Autor Thema: Tektiten-Streufelder  (Gelesen 6983 mal)

Offline aknoefel

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1652
  • Alles Gute kommt von oben...
    • André Knöfel Collection
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #15 am: Oktober 29, 2009, 14:51:54 nachm. »
Hmmm, ich kenne mich mit den Lausitzer Moldaviten nicht so aus, aber soweit ich das so mitbekommen habe werden die doch (fast?) ausschliesslich in den Ablagerungen alten Urstromtälern der Elbe gefunden (Ottendorf-Okrilla z.B.). Das lässt schon auf einen Transport schliessen - oder es ist Zufall...

Gruß
  André
Sag mir mal meine Meinung...

Offline herbraab

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1824
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #16 am: Oktober 29, 2009, 15:12:25 nachm. »
Hmmm, ich kenne mich mit den Lausitzer Moldaviten nicht so aus, aber soweit ich das so mitbekommen habe werden die doch (fast?) ausschliesslich in den Ablagerungen alten Urstromtälern der Elbe gefunden (Ottendorf-Okrilla z.B.). Das lässt schon auf einen Transport schliessen - oder es ist Zufall...

Auch die böhmischen Moldavite werden in sandigen Fluss-Sedimenten gefunden. Vielleicht hat das einfach damit zu tun, dass in Sand und Kies Wasser abfliessen kann, während Moldavite, die z.B. in ständig feuchtem, lehmigen Boden gesteckt sind schon längst durch Lösungsprozesse aufgefressen worden sind.

Ich glaube auch gelesen zu haben, die Moldavite aus den kleinen Streufeldern seien auch chemisch von den böhmischen und mährischen Moldaviten unterscheidbar (wobei ich die entsprechende Literaturstelle nicht mehr angeben kann).

Grüße, Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline speul

  • Foren-Meister
  • *
  • Beiträge: 2772
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #17 am: Oktober 29, 2009, 15:42:04 nachm. »
Na gut Andre, weil Du es bist :laughing: trabe ich nochmal runter in meine Bibliothek  :baetsch: und suche die Schriftenreihe für Geowissenschaften, Bd 3. (1995) raus, wo J Lange über "Lausitzer Moldavite und ihre Fundschichten" schreibt:
- Vorkommen in jungtertiären Schottern des Älteren Senftenberger Elbelaufs (Ottendorf, Brauna, Kamenz etc.)
- alle Moldavite sind fluvial über kurze Entfernungen transportiert wurden
- eine ausschließliche Herleitung aus Südböhmen ist unwahrscheinlich und erklärt nicht den mährischen Typ (da das Fundgebiet damals nach Süden entwässert wurde!)
- Dichte 2,305-2,379 g/cm3, aber Schwerpunktmäßig niedriger als in den böhmischen/mährischen Feldern, teilweise wird deren Dichteuntergrenze deutlich unterschritten
hope that helps
speul
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Offline herbraab

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1824
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #18 am: Oktober 29, 2009, 15:48:43 nachm. »
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline speul

  • Foren-Meister
  • *
  • Beiträge: 2772
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #19 am: Oktober 29, 2009, 15:53:12 nachm. »
und für alle, die die Lokation nicht aus eigener Anschauung kennen ein Bild der fein geschichteten Kiese in denen die Moldis gefunden werden. (Natürlich wird eher im klassifiziertem Material gesucht). Bild entstand bei der Befahrung im August d.J.
speul
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Offline speul

  • Foren-Meister
  • *
  • Beiträge: 2772
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #20 am: Oktober 29, 2009, 15:55:44 nachm. »
Zitat
Hier noch etwas mehr auf der Webseite von Lange:

http://web.me.com/tektites/Tektite/Lausitzer_Moldavite.html

Grüße, Herbert

prima, da hätte ich mir ja die Schreibselei sparen können  :bid:
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Offline gsac

  • Privater Sponsor
  • Foren-Gott
  • *****
  • Beiträge: 5979
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #21 am: Oktober 29, 2009, 18:26:34 nachm. »
Hier noch mal das letztjährige Post mit Olaf auf dem Kieskegel 8/16 in Ottendorf-Okrilla,
einen Tag vor seinem Fund!

http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=2741.msg30429#msg30429

PS-1: sorry für meine Bemerkung "fluvialer Transport", Herb. Ich bin doch schon ein alter
Knabe und neige allmählich zur Vergeßlichkeit - hatte es schon mal besser gewußt. Gut,
aber, daß man wenigstens wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt wird. Klar,
ich kannte den Artikel, und so ist es auch völlig korrekt, wie Du schreibst! Interessant
übrigens, daß die "bekannte Geschichte" der Lausitzer Moldavite noch gar nicht so sehr
(..vergleichsweise jedenfalls) alt ist...

