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Autor Thema: Häufigkeit Meteoriten Deutschland/Europa  (Gelesen 3466 mal)

Offline Katharer2014

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Re: Häufigkeit Meteoriten Deutschland/Europa
« Antwort #15 am: Juni 26, 2015, 10:50:38 vorm. »
 :prostbier:

*schäme mich trotzdem noch*
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Offline Neutron

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Re: Häufigkeit Meteoriten Deutschland/Europa
« Antwort #16 am: Juli 01, 2015, 23:58:23 nachm. »
Besten Dank für die sehr ausfühlichen und informativen Antworten!

Das wäre doch mal eine Idee das Forum hier am Vogelsberg zusammengetrommelt, diesen steinchenweise abgetragen und dann auf Meteoriten untersucht - dann hätte man eine verlässliche Zahl zumindest für den Vogelsberg!  Falls man welche findet! :laughing:

Was den Test mit Diacetyldioxim (DMG) angeht ist die Aussage mit dem Trennungsgang vollkommen korrekt weil dort eben nur noch Nickelionen in der Lösung vorhanden ist. Auch richtig ist, dass Eisen ebenfalls eine Rotfärbung verursacht (wobei ich dunkelrot als Farbe für den Eisen-DMG komplex trefflicher finde). Dennoch kann man Nickel neben Eisen mit DMG spezifisch nachweisen. Eisen kommt als Eisen (II) und Eisen (III) vor wobei nur Eisen (II) Ionen mit DMG einen Komplex bilden aber Eisen (II) oxidiert relativ schnell im DMG Komplex zu Eisen (III) und die Rotfärbung verschwindet bzw.es bildet sich braunes Eisen (III) hydroxid. Somit ist der DMG Nickelnachweis schon spezifisch wenn nach ca. 15 Minuten noch eine Rotfärbung sichtbar ist, man muss nur etwas Geduld haben.

Ich habe zwischenzeitlich auch weiter darüber gelesen und ein weiteres paper ((Bland, 2005) Wen es interessiert hier der link: http://rsta.royalsocietypublishing.org/content/roypta/363/1837/2793.full.pdf) gefunden bei dem sowohl die Kameranetzwerke als auch die Funde in der Wüste hochgerechnet (inkl. weathering) wurden. Beide Analysen kamen auf einen Wert von ca. 42 000 Objekte >10g.  Aber, deswegen nenne ich das paper hier, in beiden Fällen kann man auch lesen "These workers estimated a factor of 2–3 error on these estimates." was eigentlich zeigt wie unsicher diese Kalkulationen sind. Wobei sich aber dieser Fehler sowohl nach oben als auch nach unten auswirken kann (zumindest ist das nicht näher definiert!  :einaugeblinzel: )

Wenn man die Zahlen von Haschr heranzieht (danke fürs berechnen  :super:) käme man auf zwar einen Meteorit mit 80g/km^2. Aber es leuchtet ein wenn man all die anderen Aspekte in die Rechnung mit einbezieht, vor allem die "Überlebensdauer" bzw. die ungünstigen klimatischen Bedinungen als auch all die Argumente die lithoraptor (Bühler) nennt, die Fundwahrscheinlichkeit extrem nach unten korrigiert wird und was die Argumentation mit "Riesenzufällen" definitiv verständlicher macht.

Gibt es irgendwo eine webseite/datenbank etc. wo man sich Verwitterungseffekte vor allem bei Chondriten mal ansehnen kann? 

(@lithoraptor: Über den Bühler bin ich schon öfters beim lesen gestolpert und dieser steht auch schon auf meine to do liste, muss aber erst noch das aktuelle Buch über Meteoriten durchlesen)


Grüße Neutron

(the absence of evidence is not the evidence of absence)

Offline schwede-jens

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Re: Häufigkeit Meteoriten Deutschland/Europa
« Antwort #17 am: Juli 02, 2015, 09:57:06 vorm. »
Hej Neutron  :winke:

als Datenbank kannst du das Metbull nehmen.
Als Suchkriterien dann Länder in humiden Regionen auswählen. Mit Foto, die Fälle erstmal aussen vor lassen, gewünschte Klasse, NonAntarctic...
Wenn du dann die gefühlten 100.000 Bilder durch hast, kannst du dir noch ein paar grossen Fälle (Pultusk etc.) vorknöpfen und die Bilder von frischen Fallfunden und Nachfunden vergleichen....

LG  Jens
MÖGE DER HIMMEL MIR AUF DEN KOPF FALLEN...

Offline lithoraptor

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Re: Häufigkeit Meteoriten Deutschland/Europa
« Antwort #18 am: Juli 02, 2015, 22:35:02 nachm. »
Moin Neutron!

Das Problem mit den Verwitterungseffekten ist zweifach gelagert:
1. Werden starkt angewitterte Meteorite eher als wenig sammelwürdig angesehen und daher deutlich weniger abgelichtet, als frische(re) Stücke.
und
2. Ist die Angabe über den Verwitterungsgrad von Meteoriten (W0, W1, W2...) ein mikroskopischer Befund anhand eines Dünnschliffes. Das hilft einem also strenggenommen bei der makroskopischen Betrachtung nicht weiter. Dazu kommt dann noch, dass die Skala für den Verwitterungsgrad strenggenommen nur für Chondrite definiert wurde. Sie lässt sich zwar auch auf einige Achondrite anwenden, aber eben nicht auf alle.

Was das rein makroskopische Erscheinungsbild eines Meteoriten und dessen Verwitterung betrifft, so spielen das chemisch/physikalische Milieu am Fundort und natürlich auch die Chemie und Kompaktheit des Stückes selbst eine entscheidene Rolle. So gibt es etwa Stücke des Mesosideriten "Vaca Muerta", die äußerlich fürchterlich (angefressen und rostig mit bunten Ausblühungen diverser Sekundärminerale) aussehen aber innen noch sehr gut erhalten sind. Da muss man sich etwas einfuchsen - das kommt mit der Zeit...

Gruß

Ingo

P.S.
..., muss aber erst noch das aktuelle Buch über Meteoriten durchlesen

Was hast Du denn aktuell am Wickel?

 


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