Autor Thema: Meteorit im Münsterland ?  (Gelesen 3422 mal)

Meikel67

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Meteorit im Münsterland ?
« am: Oktober 12, 2013, 18:32:35 nachm. »
Hallo Leute,

ich habe mich heute hier neu angemeldet und möchte mich auch kurz vorstellen.
Ich heisse Michael, bin 46 Jahre alt und komme aus dem Münsterland.
Meine Interessen liegen bei alten Röhrenradios, Verstärkern, Elektronik.
Ich schaue unheimlich gerne die Schatzsucher auf D-Max, interessiere mich dadurch auch für die Goldsuche und Meteoriten.
Von Beruf war ich einst ein Steinmetz, bin aber seit etlichen Jahren Sachkundiger für Feuerlöschgeräte.
Das dazu....
Nun war ich heute morgen mit meinen beiden Cockerspanieln unterwegs und finde einen Brocken am Ackerrand !
ca. 20X15X8 cm groß, ca. 2.3 Kg schwer, magnetisch. Ich meine daß er eine Schmelzschicht hat und auch Einschlüsse (wie so gläserne Kristalle).
Auf dem Bild ist er noch nass von der Reinigung. Ich wollte Euch nun mal um Eure Meinung fragen... ist es nur ein Schlackebrocken,
oder ist es evtl. ein Meteorit ? - Ich kann gern noch besser Fotos zur Verfügung stellen....

Gruß, Michael

Offline MetGold

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #1 am: Oktober 12, 2013, 18:46:24 nachm. »
Hallo Michael,

willkommen im Forum! Fangen wir doch mal ganz einfach an:

Wir brauchen, um dir/euch bei der Fundbestimmung behilflich sein zu können, vorerst einmal folgende Angaben:

1. Fundort, so genau wie möglich
 (2. Fundumstände (im Bach, im Wald, auf Feld ....))
 (3. Größe und Gewicht der Fundstücke)
 (4. Magnetisch ja/nein, stark/schwach)
 (5. ein oder mehrere Fotos des Fundes)
6. ein scharfes Foto von einem frischen Bruch (oder Schnitt durch das Fundstück falls es sich um massives Eisen o.ä. handelt)
 (7. auch ein paar Worte über euch selbst wären einleitend hier sehr angebracht) 

 :winken:  die Bestimmungsspezies des Forums
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Meikel67

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #2 am: Oktober 12, 2013, 19:04:09 nachm. »
Hallo Metgold,

Fundort: auf dem Feld in Wadersloh, am Ackerrand, Zufallsfund, fiel mir auf weil er sehr dunkel im Vergleich zur Erde war.
Größe: ca. 20X15X8 cm, ca. 2,3 kg (relativ schwer.)
Magnetisch, unterschiedlich stark, je nach Stelle.
Entweder ist es ein Schlackebrocken, oder evtl. ein Bruchstück eines Meteoriten ?
Ich meine, man kann unter eine starken Lupe kleine Einschlüsse wie Glas/Kristall erkennen.
Auch meine ich, daß eine Schmelzschicht zu sehen ist.
Bilder sind anbei.

Nochmal zu mir:

Ich heisse Michael, bin 46 Jahre alt und komme aus dem Münsterland (Wadersloh).
Meine Interessen liegen bei alten Röhrenradios, Verstärkern, Elektronik.
Ich schaue unheimlich gerne die Schatzsucher auf D-Max, interessiere mich dadurch auch für die Goldsuche und Meteoriten.
Von Beruf war ich einst ein Steinmetz, bin aber nicht mehr in diesem Beruf tätig, ich bin seit etlichen Jahren Sachkundiger für Feuerlöschgeräte.







Gruß, Michael

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #3 am: Oktober 12, 2013, 19:12:59 nachm. »
Hallo Michael,

die Fotos aus der Nähe  :crying:  lassen leider kaum Zweifel offen, besonders die blasige Oberfläche(Hohlräume) -->  Schlacke !


 :winken:   MetGold
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Meikel67

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #4 am: Oktober 12, 2013, 19:26:07 nachm. »
Ach menno :crying: :crying: :crying:  Wie in aller Welt kommt nur Schlacke DA HIN ??

Schaade, wäre sicherlich ein schönes Stück gewesen, trotzdem vielen Dank für die Einschätzung !

Gruß, Michael

Offline MetGold

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #5 am: Oktober 12, 2013, 19:42:53 nachm. »
Ach Michael,

sei nicht traurig, wir haben eben in Deutschland quasi keine Meteoritenstreufelder, wie die, die die Meteoritenmänner bei DMAX immer absuchen und so den Eindruck erwecken über die rel. gute Fundhäufigkeiten dieser seltenen Stücke.

