Autor Thema: Waffenöl zur Eisenkonservierung  (Gelesen 8312 mal)

ironsareforever

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Waffenöl zur Eisenkonservierung
« am: Juni 24, 2007, 11:10:31 Vormittag »
Hallo liebe Metties,
stets ein heißes Eisen ist für mich als schwerpunktmäßigen Eisensammler die Rostverhütung bzw. Konservierung.
Beim surfen durch alte Beiträge zum Thema stoße ich immer wieder auf Ballistol, DAS vielgepriesene Wundermittel schlechthin. Bis vor ca. 2 Jahren hab ich das auch geglaubt. Ich hege da heute - jedenfalls für den sensiblen Eisenmetbereich - so meine Zweifel:
In einem Test in einer Jagdzeitung schnitt Ballistol im Vergleich verschiedener Waffenöle nicht gut ab, weil es - so die Tester - das Wasser aus der Luft aufnimmt und sich so mit der Zeit eine Emulsion um das zu konservierende Stück bildet (HORRRORRR!!!!  :contra:). Nach meinen Beobachtungen meine ich auch zu erkennen, dass Ballistol mit der Zeit an der Luft weißlich wird, eben so, wie eine Wasser-Öl-Emulsion nun mal aussieht. Beim Öl meines Vertrauens kann ich diese wundersame Verwandlung nicht beobachten und selbst die anerkannten Roster sind seit meinem "Ölwechsel" vor ca. 2 Jahren weitgehend unter Kontrolle  :pro:. Was meint die Metgemeinde dazu?
Andi
P.S.: Wenn ich den Artikel endlich finde, will ich gern zitieren. Ballistolmitarbeiter mögen mir vergeben!

Offline MetGold

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Re: Waffenöl zur Eisenkonservierung
« Antwort #1 am: Juni 24, 2007, 11:39:54 Vormittag »
mmmh, so, so,  :gruebel:

zumindest mein Dronino und mein Mont Dieu haben sich nur negativ über das Ballistol geäußert, oder mit anderen Worten, sie haben ihren Zerfall fleißig weitergeführt.
Alle anderen waren sehr zufrieden oder/und hätten es möglicherweise auch kaum gebraucht.

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ironsareforever

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Re: Waffenöl zur Eisenkonservierung
« Antwort #2 am: Juni 24, 2007, 13:43:43 Nachmittag »
Hallo alle,

ich habs gefunden: Das Testergebnis stand in der WuH (Wild und Hund) Ausgabe Nr. 6/2006, ein Test von 7 Waffenölen: Danach wurde u.a. festgestellt, dass Ballistol "sehr stark emulgierend" ist und nur ein "stark eingeschränkter Korrosionsschutz" besteht.
Zum Reinigen und Lösen erster Rosterscheinungen mag es ja taugen, m.E. aber nicht zur dauerhaften Konservierung empfindlicher Eisenmets.

Andi

Offline MetGold

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Re: Waffenöl zur Eisenkonservierung
« Antwort #3 am: Juni 24, 2007, 13:50:40 Nachmittag »
Hallo Andi,

da klingt alles sehr bedenklich. Ich vermisse jedoch bei so einer Warnung den fälligen Hinweis, was die Einölfreaks besser nehmen sollten um diese Nachteile zu vermeiden.  :confused:

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Mettmann

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Re: Waffenöl zur Eisenkonservierung
« Antwort #4 am: Juni 24, 2007, 16:22:01 Nachmittag »
Na den Testsieger aus "Brav und Katz" natürlich!

Aber wie der wohl heißen mag?

Offline JaH073

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Re: Waffenöl zur Eisenkonservierung
« Antwort #5 am: Juni 24, 2007, 20:05:43 Nachmittag »
Hallo,

als 2ter Vorstand eines Schützenvereines verrate ich euch mal etwas über Waffenöl aus meiner praktischen Erfahrung.

Ballistol ist nicht schlecht.
Kommt drauf an was man damit macht und wie.
Ich habe auch mal einen Test in der Fachzeitschrift "Visier" gelesen.
Die hatten mehrere Bleche aus St37 in den Abmessungen 10 x 10 cm auf dem Dach der Redaktion für 6 Monate zum Dauertest ausgelagert.
Jedes war mit nem anderen Waffenöl benetzt.
Das Balistol hat wie von Andi erwähnt auch hier nicht besonders gut abgeschnitten, da es nur im guten Mittelfeld lag.
Eindeutiger Sieger war das "Break Free". Ein etwas dickflüssigeres Waffenöl, dem aber noch Teflon zugesetzt ist.
Das Stahlblech war nach den 6 Monaten blank wie am ersten Tag.

