Autor Thema: Könnte das ein Steinbach sein?  (Gelesen 1623 mal)

Tim68

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Könnte das ein Steinbach sein?
« am: März 21, 2014, 17:07:37 nachm. »
Hallo zusammen,

erstmal: Ich bin neu hier, bitte also bei Fehlverhalten um freundliche Hilfe und ansonsten um Welpenschutz ;-) -

Ich habe aus einer alten Sammlung einen Meteoriten erworben, der laut des alten Labels aus dem "Kreis Joachimsthal in Böhmen" stammen soll, dazu die Jahreszahl und Bemerkung "Fall 1843". Nach einigem Suchen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich geographisch am ehesten um einen Steinbach handeln könnte, da speziell um einen Breitenbach (da auch Böhmen).

Vielleicht kennt sich jemand mit solchen Stücken aus - ich hänge mal zwei Bilder an, die das gute Stück von beiden Seiten zeigen. Gewicht: 23 g.

Über Unterstützung hier aus dem Forum würde ich mich freuen!

Till aus Hessen

Offline MetGold

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Re: Könnte das ein Steinbach sein?
« Antwort #1 am: März 21, 2014, 18:19:40 nachm. »
Hallo Till,

willkommen im Forum!

Ich halte das nicht für total unmöglich, aber kenne Steinbach leider nur als Scheibe! Wenn du das Stück ganz lassen willst, so ist das Problem sicher per Foto nicht leicht zu lösen.

Hier auch nur Scheibenfotos: http://www.lpi.usra.edu/meteor/metbull.php?sea=steinbach&sfor=names&ants=&falls=&valids=&stype=contains&lrec=50&map=ge&browse=&country=All&srt=name&categ=All&mblist=All&rect=&phot=&snew=0&pnt=Normal table&code=23722


 :winken:  MetGold

P.S. Thema wird nachher verschoben zu "unbekannte Gesteine"!
Ein ereignisreicher Tag ist mehr als namenlose Jahre - (Spruch aus einem chinesischen Kalender)

Tim68

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Re: Könnte das ein Steinbach sein?
« Antwort #2 am: März 21, 2014, 18:31:21 nachm. »
Hallo MetGold,

gleich der erste Fehler, falsche Themenzuordnung, danke für den Hinweis ;-) - der Stein hat eine günstige Form, er ist eher flach, man könnte ihn also so zerschneiden, dass eine schön große Schnittfläche entsteht. Ich hätte damit kein Problem, polierte Scheiben finde ich immer schön, weil man mehr sieht. Ich wäre auch bereit, einem Fachmann, der da mithilft, das fachmännisch zu machen und die Zuordnung durchzuführen, nachher im Erfolgsfall ein Stückchen abzugeben (im Nichterfolgsfall auch, aber wer will schon ein Stücken Fake ;-)) Ich vermute mal, sollte sich die Steinbach-Zuordnung als richtig herausstellen, dass das durchaus ein begehrtes Stück wäre, oder?  Ich jedenfalls fände es für meine Sammlung super (da muss man ja schon aufpassen, dass das Wunschdenken nicht die kritische Grundhaltung vernebelt ...)

Der Stein wirkt von außen schon recht "verrostet", ist aber doch gut magnetisch. Nicht so stark, wie bei reinem Eisen-Nickel - aber das würde ja passen, bei Steinbach sollte ja einiges anderes dabei sein ...

Viele Grüße und schönes Wochenende!

Till

Offline Thin Section

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Re: Könnte das ein Steinbach sein?
« Antwort #3 am: März 21, 2014, 20:14:34 nachm. »
Hallo Till und Forum,

Von Rittersgrün nach Jáchymov (= Joachimsthal) sind es gerade mal 22.8 km. Zu Steinbach steht im Catalogue of Meteorites unter anderem dies: "A mass of about 86.5 kg was found at Rittersgrün in 1833 (or 1847) …". Das käme zumindest ungefähr hin, was die Jahreszahl angeht. Nur mit dem Fall haut es nicht hin, da es sich bei der 86.5 kg Masse um einen Fund handelt und Steinbach ebenfalls ein Fund aus dem Jahre 1724 ist.

Bernd  :winke:

Anbei mein kleiner Steinbach:
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker).

