Autor Thema: Rodder Maar : Die Eifel nach einer kosmischen Katastrophe  (Gelesen 2450 mal)

Offline Kapselle

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Rodder Maar : Die Eifel nach einer kosmischen Katastrophe
« am: November 28, 2012, 18:12:53 Nachmittag »
bin heute in einem Zeitungsartikel auf das Rodder Maar aufmerksam geworden.
Habe im Forum leider nichts drüber gefunden und dachte ich erwähne es mal.

Die Eifel nach einer kosmischen Katastrophe
(Das Rodder Maar in der Deutung des postdiluvialen Impaktgeschehens)
Info http://www.regionalgeschichte.net/fileadmin/Superportal/Bibliothek/Autoren/Pilgram/16_Eifelimpaktaufsatz.pdf
........ja da kanns ja auch schon los gehen!.........

Offline schwarzwaldmineraloge

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Re: Rodder Maar : Die Eifel nach einer kosmischen Katastrophe
« Antwort #1 am: November 28, 2012, 18:52:21 Nachmittag »
Hallo,

Impakt in der Eifel? Totaler Unsinn! Der Laacher See ist ebenso wie die Maare vulkanischen Ursprungs. Der Vulkanismus reichte weiter als das heute oft beschriebene Gebiet der West- und Osteifel. Der jüngste Vulkan mit gerade einmal 9000 Jahren (wenn ich mich nicht total irre), also jünger noch als der Laacher See, liegt nördlich der Vulkaneifel, Richtung Bonn bzw. Siebengebirge. Der Vulkanismus ist auch keineswegs erloschen, es gibt noch heute Austritte vulkanischer Gase, z.B. im Laacher See. Die unzähligen Analysen an Gesteinen der Eifel belegen eindeutig die Herkunft aller Vulkanite aus Laven über einem Hotspot, der zu einer niedriggradigen partiellen Aufschmelzung des oberen Mantels führte, es gibt keinerlei Hinweise auf Impaktschmelzen.

Maare müssen nicht unbedingt große Mengen an Vulkangestein fördern, vielmehr handelt es sich oft um Austritte vulkanischer Gase oder von überhitztem Wasser (Grundwasser wird durch Lava erhitzt und sprengt dann explosionsartig das überliegende Gestein weg). Man nennt derartige Vorgänge phreatisch (Dampfexplosion analog eines überhitzten Schnellkochtopfs) oder phreatomagmatisch (Dampf + geschmolzenes Gestein). Letzteres führt zu pyroklastischen Strömen, z.B. am Vesuv 79 n. Chr. (Pompeji) oder auch am Laacher See. Gerade reine phreatische Explosionen formen Maare, ohne die ganze Umgebung mit Gestein zu überziehen. Auch der Einbruch von Magmenkammern kann ganz ohne Vulkanismus zur entstehung von Kratern führen (Stichwort: Caldera).

Glück Auf!
Sebastian
Diplom-Mineraloge

Offline Suevit

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Re: Rodder Maar : Die Eifel nach einer kosmischen Katastrophe
« Antwort #2 am: November 29, 2012, 00:49:29 Vormittag »
Hallo,

der Autor: Dr. Wihelm Pilgram -> Google-Suche:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Pilgram: Promovierter Mediziner, autodidaktisch erworbene Kenntnisse in Geologie und Paläontologie. Anhänger von Alexander Tollmann, einem zur Esoterik konvertierten, ehemals sehr angesehenen Geologen, der aus den Prophezeiungen von Nostradamus "wissenschaftliche" Erkenntnisse geschöpft hat.

Homepage des Dr. Pilgram: http://www.wilhelmpilgram.de

Artikelsammlung Pilgrams zur Meteoritenkatastrophe in der Eifel: http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/texte/aufsaetze/pilgram-eifel-katastrophe.html
Liest man stichprobenartig rein, findet man allenthalben Hinweise, dass sein autodidaktisch erworbenes Wissen nicht ausreicht, die Belege der seriösen Forschung nachzuvollziehen, weswegen er eigene, einfachere (für ihn) Interpretationen vornimmt.

Fazit: Crank. Über den Artikel an sich muss man schon gar nicht mehr diskutieren, zumal er keinerlei Quellenangaben für die angeblichen Fakten liefert :peinlich:

Gruß,
Rainer

Offline Werner W

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Re: Rodder Maar : Die Eifel nach einer kosmischen Katastrophe
« Antwort #3 am: Februar 08, 2015, 18:10:08 Nachmittag »
Servus,

allen meteorologischen Voraussagen zum Trotz, war dann heute doch ein sehr
schöner Tag, der genutzt werden wollte.

Die Wahl fiel auf Königssee und Rodder Maar.

Beim "stärken", wurde mir dann erzählt, dass es sich, beim Rodder Maar, wohl nicht um
ein vulkanisches, sondern möglicherweise "extraterrestrisches" Ereignis handeln soll.

Da das Thema hier bereits schon einmal vorgetragen wurde, konnte ich
die Finger nicht von der Tastatur lassen und habe tatsächlich, veröffentlicht von
Prof. Dr. Wilhelm Meyer, seinerzeit tätig in der Uni Bonn, folgendes entdeckt ............

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0CCEQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.kreis.aw-online.de%2FausdruckR.php%3Fid%3D172&ei=6I_XVMeqH4Os7Ab214CoCQ&usg=AFQjCNGLpLPntXnJy2fXnbiWRdMoKA5yqw

Gruß

Werner


 

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