Autor Thema: Gestern Abend  (Gelesen 2875 mal)

Berggold

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Gestern Abend
« am: April 19, 2010, 19:48:47 Nachmittag »
Als ich gestern Abendend mit dem Hund zur letzten Runde war habe ich eine seltsame Beobachtung gemacht!
Es war gegen 22:00 Uhr als eine zum Anfang ganz normale Sternschnuppe viel.
Sie wurde aber immer größer und es entwickelte sich ein Feuerball mit Feuerschweif daraus.
Abgestürzter Satelit oder Met.?
Das ganze ging in nordwestliche Richtung.
Hat das noch einer gesehen?
Gruß Berggold  :hut:
PS.:Wenn was runtergefallen ist muß es irgendwo in Frankreich gewesen sein.

Offline Aurum

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Re: Gestern Abend
« Antwort #1 am: April 20, 2010, 00:18:34 Vormittag »
Hallo Berggold ,

ich vermute mal das es sich um einen Iridium Fläre handelte , das ist eine Reflektion von einem Sateliten Pannel , als ich das das erstemal gesehen habe da dachete ich " Nun kommen sie !" lol ist aber etwas was einen vollkommen aus den Schuhen hauen kann .

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

Berggold

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Re: Gestern Abend
« Antwort #2 am: April 20, 2010, 20:39:02 Nachmittag »
Danke für die Antwort Lutz.

Das war es aber nicht, ich habe mal gegooglt und Fotos von Iridium Fläre angeschaut. Aus meiner Sichtung hatte sich ein echter roter Feuerball entwickelt mit Funken und Feuerschweif. Habe vorher noch nie soetwas gesehen! Vieleicht doch ein Sat. heruntergefallen, da der eintritt sehr flach begann.

Gruß Berggold  :hut: (Peter)

Offline Aurum

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Re: Gestern Abend
« Antwort #3 am: April 22, 2010, 09:10:58 Vormittag »
Hallo berggold ,

das kann ich eigendlich ausschliessen , ich habe eben noch mal bei CalSky nachgesehen in dem von dir benannten Zeitraum kamm nur ein Teil in Frage , und das ist gesterm erst verglüht um 15.30 UTC .

Tja nun stehen wir wieder am anfang , es kann sich natürlich auch om ein Treümmerteil handeln das in keiner Datenbank aufgeführt ist .

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

Berggold

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Re: Gestern Abend
« Antwort #4 am: April 23, 2010, 16:34:07 Nachmittag »
Hallo Lutz,

dann ist doch ein Stein vom Himmel gefallen, weiß blos nicht ob er irgendwo gelandet ist oder verglüht.

Weiter keiner scheint das auch gesehen haben.

Gruß Peter  :hut:

Offline speul

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Re: Gestern Abend
« Antwort #5 am: April 25, 2010, 14:43:49 Nachmittag »
wie lang hat denn das Schauspiel alles in allen gedauert?
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Berggold

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Re: Gestern Abend
« Antwort #6 am: April 25, 2010, 21:33:22 Nachmittag »
Denke mal das ganze hat min. 5sec bis max. 10 sec gedauert. Genau kann ich das nicht sagen, da ich soetwas das erste mal gesehen habe. Jedemfalls habe ich auf irgendein Einschlaggeräusch gewartet da mir das sehr nah vorkam. Leider vergeblich. Ein Bergrücken hat mir leider die Sicht verwehrt bis der Spuk zu Ende war.

Gruß Berggold  :hut:

Offline Aurum

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Re: Gestern Abend
« Antwort #7 am: April 26, 2010, 15:36:18 Nachmittag »
Hallo Berggold ,

wenn da noch ein Bergrücken zwischen war kannst du davon ausgehen das das sehr weit weg war , kannst du den Höhenwinkel schätzen wo das alles begann ?

Bis dann Lutz  :winke:
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Berggold

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Re: Gestern Abend
« Antwort #8 am: April 26, 2010, 19:24:38 Nachmittag »
Lutz,
begonnen hat das ganze bei ca. 80 grad und die Parabel endete bei ca. 20 grad. Also fast senkrecht. Der Berg war leider direkt vor meiner Nase (200m). Das kann einfach nicht weit gewesen sein. Deshalb habe ich ja auch auf irgendein Geräusch oder knall gewartet.

