Autor Thema: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte  (Gelesen 5057 mal)

Offline Ben Austria

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #30 am: Dezember 30, 2021, 22:17:33 Nachmittag »
Ich denke aber eher, dass hier der größere Teil der Kommentatoren eher Sammler sind und wahrscheinlich noch nie im Feld Funde gemacht und die Stücke auf Sammlerbörsen erworben haben.

Hallo Joh03,
ich befürchte da irrst du dich. Einige hier im Forum haben sehr wohl Tage und wohl Wochen "in Streufeldern verbracht", auch Funde gemacht, Funde klassifiziert, Funde veröffentlicht.
Ja manche wohnen sogar im wahrsten Sinne des Wortes in einem Krater  :si06:.
Du findest hier Wissenschaftler die solche Funde dokumentieren und analysieren. Du findest Sammler die wohl schon hunderte bis tausende Meteorite der verschiedensten Klassen gesehen bzw. in Händen gehalten haben oder in ihren Sammlungen verwahren.

Es geht hier gar nicht um eine schwarze Fusionskruste (oder schwarze Rinde wie du schreibst). Auch stark verwitterte Meteorite haben noch klare Merkmale. Aber manche deiner Bilder zeigen eindeutig terrestrisches Gestein. Die Forum-Mitglieder machen genau das was du von ihnen erwartet hast - sie schreiben dir eine Antwort dazu und geben auch ihre Expertise ab.

Ich denke du vermutest auf ein Einschlagsereignis gestoßen zu sein, wodurch goldhaltige Meteorite im Umfeld des Kraters gelandet sind. Du erwähntest Meteorite in diesen Zusammenhang, wo dies nachgewiesen worden wäre. Ich vermute du hast dabei vielleicht an Meteorite wie Melrose (a) gedacht, wovon ich auch was in der Sammlung habe. Dieser Meteorit ist ziemlich verwittert, zeigt aber eindeutige Merkmale eines Meteoriten und ist natürlich klassifiziert (L5 Chondrit).

Bevor du jedoch weiterhin Kosten und Mühe in dieses Projekt reinsteckst, empfehle ich nochmals, dass du die Proben an ein Meteoritenlabor schickst. Ich denke so bekommst du Klarheit, zumal du der Einschätzung hier im Forum offensichtlich keinen Glauben schenkst oder sehr skeptisch gegenüberstehst - was hoffentlich niemand persönlich nimmt und du hoffentlich auch nicht. Ich denke aber eine genaue Untersuchung des Materials wird die Einschätzung hier im Forum bestätigen. Sollte dem nicht so sein, wäre das tatsächlich ein großartiger Fund, dennoch würde ich die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen  :einaugeblinzel:.

Beste Grüße und nochmal ein gutes Neues Jahr an alle!
Ben

Offline Mettmann

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #31 am: Dezember 30, 2021, 22:42:10 Nachmittag »
Micha, Du mußt das anders erklären,

Joh, wenn man eine Schüssel hat und man wirft hinein: Mehl, Fett, Zucker, Eier, Schokolad, Aprikosenkonfi- und Kuvertüre
und setzt das anderen vor, so werden vielleicht einige wenige darin für sie stichhaltige Beweise erkennen zu glauben;
wieder andere mögen das Mehl identifizieren und in Richtung Schusterpfennige argumentieren,
aber insgesamt wird sich kaum einer trauen, zu erklären: Es handele sich zweifelsfrei um eine
Sachertorte.

Erfahrene Hausfrauen wie ich würden das auch verneinen, denn sie wissen, daß die Bestandteile in der Schüssel in bestimmten Verhältnissen und in bestimmter Reihenfolge gemischt und verschiedenen Temperaturen ausgesetzt werden müssen, um zu einer Sachertorte zu gedeihen.

Wem die Einschätzung aus solchem Munde nun als nicht vertrauenswürdig erscheint, solle sich doch dann an einen Experten, einen gelernten Konditor wenden
(und sich bescheiden, ggfs. gleichlautendes Urteil nicht zu hinterfragen).