PS-2: die Suche war etwas durch schlechtes Wetter behindert. Ich denke mir, es könnte
Spaß bringen, noch mal bei deutlich besseren äußeren Suchbedingungen hinzufahren. Mal
schauen, vielleicht im nächsten Frühjahr oder Sommer. Wer kommt mit?

:einaugeblinzel: Alex :prostbier:
« Letzte Änderung: Oktober 29, 2009, 18:48:02 nachm. von gsac »

Offline styria-met

  • Oberrat
  • *****
  • Beiträge: 344
  • styria-met
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #22 am: Dezember 20, 2009, 19:46:21 nachm. »
Gibt es neben diesen vier noch weitere verdächtige Streufelder und/oder verdächtiges Tektitenmaterial?

Hallo Norbert, Kollegen,

habe dazu auch eine Frage:

Mir wurden heute auf der Mineralia in Graz von einem renomierten österr. Mineraliensammler mehrere Tektitkugeln angeboten und zwar Funde aus der Antarktis, genauer gesagt von der Edward-VII-Halbinsel.

Ist die Antarktis eigentlich als Tektit-Streufeld bekannt?

Danke für weitere Infos,
Stefan
nothing shocks me, I´m a scientist :)

Iason

  • Gast
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #23 am: Dezember 20, 2009, 20:13:54 nachm. »
Hallo Stefan,

der Guy Heinen erwähnt ein Streufeld in der Antarktis nicht; nach meinem Wissen

finden (fanden) Wissenschaftler dort zwar Meteorite aber Tektite sind bislang nicht nachgewiesen worden.

Gruss Iason


(Man kann sich ja irren sprach der Igel und stieg von der Drahtbürste....)

Offline chief-impactor

  • Moderator
  • Direktor
  • *****
  • Beiträge: 601
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #24 am: Dezember 20, 2009, 21:33:22 nachm. »
hallo stefan,
von dort ist mir nichts bekannt,
ich halte eine fundverschiebung zur wertsteigerung eher warscheinlich.
unter den lagerbedingungen sollte die oberfläche sich von den typischen indochiniten
doch deutlich unterscheiden.
eine mikrosonden analyse schafft klarheit, ist aber die frage, ob sich das lohnt.
ich weiss zb von einem ivoriten, der mit analyse verkauft wurde.
hatte dadurch einen mini chip, aber man hat die sicherheit....

gruss olaf
@15cm neuschnee

Offline styria-met

  • Oberrat
  • *****
  • Beiträge: 344
  • styria-met
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #25 am: Dezember 20, 2009, 22:16:54 nachm. »
hallo stefan,
von dort ist mir nichts bekannt,
ich halte eine fundverschiebung zur wertsteigerung eher warscheinlich.

Ich war anfangs auch sehr skeptisch, da ich von antarktischen Tektiten noch nie was gehört habe,
aber der Sammler Dr.DDDI Müllner hat mir glaubhaft versichert, die Tektite von einem japanischen Prof. Yoko ti Gan persönlich als Mitbringsel aus der Antarktis erhalten zu haben.

Gruß Stefan
nothing shocks me, I´m a scientist :)

Offline chief-impactor

  • Moderator
  • Direktor
  • *****
  • Beiträge: 601
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #26 am: Dezember 20, 2009, 22:57:53 nachm. »
hallo stefan,
versuch doch mal an kontaktdaten zu kommen und hör an der quelle selbst nach.
oder gebt einen splitter vom material in die mikrosonde.
ich halts persönlich eher für einen indochiniten...

nicht das da label durcheinander gekommen sind,
habe hier auch einen indochiniten mit label "austria" liegen...
gruss olaf

Offline Moldavitarier

  • Rat
  • ****
  • Beiträge: 190
  • Deutscher Moldavit
Re: Tektiten-Streufelder
« Antwort #27 am: Dezember 01, 2018, 13:10:19 nachm. »
Hier mal ein Überblick zu Tektiten verschiedener Streufelder. Pro Streufeld ist jeweils nur ein Vertreter gezeigt. Es wurde also nicht auf Substreufelder oder einzelne Fundgebiete Rücksicht genommen. Bei den "Tektiten" in "..." handelt es sich um Impaktgläser, die je nach Einzelstück-bezogenen Eigenschaften zu den Tektiten, Kratergläsern oder auch zu Krystiten (kristalline Substanzen enthaltend) gezählt werden können. Man könnte noch Waber-Glas, einen Urengoit und ggf. auch einen (fraglichen) Uruguay-Tektit hinzufügen.

 

   Impressum --- Datenschutzerklärung