Autor Thema: Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...  (Gelesen 345 mal)

Offline Buchit

  • PremiumSponsor
  • Generaldirektor
  • *****
  • Beiträge: 1038
Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...
« am: Januar 07, 2020, 21:16:50 nachm. »
...oder vielleicht doch? Naja, nicht ganz - aber bei flüchtigem Hinsehen könnte man das doch denken, wenn man die Bilder unten betrachtet. Oder? Was meint ihr? :gruebel:

Gruß,
Holger

Offline hugojun

  • Rat
  • ****
  • Beiträge: 161
Re: Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...
« Antwort #1 am: Januar 08, 2020, 08:19:26 vorm. »
Hallo Holger  ,
du hast schon recht, diese Dinger haben mich Anfangs auch immer irritiert und tun es noch immer.
Es handelt sich wohl um Glaseinschlüsse mit anschließender Rekristallisierung. Allerdings mit seltsamen Temperaturgradient. Das Muttergestein ist offensichtlich viel schneller abgekühlt als die „Chondren „oder die Glaskügelchen wurden der Lava ( gasfreies Magma ) in fester Form untergemengt und eine erneute Erwärmung ( Kontaktmetamorphose ähnlich ) hat dann zur Kristallisierung des Glas geführt.
Gruß
Jürgen

Offline speul

  • Privater Sponsor
  • Foren-Meister
  • *****
  • Beiträge: 2900
Re: Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...
« Antwort #2 am: Januar 08, 2020, 08:34:59 vorm. »
eine erneute Erwärmung ( Kontaktmetamorphose ähnlich ) hat dann zur Kristallisierung des Glas geführt.


Klugscheißermodus an:
Glas ist halt gerade nicht kristallisiert, dann wäre es ja kein Glas
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Offline Buchit

  • PremiumSponsor
  • Generaldirektor
  • *****
  • Beiträge: 1038
Re: Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...
« Antwort #3 am: Januar 08, 2020, 09:02:41 vorm. »
Hallo Speul,
eine erneute Erwärmung ( Kontaktmetamorphose ähnlich ) hat dann zur Kristallisierung des Glas geführt.


Klugscheißermodus an:
Glas ist halt gerade nicht kristallisiert, dann wäre es ja kein Glas
das stimmt natürlich, aber da ist ja durchaus partiell etwas auskristallisiert. Zum Gestein selbst ist zu sagen: Es handelt sich um einen (wahrscheinlich ziemlich SiO2-armen) Basalt, der als relativ kleinräumige Intrusion in Buntsandstein eingedrungen ist. Der Einschluss dürfte demnach ein vollständig aufgeschmolzenes, quarzreiches Sandstein-Fragment sein, welches mit der Schmelze reagiert hat. Die Kristalle dürften Klinopyroxen (Augit) sein. Spannend finde ich den Umstand, dass zahlreiche derartige Einschlüsse - insbesondere wenn sie kleiner sind als der gezeigte - tatsächlich ziemlich ideale kreisförmige Querschnitte zeigen (größere sind oft in die Länge gezogen).

Gruß,
Holger

Offline hugojun

  • Rat
  • ****
  • Beiträge: 161
Re: Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...
« Antwort #4 am: Januar 08, 2020, 10:28:06 vorm. »
Ja Hallo Speul ,

eine erneute Erwärmung ( Kontaktmetamorphose ähnlich ) hat dann zur Kristallisierung des Glas geführt.


Klugscheißermodus an:
Glas ist halt gerade nicht kristallisiert, dann wäre es ja kein Glas

dass echte Leben ist eben so wie im Film , du weißt schon „Fifty shades of grey“  und so .
Aber wie Holger schon gesagt hat , teilweise kristallisiert , weil Zentrum der „Druse“ noch amorph( isotrop ( schwarz )im +pol Licht , hell bräunlich im // pol Licht ).

@ Holger ,
Die hell bräunliche Farbe de Glases im // pol Licht , spricht eher für basisches Glas . Die Färbung entsteht durch submikroskopische Einschlüsse von Magnetit und/oder Ilmenit.
Auch die Kristalle in der „Druse „ habe zu hohe Interferenzfarben , um ein rekristallisierter Quarz zu sein.
Die Farben ( im +pol Licht ) der Kristalle in der „Druse“ entsprechen denen der umliegenden , in der „Matrix“ vorhandenen Kristalle. Ich vermute deshalb gleichen Chemismus wie in der Matrix.

