Autor Thema: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?  (Gelesen 5610 mal)

Offline BlackLabel

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #15 am: Dezember 19, 2020, 01:39:53 Vormittag »
@Mettman:
Du fasziniert mich immer wieder mit Deinen Beiträgen. Du bist irre oder ich versteh Dich falsch bzw. nicht (oder beides). Aber ich mag Dich...
Du bist einer der (Haupt-)Gründe, warum ich als Goldsucher auch die Met-Themen lese.
Mach bitte weiter so!

Beste Grüße
BlackLabel

Offline Riesgeologie

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #16 am: Januar 27, 2021, 12:38:50 Nachmittag »
Hallo zusammen,

der der Vollständigkeit halber möchte ich auf den Albuch Boten vom 21. Januar 2021, No. 3 aufmerksam machen, der hier https://www.steinheim.com/fileadmin/Dateien/Website/Dateien/Rathaus_Service/Mitteilungsblatt/Albuch_Bote_2021/bote_03.pdf als pdf heruntergeladen werden kann.

Der populärwissenschaftliche Aufsatz erschien also im Amtsblatt der Gemeinde Steinheim mit Söhnstetten (Link: https://www.steinheim.com/rathaus-service/amtsblatt?tx_hwnews_hwnews%5B%40widget_0%5D%5BcurrentPage%5D=1&tx_hwnews_hwnews%5Baction%5D=list&tx_hwnews_hwnews%5Bcontroller%5D=Newsartikel&cHash=51859d8bd93c14f45c6c14d0d8124f3f und wurde von E. Buchner, Sach, V.J. & Schmieder, M. als vorgefertigter Pressetext erstellt.

Herzliche Grüße

Oliver
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Offline Met1998

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #17 am: Januar 29, 2021, 14:57:28 Nachmittag »
Hallo Oliver,
nachdem ich Mettmann seine 3 „Bücher“ zum Thema gelesen, aber nicht viel verstanden habe, hätte ich eigentlich gedacht, dass du der im Ries- Einschlagskessel sitzt, die Goldsucher, Tektit-und Steinesammler, Mitleser, Gäste, usw.
mal aufklärst,
was von deinen beiden Links im Albuch Boten zu halten ist.
  :gruebel:

Schließlich geht der Thread ja schon seit 2009! :wow:

Met1998  :hut:
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Offline Riesgeologie

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #18 am: Januar 29, 2021, 16:58:42 Nachmittag »
Hallo zusammen,

jetzt ist der Groschen gefallen  :laughing:
Bin einfach aus den privaten Mitteilungen nicht schlau geworden.

Nun zu der Hypothese:
Zur Entstehung des Nördlinger Rieses und zum Steinheimer Becken hat es viele Theorien gegeben. Die jetzt diskutierte Variante ist erst mal eine Annahme, die zukünftig von weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt oder verworfen werden wird. Paläontologisch gibt es eine gewisse zeitliche Diskrepanz, das wurde schon vorher beschrieben und ebenfalls diskutiert (z. B. Brackwassersee - Karstwassersee mit der jeweiligen Flora und Fauna) . Andererseits wären räumlich so nahe beieinander liegende Krater in geologisch relativ kurzem zeitlichen Entstehungsabstand schon ungewöhnlich. Zumal neuere Asteroidenbeobachtungen doch zeigen, dass die durchaus Monde haben können. Ich persönlich lasse das erst einmal als das, was es ist, nämlich eine Hypothese, stehen. Zukünftige Untersuchungen werden dann mehr zeigen. Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich die Lehrbücher nicht gleich umschreiben.

Herzliche Grüße
Oliver
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Offline Riesgeologie

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #19 am: Februar 01, 2021, 11:47:26 Vormittag »
Hm, die Fragen und persönliche Mitteilungen zu dem Thema reißen nicht ab ...


