Autor Thema: Einschlüsse in Goldkörnern  (Gelesen 12328 mal)

FlyingTim

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #15 am: Juni 04, 2012, 23:53:28 Nachmittag »
Joar, das wäre mal was.

Literaturmäßig hab ich da nur ein paar Beitrage von dem Hernn Pfeifer aus den Rudolstädter Heimatheften und weniges andere.

Bist Du eigentlich dieses Jahr mal hier ?


Gruß Tim


Offline Hungriger Wolf

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #16 am: Juni 04, 2012, 23:57:29 Nachmittag »
Ja

Gruss  :hut:
Achim

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #17 am: Juni 07, 2012, 13:07:11 Nachmittag »
@ Achim: Gold mit Quarzeinschluss

Hallo Achim,
habe Dein Mikro Nugget mal betrachtet, so gut es eben geht... Man sieht zwei feine Längslinien, die sich durch den ganzen Körper ziehen. Das könnte auf ein Komposit aus  mind. 3 Flittern hindeuten, für die Bildung wäre dann der Nugget-Effekt verantwortlich. Bei dem reifen Aussehen des Goldes auch naheliegend.
Der kleine Bergkristtall-Splitter rechts unten könnte also auch nachträglich im Nugget-Trog eingearbeitet worden sein und nicht notwendigerweise aus dem primären Gangquarz stammen. Aber danke für das Bild, denn es bildet.

Das gleiche Problem habe ich eigentlich bei meinem mittleren Korn, denn der flache Quarz könnte auch angepappt sein. Nur der linke ist original eingewachsen!

 @Achim: Pyrit als Goldquelle

Herr Fischer hat bei seinen Pyritanalysen ein paar andere, nicht uninteressante, aber für die Schwarza unrelevante Fundorte untersucht. Der Henneberg-Granit ist spätvariszisch und hat keine Verbindung zur Schwarza.
Ansonsten stellen Pyrite neben anderen Kiesen regelmäßig veritable Golderze oder Quellen von Goldlagerstätten dar, z.B. Rodalquilar/Spanien, Rossland/B.C. etc. Die Geologen wissen das. Leider hat nicht jeder Pyrit das Zeug zur Lagerstättenbildung.

Die Gesteins-Analysen sind aber sehr aufschlussreich. Es sagt aber nichts über die Mikroverteilung und die mineralische Herkunft aus, auch wenn durchaus brauchbare Hinweise dabei sind.

 :winke:
Gruß Holm!

FlyingTim

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #18 am: Juni 07, 2012, 15:53:06 Nachmittag »
Hmm, also ich stell mal ein sehr Typischen Vertreter der Gold-Quarz-Verwachsungen ein.

Man sieht sehr schön Reste von Gangquarz und die großen "Negativabdrücke", wo der Quarz schon fehlt. (Bild N1)

So oder so ähnlich sehen eigentlich fast alle Gold-Quarzverwachsungen in Thüringen aus. Bei manchen Körnern hat man auch mehr Quarz als Gold.
Ich will nicht ausschließen daß auch mal ein Quarz nachträglich eingedrückt wurde, aber das passiert wohl sehr selten.
Auf dem zweiten Bild oben links im Goldkorn könnte das der Fall sein. Der Einschluß erscheint mir einfach zu weiß und undurchsichtig.(Bild N2)


Gruß Tim

FlyingTim

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #19 am: Juni 07, 2012, 15:58:27 Nachmittag »
Bei dem Burschen dürfte es auch original Gangquarz sein weil im Quarzkorn noch seperate Goldeinschlüsse zu sehen sind.


Gruß Tim

Offline Lithophil

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #20 am: Juni 07, 2012, 21:16:00 Nachmittag »
Hallo Tim,

das sind ja museumsreife Pröbchen, die du da hast.  :super:

Das eine hat sogar ein Loch für die Halskette! :einaugeblinzel:

Mit Gangquarz bin ich etwas vorsichtig, ich nehme an, die Sachen sind nicht im Frauenbach Quarzit gewaschen worden. Da wäre das passender. Alte Gänge kann man heute nur noch schwer als solche zuordnen.

Ich weiss nicht, ob du die Möglichkeit hast, speziellere Prüfungen selber zu machen. So interessiert mich die Härte oder Ritzbarkeit der dunklen Mineralkörner neben dem Quarz. Ich glaube nicht, dass dies Schwarzschiefer ist, eher basische Silikate, Biotit, Amphibolit o.ä. Mit einer scharfen Nadel könnte man Härte 4 testen. Teilweise gut kristallisiert, könnten es auch Pseudomorphosen nach Pyrit sein, Mangan- oder Titanminerale kämen auch noch infrage.
Auch ist der gerundete Quarz bei N2 eher ein aus der Schmelze erstarrter Quarz eines proterozoischen Intrusivkörpers.  Das ist genau das, wonach ich suche.

Damit Du verstehst, was ich meine, kann ich Dir in Dein Postfach bei Gelegenheit eins der Publikationen von Ulf Linnemann zum Saxothuringikum einstellen. Es sind halt ein paar Mb als pdf. Aber die Bankwitzschen Hypothesen über den Schwarzburger Sattel kann man nicht verstehen, da darst du dich nicht wundern, wenn du in der Geologie von Thüringen immer und immer wieder nachgelesen hast. Die Lithostratigraphie ist okay, nur die Interpretation nicht ganz.

