Autor Thema: Unbekannte Eifel-Minerale  (Gelesen 2073 mal)

Peter5

  • Gast
Unbekannte Eifel-Minerale
« am: Mai 15, 2008, 17:53:46 nachm. »
Hallo ..insbesondere @Andy und @Sebastian ..

.. erst mal nur die 3 folgenden Eifel-Minerale.. :smile:..in meiner Sammlung vorrätig .. :smile:

gibt es hierzu endlich eine klare Identifizierung?  :ehefrau: :weissefahne:

1. Zu dem nicht identifizierten Mineral Nr. 1 aus Lapis 11/89 - perlmuttglänzende xx-Aggregate von der Löley, Üdersdorf, Eifel
Ein Barium-Glimmer? Wenn ja, wie heißt das Mineral?

Meine damalige Anfrage dazu ..

Zitat
Hallo ..

..nächste Frage..

Ich habe ein MM mit dem in Lapis-Ausgabe 11/89, Seite 25 beschriebenen, nicht identifizierten Mineral "Nr. 1".
Wie beschrieben, sind farblose dünntafelig-rechteckige und deutlich perlmuttglänzende XX erkennbar.
Fundort ist der Löhley-Steinbruch in Üdersdorf, Eifel.

Weiß man nun, nach all den Jahren endlich, um was es sich da handelt?.. .. ..auch IMA-anerkannt? Soll sogar häufiger vorkommen und öfters auch zusammen mit Barytolamprophyllit.

Wer's weiß, bitte hier reinschreiben..danke...

Da ich das so treffend beschrieben habe, brauche ich jetzt auch nicht extra ein Foto anzufertigen..

Gruß Peter
  --> Fazit: ????
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2. Feurig-braunrote Nädelchen (auch mehr haarig), zu "Blechen" verbunden - Aussehen fast wie Ludlockit aus Namibia!! - vom Bellerberg bei Mayen, Eifel (Chalkotrichit? Rutil?, Rhönit? Ludlockit?) - Foto evtl. später ..könnten theoretisch auch Arsenite aus der Eifel vorkommen? Ich meine ja, wenn ich z.B. an das Calcium-Sulfit Hannebachit denke.
--> Fazit: ????
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3. Das Uranyl-Vanadat ("Carnotit"-Mineral) ? auf Phillipsit vom Schellkopf bei Brenk, Eifel.
 Wie heißt das Mineral nun genau? (Lapis 83/9, 25)

Oder gibt es zu allen Unbekannten bisher nur IMA-Nrn:gruebel:

Die damalige Antwort von Herrn Blaß habe ich aufgespürt .. sie lautete ..

Zitat
Carnotit
Formel: K2[(UO2)2|(V2O8]*3H2O

Kristallsystem: monoklin

Systematik - Code: Hölzel 8.EE.330, Lapis VII/E.11-50

Farbe: kanariengelb, grünlich gelb

Allgemeines zum Mineral:

Carnotit ist ein wichtiges Uranmineral welches besonders auf Vanadin verarbeitet wurde. Im Coloradoplateau-Typ ist es sehr verbreitet, z. B. Colorado, Wyoming Pennsylvania, Marokko, Shaba, S-Australien usw.

Beschreibung des Minerals von Eifelfundorten:

Minerale, in denen die Actiniden-Elemente Thorium oder Uran eine essentielle Rolle spielen, kommen in der Vulkaneifel nur sehr sporadisch vor. Bisher beschrieben sind die Thoriumminerale Thorit, Thorianit, Huttonit, Steacyit sowie die Uran-haltigen Minerale Betafit, Uranpyrochlor und ein „Carnotit-ähnliches Mineral“.