Nun also zu meiner persönlichen Meinung, ob das Steinheimer Becken und das Nördlinger Ries gleichzeitig oder durch zwei unabhängige Impaktereignisse entstanden sind:

Natürlich habe ich mir die Publikation von Buchner et al. (2020, 2021) durchgelesen und mir so meine Meinung gebildet. „nature research“ ist schon ziemlich weit oben aufgehängt. Allerdings ist keiner der drei Autoren ein wirklich anerkannter Sedimentologie. Zudem gab es von Herrn Buchner immer wieder sehr bemerkenswerte Hypothesen, Theorien und Papers (z. B. antiker Meteoriten-Buddha, der sich als Fälschung herausstellte, bis heute nicht gesichertes Meteoritenfragment des „Steinheim-Impaktors“ etc.). Mir sind das fast zu viele Forschungsschwerpunkte (Archäologie, Geochemie, Sedimentologie), um in einem Forschungspunkt wirklich tief verwurzelt zu sein.

Nun zu den Meteoriten-Events zum Steinheimer Becken – Nördlinger Ries:
In der Wissenschaft wird bereits seit langer Zeit darüber diskutiert, ob die beiden Krater gleichzeitig oder nacheinander entstanden sind. Diese Erkenntnis beruht vor allem auf paläontologischen Vergleichen der Flora und Fauna. Eine Erklärung könnte sein, dass sich die beiden Becken mit den entstandenen Kraterseen prinzipiell unterscheiden (Brackwassersee – Karstwassersee) und dadurch eine zeitlich verzögerte und sehr unterschiedliche Entwicklung stattgefunden hat. Sooo brandneu ist diese Vermutung der zeitlichen Diskrepanz also nicht.

Wenn ich mir die Fotos der Molasseablagerungen von Buchner et al. (2020; 2021) anschaue, dann könnte das meiner Meinung nach ziemlich viel sein. Natürlich kommt ein Seismit in Betracht. Oder diagenetsiche Prozesse des noch weichen, wasserhaltigen Sediments. Oder eben auch eine ehemalige subaquatische Rutschung, wie sie aus den Molasseablagerungen im Alpenvorland von mehreren Orten bekannt und gut dokumentiert sind. Diese Rutschungen können natürlich im Zuge der Orogenese der Alpen und der mit der Hebung stark einsetzenden Erosion und Sedimentation im Vorlandbecken immer entstehen. Auch können diagenetische Prozesse (Methangasbildung und Ausgasung, Entwässerung des noch weichen, stark wasserhaltigen Sediments) oder seismische Ereignisse (in Verbindung mit plötzlicher Entwässerung oder Sedimentverflüssigung durch tixotrope Prozesse), die ja auch immer in direkter Verbindung zu den orogenen Prozessen der Alpen stehen können, solche Rutschungen auslösen.

Die Alpenentstehung ist ja in mehrere Phasen gegliedert, die ihrerseits im Vorlandbecken zu Meereseinbrüchen und –rückzügen mit sehr unterschiedlichen Sedimentationsräumen und Sedimentationsraten im Kontext stehen (z. B. OSM, OMM etc.). In diesem Zusammenhang wird natürlich auch Sediment bewegt oder umgelagert, wodurch neue Ablagerungsräume oder Erosionsdiskordanzen entstehen. Und genau das wird letztlich in Buchner et al. (2020) abgebildet (z. B. Fig. 2, Fig. 4, Fig. 7). Der Brockhorizont ist ganz sicher die Zeitmarke „Impaktereignis“ (Nördlinger Ries/Steinheimer Becken), allerdings sehe ich da noch keinen direkten Zusammenhang zu dem „slump“, also einer subaquatischen Rutschung, die direkt unterhalb der Diskordanz angeschnitten ist. Die ist meines Erachtens älter und kann verschiedenste Ursachen haben (z. B. Erdbeben, Vulkanausbrüche, aber auch vermehrter Eintrag von Erosionsschutt durch die entgehenden Alpen und damit einhergehende Rutschungen). Für eine fundierte Theorie müsste da meines Erachtens sehr viel tiefer auf die grundlegenden sedimentologischen Prozesse eingegangen und die verschiedenen Prozesse Schritt für Schritt diskutiert und ausgeschlossen werden. Dies ist in einem Journal wie „nature research“ gar nicht möglich, hier soll ja eher auf neue, wegweisende multidisziplinäre Ergebnisse hingewiesen werden, nachdem zumindest Teile dieser Ergebnisse in Fachzeitschriften (z. B. Sedimentology) ausführlich diskutiert wurden. Selbst in ihrem eigenen Aufsatz „Enigmatic earthquake-generated large-scale clastic dyke in the Biberach area (SW Germany)“ (Sach et al. (2020) in dem Journal Sedimentary Geology) geben die drei Autoren als Grund für die Entwässrung des Molassesediments ein relativ starkes Erdbeben durch eine phreatomagmatische Explosion im Urach-Kirchheim-Vulkanfeld oder möglicherweise den Steinheimer-Becken-Impakt an. Und für die Angabe einer Magnitude sollte ohnehin erst einmal die Ursache und Wirkung und dann ein Modellierer für Impaktereignisse konsultiert werden. Meines Wissens hat dies aber nicht stattgefunden.