Du kannst aber dein Stück auch ordentlich durchschneiden und es dir aufheben:  http://www.pseudometeorite.de/jpm005-Pseudometeorit.jpg
Manchmal siehst das sogar gut aus, nur eben ziemlich wertlos!  :einaugeblinzel:


 :winken:   MetGold
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Meikel67

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #6 am: Oktober 12, 2013, 19:54:00 nachm. »
Hallo,

ja, aber rein theoretisch hätte es ja sein können. Nur - wie verdammt nochmal kommt solche Schlacke da hin...
Das ist ja schon etwas seltsam. Evtl. kloppe ich mal daran herum oder zerschneide ihn auch.
Die Seite mit den Pseudo-Meteoriten hatte ich auch schon gesehen... Auch ich hatte schon so meine Bedenken deswegen.

Naja, macht ja nichts, man lernt eben nie aus  :laughing:

Gruß, Michael


Offline speul

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #7 am: Oktober 12, 2013, 20:02:53 nachm. »
Zitat
Nur - wie verdammt nochmal kommt solche Schlacke da hin...

moin moin,
da gibt es beliebig viele Möglichkeiten:
1. Unsere Altvorderen habe da vielleicht in der Nähe verhüttet.
2. Material wird oft zum Wegebau eingesetzt
3. Irgendjemand hat es vor Jahren wo anders gefunden und als er erfuhr, dass es kein Meteorit ist, mitgenommen, wenn er seine Hunde ausführt und einfach weggeworfen
Schlacke findet man einfach überall, ÜBERALL
aber mach Dir nichts draus, ist vielen schon so gegangen,
Grüße
speul
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Offline Suevit

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #8 am: Oktober 12, 2013, 21:00:50 nachm. »
da gibt es beliebig viele Möglichkeiten:
1. Unsere Altvorderen habe da vielleicht in der Nähe verhüttet.
Eben, und man muss bedenken, dass unsere Altvorderen quasi überall verhüttet haben.  Vor der industriellen Revolution wurde nicht nach der Wirtschaftlichkeit gefragt, da war man froh, überhaupt irgendwelche Eisenerzvorkommen zugänglich zu haben, und hat überall abgebaut (und gleich vor Ort verhüttet), wo es ging, bspw. auch im großen Stil Bohnerz oder Raseneisenstein, die man heutzutage nicht ernsthaft als rentable Lagerstättentypen bezeichnen würde. Aber so erklärt es sich eben, dass über die Jahrtausende nahezu an jeder Stelle mal irgend etwas verhüttet wurde und heute entsprechend verbreitet Hinterlassenschaften zu finden sind.

Gruß,
Rainer

Meikel67

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #9 am: Oktober 13, 2013, 09:11:33 vorm. »
Hi Rainer & Kollegen,

ja, und erinnern wir uns noch an die frühen 90-er.... als die Sportplätze gesperrt wurden weil man feststellte, dass diese durch
"Kieselrot" Schlacke aus der Kupferverhüttung mit Dioxinen und Furanen verseucht waren... Die haben ihre Schlacken früher also
an einigen Stellen verteilt, scheinbar auch auf Äckern  :confused: 
Ich war eben nochmal an der Fundstelle, es sind auch Ziegelreste zu finden, dort muss irgenwas abgeschüttet worden sein....
Es erklärt sich nun einiges.

Dennoch werde ich das Stück zerschneiden und mal einen Ätzschliff machen, ich habe die Möglichkeiten.

Gruß, Michael


Offline Suevit

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #10 am: Oktober 14, 2013, 00:01:10 vorm. »
Hallo Michael,

Die haben ihre Schlacken früher also
an einigen Stellen verteilt, scheinbar auch auf Äckern  :confused: 
Um es noch mal zu betonen: Das muss nicht absichtlich auf einen Acker geworfen worden sein, es kann einfach sein, dass dort mal eine lokale Verhüttungsstätte war.
In der Antike war Deutschland ganz überwiegend flächig bewaldet, Ackerbau und damit Ansiedlungen beschränkten sich auf bevorzugte Lagen. Im Frühmittelalter wurde in großem Umfang gerodet (ich habe da noch die Zahl von 2/3 der ursprünglichen Waldfläche im Kopf), womit hauptsächlich mittelmäßig und wenig ertragreiche Böden für den Ackerbau erschlossen wurden. Es entstanden zahllose Gehöfte und Kleinsiedlungen. Ackerflächen mit geringem Ertrag wurden häufig bald wieder aufgegeben, zugehörige Höfe und Siedlungen verlassen, teilweise kehrte der Wald dort wieder zurück. Am Ende des Mittelalters und während des Dreißigjährigen Kriegs wurden weitere Ackerflächen aufgegeben und zahllose Siedlungen (-> Wüstungen). Im 19. Jh. hat man hier und da wieder gerodet, neue landwirtschaftliche Flächen angelegt, und einiges davon im 20. Jh. erneut aufgegeben...
Resultat: Es gibt im Land kaum einen Quadratmeter, auf dem Menschen nicht schon mal etwas getan haben, und wo sie nicht den Müll ihrer Tätigkeit liegengelassen haben. Diesen Müll (vulgo "archäologische Funde") findet man heute fast überall. Wo heute ein Acker ist, kann vor 100 oder 500 oder 1000 Jahren ein Wald mit Schmiede gestanden haben.