Letzteres, ein mit Carnotit verwandtes Kalium-Uranylvanadat wurde vom Schellkopf bei Brenk beschrieben (314). Das Mineral bildet rechteckige, tafelige Kristalle und wurde nur selten gefunden. Bei genauerer Betrachtung sind abgeschrägte Ecken zu erkennen, sodass die Tafeln tatsächlich achteckigen Umriss aufweisen. Sie sind meist büschelig oder rosettenartig verwachsen. Einzelkristalle werden bis zu 0,5 mm groß. Durch Ihre intensiv gelbe Farbe heben sie sich deutlich vom meist farblosen oder weißen Untergrund ab und sind somit gut zu erkennen. Aufgewachsen sind sie entweder direkt auf dem phonolithischen Gestein oder auf Phillipsit, Fluorit oder Calcit. Sehr selten sind auch Kristalle in den Paragenesemineralen eingewachsen. Durchgeführte Untersuchungen belegen die chemische und strukturelle Verwandtschaft zum Carnotit, zeigen aber auch Unterschiede auf. Die Zellkonstanten des "Carnotit-ähnlichen Minerals" vom Schellkopf weisen insbesondere mit dem erheblich größeren Parameter c=7,662 Å, deutliche Differenzen zum Mineral Carnotit mit c=6.91 Å auf. Dies wird auf einen höheren Hydratisierungsgrad zurückgeführt (314). Allerdings ist die Charakterisierung nicht ganz zufriedenstellend, da deutliche Diskrepanzen zwischen berechneten und beobachteten Röntgen-d-Werten vorhanden sind, K- und Wasser-Gehalte nicht quantitativ bestimmt sind und auch jegliche spektroskopische Untersuchungen fehlen.
Leider gibt es keine moderne Untersuchungen zum Carnotit, die zu einer eindeutigeren Identifizierung unseres Materials sehr hilfreich wären.


Am Bellerberg (380) zeigt der Carnotit in seinem äußeren Erscheinungsbild, sowohl Farbe als auch die Ausbildung betreffend, eine große Ähnlichkeit mit dem Mineral vom Schellkopf. Er fand sich bisher nur einmal als gelbe, blättrig-schuppige, kugelig aggregierte Kristallanhäufungen oder als winzigste, dünntafelige, scheinbar rechteckige Kriställchen in einem quarzreichen Xenolith. Das Röntgenpulverdiagramm (digitale Gandolfi- Aufnahme, durchgeführt an der Uni Wien) zeigt gute Übereinstimmung mit den Literaturwerten. Das Mineral vom Bellerberg sollte somit als Carnotit angesehen werden. Zwillinge, Epitaxien und Pseudomorphosen wurden nicht beobachtet

Lit.: 314, 380

314.   PIRET, P., HENTSCHEL, G., DELIENS, M., VAN DER MEERSCHE, E.   (1993):   Ein mit Carnotit verwandtes Kalium-Uranylvanadat vom Schellkopf bei Brenk, Eifel –    Aufschluss 44, 291-294

380.   BLASS, G., GRAF, H.W., KOLITSCH, U., SEBOLD, D.   (2004):   Neue Funde aus der Vulkaneifel: Die Sammelsaison 2003 -    Mineralien-Welt 15/3, 58-69   
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Jetzt weiß ich aber immer noch nicht, wie das Carnotit-ähnliche Mineral von meinem Eifelfundort Schellkopf lautet. :gruebel:
Gibt es also dazu etwas Neues?  :nixweiss:.. :smile:
--> Fazit: ????
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Gruß Peter5 .. :winke:

« Letzte Änderung: Mai 15, 2008, 18:44:00 nachm. von Peter5 »

Peter5

  • Gast
Re: Unbekannte Eifelminerale
« Antwort #1 am: Mai 15, 2008, 18:25:56 nachm. »
noch eine Anfrage von damals .. :smile:

Zitat
Hallo ..

grauweiß, pinselartig-haarig in MM-Hohlräumen - alter Fund vom Krufter Ofen, Eifel (damals für 20 DM von Hugo Rein abgekauft)..

..wer kann mir die Systematiknr. bzw. das Mineral nennen?..aussehen tut's entweder wie Rhabdophan oder wie Amiant (Byssolith). Rhabdophan ist aber Klasse 7 - also überhaupt kein Silikat..es soll aber ein Eisen-Kettenalumosilikat sein.

Da ich das so treffend beschrieben habe, brauche ich jetzt auch nicht extra ein Foto anzufertigen..  :smile:

Also..wer kann mir helfen? Danke..



Na, dazu mache ich später lieber doch noch ein Foto.. :smile:

Gruß Peter
« Letzte Änderung: Mai 15, 2008, 18:42:33 nachm. von Peter5 »

Peter5

  • Gast
Re: Unbekannte Eifel-Minerale
« Antwort #2 am: Mai 15, 2008, 18:28:28 nachm. »
Diese meiner Anfragen ist inzwischen geklärt ..  :smile: :super:

Zum Duhamelit-Mineral die damalige Antwort von Dr. Kolitsch ..  :smile:

Zitat
W. Krause, U. Kolitsch, H.-J. Bernhardt and H. Effenberger (2003): Duhamelite discredited. N. Jahrb. Mineral. Monatsh. 2003, 75-96.