Und dann zu den „planaren Deformationsmerkmalen“ von Buchner et. al (2020): Die sollten meiner Meinung nach von einem absolut anerkannten Fachmann untersucht, ausgewertet und dann interpretiert werden (ggf. in einem einzelnen separaten Paper, nicht als mündliche Mitteilung). Ich erinnere nur an die über Jahre anhaltende Diskussion zur Graupensandrinne (Buchner – Schweigert – Seyfried) oder noch weiter zum „Chiemgau-Impakt“ (Ernstson und andere). Eine rein optische Ähnlichkeit führt sehr schnell zu einer Überinterpretation und schließlich Fehlinterpretation (z. B. „Chiemgau-Impakt“ und andere „Meteoritenkrater“, siehe auch Link: http://www.impaktstrukturen.de/publikationen/andere-publikationen/sind-gebogene-planare-deformationsstrukturen-pdfs-keine-pdfs/). Man möchte fast meinen, dass überall im Erosions- und Alpenschutt „planare Deformationsmerkmale“ gefunden werden; zumindest, wenn nach diesen gesucht wird. Nun ja.

Nach meiner Meinung gibt es bei dieser Hypothese noch viel zu viele zu viele offene und ungeklärte Fragen (Ähnlich wie bei dem Metallfragment, welches Teil des Steinheimer-Becken-Impaktor gewesen sein soll oder wie bei den erwähnten planaren Elementen aus der Molasse und andernorts mit Impaktereignissen in Verbindung gebrachte Beobachtungen.). Bemerkenswert ist allerdings, dass der Aufsatz bei "nature research" angenommen wurde. Vielleicht sollte ja so eine Debatte ja angeregt werden.

Und weiter:
In neuerer Zeit wurden verschiedene Raumsonden zu diversen Asteroiden geschickt. Hierbei hat sich gezeigt, dass Asteroiden mit einem kleineren Mond gar nicht so selten und unwahrscheinlich sind. Im Gegensatz zum Mond (hier werden Meteoritenkrater nicht gleich wieder erodiert oder zusedimentiert und hier können natürlich unterschiedlich alte Krater direkt nebeneinanderliegen) werden auf der Erde größere Impaktkrater sehr schnell wieder erodiert oder zusedimentiert. Auf der Erde sinkt folglich die Wahrscheinlichkeit, dass in unmittelbarer Nähe unterschiedlich alte Krater erhalten bleiben. Und dass innerhalb weniger tausend oder hunderttausend Jahre zwei unabhängige Impaktereignisse durch größere Asteroiden stattfinden ist natürlich möglich, dennoch halte ich es eher unwahrscheinlich. Dies ist meine derzeitige persönliche Meinung zu dieser Sache.

Wenn dieses unwahrscheinliche Ereignis tatsächlich stattgefunden haben soll und dies in einem renommierten Journal postuliert wird, dann sollte es unbedingt auch interdisziplinär und fundiert belegt werden (z. B. durch Modellierer, Sedimentologen, Paläontologen, Mineralogen etc.). Sonst wachsen Hypothesen durch schreibwütige Autoren in den Himmel (z. B. Chiemgau-Impakt, Tüttensee-Krater, bis hin zu dem nur als „traurig“ zu bezeichnenden Aufsatz „Nördlinger Ries (Ries-Krater) – Bunte Trümmermassen und die Gravimetrie“, siehe hier unter „5 Zusammenfassende Schlussfolgerungen“, wo von einem eigenständigen, kleineren Krater auf Blatt Bissingen gefaselt wird, der durch eine abgetrennte kleinere Masse des Riesimpaktors entstanden sein soll. Link: http://www.impaktstrukturen.de/). Es sollten also nicht zu schnell die Fachfücher und die Entstehungsgeschichte eines Naturraumes wie dem des Nördlinger Rieses oder des Steinheimer Beckens umgeschrieben werden. Vielleicht sind solche ins Kraut schießende, wissenschaftlich nicht oder nur wenig belegte Hypothesen eine unschöne Entwicklung unserer modernen Zeit.

