Autor Thema: Pohlitz-Recherche  (Gelesen 1970 mal)

Offline MetGold

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Pohlitz-Recherche
« am: Februar 20, 2013, 08:37:32 vorm. »
Liebe Freunde unserer Deutschen himmlischen Lieblinge,

vor ein paar Tagen bekam ich folgende email:

Hallo Meteoritenjäger,
durch die aktuellen Ereignisse i.S. Meteoriten habe ich mich aus heimatgeschichtlichem Interesse mal zum Meteoriten von Pohlitz kundig gemacht. Er kam ja, wie bekannt, am 13.10.1819 zwischen Pohlitz (heutiger Stadtteil von Bad Köstritz) und Langenberg (Stadteil von Gera) herunter. Ein Chronist von Langenberg hat auch darüber geschrieben. Ich interessiere mich weniger für die chemische Zusammensetzung usw. Mein größeres Interesse gilt eigentlich herauszufinden, wo die genaue Absturzstelle/Einschlagstelle war. Dabei stellte ich fest, dass zum Meteoriten von Pohlitz vermutlich immer wieder falsche Daten abgeschrieben wurden und die dort benannten Koordinaten unkorrekt sind. Angegeben ist in allen mir zugänglichen Literaturangaben (Internetseiten etc.)  50°56`00" N und 12°08`00" E. Das ist aber sehr grob und vor allem in der östlichen Länge total verkehrt. Der angegebene Punkt wäre dann (lt.google-earth) bei Gera-Cretzschwitz, 6,8 km östlich vom tatsächlichen Einschlagort.

Ich habe eine Kartenskizze von einem Beobachter des damaligen Ereignisses. Der Meteorit ging auf dem Feld "Rothe" in Pohlitz herunter. Das Feld befand sich dort, wo heute das Chemiewerk Bad Köstritz ist, also mitten auf dem heutigen Werksgelände westlich der ehemaligen Straße Gera - Langenberg - Bad Köstritz. Die von mir dahingehend ermittelten Koordinaten sind: 50°55`46" N (d.h. nur wenig abweichend) und 12°02`17" E (d.h. hier erheblich abweichend).

Vielleicht sollte dies einmal in der vorherrschenden Literatur korregiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Bauch
Ortschronist von Gera-Liebschwitz




Ich schrieb ihm dann u.a.:

Leider gibt es immer mal wieder Fehlangaben aus Unwissen oder aus Versehen oder mit Absicht, um die wahren Koordinaten für Nachsucher zu verbergen.
Für die gesamte Meteoritenwelt ist folgende Quelle „bindend“:  http://www.lpi.usra.edu/meteor/metbull.php?code=18853
Um dort eine Revision der Angaben zu erzielen bedarf es einigen Aufwands .......



Seine Antwort:

...
Ich habe die von ihnen verlinkte Seite geöffnet und sah, dass sich außer den falschen Koordinaten für die Einschlagstelle noch weitere Fehler „eingeschlichen“ haben.
Ich werde ihnen, die von mir entdeckten Fehler einmal zusammenstellen. Vielleicht können Sie bei den entsprechenden Stellen eine Abänderung/Korrektur erreichen, und wenn nicht, dann werden diese Angaben wohl weiterhin auch von künftigen Forscher immer wieder falsch übernommen.

Die falschen Koordinaten und die Richtigstellung dazu sandte ich ihnen bereits.
Dann wurde bei den Suchbegriffen die Ortsbezeichnung ohne „h“ geschrieben. Die Suchbegriffen müssten Pohlitz, ggf. noch Bad Köstritz und Gera-Langenberg lauten.

Der heute zu Bad Köstritz eingemeindete Ort Pohlitz liegt im Bundesland Thüringen. Fälschlich wurde dort Sachsen-Anhalt vermerkt.
...




Auf meine Rückfrage bezüglich unseres Forums kam dann auch die Freigabe:

Sehr geehrter Herr Jäger,

natürlich habe ich nichts dagegen, wenn meine Recherchen veröffentlicht werden. Sie können also die Korrekturen durchaus auf der Internet-Seite bekanntgeben.
In den nächsten Tagen sende ich ihnen die von mir bereits erwähnte Skizze (Absturzstelle Pohlitz).

Mit freundlichen Grüßen aus Ostthüringen

Stefan Bauch




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Offline herbraab

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Re: Pohlitz-Recherche
« Antwort #1 am: Februar 20, 2013, 09:14:17 vorm. »
Um dort eine Revision der Angaben zu erzielen bedarf es einigen Aufwands .......

Das kann aus meiner Erfahrung ich nicht bestätigen. Ich habe auch einmal eine Korrektur veranlasst - ein E-Mail an den Editor der MetBull war ausreichend.

Nicht sinnvoll erscheint mir die Korrektur der Synonyme auf die richtige Rechtschreibung. Die Synonyme sind ja deswegen verzeichnet, weil wohl irgendwann, irgendwer einmal eine Arbeit zu dem Meteoriten verfasst hat und den Stein dann als Meteroit von "Gera", "Köstritz" oder "Politz" bezeichnet hat. Die Aufzählung der Synonyme hat den Zweck, die Zuordnung dieser Arbeiten zu dem richtigen Meteoriten zu ermöglichen, selbst wenn damals in der Publikation eine "falsche" Ortsbezeichnung verwendet wurde.

Darüber hinaus ist bei historischen Fällen und Funden zu beachten, dass die damals übliche Ortsbezeichnung nicht unbedingt mit den heute verwendeten Namen übereinstimmen muss. Beispielsweise heisst der Ort "Minnichhof", in dem 1905 eine Meteorit niedergegangen ist, heute "Kroatisch Minihof" und ist Ortsteil der Gemeinde Nikitsch im Burgenland. Der Meteorite heisst aber natürlich noch immer "Minnichhof".

:hut:
Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline karmaka

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Re: Pohlitz-Recherche
« Antwort #2 am: März 17, 2013, 20:24:03 nachm. »
Apropos Minnichhof...

Kroatisch Minihof: Vergessener Meteorit

http://burgenland.orf.at/news/stories/2575843/

Offline herbraab

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Re: Pohlitz-Recherche
« Antwort #3 am: März 17, 2013, 22:00:09 nachm. »
Danke für den Link!  :super:

hut:
Herbert
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Offline erich

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Re: Pohlitz-Recherche
« Antwort #4 am: März 18, 2013, 23:46:16 nachm. »
was ist die kompetente Emailadresse für Änderungsansuchen :user: im Metbull, jene von Jeff Gr?
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