Gruß
Jürgen



Offline Buchit

  • PremiumSponsor
  • Generaldirektor
  • *****
  • Beiträge: 1038
Re: Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...
« Antwort #5 am: Januar 11, 2020, 20:46:26 nachm. »
Hallo,

hier nochmal zwei Bilder, welche die Genese deutlich belegen sollten...

Gruß,
Holger

Offline hugojun

  • Rat
  • ****
  • Beiträge: 161
Re: Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...
« Antwort #6 am: Januar 12, 2020, 11:16:31 vorm. »
 Hallo Holger,

ja diesmal sieht es schon nach einer echten amygdaler Textur aus mit sekundär gebildeter Füllung:
Ich vermute mal Chalcedon oder Zeolith.
Für Calcite fehlen mir ein paar schwache, hohe Interferenzfarben.


Gruß

Jürgen :prostbier:

Offline Buchit

  • PremiumSponsor
  • Generaldirektor
  • *****
  • Beiträge: 1038
Re: Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...
« Antwort #7 am: Januar 12, 2020, 13:02:57 nachm. »
Jürgen,

willst Du mich verar...en :ehefrau:, oder kannst Du keinen Chalcedon von grobkristallinem Quarz unterscheiden, wenn Du ihn im Dünnschliff(!) vorgesetzt bekommst :gruebel:

Gruß,
Holger

Offline hugojun

  • Rat
  • ****
  • Beiträge: 161
Re: Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...
« Antwort #8 am: Januar 12, 2020, 13:25:52 nachm. »
Lieber Holger ,

grobkörniger Quarz oder Chalcedon?

http://www.alexstrekeisen.it/immagini/vulc/vescicoleconcalcedonio(3).jpg

Ich habe nur Bilder , noch nicht mal mit Maßstab , gesehen und kein Dünnschliff und wurde um meine Meinung gefragt.

Jürgen

Offline hugojun

  • Rat
  • ****
  • Beiträge: 161

Offline Buchit

  • PremiumSponsor
  • Generaldirektor
  • *****
  • Beiträge: 1038
Re: Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...
« Antwort #10 am: Januar 12, 2020, 16:50:50 nachm. »
Hallo Jürgen,

 zunächst :weissefahne: Asche auf mein Haupt  :weissefahne: für meine harsche Reaktion. Und der Vollständigkeit halber:  :weissefahne: wegen des fehlenden Maßstabs, und natürlich, Du hast das Original nicht gesehen...

Aber zu Deinen Beispielbildern: Die bestärken mich nur in meiner Annahme, dass es sich um einen Xenolithen handelt - die letzten zwei Bilder genügen da eigentlich, denn die sind mit meinen fast schon austauschbar. Bei dem ersten Link, wo auf "Chalcedon" verwiesen wird, okay, da kann man vielleicht anhand der Größe der Kristalle nicht sagen, ob Quarz oder Chalcedon - dafür ist aufgrund ihrer geometrischen Anordnung imho klar und unzweideutig zu erkennen: Diese Kristalle sind auf der Innenwand des Hohlraumes nach innen gewachsen. Sie wurden nicht von außen nach innen aufgeschmolzen worden.

Und ob ein xenolithischer Quarz nun klar oder trüb ist, hängt ja wohl auch mit der Vorgeschichte des Xenolithen zusammen, und nicht nur von der mneralischen Zusammensetzung - jedenfalls imho nicht derartig eindeutig, dass man dies als diagnostisches Kriterium in Anschlag bringen könnte.

Gruß,
Holger

Offline hugojun

  • Rat
  • ****
  • Beiträge: 161
Re: Es gibt keine Chondren in irdischen Gesteinen...
« Antwort #11 am: Januar 12, 2020, 18:21:08 nachm. »
Lieber Holger ,

als granoblastisches Korngefüge habe ich diese Quarz-Einschlüsse noch nicht gesehen und auch nicht im
Netz gefunden.
Vielleicht hast Du ja links zu Beispielen. Auf den Seiten von alexstrekeisen  , im Raith-Raase-Reinhardt ,
Wimmenauer und bei Pichler Schmitt-Riegraf find ich jedenfalls keine vergleichbaren Bilder. Da sind die
 Xenolithe meist Einkristalle.

Jürgen

 

   Impressum --- Datenschutzerklärung