Wer Infos zu Ballistol möchte über Herstellung und Verwendung schaut bitte unter folgendem Link weiter.
http://www.klever-ballistol.de/
Dadurch daß Ballistol recht dünnflüssig ist und wie in der Beschreibung erwähnt äußerst kriechfähig, sowie natürlich abgebaut wird, ist es für mich nicht verwunderlich, daß es nach einer gewissen Zeit "verflogen" ist. Durch seine Eigenschaften ist es für mich absolut verständlich, daß es nach einiger Zeit ( so noch Öl auf dem Meteoriten drauf ist ) an diesem den Rost löst. Wenn man den Meteoriten z.B. Dronino mit Caramba einsprüht das fast jeder kennt, was glaubt ihr wie der Meteorit nach einer bestimmten Zeit aussieht ? Da würde sich keiner wundern über die gelösten Rostkrümel. Ballistol macht gar nix anderes in diesem Falle wie Caramba auch.
Wenn der Meteorit keinen Rost enthält kann man ganz sorglos mit Ballistol arbeiten. Ab und zu muß man halt wieder neu einsprühen, das ist alles.
Jeder Jäger und Sportschütze weis, daß er nach dem Schießen oder wenn er von der Jagd zurück ist, seine Gerätschaften mit einem kräftigen Spritzer Ballistol wieder einreibt.

Nun noch kurz zum Break Free.
Durch seine etwas höhere Dickflüssigkeit bleibt es mehr auf den behandelten Flächen haften.
Es hat sogar den Salzwassertest als Bester bestanden.
Ich verwende Break Free NICHT für meine Eisenmeteoriten, da es mir zuviel fettet.
Wenn ich einen mit Break Free behandelten Eisenmeteortien angreifen würde, dann hab ich hinterher versaute Finger.
Ist der Eisenmeteorit mit Ballistol eingeölt, dann verreibe ich das an den Fingern haftende Öl durch Reiben der Hände.
Das das nicht schlecht ist kann ich aus Erfahrung bestätigen und es ist auch om obigen Link nachzulesen.

Nur zur Info..........
ich hab noch 3 Dosen Ballistol auf Vorat stehen..............

Gruß

Hanno
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Offline MetGold

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Re: Waffenöl zur Eisenkonservierung
« Antwort #6 am: Juni 24, 2007, 20:21:17 Nachmittag »
Hallo Hanno,

danke, danke auch daß du das mit dem Test auf dem Dach erwähnt hast. Mir sagt das als Fazit, daß sich das dickflüssigere nicht so leicht abwäscht/abregnet und dadurch natürlich auch besser/länger schützt.

Meine Meteoriten stehen momentan nur äußerst selten im Regen, sodaß dieser Vorteil bei mir nicht zum Tragen kommt. Werde deshalb vermutlich, falls man nicht mal was besseres hört, weiter bei Ballistol bleiben.

Hier wäre eigentlich der Ansatz für Lutz, mal noch eine 2. Testreihe anzulegen,   :pro:
vielleicht nach dem Motto: Ballistol gegen den Rest der Welt.

Man lernt trotzdem nie aus  -  :winke:  MetGold   :alter:
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Offline JaH073

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Re: Waffenöl zur Eisenkonservierung
« Antwort #7 am: Juni 24, 2007, 20:53:23 Nachmittag »
genau Peter,

die Viskosität war wohl ausschlaggebend.

Ich denke man sollte dem Ballistol auf Grund seiner Herstellungsart den Vorzug geben.
Es gibt bestimmt auch andere moderne Waffenöle die ihre Vorzüge haben - nicht daß einer denkt ich werde von "Klever" gesponsort.

Was ich noch erwähnen wollte................
Wenn ihr mal auf eine polierte Meteoritenöberfläche ( bei nem ordinären Stahlblech ebenfalls ) Ballistol aufsprüht, dann seht ihr, daß es ebenfalls einen "festen" Film bildet.
Ich gehe einfach mal davon aus, daß keiner von euch seine Eisenmeteoriten auf dem Dach bei Wind und Wetter lagert.
Der entstandene Schutzfilm bleibt in der Vitrine sicherlich sehr lange schützend haften.