Gruß Peter (Berggold  :hut:)

Offline speul

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Re: Gestern Abend
« Antwort #9 am: April 26, 2010, 20:09:58 Nachmittag »
Hi Peter,
was mich jetzt stutzig macht ist die Parabel!
Meteore/Feuerkugeln fliegen am Himmel für gewöhnlich "Großkreise", also Geraden, und keine wie auch immer gearteten Bögen oder Kegelschnitte, daß machen sie nur auf den Abbildungen der Karrikaturisten!
Grüße
speul
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Berggold

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Re: Gestern Abend
« Antwort #10 am: April 27, 2010, 16:14:46 Nachmittag »
Vieleicht habe ich vor Aufregung auch nicht richtig geschaut, was die Flugbahn angeht.
Denke immer noch das es ein etwas größeres Teil war.

Gruß Berggold  :hut:

Offline herbraab

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Re: Gestern Abend
« Antwort #11 am: April 27, 2010, 17:31:33 Nachmittag »
was mich jetzt stutzig macht ist die Parabel!
Meteore/Feuerkugeln fliegen am Himmel für gewöhnlich "Großkreise", also Geraden, und keine wie auch immer gearteten Bögen oder Kegelschnitte, daß machen sie nur auf den Abbildungen der Karrikaturisten!

Das ist zwar korrekt, entspricht aber immer den subjektiven Wahrnehmungen der Augenzeugen. Wenn Du Dir alte Literatur zu dem Thema anschaust, wirst Du viele Beschreibungen von gekrümmten Meteorbahnen finden, selbst "Umkehrschleifen" und "Korkenzieher-Bahnen" sind dabei. Nur - seit es fotografische Meteorkameras oder Videoaufzeichnungen gibt, wurde sowas mit objektiven Aufzeichnungsmethoden nicht ein einziges mal dokumentiert.

Ähnliches gilt für die Abschätzung der Entfernung - das geht einfach mit einer Einzelbeobachtung nicht. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als 1992 ein heller Meteor über Österreich verglüht ist. Zeugen in Kärnten (also im Süden Österreichs) haben Stein und Bein geschworen, dass der Meteor auf einem nahen Hügel niedergegangen ist. Tatsächlich ist der Meteor etwa 300km weiter nördlich über dem Österreichisch-Tscechischen Grenzgebiet verglüht.

Grüße,
  Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline Mettmann

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Re: Gestern Abend
« Antwort #12 am: April 27, 2010, 18:32:56 Nachmittag »
Zitat
Ähnliches gilt für die Abschätzung der Entfernung


Was zum einen an der hohen Geschwindigkeit der Sternschnuppen und Feuerkugeln liegt, für die uns jedes Bsp aus unserer Erfahrungswelt fehlt und zum anderen, daß wir keinen perspektivischen Hintergrund am Himmel haben, vor der sich die Leuchterscheinung abspielt, was uns eine räumliche Entfernungseinschätzung erlauben würde,

sodaß man immer meint, die Schnuppe oder der Bolide müßt sehr tief, quasi unmittelbar über unsere Köpfe hinweggerauscht sein, obwohl sich die Leuchterscheinung in Wahrheit in Dutzenden km Höhe abspielt.

Ganz einfaches Bsp. ein hochfliegendes Flugzeug, wenn es da so über den Himmel kraucht in 10km Höhe, kommt uns immer viel weiter entfernt vor als sagmer eine Perseide, die in 80 oder 100km Höhe über Grund dahinhuscht.

