Autor Thema: Achondrite  (Gelesen 1933 mal)

Offline Odessa

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Achondrite
« am: Juni 26, 2008, 20:32:10 nachm. »
Hallo zusammen,

habe mal gelesen das Achondrite nur 3% aller bekannten Meteorite ausmacht. Es seien darum so wenige, weil man bei terrestrischer Verwitterung Achondrite von irdischem Gestein nicht mehr Unterscheiden kann.

Meine Fragen dazu:(wenn das überhaubt zutrifft)

-Kann man dann Diogenite, Howardite, Angrite usw. bei Verwitterung auch nicht mehr von irdischem gestein unterscheiden?
-Ist es möglich, das noch Kiloweise Achondrite rumliegen und wir wissen es einfach nicht?
-Gibt es wirklich keine Möglichkeiten festzustellen ob ein irdisches Gestein evt. ein Verwittereter Achondrit ist?

Ich weiss, ich weiss, ziiiiemlich theoretisch das ganze.  :auslachl:

Gruss Sandro


Offline Mettmann

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Re: Achondrite
« Antwort #1 am: Juni 26, 2008, 23:25:32 nachm. »
Zitat
-Ist es möglich, das noch Kiloweise Achondrite rumliegen und wir wissen es einfach nicht?
Aber natürlich (bei den Chladnis im Lager z.B.)

Zitat
-Kann man dann Diogenite, Howardite, Angrite usw. bei Verwitterung auch nicht mehr von irdischem gestein unterscheiden?
Doch schon.

Zitat
-Gibt es wirklich keine Möglichkeiten festzustellen ob ein irdisches Gestein evt. ein Verwittereter Achondrit ist?
Ein ganzes Arsenal.

Nunja, also von allen beobachteten Fällen sind so rund 85% Chondrite.

Tonnenweis liegen Meteorite aller Art herum.
Nimmst die Fallschätzungen her.   25.000 Fälle pro Jahr, wo mehr als 100g unten ankommt, fünf Siebtel plumpsen davon allerdings ins Wasser, nun ja und dann nimmst ein paar Tausend Jahre oder auch nur ein paar Hundert Jahre,
und dem hältst die Gesamtzahl aller Funde, Fälle, Nummern von 45.000 entgegen - also da liegt das allermeiste unentdeckt herum, egal ob Chondrit oder Eisen, ob Achondrit ob Mond oder Mars.

Selbstredend kann man in den Labors zweifelsfrei feststellen, ob etwas irdisch oder aussem All,
das ist nicht das Problem.

Das Problem ist, daß Meteorite im Ggs zu allem andern, was hier an Gestein auf Erden an der Oberfläche liegt, halt doch grauslig selten und daher teuflisch schwer zu finden sind!

Das siehst ja auch daran, daß wenn man eine realistische Chance haben will, überhaupt einen Meteoriten zu finden, man entweder in spezielle Gebiete in den Wüsten oder eben aufs Eis in die Antarktis muß -eben wo keine andern ähnlichen Steine rumliegen.

Und siehst ja auch, daß Eisenmeteorite bei den Funden gemessen am Anteil bei den beobachteten Fällen stark überrepräsentiert sind, liegt einfach daran, daß einem so ein massiver Klumpen Eisen doch eher ins Auge sticht, als eben ein Stein.

Und ist ja mengenmäßig auch nicht viel. Hatten wir ja schon, 600t. an Meteoriten erfaßt, mehr als 90% entfallen auf lediglich die 20 größten Eisenmeteorite.
Und das liest sich dann auch immer so gewaltig 30 Tonnen, aber volumenmäßig 30t massives Eisen - das ist ein sehr handlicher Klotz. Bei Steinen dito, wobei es ja eh nur 5 Funde über einer Tonne gibt. Eine Tonne normalen Steins, das ist ebenfalls sehr handlich.

Hatten wir ja schomal hier ausgerechnet, die mittleren Dichten von Eisen und Stein hergenommen, das Gewicht aller Meteorite, nimmt mans zusammen und baut draus einen Würfel, dann hat der eine Kantenlänge von unter 5m.

Also das Problem besteht nicht darin, daß man verwitterte Achondrite nicht von irdischen Steinen technisch unterscheiden könnte, das Problem besteht darin, einen solchen Achondriten überhaupt aufzuheben!!

Man kann ja schlecht Millionen von Steinen durch die Labors nudeln, bis dann mal ein Meteorit dabei ist.
Das war ja auch im Übrigen das Fatale für eines der Forumsmitglieder hier, daß es absolut unwahrscheinlich ist, einen Achondriten zu finden, daß man aber mit 99,999999999999999999999999999....9% iger theoretischer Wahrscheinlichkeit es nicht ausschließen kann, daß mal doch einer dabei ist - nur verstand er eben nicht, daß man die Millionen andern Steine eben nicht auf Meteorit testen kann, weswegen er bis auf den heutigen Tag glaub ich noch tonnenweis Steine aussem Wald karrt, in der Hoffnung, es werde schon irgendwann mal ein Meteorit dabei sein.

Problem ist noch einmal, nicht daß es nicht noch mehr gibt, sondern diese zu finden!

Guxx, zum Bsp die HEDs, wieviel gibts da, insgesamt 1 Tonne bislang.
Naja und wie wahrscheinlich ists dann, sagen wir ein Pfund Eukrit zu finden,
und wie wahrscheinlich ists, ein Goldnugget von einem Pfund oder einen Pfundsschweren Diamanten zu finden?
Gold hammer 150 000 Tonnen, Diamanten 700t.

Eben.

 :prostbier:
Mettmann

PS: Und daher, nimmt man den Aspekt der Seltenheit her, dann kann keine Schatzkammer der Welt mit dem mithalten, wasde letztes Wochenend in Ensisheim auf der Messe angetroffen hast.
Faszinierend, gell?



"If any of you cry at my funeral,
I'll never speak to you again."
(S.Laurel 1890-1965)

Offline ironsforever

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Re: Achondrite
« Antwort #2 am: Juni 26, 2008, 23:40:41 nachm. »
Maddins Hochrechnungen sind einfach unschlagbar anschaulich. :super:
 :prostbier:
Andi

Offline Odessa

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Re: Achondrite
« Antwort #3 am: Juni 26, 2008, 23:52:48 nachm. »
Salü Mettmann

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Wirklich sehr anschaulich.

Zitat
PS: Und daher, nimmt man den Aspekt der Seltenheit her, dann kann keine Schatzkammer der Welt mit dem mithalten, wasde letztes Wochenend in Ensisheim auf der Messe angetroffen hast.
Faszinierend, gell?

Mehr als das :laughing:


 :prostbier: Gruss Sandro

Peter5

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Re: Achondrite
« Antwort #4 am: Juni 28, 2008, 06:25:50 vorm. »
Hallo Martin,

das war so gut erklärt, dass das eigentlich jetzt auch jeder "Meteoriten-Laie" verstehen sollte!  :super:.. :hut:

Danke Dir!  :smile:

Gruß Peter5 ... :winke:

 

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