Abstract
Reinvestigation of duhamelite, originally described as Cu4Pb2Bi(VO4)4(OH)3·8H2O, has demonstrated that it is not a valid independent mineral species. Analyses of the type material and of additional samples by means of electron microprobe, X-ray powder and single-crystal diffractometry including structure refinements, and transmission electron microscopy have shown that duhamelite belongs to the adelite-descloizite-group with the general formula AB(XO4)(OH). Duhamelite in the strict sense corresponds to a bismuth- and calcium-bearing mottramite; the empirical formula of the type material is (Pb0.49Bi0.36Ca0.12)S0.97Cu1.01[(VO4)0.85(AsO4)0.08(SiO4)0.07]S1.00[.27(OH)0.71]S0.98 (based on 5 oxygen atoms per formula unit), or simplified (Pb,Bi,Ca)Cu(VO4)(OH,O). The formal discreditation of duhamelite has been approved by the Commission on New Minerals and Mineral Names, I.M.A.

Das Eifel-Material ist Ca-haltiger Mottramit.

Das war also geklärt ..hatte es nur nicht mehr gleich gefunden.. :smile:

Gruß Peter5 .. :winke:

Peter5

  • Gast
Re: Unbekannte Eifel-Minerale
« Antwort #3 am: Mai 15, 2008, 18:31:33 nachm. »
..und noch eine damalige Anfrage, die noch nicht geklärt ist .. :crying: :traurig:

Zitat
Hallo  ..

..handelt es sich bei den reichlich aufgewachsenen, farblosen, kugelig-pelzigen xx evtl. um Apatit oder um Tobermorit oder um was sonst?
Fundort: Bellerberg, Ettringen, Eifel,
Begleiter: Nephelin-Prismen mit Biotit-xx

Danke.  ..

Gruß Peter

Da werde ich wohl doch besser später noch ein Foto machen müssen.. :smile:

Labrador

  • Gast
Re: Unbekannte Eifel-Minerale
« Antwort #4 am: Mai 19, 2008, 18:45:59 nachm. »
Au, au, da helfen wirklich nur Bilder und selbst dann wird´s schwer. Die Beschreibungen passen auf vieles :confused:. Die Ludlockit-Doppelgänger könnten z.B. Pseudobrookit sein.

Gruß
Labrador

Peter5

  • Gast
Re: Unbekannte Eifel-Minerale
« Antwort #5 am: Mai 19, 2008, 21:37:18 nachm. »
Hallo Andy,

ja, dann probiere ich später doch besser noch Bilder davon zu machen.. kein Problem.. :smile:

Gruß Peter5 .. :winke:

Peter5

  • Gast
Re: Unbekannte Eifel-Minerale
« Antwort #6 am: Juni 08, 2008, 18:19:44 nachm. »
Hallo  ..

so, hier jetzt die angekündigten Bilder ..  :smile:

siehe Dateinamen ..

1. neuer Barium-Glimmer?

2. Chalkotricht? Rubellan? Rutil?

3. Unbekanntes Fe-Alumosilikat - Was könnte das sein?

Gruß Peter5 .. :winke:

Peter5

  • Gast
Re: Unbekannte Eifel-Minerale
« Antwort #7 am: Juni 08, 2008, 18:22:33 nachm. »
.. und noch das Uranylvanadat "Carnotit" .. der Vollständigkeit halber .. :smile:

und noch ein Bild von den pelzig-kugligen Geschichten .. .. :smile: ...Tobermorit? oder Apatit vielleicht?

Gruß Peter5 .. :winke:

Labrador

  • Gast
Re: Unbekannte Eifel-Minerale
« Antwort #8 am: Juli 12, 2008, 18:44:47 nachm. »
Hallo,

Der Carnotit ist wohl wirklich welcher. Die braunroten verfilzten Nädelchen stelle ich mal zum Hämatit. Den gibts da in solcher Ausführung. Das Zeug vom Krufter Ofen scheint radioaktiv zu sein. Die Baddeleyite waren da aber glaube ich alle klar. Und Betafit (sehr ähnlich) kenne ich von dort nicht...

Gruß
Andreas

Peter5

  • Gast
Re: Unbekannte Eifel-Minerale
« Antwort #9 am: Juli 14, 2008, 09:42:22 vorm. »
Schönen Dank, Andreas! :smile:

Gruß Peter5 .. :winke:

 

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