Diesen Effekt kriegen Sternwartenleut und Mettseitenbetreiber regelmäßig im August zu spüren,
wenn es warm ist, die Leute gruin, pardong grillen, also sich draußen aufhalten und mit den Perseiden einer der stärksten Periodischen Sternschnuppenströme stattfindet, wobei die Perseiden ganz besonders schnelle Sternschnuppen sind und immer auch recht helle Schnuppen dabei sind.
Da steigt jedesmal die Zahl der aufgeregten Anrufe und der Emails, daß man einen Meteoritenfall beobachtet habe und ganz nah etwas heruntergekommen sei bzw. heben die Leut hinter dem nächsten Baum, Zaun, Hügel einen Stein auf,
und lassen sich dann auch nimmer davon abbringen, daß es ein Meteorit sei, weil sie ihn ja seeeeelber fallen gesehen haben.

 :prostbier:
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Offline gsac

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Re: Gestern Abend
« Antwort #13 am: April 27, 2010, 19:43:34 Nachmittag »
begonnen hat das ganze bei ca. 80 grad und die Parabel endete bei ca. 20 grad. Also fast senkrecht. Der Berg war leider direkt vor meiner Nase (200m). Das kann einfach nicht weit gewesen sein. Deshalb habe ich ja auch auf irgendein Geräusch oder knall gewartet.

Also "Berggold" Peter, ein Iridium-Flare kannst Du auf jeden Fall ausschliessen. Das dauert zwar
auch ein paar wenige Sekunden, aber findet viele hunderte Kilometer über der Erdatmosphäre statt
und passt überhaupt nicht zu Deinen zwei Höhenangaben von Beginn und Ende der Erscheinung.

Das wird schon ein helles Meteor gewesen sein, nehme ich mal an. Und die Experten haben Dir
weiter oben ja schon beschrieben, wie es sich mit der subjektiven Wahrnehmung und den wohl
tatsächlichen Ereignissen so einer Erscheinung verhält.

Hinzu kommt übrigens noch folgendes: solange Du eine Lichterscheinung wahrnimmst, befindet sich
so ein Meteor noch mit fast kosmischer Geschwindigkeit, also im Bereich vieler km/sec, in einer Art
"brutalem Landeanflug" auf die (bzw. Kollisionskurs mit der) Erde. Zur "sanften Landung" als Meteorit
selber reicht es meist nicht mehr, weil die weitaus meisten Kandidaten vorher ihre kinetische Energie
einbüssen bzw. durch die auftretenden enormen Luftreibungseffekte sozusagen "verglühen". Und selbst
wenn diese "heisse Phase" der beobachtbaren Lichterscheinungen nicht ausreicht, den Meteoroiden
schon vorher zu vernichten, schließt sich nach dem sog. Retardierungspunkt, an dem dessen kosmische
Geschwindigkeit sozusagen "aufgebraucht" ist, bei den allermeisten nicht allzu grossen Objekten (...die
seltenen massiven Exoten à la Sikhote Alin haben keinen solchen!) noch eine Phase des "Dunkelflugs" an,
an deren Ende unser Kandidat dann (im Idealfall) erst mit typischer Geschwindigkeit um etwa 250-300
km/h auf den Boden fällt. Vorher beliebt er manchmal noch etwas "Radau" zu machen, wie von vielen
Fällen bezeugt ist, und meistens hinterlässt er dann eine Delle, ein Loch, einen Krater...

Was ich damit sagen wollte: eine beobachtete Lichterscheinung mit einem beobachteten Ende derselben,
obwohl sie Dir vielleicht sehr nahe dünkt, heisst noch laaaaaange nicht, daß ganz in der Nähe tatsächlich
was auf die Erde gefallen ist. Jedenfalls nicht, wenn es sich um was Extraterrestrisches und nicht vielleicht
etwas ganz Banales wie beispielsweise einen Feuerwerkskörper oder ähnliches gehandelt hat.

Alex


Berggold

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Re: Gestern Abend
« Antwort #14 am: April 28, 2010, 19:59:37 Nachmittag »
Danke Alex für die ausführliche Antwort und den anderen natürlich auch. Habe mal wieder was dazu gelernt.
Bin immer noch der festen Überzeugung das es ein Met. war. Ob weit oder nah, ob verglüht oder nicht auf jedem fall war es gut da ich sowas das erste mal gesehen habe in dieser Art.

Gruß Berggold  :hut: (Peter)

 

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