Tim68

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Re: Könnte das ein Steinbach sein?
« Antwort #4 am: März 22, 2014, 06:33:25 vorm. »
Hallo Bernd,

danke! So ähnlich habe ich mir das auch erschlossen. — Das Label, das dabei war, ist offensichtlich einige Jahrzehnte alt, wenn auch vielleicht nicht aus der Vorkriegszeit. Aber durchaus so alt, dass damals die heute damit hauptsächlich verbundenen Namen (Steinbach, Rittersgrün, Breitenbach) der Bezeichnung "Joachimsthal", die mit dem Zusatz "Böhmen" ja geographisch unzweideutig ist, noch nicht unbedingt vorzuziehen waren, auch unter Fachleuten nicht. Sicherlich wäre einem wirklich versierten Fachmann dann nicht der Lapsus "Fall" satt "Fund" unterlaufen, aber das halte ich nicht für ein wirkliches Ausschlusskriterium. Gerade der Zusatz "Böhmen" weist m. E. sogar auf die Vorkriegszeit hin — vllt. wurde das in den 50ern oder so von einem älteren Label übernommen, als der Stein in die Sammlung kam (die Neuausstellung eines Labels ist in solchen Fällen ja häufig, gerade damals, als es noch keine Computer gab).

Das scheint ja alles nicht auf eine bewusste Irreführung hinzuweisen, oder? Eigentlich eher im Gegenteil: Hätte jemand versucht, den falschen Eindruck zu erwecken (also ein Fälscher), hätte er seine "Hinweise" doch eher klarer "formuliert".

Ich bin auch auf das Meteoreisen Elbogen/Loket gestoßen, geographisch könnte das auch passen, wobei da aber die Fragezeichen doch deutlich größer sind. Außerdem ist Elbogen wohl ein eher "reines" Eisen, und bei meinem Stein sieht es mir nach Augenschein eher danach aus, dass Kristallbeimischungen drin sind, was doch deutlich eher auf Steinbach zutrifft (Dein Stück, Bernd, zeigt das ja auch). Dazu passen doch auch die etwas schwächeren magnetischen Eigenschaften (wobei das auch an hoher Verwitterung liegen könnte, das Klima in mittleren Breiten und die mindestens Jahrzehnte im Boden dürften Eisen ja stark zusetzen).

Sicherlich erlangt man am ehesten Gewissheit, wenn man einen sauberen Schnitt durch den Stein macht, dann sieht man sicherlich recht deutlich, um was es sich handelt. Der Aufwand dürfte sich hier lohnen, vermute ich. Ich will da nicht alle Ersparnisse reinstecken ;-) — aber interessieren würde mich das schon sehr ...

Allen ein schönes Wochenende!

Till


Offline Andreas Gren

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Re: Könnte das ein Steinbach sein?
« Antwort #5 am: März 22, 2014, 10:59:05 vorm. »
Moin Till,

Du schreibst Du hättest den Meteoriten aus einer alten Sammlung bekommen.
Aus einer alten Meteoriten Sammlung? oder einer alten Mineraliensammlung?( Einem Mineralien Sammler sei nachgesehen dass er in der Zeit in dem das Label entstand, nicht wusste dass die Meteoritenleute Fall und Fund unterscheiden und bei einer JAhreszahl Fall dazu geschrieben wird, da son Meteorit ja schließlich fällt.

Kennst Du den Sammler / Verkäufer? oder hast Du die ganze Sammlung und die anderen Stücke sind alle schlüssig gelabelt?

Nix Elbogen, wenn dann Steinbach

beim Schneiden könnte das Stück sich in mehrere Teiler zerlegen ( Risiko), ohne Schneiden wirds keinen weiteren Erkentnisse geben ( Außgenommen kostspieliger Analysen die mehrere hundert euro kosten) . Alternative zum Sägen : dort wo das Label aufgeklebt ist scheint es vom Foto her, dass die Fläche recht plan ist, sollte dem in Natura so sein, wäre hier eventuell ein Anschliff von HAnd mit Haumitteln und gringerem Risiko möglich.

Gruß
Andi
"Without deviation from the norm, progress is not possible."
- Frank Zappa -

Tim68

  • Gast
Re: Könnte das ein Steinbach sein?
« Antwort #6 am: März 22, 2014, 16:39:00 nachm. »
Hallo Andi,

danke! Das sehe ich auch so. — Es war eine Mineraliensammlung, alle Stücke auf dem gleichen Vordruck gelabelt, und vieles aus Böhmen und Schlesien. Meines Wissens war es der einzige Meteorit — interessant war für den Sammler offenbar eher der regionale Bezug. Bei einem Meteoritensammler hätte ich mich auch mehr gewundert ... Ich habe nur dieses eine Stück gekauft (der Rest ist für mich uninteressant, ich sammle nur Meteorite, Tektite und Impaktgesteine).

Ich meine, man könnte ihn gut schneiden, dann mit ordentlicher Fläche. aber da, wo das Etikett klebt, ist es in der Tat flach und ohnehin mit Klebstoff verkrustet — da könnte man gut anschleifen, das stimmt! Ich habe auch ein normales Schleifgerät. Aber ich glaube, ich übe erstmal an zwei oder drei billigen NWAs ;-)

Herzliche Grüße!
Till

 

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