Zitat
Ich war eben nochmal an der Fundstelle, es sind auch Ziegelreste zu finden, dort muss irgenwas abgeschüttet worden sein....
Auch da gibt es mehrere Möglichkeiten, die man aus dem Kontext heraus klären müsste.
Dort könnte mal ein Hof oder eine Siedlung gewesen sein. Andererseits war es bis weit ins 20. Jh. üblich, dass jeglicher Müll, der auf einem Bauernhof so anfiel, auf den Misthaufen wanderte, und von dort bei der Düngung aufs Feld. Auf über lange Zeiträume bestellten Feldern kann man bspw. Scherben und sonstige Artefakte aus mehreren Jahrhunderten finden. Schlackebrocken können auch als Abfall dabei sein, weil sie gerne mal als wärmedämmendes Baumaterial oder zur Befestigung von Wegen verwendet wurden.

Diese "Vermüllung" von Feldern entspricht übrigens dem Prinzip der Terra preta (http://de.wikipedia.org/wiki/Terra_preta), auch wenn unseren Altvorderen in Europa das Konzept als solches höchstwahrscheinlich unbekannt war und sie es unbewusst betrieben.

Gruß,
Rainer

Meikel67

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #11 am: Oktober 14, 2013, 06:10:06 vorm. »
Hallo Rainer,

ich verstehe.... ich finde dieses Thema ur-interessant. Es ist schon erstaunlich, wie viel man scheinbar oft unbewusst aus der alten Zeit
findet. Natürlich hätte es dort eine Verhüttung geben können.... hier liegt zwar kein Eisenerz, aber wer weiss.
Evtl. sollte man von der Gegend mal Luftaufnahmen zu verschiedenen Jahreszeiten erkunden, denn man sieht ja am Getreide auch oft,
daß dort mal Aktivitäten stattfanden. So hat man hier im Umkreis schon einige alte Anlagen auf Äckern entdeckt, die nur durch Wachstums-
unterschiede auffielen. Z.B. alte Mauern, Türme, Gebäudefundamente etc. Nur halt leider keine Meteoritenkrater  :traurig:

Gruß, Michael

Offline Aurum

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Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #12 am: Oktober 14, 2013, 11:28:32 vorm. »
Nur als Kleine Ergänzung ,

unweit von mir gibt es einen keinen Acker auf dem ich hin und wieder suchen gegangen bin , mit Erlaubnis des Besitzers, nicht nach Meteoriten sonder nach Mineralien und anderen interessanten Funden.

Das erste was mir auf dem Acker aufgefallen war das es dort sehr viel Bauschutt gab , desweiteren das der Boden voll mit Blei und anderen Metallen war .
Nachforschungen meiner Seitz hatten dann ergeben das dort mal ein Haus gestanden hat    noch vor dem WWII abgerissen worden ist und dann die Fläche erst zum acker geworden ist ( deshalb auch das ganze Blei im Boden , meine Vermutung war das dieses Haus abgebrannt ist und dann erst abgerissen worden ist , da alles Blei das ich gefunden habe geschmolzen war .

Mehr konnte ich leider nicht herausfinden da die mir zugänglichen Luft aufnahmen aus dieser Zeit leider dies eck hier nicht zeigen. alte Pläne aus der zeit habe ich leider auch noch nicht auftreiben können da ich keine Quelle weis.

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

Meikel67

  • Gast
Re: Meteorit im Münsterland ?
« Antwort #13 am: Oktober 20, 2013, 19:14:47 nachm. »
Hallo Lutz,

vielen Dank für die Darstellung... auch auf diesem Acker liegt eine Menge unnatürlicher Kram herum. Ich bin mir sicher daß dort
mal ein Haus stand oder ähnliches....
Hier in der Nähe gibt es sogar noch eine Stelle an der ein Römerlager war, es ist jedoch angeblich kein Geld da um Grabungen
durchzuführen - Schade, mich interessiert so etwas unheimlich. Das wurde mal entdeckt als dort irgendwelche Kabel verlegt
wurden.

Gruß, Michael

 

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