Autor Thema: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?  (Gelesen 5382 mal)

Offline paragraf

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #15 am: Dezember 24, 2006, 01:59:09 vorm. »
Hallo Mirko,

kenn da einen Geologie-Studenten, ist der Sohn meiner Kollegin, dem werde ich Mitte Jan. mal diese O2-von-Innen-heraus-Fragen stellen. Sehr spannende Fragen....

Gruß
Bernd

Plagioklas

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #16 am: Dezember 24, 2006, 12:02:57 nachm. »
Hallo,
in einem Eisenmeteorit werden beachtliche Mengen an Chlor gespeichert. Nicht als Extramineral, das könnte man ändern. Das Chlor wird direkt im Metall gespeichert, sprich im kristallgitter.

Dieses Chlor bildet einen ultimativen (fast-) Katalystor (es ist keienr im eigentlichen sinne), es bildet sich zuerst ein eisenchlorid an der oberfläche, dieses zieht wasser an, und das chlorid wird instabil, und verwandelt sich in rost. Von daher bilden sich auch teilweise nasse flecken.

Es ist sinnvoll ein Verfahren zu entdecken, das chlor selbst aus der struktur zu entfernen. Ggf. sollte man experimente machen, das Chlor durch wärme aus dem Gitter zu entfernen, oder die Stücke durch Einschließen in transparenten Kunststoffen zu bewahren.

Da währe ein ordentlicher Dronino am besten für den Versuch geeignet, da er so gut "abgeht".
Gruß
plagioklas

Offline Aurum

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #17 am: Dezember 28, 2006, 17:25:41 nachm. »
Hallo Mirko

Der Meteorit ist heute Morgen eingetroffen, ich muss morgen noch drei Einmachgläser und Balistol kaufen und dann geht es los .
Ich werde über jeden Schritt berichten und dazu Photos machen .

Solle ich feststellen das das rosten bei einem bestimmten Stück sich verstärkt oder unvermindert weiter geht werde ich meine Mehtode ändern .
Darüber werde ich dann aber auch berichten .

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

ironmet

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #18 am: Dezember 28, 2006, 21:07:43 nachm. »
Hallo Lutz,
viel Spaß dann mit der Rost Pest. :baetsch:
Bin schon gespannt was Du so nach und nach zu berichten hast. :wow:
Viele Grüße Mirko :prostbier:

Offline Aurum

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #19 am: Dezember 28, 2006, 21:43:18 nachm. »
Hallo Mirko

Gerade hatte Sandra die Idee anstelle von Einmachgläsern verwenden wir Mikromount Boxen ( Richtig geschrieben ? )
Auserden werden es 4 Boxen werden in einer wird zum vergleich ein unbehadeltes Teil liegen , zur Kontrolle .
So weit so gut, bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

Speci-Man

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #20 am: Dezember 28, 2006, 22:08:34 nachm. »
Hallo Leute!

Hab da so einen Video über Met-Funde in der Antarktis gesehen. Im ewigen Eis halten die sich demnach nahezu unbegrenzt. Wie wär's also mit der Tiefkühltruhe? Einziger Unterschied zu den Pol-Mets: Die hatten noch nicht so recht angefangen zu rosten, als sie auch schon eingefroren wurden. Rostherde waren also noch nicht vorhanden. Habe keine Ahnung, ob sich das negativ auswirkt. Wenn nicht, wäre die Truhe doch eine formidable Methode! Man sollte seine guten Stücke dabei allerdings luftdicht verpacken, denn beim Auftauen träte sonst die Schwierigkeit auf, dass sie klitschnass vor Luftfeuchte würden. Dann wär' alles für die Katz' gewesen.
Eindeutiger Nachteil dieser Vorgehensweise: Solange das Eisen in der Truhe liegt, kann man's nicht betrachten. Den Besitzerstolz sollte das schon erheblich trüben. Hartgesottene Materialisten hingegen könnten so ihre Langzeitinvestitionen nachhaltig schützen.
Deshalb mal die Frage an das versammelte Fachwissen: Was macht der Rost bei Frost?

Gruß Speci-Man

Offline MetGold

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #21 am: Dezember 28, 2006, 22:28:48 nachm. »
Hallo Speci-Man,

es werden womöglich 3 Faktoren in der Antarktis wirken:

1. Die Meteoriten haben keinen Zeit, wie im nomalen Erdboden den "Rostbeschleuniger" Chlor zu kontaktieren.
2. Wenn sie vom Eis dich umschlossen sind, sind sie auch vom Sauerstoff abgeschnitten und Wasser wird bei Frost wohl nur sehr schwach dissoziieren.
3. Bei Kälte verlaufen (alle) chem. Reaktionen langsamer.

