Autor Thema: Ist das Schlacke???  (Gelesen 614 mal)

Offline Steinpilz

  • Inspektor
  • ***
  • Beiträge: 77
Ist das Schlacke???
« am: April 18, 2017, 00:49:05 vorm. »
Hallo Gemeinde,
ich habe hier einen Stein, den ich in Neubrandenburg aus einem Kieshaufen gezogen habe. Ich denke es wird Schlacke sein. Könnt Ihr feststellen, was für eine Schlacke das ist?
Der Stein ist ca. 5cm lang, 4cm hoch und 3cm breit. Er ist fast schwarz und nicht magnetisch. Die Dichte bei rund 1,5, also auch nicht besonders schwer. Strichfarbe ist grau und erließ sich leicht aufschlagen.

Offline Sprotte

  • Rat
  • ****
  • Beiträge: 170
Re: Ist das Schlacke???
« Antwort #1 am: April 19, 2017, 13:23:24 nachm. »
Hallo,

allein anhand der Bilder denke ich eher, dass dies keine Schlacke ist (Eisenschlacke auf keinen Fall - dafür ist die Dichte trotz der blasenförmigen Hohlräume zu gering). Aus meiner Sicht wäre zu prüfen, ob es sich unter Umständen um ein Impaktitgeschiebe handeln könnte.

Viele Grüße
Sprotte

Offline Steinpilz

  • Inspektor
  • ***
  • Beiträge: 77
Re: Ist das Schlacke???
« Antwort #2 am: April 19, 2017, 16:43:26 nachm. »
na, vielleicht kann man auch zu nächst mal magmatischen Ursprung ausschließen bzw. in betracht ziehen. Ich habe gerade ein Stück Lava vom Ätna rausgekramt. Das Gefüge ist sehr ähnlich, auch die Einschlüsse von Vulkanglas. Allerdings ist die Lava heller mittelgrau und die Glaseinschlüsse sind winzig im Verhältnis zu unserem Stein. Auch weis ich nicht, ob magmatische Gesteine bis nach Brandenburg verfrachtet wurden.

Ist Basalt denkbar? Kommen dort gelegentlich solche Vulkanglasblasen vor?  :nixweiss: 

Offline Met1998

  • Direktor
  • ******
  • Beiträge: 696
    • Angler, Ufologen und andere Aufschneider,  Herzlich Willkommen bei Ehrfried Hentschel !
Re: Ist das Schlacke???
« Antwort #3 am: April 19, 2017, 17:51:35 nachm. »
Moin Steinpilz,
deine „Glaseinschlüsse“ könnten Augit? sein (magnetisches Glas),
teilweise herausgewittert (Löcher)  :nixweiss: und die Grundmasse sieht aus wie Basalt.
Demnach nennt sich das dann Tephrit.

Bei den meisten Tephriten in unserer Gegend haftet allerdings der Magnet fast immer.

In Brandenburg gibt es reichlich Tephrit, es kommt aus dem Süden (Böhmisches Mittelgebirge)

Gruß Ehrfried :hut:
Der Mensch hat die Fähigkeit zur Vorahnung und er reift mit Geduld, wie Whisky, Käse und Wein!

Offline Buchit

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1007
Re: Ist das Schlacke???
« Antwort #4 am: April 19, 2017, 18:19:48 nachm. »
Hallo,

hm, wenn die Dichtebestimmung einen realistischen Wert geliefert hat (wovon ich jetzt mal ausgehe), dann klingt Basalt oder Tephrit für mich eher unwahrscheinlich. Aber was es ist, weiß ich auch nicht :nixweiss: Schlacke scheint aber eine realistische Option.

Gruß,
Holger

Offline Steinpilz

  • Inspektor
  • ***
  • Beiträge: 77
Re: Ist das Schlacke???
« Antwort #5 am: April 19, 2017, 19:58:31 nachm. »
Hallo Ehrfried,
Du beschreibst den Stein eigentlich ganz richtig, aber er ist kein bisschen magnetisch. Habe gerade mal die nunmehr kleinen Bruchstücke mit einem Magneten gekitzelt, aber keinerlei Reaktion festgestellt.

Hallo Holger,
habe auch nochmals die Dichte überprüft. Jetzt mit zwei kleineren Bruchstücken und dabei kam jetzt bei beiden gleich 2 - 2.2g/qcm herraus. Kann mir nicht ganz erklären, wieso der Stein vorher(vor dem Spalten) nur 1,5 - 1,6 hatte. Ich muss da einen Fehler gemacht haben. :ehefrau: Trotzdem ist die Dichte noch recht weit weg von Basalt, da hast Du vollkommen recht.

Die einzelnen Bruchstücke haben, abgesehen von den reichlich vorhandenen Blasen bzw. Bläschen, ein sehr gleichmäßiges Gefüge. Ohne eine Spur von Klasten oder weiteren mineralischen Einschlüssen. Man kann wohl nur sicher sagen, dass der Stein mal sehr großer Hitze ausgesetzt war. :gruebel: 

 

   Impressum --- Datenschutzerklärung