Gruß Holm

 

Offline Hungriger Wolf

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #21 am: Juni 07, 2012, 21:34:36 Nachmittag »
Hallo Holm!

Darf ich Deine Referenz-Literatur (Publikation von Ulf Linnemann zum Saxothuringikum) lesen?
Würde mich darüber sehr freuen!

Meine e-mail-Adresse ist:
AchimSvenFaforke@alice.de

Grüsse  :hut:
Achim
 


Offline Lithophil

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #22 am: Juni 08, 2012, 00:08:07 Vormittag »
Hallo Achim,

heute schaffe ich das nicht mehr, Du müsstest Dich ein paar Tage gedulden, denn morgen ist ja schon Wochenende und da werde ich mal versuchen, etwas waschen zu gehen.

Ich habe dem Tim gerade 75 Mb geschickt, bei meinem schlechten upload (ADSL) dauert das eben.

Aber falls Du Dich in der Bibliothek oder einer gut sortierten Buchhandlung informieren möchtest, hier die bibliographischen Daten des aktuelleren Werkes:

Linnemann & Romer (Editors)

Pre-Mesozoic Geology of Saxothuringia -
From the Cadomian Active Margin to the Variscan Orogen

Schweizerbarth Science Publishers 2010

Es gehört auch eine DVD zu dem Buch, das ist dann alles etwas zu viel für das Netz. Das andere ist in deutsch, aber von 2003.

Viele Grüße Holm!

Offline Hungriger Wolf

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #23 am: Juni 08, 2012, 16:54:56 Nachmittag »
Kostenfreie Probeseiten vom Buch:

http://www.schweizerbart.de/resources//downloads/ad/download_55.pdf

Grüsse  :hut:
Achim

Offline Hungriger Wolf

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #24 am: Juni 08, 2012, 21:57:27 Nachmittag »
Gold mit dunklen Quarzeinschlüssen! 

Heller Quarz <-> dunkler Quarz  :einaugeblinzel:

Grüsse  :hut:
Achim


Offline Lithophil

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #25 am: Juni 12, 2012, 17:12:39 Nachmittag »
Hallo Achim,

sehr schönes Stück. Wie groß ist die Bildbreite bzw. das Goldkorn in der Breite?

Mir ist bei meiner Prospektion am WE ein Spaltenflitter ins Röhrchen gekommen, der hat auch einen Quarz huckepack.
Kein Wunder, wenn man eine Spalte öffnet, wendet man Gewalt an, die den Quarz ins Gold drückt. Ein Mechanismus, der auch durch den Frost passieren sollte. Aber da das Spaltengold meines Erachtens in der Spalte gewachsen ist, ist es auch reiner und von der Herkunft zumindest eindeutig. Schließlich kenne ich ja das Muttergestein der Spalte.

Bei den Gemengen im Zentralteil des Sattels ist das leider nicht so einfach, deshalb finde ich das recht spannend.

Weder Herr Fischer noch Leutwein oder Prof. Bankwitz haben sich bisher detailliert um die Geochemie des Zentralteils des SBA gekümmert. Vielleicht bekommen wir das ja im Forum interdisziplinär hin!

Glück Auf, Holm!

Offline Hungriger Wolf

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #26 am: Juni 12, 2012, 18:58:02 Nachmittag »
Hallo Holm!

Das Goldkorn (Photo) ist 1 mm groß.

Grüsse  :hut:
Achim

Offline Hungriger Wolf

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #27 am: Juni 12, 2012, 19:05:57 Nachmittag »
Hallo Holm!

Zitat
Weder Herr Fischer noch Leutwein oder Prof. Bankwitz haben sich bisher detailliert um die Geochemie des Zentralteils des SBA gekümmert. Vielleicht bekommen wir das ja im Forum interdisziplinär hin!

Welche Literatur zum Schwarzburger Antiklinorium/Thüringer Schiefergebirge/Frankenwald hast Du?
PS: Lese gerne (pdfs)...... :einaugeblinzel:

Grüsse  :hut:
Achim

Offline Hungriger Wolf

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #28 am: Juni 12, 2012, 22:19:25 Nachmittag »
Geologische Übersichtskarte zu Thüringen:

http://www.tlug-jena.de/umweltdaten/umweltdaten2006/geologie/pdf/guek_200.pdf

Grüsse  :hut:
Achim


FlyingTim

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Re: Einschlüsse in Goldkörnern
« Antwort #29 am: Juni 13, 2012, 07:13:03 Vormittag »
Also ich glaube da trotzdem nicht drann daß sich zufällig mal ein Quarz in das Gold eindrückt.

Warum findet man dann so viele Quarzeinschlüsse im Gold aber nie irgendwelche anderen "eingedrückten" Gesteine?

Zu 99% ist es immer Gangquarz, das könnt ihr mir ruhig glauben.


Ist ja auch bei anderen Goldlagerstätten so. Australien zum Beispiel. Warum sollte sich das Gold da gerade bei uns anders verhalten ?
In meinen Augen gehört Quarz und Gold zusammen wie Pech und Schwefel.


Gruß Tim

 

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