Das allerdings bereits rostende Stücke das Rosten bei Frost gänzlich einstellen, wage ich zu bezweifeln.

 :winke:  MetGold   :alter:
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Plagioklas

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #22 am: Dezember 28, 2006, 22:39:56 nachm. »
Hallo,
es müssten mal versuchsreihen gestartet werden, wo die fiesesten dinger mal in
durchsichtigen Kunststoffen eingegossen werden.

Ein Uranocircit hielt darin schon 20 Jahre, und ist immer noch nicht zerfallen oder rissig geworden, wie andere Stücke aus dieser Zeit. Die Kristalle sind nach wie vor klar. Wo wasser drin bleibt, kann es sein, dass auch rost draußen bleibt.
Gruß
Plagioklas

Offline Aurum

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #23 am: Dezember 28, 2006, 22:50:58 nachm. »
Hallo Plagioklas

Über deinen Vorschlag denke ich gerade nach mal sehen vileicht mache ich das auch noch dann sind es schon 5 Proben .

Bis dann Lutz  :winke:
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Offline MetGold

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #24 am: Dezember 28, 2006, 22:54:31 nachm. »
Hallo Plagioklas,

in der radioaktiven Zerfallsreihe entsteht doch auch Radongas, weswegen man ja Räume mit radioaktiven Mineralien immer gut lüften soll. Ich dachte, wenn du Uranocircit eingießt, müßte das enstehende Gas doch über kurz oder lang das Ding sprengen? Oder sind das so geringe Mengen, daß sie vom Gestein absorbiert werden o.ä.   :gruebel:
Kläre mich da bitte mal auf.

 :winke:  MetGold   :alter:
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Offline pallasit

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #25 am: Dezember 29, 2006, 00:03:21 vorm. »
Hallo MetGold!

Es ist schon richtig, dass radioaktive Minerale entgasen und dies krankheitsfördernd ist. Ich hatte viele Jahre mehrere Kilo Pechblende aus dem Schwarzwald eben nicht in meinem Sammlungskeller gelagert, sondern in einem luftigen Schuppen.

Die Menge an Radon die frei wird ist recht gering, aber alles Radon das du einatmest schädigt dich. Am meisten Radon bekommt man ab wenn das Mineral in einer gasdichten Dose aufbewahrt wird und man beim öffnen die Nase drüber hält.

Kunststoff sprengen kann ich mir nicht vorstellen, denn ein wasserdichter Kunststoff muss nich gasdicht sein. Durch die geringe Menge dürfte auch bei dichtem Kunststoff der Druck nicht reichen.

Grüße Willi

Offline pallasit

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #26 am: Dezember 29, 2006, 00:09:54 vorm. »
Hallo Aurum!

Der Meteoritenfan Eric Twelker aus Alaska hat sich schon intensiv mit dem Konservieren von Eisenmeteoriten beschäftigt. Um Chlorid und ähnliches bei bestimmten Problemfällen weg zu bekommen empfiehlt er folgende Methode:
http://www.alaska.net/~meteor/Galvanic.pdf

Seine Aufbewahrungs- und Konservierungsseite mit nützlichen Tipps:
http://www.alaska.net/~meteor/preserv.htm

Viel Erfolg bei deinen Versuchen

Willi

Offline MetGold

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #27 am: Dezember 29, 2006, 06:37:32 vorm. »
Hallo Willi,

ja, da hast du sicher recht mit dem nicht gasdichten Kunststoff. Es ist ja schon bei zugeschmolzenen gasgefüllten Glasampullen so, daß wenn man nach einigen Jahren sie spektroskopisch kontrolliert, daß da weniger oder nix mehr drin ist. Mit "nix" meine ich natürlich Luft und nicht Vakuum.

 :crying:  Peter   :alter:
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Offline MetGold

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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #28 am: Dezember 30, 2006, 06:54:26 vorm. »
Hallo Lutz,

kurz zum Thema Trocknen: Tue es nie in der Mikrowelle, vor allen Dingen keine Pallasite, durch partielle Überhitzung kann es zur Zerstörung selbiger kommen:

   
                             .....       :pope:   Peter   :alter:
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Re: Meteoritenmarkt - darf es etwas mehr sein?
« Antwort #29 am: Dezember 30, 2006, 10:14:09 vorm. »
habe nantan und campo bei 250 grad 24 stunden ausgeheizt,
danach poliert, geätzt, 4 wochen in isopropanal, danach mit kontakt60 (oxidlöser)
behandelt, bisher sehr stabil (über 1 jahr)

gruss olaf

 

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