Herzliche Grüße

Oliver
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Offline Eckard

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #20 am: Februar 04, 2021, 11:59:37 Vormittag »
Hallo Forum,

hier noch ein kleiner Beitrag zu dem Thema, den ich heute bekam.

Der Link:
https://scilogs.spektrum.de/mente-et-malleo/noerdlinger-ries-und-steinheimer-becken-zwei-unabhaengige-asteroideneinschlaege-in-deutschland/

Viel Spaß beim Lesen und beim Video.

Besten Gruß
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Eckard
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Offline Eckard

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #21 am: Februar 05, 2021, 19:40:31 Nachmittag »
Hallo Forum,

vielleicht noch für den einen oder anderen interessant, ein Kurzbericht (von 2015) über einen Doppel-Impakt in Schweden.

Der erste und der letze Link funktionieren nicht mehr, darum gebe ich hier die anderen 2 Links gleich mit an.

https://www.bbc.com/news/science-environment-26172181

https://www.spektrum.de/news/doppelter-volltreffer-in-schweden-nachgewiesen/1365870

https://www.nature.com/articles/ngeo.2007.37

Besten Gruß
 :winke:
Eckard
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Offline Thin Section

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #22 am: Februar 05, 2021, 22:29:40 Nachmittag »
https://www.bbc.com/news/science-environment-26172181

Ein Auszug aus dieser Quelle:

Dr Ormo and his colleagues studied two craters called Lockne and Malingen, which lie about 16 km apart in northern Sweden. Measuring
about 7.5 km wide, Lockne is the bigger of the two structures; Malingen, which lies to the south-west, is about 10 times smaller.

Siehe hierzu auch:

MELERO-ASENSIO I. et al. (2018) Geophysical signature of Maalingen, the minor crater of the Lockne-Maalingen double impact structure (MAPS 53-07, 2018, 1456-1475).


Bernd  :winke:
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker).

Offline karmaka

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #23 am: Februar 11, 2021, 22:02:32 Nachmittag »
And the story continous...

Enter Ernstson & Claudin

The Steinheim Basin, the Ries crater "double disaster" and the mistaken Steinheim crater diameter

von Kord Ernstson & Ferran Claudin

PDF
« Letzte Änderung: Februar 11, 2021, 23:05:13 Nachmittag von karmaka »

Offline Moldavitarier

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #24 am: Februar 12, 2021, 19:27:54 Nachmittag »
Um es kurz zu machen, ich schließe mich den Ausführungen von Oliver (Riesgeologe) an.

Ich bin nach wie vor von einem einzigen Impakt-Ereignis "Ries-Asteroid mit Steinheim-Mond" überzeugt. Ich habe dieses Thema in meinem Buch über Moldavite 2017 ebenfalls kurz aufgegriffen (siehe Bild). Anhand aller geologischen Belege kommt für mich nur eine Flugrichtung der beiden, sich zusätzlich um ein Baryzentrum drehenden Asteroiden in Frage, und das ist von W nach O!

Herr Buchner erkennt das offenbar sogar selbst in einem Beitrag über das Steinheimer Becken.

Buchner, E. (2017): An approach towards the projectile trajectory during the oblique Steinheim meteorite impact by the interpretation of structural crater features and the distribution of shatter cones

Leider zitiert Herr Buchner nach wie vor mein Buch bzw. meine Theorie in Bezug auf den Impakt nicht, was (nicht nur aus persönlicher Sicht) sehr unwissenschaftlich ist. So ist es leider oft verbreitet, dass im Vorfeld zu neuen Publikationen nicht ausreichend recherchiert wird oder "unliebsame" Literatur einfach unter den Tisch gekehrt wird, als ob sie nicht existiert.

Auch im Rieskratermuseum, in dem ich zum Thema sogar referiert (und dem Leiter des Museums ein Exemplar meines Buches geschenkt) habe, kennt man mein Buch offiziell bisher offenbar nicht (womöglich sollte ich nochmal ein Exemplar hinschicken?) Sei es drum. Das Rad der Wissenschaft dreht sich eben langsam und manchmal kommt es auch vom Weg ab...

