Autor Thema: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"  (Gelesen 870 mal)

Offline grobibaer

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Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« am: März 01, 2018, 22:51:39 nachm. »
Hallo Sammelkollegen,

frisch im Meteoritical Bulletin:

Mürtschenstock, Glarus, Switzerland
Find: 2017 Jul 17
Classification: Ordinary chondrite (L6)

https://www.lpi.usra.edu/meteor/metbull.php?sea=&sfor=names&ants=no&falls=&valids=&stype=contains&lrec=50&map=ge&browse=&country=All&srt=name&categ=All&mblist=All&rect=&phot=&snew=14&pnt=Normal%20table&code=66485

Kennt jemand Details, Bilder ?

Viele Grüße,
Robert

Offline lithoraptor

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #1 am: März 01, 2018, 23:16:42 nachm. »
Moin!

Nein, leider nicht. Eine schnelle Google-Suche mit dem Namen des Finders und dem Stichwort „Meteorit“ ergab diesen Bericht als Treffer: https://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/551b4bbbab5c377738013953

Gruß

Ingo

Offline grobibaer

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #2 am: März 03, 2018, 09:25:17 vorm. »
Hallo Ingo,

danke für den Link !

Viele Grüße,
Robert

Offline Allende

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #3 am: März 03, 2018, 17:50:43 nachm. »
Hallo Forum

Hatte den nahezu kompletten Stein (nur einem kleiner Abschnitt fehlte) neulich allseitig vor der Kamera. Ich frag den Finder noch an diesem WE, ob ich die von mir selber gemachten Bilder schon freigeben darf. Die Fundstory ist abenteuerlich, aber authentisch, soweit meine Einschätzung.

Muss jetzt los, sorry...

Schnellgruss aus der schönen Schweiz
Allende  :hut:

Offline herbraab

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #4 am: März 03, 2018, 17:52:08 nachm. »
Bei so vielen frischen Meteoriten, die in letzter Zeit zufällig Wanderern in den Bergen vor die Füße kullern, sollte man die nächste Suchexpeditiin vielleicht besser in die Alpen planen, als nach Chile, in den Oman oder in die Sahara...

 :hut:
Herbert
 
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline Sikhote

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #5 am: März 04, 2018, 10:29:30 vorm. »
Bei so vielen frischen Meteoriten, die in letzter Zeit zufällig Wanderern in den Bergen vor die Füße kullern, sollte man die nächste Suchexpeditiin vielleicht besser in die Alpen planen, als nach Chile, in den Oman oder in die Sahara...

 :hut:
Herbert


Vielleicht schauen die Menschen jetzt genauer hin, wenn sie einen schwarzen Stein sehen. Nach Cheljabinsk hat man ja immer öfter das Thema Meteorite in den Medien aufgegriffen.

Wenn der Stein in Glarus aufgehoben wird, hat der Finder eher nicht das große Geld machen wollen.

Ich freue mich über den Fund und gratuliere dem Finder.

Ich warte schon gespannt auf die Bilder von Jürgen. :wc:

Grüße
Sigrid

Offline Allende

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #6 am: März 04, 2018, 15:15:46 nachm. »
Hallo Forum

Hab soeben das okay des Finders erhalten, dass ich die am 22. Feb in der ETH Zürich gemachten Bilder zeigen kann.

Persönliche Anmerkung:
Ich kenne den Finder - Andreas Stucki - seit inzwischen rund 25 Jahren. Er ist promovierter Absolvent der Erdwissenschaften (ETH Zürich), ausgewiesener Fachmann im Bereich der Mineralien und Edelsteine. A.S. führt seit Jahren den Mineralienladen "Siber & Siber" im Zürcher Oberland. Klar kennt er sich auch mit den Meteoriten als solches aus und - ich sehe das als Vorteil - so hat er mit geschultem Auge des Stein sofort als Meteorit erkannt. Hatte mit A.S. und J. Siber im 1994 die Ausstellung Meteorite & Megakatastrophen im Sauriermuseum Aathal organisiert... Zur Fundgeschichte nur die kurze Info, dass wenn man sich in den Bergen, beim Bergwandern zufällig in schwierigem Terrain trifft, dann geht man aufeinander zu, unterhält sich kurz, spricht über die Schwierigkeiten einer Bergstrecke. So war das wohl auch am Fundtag. A.S. verliess die geplante Strecke abwärts um ca. 20m zur Seite um mit der ihm unbekannten Berggängerin und späteren Mitfinderin ein kurzes "grüezi-Gespräch" zu führen und hatte dabei den braunen Chondriten auf hellem Fels liegend entdeckt. Ohne die zufällige Begegnung mit der anderen Person, wäre der Mürtschenstock-Chondrit wohl nie entdeckt worden. Ich habe keinen Zweifel an der Aussage des mir gut bekannten Finders.

