Autor Thema: Frage zur Schmelzkruste  (Gelesen 1280 mal)

Offline ben.g

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Frage zur Schmelzkruste
« am: Dezember 16, 2008, 12:08:56 nachm. »
Hallo Forum  x-10

Ich hab mir ja das letzte Endstück vom NWA 5477 gesichert. Zu seinen (tollen) "inneren Werten" ist ja andernorts schon genug gesagt worden, darum geht's mir hier nicht.

Ich hab mal ne Frage zur Schmelzkruste. Zunächst dachte ich ja. "Hm. Endcut. Ne Scheibe wär mir lieber. Gibt's mehr Schnittfläche pro Gewicht.". Sehe ich jetzt anders. Ich bin froh das ich davon ein Endstück mit viel Kruste habe. Das hat irgendwie was.

Aber nun zur Frage:
Die Oberflächen der verschiedenen Außenseiten sind unterschiedlich strukturiert.

Bild 1: beides im Vergleich: links grobe Kruste, rechts sehr glatte Kruste.
Bild 2: die grobe Seite.
Bild 3: links die beiden glatten Seiten. (rechts die Schnittfläche)

Wie kommt jetzt das zustande?
Hängt das mit der Orientierung während des Fluges zusammen?
Oder ist an der gröberen Seite während des Fluges was abgeplatzt?

Gruß
Ben


Offline herbraab

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Re: Frage zur Schmelzkruste
« Antwort #1 am: Dezember 16, 2008, 12:23:25 nachm. »
Hallo Ben,

so weit ich das von den Bildern beurteilen kann, würde ich sagen, die grob strukturierte Fläche ist eine Bruchfläche, keine Schmelzkruste. Auf dieser Fläche sieht man ja auch angebrochene Chondren, und die Farbe ist auch etwas anders.

Mettman sollte das Stück besser kennen, er kann da sicher definitiv eine Aussage dazu machen.

Grüße, Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Carsten

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Re: Frage zur Schmelzkruste
« Antwort #2 am: Dezember 16, 2008, 12:26:52 nachm. »
Hallo Ben,

wenn ich es richtig sehe ist dies ein Endstück eines Fragments. Möglicherweise ist der Meteorit in der späten Phase des Falles
zerplatzt. Die Bruchseite ist grober, nicht mehr abgeschmolzen und zeigt keine oder kaum Schmelzkruste. Ich meine auch zu sehen das
die Bruchkante teils abgeschmolzen ist, Photo1, rechte Seite. Dies spricht für ein zerplatzen im Fluge.

Es ist auch möglich, das eine ehemals primäre, "schaumige" Schmelzkruste etwa durch den ständig wehenden
Wüstensand abgeschliffen wird, das Resultat ist dann eine glatte Schmelzkruste.


Viele Grüße,

Carsten


Offline ben.g

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Re: Frage zur Schmelzkruste
« Antwort #3 am: Dezember 16, 2008, 12:37:59 nachm. »
Hallo Herbert und Carsten.  x-10

Ja, es scheint mir auch so, dass da ein größeres Teil auseinandergebrochen ist und dann die Bruchstelle aufgrund der geringen Restflugzeit nur noch wenig angeschmolzen ist. Aber es sieht mir in Farbe und Oberfläche doch stark nach Kruste aus, wenn auch nur dünn.

Praktischerweise hat das Ding nämlich zum direkten Vergleich auch eine Bruchstelle.
In diesem Bild links.
Da ist eindeutig erst nach dem Flug ein kleines Stück weggebrochen. Ist heller und auch in der Struktur ganz anders.

Gruß
Ben

Offline herbraab

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Re: Frage zur Schmelzkruste
« Antwort #4 am: Dezember 16, 2008, 13:33:20 nachm. »
Praktischerweise hat das Ding nämlich zum direkten Vergleich auch eine Bruchstelle.
In diesem Bild links.
Da ist eindeutig erst nach dem Flug ein kleines Stück weggebrochen. Ist heller und auch in der Struktur ganz anders.

Ich würde meinen, der Unterschied in der Farbe und der Struktur könnte auch einfach daher rühren, dass die eine Bruchfläche an Deinem Endstück der Witterung (länger) ausgesetzt war, während die Bruchfläche andere Bruchfläche kürzer (oder gar nicht) den Elementen ausgesetzt war. Oder aber es ist tatsächlich eine dünne Sekundärkruste drüber. Da traue ich mich aufgrund der Bilder aber nicht fest zu legen.

Grüße, Herbert
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Offline ben.g

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Re: Frage zur Schmelzkruste
« Antwort #5 am: Dezember 16, 2008, 13:47:32 nachm. »
Ja, anhand von Bildern ist das immer schwierig.
Ich habs mal durch die Lupe versucht:

Offline ben.g

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Re: Frage zur Schmelzkruste
« Antwort #6 am: Dezember 16, 2008, 18:55:30 nachm. »
Hallo.

Ein Bild hab ich noch.

Je länger ich mir die Oberfläche anschaue, umso sicherer bin ich mir, dass das im Flug entstanden ist. Also eine dünne sekundäre Schmelzkruste.

Auf den Bilder kommt das nicht so raus, aber wenn ich mir das dreidimensional unter Vergrößerung ansehe, dann meine ich sogar eine tendenzielle Flugrichtung erkennen zu können. Das kann aber auch ne Täuschung sein.

Gruß
Ben

Offline ben.g

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Re: Frage zur Schmelzkruste
« Antwort #7 am: Dezember 18, 2008, 00:15:59 vorm. »
Mettman sollte das Stück besser kennen, er kann da sicher definitiv eine Aussage dazu machen.

Hätte ich nix dagegegen.

Grüße
Ben


 

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