Ganz so ist es mit Deinen Funden und den Meteoriten, Du findst hier ein bisserl ein Ei, da ein bisserl Mehl.......

Auch ist es bei den Meteoriten tatsächlich so, daß wenn man Zwiebeln und Paradeiser in dem Topf entdeckt (wie es jetzt schon einigen Forlern gelungen),
es definitv keine Sachertorte ist und auch nicht werden kann, da hilft auch kein Namedropping von Porzellanherstellern, von dessen Produkten man das Ergebnis später zu verzehren gedenkt.
Indes gibt es ebenso Zutaten, die für eine Sachertorte unverzichtbar sind, gibt man die nicht hinzu, wird es etwas anderes.

Und aller Revoluzzergeist hintangestellt, es ist höchst hilfreich sich auf 170 Jahre kollektiv angehäufte Sacherfabrikationsgeschichte zu verlassen,
wenn man sich ernsthaft für diese Torte interessiert (so liegt eine gerichtliche Aussage vor, daß die originale Sachertorte zum Zwecke der Aprikotierung nie nie nieeeemals in der Mitte geteilt wurde).

(Und Galileos Bedeutung für die Etablierung des heliozentrischen Systems wird überschätzt, weil der casus so catchy...Kolumbus hatte auch keine Eier)

Ächz, grummel - ch persönlich habe ein großes Problem:
Wenn jemand soviel Zeit, Schweiß, Müh, Geld bereits in eine Sache investiert hat, selbst Meßergebnisse erstellt hat (unabhängig davon ob die Methoden geeignet oder die Ergebnisse Meteorite ausschließen), gar von fachfremden Wissenschaftlern oder solchen, die nur ganz entfernt etwas mit der Meteoritenkunde zu tun haben, einen Floh ins Ohr gesetzt bekommen hat,
dann kann man jenen, so vorsichtig und rücksichtvoll man es irgend nur anzustellen versucht, nicht mehr von seinem Irrweg abbringen,
sondern das endet üblicherweis in immer aberwitzigeren Theorien, wird am End fast jedesmal persönlich,
(obwohl Irren keine Schande ist, geschiecht ja auch in der amtlichen, hochgelahrten Wissenschaft, siehe Chiemgau, Saarland, Böhmen). 
und...

...und man kommt da als Wohlmeinende nie, nieeeemehr und nimmer lebend raus.

Daher verzeih, wenn ich mich zurückziehe.
(Kleiner Hint, es gibt eindeutige Parameter, die man messen kann, um zu sehen, ob ein Stück jemals im All war
und zwotens: Nicht dazu kommen lassen, für die fixe Idee Familie und Wohlstand aufs Spiel zu setzen.)

 :prostbier:
Mettmann
« Letzte Änderung: Dezember 30, 2021, 23:09:12 Nachmittag von Mettmann »
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Offline Joh03