Zum Verbleib des Steines:
Das ist schweizweit, respektive in der Schweiz kantonal geregelt. Ein Fundstück gehört nicht dem Finder, sondern vorderhand dem Kanton (hier: Kanton Glarus). Es sind Proben zur Klassifikation und zum Verbleib in den wissenschaftlichen Sammlungen (ETH Zürich, sicher auch für die Berner Sammlung(en)) abgeschnitten worden. Der Finder wird eine Scheibe des Meteoriten erhalten, die Hauptmasse wandert, oder ist schon in die Naturwissenschaftlichen Sammlungen Glarus gewandert.

Finde ich gut, wie es ist  :super: Es muss nicht jeder Fundstein den "Markt" erreichen.

Es folgen 7 Bilder. Viel Spass bei der Durchsicht.

Sonntagsgruss
Allende  :hut:

Offline Allende

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #7 am: März 04, 2018, 15:19:17 nachm. »
Und jetzt die Bilder 5 bis 7

Gruss, Allende

Offline Allende

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #8 am: März 04, 2018, 15:28:49 nachm. »
Noch die Info zur Fundstelle:
Mir wurde mitgeteilt, dass die Gegend zumindest das halbe Jahr oder länger in jedem Jahr tief verschneit ist. Nur in den Sommermonaten ist die Gegend Schnee- und Eis-frei. Wenn der Fall vor den Jahr 2000 in den Wintermonaten stattfand, ist der Stein wohl durch die dicke Schneedecke vor einem harten Aufprall auf dem Fels ge- oder beschützt worden. Als der Schnee dann geschmolzen war ist er dann nahezu unbeschädigt auf den Felsen aufgelegen. Das wäre ein Erklärungsansatz für die Komplettheit des Fundstückes.

Gruss, Allende

Offline karmaka

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #9 am: März 04, 2018, 16:19:51 nachm. »
Danke für die Fotos, Allende!  :super:

"den braunen Chondriten auf hellem Fels liegend entdeckt"

Die Fundgeschichte und der Fundort erinnern mich an die Fundgeschichte zum Jezersko Meteoriten.

 :hut:

Offline gsac

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #10 am: März 04, 2018, 18:07:06 nachm. »
Merci vielmals, Allende!

Freut mich für Andy Stucki, den ich vor so
roundabout 20 Jahren mal kurz anlässlich
eines Besuchs in Deiner damaligen Wohnung
kennenlernen konnte. Nette Fundgeschichte
übrigens - zufällig etwas abseits vom eigentlichen
Weg des Finders, das ist ja fast so wie beim ersten
Fund des Neuschwanstein-Meteoriten...

 :hut: Alex

Offline Wunderkammerad

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #11 am: März 04, 2018, 18:56:58 nachm. »
Auch meinerseits Dank, @Allende, für Geschichte & Fotos. Eindrucksvoll. Bei "auf einem Felsen liegend" hält man naturgemäß kurz mal die Luft an - hat jemand nach dem Vespern das gute Stück etwa liegen lassen? - , aber Dein Schnee-Szenario könnte das freilich erklären.

Habe kurz recherchiert und dabei herausgefunden, dass der Mürtschenstock (ca. 2.400 m.), ganz grob zwischen Stadt Glarus und Walensee gelegen, ein Felsfenster aufweist, durch das zu bestimmter Zeit im November und Februar die Sonnenstrahlen auf ein Kirchlein fallen. Das Loch soll der Sage nach durch einen Drachen entstanden sein, der mit Highspeed gegen die Felswand geprallt ist. Dürfen wir das am Ende gar als eine vorauseilende Metapher für den Meteoritenfall verstehen? Obwohl, 355g ...

Offline Mettmann

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Re: Meteoritenfund in der Schweiz "Mürtschenstock"
« Antwort #12 am: März 05, 2018, 19:57:15 nachm. »
Rrreschpekt!

Und kleine Anmerkung, Jürgen:
Lassen wir mal die Bundesverfassung, wonach das Meteoriteneigentumsrecht der Kantone keineswegs unzweifelhaft ist, außer Acht, genügt die Abspeisung des Finders mit einer Scheibe dennoch nicht; vielmehr hat der Finder dieses herrenlosen Naturkörpers von wissenschaftlichem Wert einen zivilrechtlichen Anspruch gegenüber dem Kanton nach ZGB  Art. 724 Abs. 3 auf eine angemessene Vergütung.

Also äuuuußerst konservativ und übervorsichtig geschätzt, die Anerkennungsscheibe bereits einbezogen,
würde ich kraft meiner Sachkenntnis und bei einem Fundgewicht von 355g wohl meinen, daß die Vergütung auf keinen Fall 10.000 CHFränckli unterschreiten darf

Gratulation
Mettmann
Hätte der Leberkäs eine Haut, wäre er eine Wurscht.  (Wammerl-Joe, Feinkostgänger 1953-1988)

 

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