Gute Idee mit nem weiteren Test.
Vorschlag:
Wir machen es genau so wie bei der Waffenzeitschrift.
Ein paar Bleche aus ordinärem Stahlblech jedes mit nem anderen Öl behandelt.
Ich würde sogar noch weitergehen und sagen daß bei jedem Stahlblech eine Hälfte poliert sein sollte und die andere so belassen bleibt wie sie ist.
Hiermit könnte man eine weitere Eigenschaft feststellen ob die Oberfläche haftend sein muß/darf/soll oder ob es besser ist wenn eine höhere Rauhtiefe vorhanden ist um das Öl festzuhalten.

..........ich glaub ich hab mich eben selbst dazu bestimmt diesen Test zu organisieren.
OK, dann frag ich hier mal an alle Eiseninteressierte.

Wer ist dafür daß wir hier mal so einen Test in der Art wie eben beschrieben durchführen der melde sich.
Als Testöle würde ich folgende Geschmacksrichtungen vorschlagen:

Ballistol,
WD40,
Break Free,
Caramba,
Motoröl SAE schau ich noch nach ( da dieses ja auch recht steif ist )
Nähmaschinenöl,
Salatöl und oder Olivenöl,
sonst noch was daß in fast jedem Haushalt zum Rostschutz vorhanden ist ?
Alles eben aufgelistete hätte ich sofort zur Verfügung.

Gruß

Hanno
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ironsareforever

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Re: Waffenöl zur Eisenkonservierung
« Antwort #8 am: Juni 24, 2007, 23:12:04 Nachmittag »
Hallo Peter, hallo Hanno,

o.k. - offenbar habt ihr mit Ballistol gute Erfahrungen gemacht. Aber warum soll man hygroskopisches Öl verwenden (und das ist jedes emulgierende Öl zwangsläufig zu einem gewissen Maße, wenn es Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist), wenn es bessere Alternativen gibt?

Hier nochmal die genauen Testergebisse aus der WuH zum Thema emulgierend:

Ballistol: sehr stark
Break Free: geringfügig
Gunnex 2000: geringfügig
Brunox Turbo Spray: nein
Debus Premium Line: nein
Tetra Gun Lubricant: sehr stark
Liqui Moly Guntec: geringfügig

Ballistol und Tetra Gun L. ist laut Ergebnis zudem vernindert rostschützend und beide verharzen!

Ich verwende Freischütz Waffenöl, was mit vor ca. 2 Jahren ein alteingesessener Büchsenmacher ans Herz gelegt hat. Dieses Öl wurde zwar nicht im WuH - Test getestet, aber er schwört darauf, weil er haufenweise Waffen von Kunden hat, die er z.T. jahrelang einlagern muss. Auch ich habe seit 2 Jahren nur positive Erfahungen gemacht: Mont Dieu und Dronino sind rostgebremster denn je!

Die Testreihe ist eine super Idee, Hanno. Willst Du Dir das wirklich auch noch aufhalsen? Bei mir im Keller hats 75 - 80 % Luftfeuchtigkeit - das wär ein super Testgebiet, oder? Ich würde den Test machen. Bitte sagt mir, welche Öle ich noch testen soll (und vielleicht auch, wo man sie bekommt)!Ich bin kein Ölvertreter oder sonstwie der Öllobby zugehörig *schwör*!

Gruß Andi


Offline paragraf

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Re: Waffenöl zur Eisenkonservierung
« Antwort #9 am: Juni 25, 2007, 05:48:40 Vormittag »
hi,

hab ich etwa umsonst vor 30 jahren auf ballistol eingeschworen?

gruß

bernd

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Re: Waffenöl zur Eisenkonservierung
« Antwort #10 am: Juni 25, 2007, 08:48:05 Vormittag »
Hallo Hanno ,

ich kann dir nur zustimmen das mit dem Test ist eine gute Idee .
Noch eine kleine Erfahrung die Ich bei meinem Langzeitversuch gemacht habe: Ich hatte alle Teile bis auf das erste eingeölt , und siehe da alle waren Stabiel . Bei dem ersten Teil vermute ich das es durch seine Rostkruste geschützt wird , desweiteren dürften die Mikromount Boxen auch vberhindern das zuviel Luftfeuchtigkeit drankommt .
Dann bin ich ja irgendwann mal auf die glorreiche Idee gekommen ein Stück zu schleifen und Polieren  :crying:
Dieses habe ich dann nicht mehr eingeölt und nun rostet und schwitzt es vor sich hin , trotz Mikormount Box .

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

 

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