Michael

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #25 am: Februar 12, 2021, 19:29:47 Nachmittag »
Hier noch die eigentliche Textseite

Offline Pinchacus

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #26 am: Februar 13, 2021, 18:02:57 Nachmittag »
Hallo Michael,

Leider zitiert Herr Buchner nach wie vor mein Buch bzw. meine Theorie in Bezug auf den Impakt nicht, was (nicht nur aus persönlicher Sicht) sehr unwissenschaftlich ist. So ist es leider oft verbreitet, dass im Vorfeld zu neuen Publikationen nicht ausreichend recherchiert wird oder "unliebsame" Literatur einfach unter den Tisch gekehrt wird, als ob sie nicht existiert.

ohne den speziellen Fall genauer zu kennen, kann ich evtl. einige Gründe nennen, woran es noch liegt:

1. Wissenschaftliche Publikationsreihen akzeptieren bestimmte Veröffentlichungen als Referenzen nicht. Dazu können schnell auch mal Diplomarbeiten, unveröffentlichte Doktorarbeiten, Bücher im Eigenverlag (POD), aber (im Bereich Paläontologie zumind.) auch Publikationen deren Untersuchungsmaterial nicht in öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Sammlungen hinterlegt wurde (daher nehmen viele Zeitschriften mit einem Reviewverfahren solche Publikationen auch nicht mehr zur Publikation an).

2. Literatur die für Institutionen nicht verfügbar ist (weil sie "digital frei" (OA) ist, von Bibliotheken als hard Copy angekauft wurde oder Lizenzgebühren gezahlt werden), "existiert" oft nicht oder hat es zumindest schwerer wahrgenommen zu werden. Daher bemühen sich im Geobereich zumindest viele europäische Forschende Publikationen in OA zu publizieren und Vereine die noch selber publizieren ihre in Literaturdatenbanken geführten Zeitschriften (älterer Auflagen) digital frei zugänglich zu machen (zum Bsp. APH der Hannoveraner  aus dem Fossi-Bereich und "geschiebekunde aktuell" der GfG als geologisch etwas breiter getreuter). Das erste kostet die Institutionen aber zusätzliche staatliche Mittel, und bei den genannten Vereinen braucht es Leute, die diese Strukturen mit ihren Mitgliedsbeiträgen und ggf. auch mit schriftlichen Beiträgen* unterstützen. Bei ersterem ist, wie geschrieben, ein gewisses Umdenken da, bei zweiterem bräuchte es wieder einen Aufschwung an Mitgliedern.

Besten Gruß

Johannes

* bringt zwar nichts zu der angesprochenen Publikation, aber da die Moldavite ja in den südlichen pleistozänen Kiesen und Sanden vorkommen, würde es a) bei den Geschiebe-Interessierten sicherlich Interesse an einem aktuelleren schriftlichen Fundbericht geben und b) könnte man das Buch sicherlich auch in g.a. besprechen. Wenn wir uns dazu mal austauschen wollen, würde ich mich über eine PM freuen.

So lange Fiktionsapparaturen latente Illusionen nicht manifestieren können, ist eine Realisation des Illusionären latent Fiktiv!

Be more specific! http://www.youtube.com/watch?v=PusCpQIbmCw

Offline Mettmann

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #27 am: Februar 14, 2021, 13:52:04 Nachmittag »
Sie gell,

das Buch steht aber in der Bayerischen Staatsbibliothek.
Damit ist es referenzfähig, duljöh.

Manches wundert mich an unserer neuen, elektrischen Welt.
Zu meiner Studienzeit mußte man für Quellensuche und Literaturrecherche teilweis zu den Bibliotheken hinreisen,
um deren Kataloge zu durchforsten bzw. einen schriftlichen Rechercheauftrag einreichen.
Heut macht man das uffe Sofa annem Nachmittag.
Insofern könnte man erwägen, daß bei der Beurteilung eines Aufsatzes es als ein tatsächlicher Mangel gewertet werden muß,
wenn für die Bewertung des Inhalts ev. nicht unwichtige Referenzen nicht angeführt werden.

