Magnetit gibt, da dieses ein entsprechendes Feld erzeugt.

Gruß

Ingo

Offline Buchit

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Re: Ackerfund
« Antwort #2 am: Februar 12, 2015, 14:38:18 nachm. »
Hallo Tobi,

auch von mir zunächst: Willkommen im Forum!

Als Anrainer der Münchner Schotterebene und der Kiesbänke der Isar kenne ich Funde wie Deinen recht gut. Es gibt in den Gröllvorkommen des Alpenvorlandes hauptsächlich zwei Gesteinsarten, die - wie in Deinem Fund deutlich erkennbar - größere Granatkristalle enthalten:

1. Granatamphibolit. Dieses Gestein entspricht dem, was Ingo schon als mögliche Bestimmung aufgeführt hat. Es enthält neben dem rötlichen Granat viel dunkelgrüne bis schwarze Minerale der Amphibolgruppe ("Hornblende"); daneben häufig weißen Quarz.

2. Eklogit. Dieses Gestein ist etwas seltener und besteht - im Ursprungszustand - aus rotem Granat und grünem Omphacit. Letzteres Mineral ist jedoch fast immer sekundär (durch sogenannte "retrograde Metamorphose") stark verändert, so dass die Unterscheidung von Granatamphibolit nicht immer einfach ist. Ich habe allerdings bisher noch kein Stück in den Händen gehabt, was so dunkel gewesen wäre, wie das von Dir gezeigte Stück. Daher glaube ich, dass es sich bei Deinem Exemplar um einen solchen Granatamphibolit handelt.

Schau auch hier einmal: http://www.isar-kiesel.de/kristallingesteine.html

Gruß,
Holger

Offline MetGold

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Re: Ackerfund
« Antwort #3 am: Februar 12, 2015, 14:45:38 nachm. »
Hallo Tobi,

da ich mich mit irdischen Gesteinen nicht allzu gut auskenne, so gibt es von mir nur:

ein herzliches Willkommen bei uns im Forum!


 :winken:  MetGold
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Knorx

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Re: Ackerfund
« Antwort #4 am: Februar 12, 2015, 20:30:50 nachm. »
Vielen Dank für die schnellen und ausführlichen Antworten  :smile: :super:

 

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