Autor Thema: Technische Frage zur MetBull-Datenbank  (Gelesen 835 mal)

Offline aknoefel

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1659
  • Alles Gute kommt von oben...
    • André Knöfel Collection
Technische Frage zur MetBull-Datenbank
« am: April 02, 2009, 11:36:00 vorm. »
Wie funktioniert das eigentlich, dass ein Meteorit mit provisorischer Klassifizierung irgendwann zu einer offiziellen Klassifizierung gelangt? Teilweise finden sich ja noch grottenalte provisorische Einträge (> 8 Jahre)...

Gruß
  André
Sag mir mal meine Meinung...

Offline ben.g

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1541
Re: Technische Frage zur MetBull-Datenbank
« Antwort #1 am: April 02, 2009, 13:16:48 nachm. »
Hallo.

Gute Frage, deren Beantwortung mich auch interessieren würde.
Wer entscheidet dort sowas? Und nach welchen Kriterien?

Ich habe ja gerade einen höchst interessanten ungruppierten gekauft:
http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=3638.0
Der hängt auch schon ne Weile im proviorischen Status rum, ohne dass noch was passiert.
Das sind jetzt zwar noch keine acht Jahre, aber mich würde schon interssieren, ob und wie man so was forcieren kann.

Gruß
Ben

Offline gsac

  • Foren-Legende
  • ******
  • Beiträge: 6231
Re: Technische Frage zur MetBull-Datenbank
« Antwort #2 am: April 02, 2009, 14:29:41 nachm. »
Es gibt bei der Meteoritical Society ein sog. "NomCom", eine Gruppe von Experten,
die, wenn ich es richtig verstanden habe, sich regelmässig ´zusammensetzen´ bzw.
diskutieren, welcher Meteorit mit welchem Namen und welchen Daten offiziell Einzug
ins MetBull halten kann, und ob alle notwendigen Kriterien für diesen Datenbankeintrag
auch tatsächlich erfüllt sind.

Über das NomCom (z. B. deren momentane Mitglieder) sollten sich eigentlich Informationen
auf der Webseite der Meteoritical Society finden, oder jemand schaut mal auf die Leitseiten
des gedruckten Bulletins in MAPS. Ich habe es hier gerade nicht zur Hand. Die Mitglieder dort
lösen sich alle paar Jahre mal ab, und es haben sogar schon Nichtprofis, sofern sie sehr viel
Sachverstand mitbringen, dort Zugang gefunden - aus dem deutschsprachigen Raum zum
Beispiel Jörn Koblitz (bekannt durch MetBase), der inzwischen allerdings kein Mitglied mehr
ist, wenn ich mich recht entsinne.

Sollte sich ein Eintrag wesentlich verzögern, werden halt noch nicht alle Kriterien erfüllt
sein, oder es besteht vielleicht sogar ein Zweifel an der Legitimation des analysierenden
Instituts usw. usf., das mag ja viele Gründe haben. Nicht jeder weit verbreitete Meteorit
schafft es auch ins Bulletin. Ein Beispiel ist jener Meteorit mit dem "Pseudonamen" BEGAA,
ein wunderschön texturierter, seit Jahren weit verbreiteter LL3er-Chondrit, bei dessen
Klassifikationsprozeß es Schwierigkeiten gegeben hat, u. a., wie ich hörte, auch wegen
persönlicher Differenzen zwischen den "Erstbesitzern". Sowas bleibt dann halt jahrelang
liegen und ungeklärt, zum Leidwesen nicht nur der Sammler...

Vielleicht können an dieser Stelle auch all die Mitleser etwas dazu beitragen, die selber
Meteorite klassifizieren lassen. Mir fallen auf Anhieb fünf Leute vom Forum ein, aber es gibt
sicher noch mehr.

Alex
 

 

   Impressum --- Datenschutzerklärung