Eh zu 1.), wie ist es denn mittlerweile?
War doch vor zwei, drei Jahren der große Streit, daß die Universitäten/öffentliche Hand, die Veröffentlichungen von den großen Fachverlagen, also die Forschungsartikel für sagenwirmal "kühne" Preise zurückkaufen müssen, die ja die Ergebnisse der Forschungsfinanzierung aus derselben öffentl. Hand sind?
Na, da lassmer 1.) nit gelten, für den Reibach sollen die reviewenden Peers auch was leisten, gell?

"If any of you cry at my funeral,
I'll never speak to you again."
(S.Laurel 1890-1965)

Offline Pinchacus

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #28 am: Februar 14, 2021, 18:29:20 Nachmittag »
Zu meiner Studienzeit mußte man für Quellensuche und Literaturrecherche teilweis zu den Bibliotheken hinreisen,
um deren Kataloge zu durchforsten bzw. einen schriftlichen Rechercheauftrag einreichen.
Heut macht man das uffe Sofa annem Nachmittag.
Insofern könnte man erwägen, daß bei der Beurteilung eines Aufsatzes es als ein tatsächlicher Mangel gewertet werden muß,
wenn für die Bewertung des Inhalts ev. nicht unwichtige Referenzen nicht angeführt werden.

Eh zu 1.), wie ist es denn mittlerweile?
War doch vor zwei, drei Jahren der große Streit, daß die Universitäten/öffentliche Hand, die Veröffentlichungen von den großen Fachverlagen, also die Forschungsartikel für sagenwirmal "kühne" Preise zurückkaufen müssen, die ja die Ergebnisse der Forschungsfinanzierung aus derselben öffentl. Hand sind?
Na, da lassmer 1.) nit gelten, für den Reibach sollen die reviewenden Peers auch was leisten, gell?


Ich gehe mal despektierlich davon aus, dass "meine Studienzeit" in eine Zeit fiel, in der man sich die Zeit dafür noch nehmen konnte. Heut ist die Zeit dafür zumindest weniger, goutieren tue ich das nicht, aber die Ökonomisierung der Wissenschaft darf man teilweise kaum ernsthaft kritisieren ohne amerikanesk als Kommunist tituliert zu werden...

Und zum Kleingedruckten: was bekommen denn die Peers so? (und ja, es gibt jetzt zusätzliche Mittel für OA. Oder evtl. werden nur weniger Forschungsprojekte oder stärker gekürzte genehmigt, damit das Geld dafür da ist.)
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Offline Moldavitarier

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Re: Steinheimer Becken & Nördlinger Ries - Zwei unabhängige Impaktereignisse?
« Antwort #29 am: Februar 17, 2021, 12:59:56 Nachmittag »
Hallo Johannes, Hallo Mettmann,

um noch mal speziell auf Herrn Buchner zurückzukommen. Er kennt meine Theorie zur Impaktrichtung W-O der Ries-Steinheim-Meteoriten seit Oktober 2017. Da habe ich ihm die entsprechenden Seiten meines Buches per Email gesendet, die Emails existieren noch. Er hat dann 2019 eine weitere Veröffentlichung von mir, aus der das ebenfalls hervorgeht, Korrektur gelesen (siehe Danksagung dieser Veröffentlichung)

Hurtig, M (2019): Experimentgestützte Untersuchung zum Abrieb von Tektiten und anderen Gläsern im Zuge fluviatilen Transportes über lange Strecken

(Gibts als kostenlosen download über Google, einfach mal

hurtig 2019 tektite

eingeben).

Ich erwarte ja nicht von jedem, dass er sich jedes Buch oder jede Publikation besorgt, aber wenn man immer wieder zu einem Thema schreibt, dann sollte man entsprechende Literatur schon haben. Bevor ich mein Buch geschrieben habe, habe ich über Jahre hinweg von überall Literatur zusammen getragen, in Unis, in Bibliotheken, im Internet oder sogar als neu oder gebraucht gekauft, was man nicht anders ranbekommen hat. Autoren kann man auch anschreiben. Es gibt also genug Möglichkeiten, wenn man nur will.

Herr Buchner scheint aber seine eigene Theorie zu verfolgen (die der zwei Impaktereignisse, was aus meiner Sicht sehr sehr sehr unwahrscheinlich ist).





 

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