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #32 am: Dezember 30, 2021, 23:09:46 Nachmittag »
Hallo Ben !
"ich befürchte da irrst du dich. Einige hier im Forum haben sehr wohl Tage und wohl Wochen "in Streufeldern verbracht", auch Funde gemacht, Funde klassifiziert, Funde veröffentlicht. "---naja, nach Studium der hier angegebenen Seiten war`s nicht sehr erfolgreich.
"Auch stark verwitterte Meteorite haben noch klare Merkmale." Das ist richtig, darum legen wir die Meteos auch unters Mikroskop(auch EMS), wo gewisse Schmelzspuren oder Veränderungen vorhanden sein müssen, sonst ist es normales irdisches Gestein. Dazu wird Recherche betrieben ob in der Vergangenheit Erdbewegungen oder vulkanische Tätigkeit vorhanden war, Literatur durchforstet(zumindest was öffentlich zugängig ist), das Landesreferat für Geologie befragt usw.  Es ist nicht so, dass wir einfach einen Stein nehmen und sagen: Das ist ein Meteo ! Blamieren wollen wir uns sicher nicht. Dass ich höher aufgelöste Fotos nicht hochladen darf(kb ist hier begrenzt) ist natürlich ein Mangel, der aber vom Admin verschuldet ist.
" du vermutest auf ein Einschlagsereignis gestoßen zu sein, wodurch goldhaltige Meteorite im Umfeld des Kraters gelandet sind"- Falsch, wurde nicht ausgesagt, genaues Lesen hilft :confused: Der Krater wurde zufällig auf Hinweis entdeckt.
"eindeutige Merkmale eines Meteoriten und ist natürlich klassifiziert"--Nun, natürlich sind die Funde nicht klassifiziert, das überlassen wir gerne anderen. Wir haben selbst genug Arbeiten mit Bürokram wie Gutachten in unserem Geschäftsfeld usw. sodass wir 15-min-Vorträge  vor der Met Society als Zeitverschwendung und unnötig betrachten( ist Anspielung auf das kommende mögliche Treffen Aug.22, wo wir lustige PrePrints gefunden haben, die zwar hoch wissenschaftlich klingen, bei uns in der Fa. aber einen Lachkrampf ausgelöst haben, z.B. Meteo-Suche mit Spielzeug-Copter auf Schneefeld). Es geht uns nicht um Klassifizierung, die aussagt, nur wenn es klassifiziert ist, ist es ein Meteo. Es fallen täglich und jährlich genug auf die Erde und sind trotzdem Meteos. Natürlich verdienen manche damit ihr Geld und sind sauer, wenn ihnen jemand dreinpfuscht...

Ich überlege zusätzlich, ob ich nicht ein Thema eröffne, wie man richtig Meteos sucht. Die Vorgangsweise der Leute beim letzten Beispiel in der Steiermark zeigt ja von Ahnungslosigkeit und von der Hoffnung, dass einem soetwas vor die Füße beim Gehen fällt. Okay, das war wenigsten ein gesunder Ausflug in die Natur  :laughing:

Lieber Mettman, eine Portion Lachen für Deinen humorvollen Beitrag, sehr gut gemacht ! :laughing: :laughing: :laughing:
Doch Du hast recht: lassen wir die Zeit entscheiden, wer richtig liegt !

Nicht desto trotz: Ein gesundes Neues Jahr und viel Erfolg allen !
Joh03 

Offline hugojun

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #33 am: Dezember 30, 2021, 23:30:51 Nachmittag »
Hallo Joh03 ,

nachdem du nicht auf die Frage



Hallo Joh03 ,

was um Himmelswillen sind denn „Spektralmikros, Fernkameras“?

...
LG
Jürgen


antworten willst, würdest du mir zumindest erklären was „ Meteos“ sind?


Offline dellenit

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #34 am: Dezember 30, 2021, 23:32:25 Nachmittag »
Irgendwie versteh ich was nicht,

die Mitglieder im Forum sind ja sowieso unwissende Sammler, die nicht erfolgreich was finden…
(da benötigt es dann ein eigenes Thema dazu wie man RICHTIG sucht ????)

die Wissenschaftler interessiert‘s einerseits nicht, andererseits ist die METSOC nicht wichtig… :auslachl:

Klassifikation sollen andere machen…

Scheinbar weißt Du eh alles besser…

Was ist der Grund warum Du das dann hier in dem Forum präsentierst ?  :gruebel:

Offline Mettmann

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #35 am: Dezember 30, 2021, 23:47:03 Nachmittag »
Zitat
Doch Du hast recht: lassen wir die Zeit entscheiden, wer richtig liegt !

Äh, dann versteh ich Dein Vorgehen nicht,
weils Zeitverschwendung ist.

Egal, was Du von der Meteoritical Society hältst, der von ihr herausgegebene Meteoritical Bulletin ist die internationale Standardreferenz für alle Meteorite.
Rein wissenschaftlich und nicht kommerziell orientiert.

Du mußt zur offiziellen Anerkennung von Meteoriten nicht vor der Meteoritical Society referieren.
Die Verfahren und Kriterien sind standardisiert:
Du reichst Proben bei einem der auf Meteorite spezialisierten Labore/Fachwissenschaftler ein,
dort bestimmen sie deren Typ, messen die relevanten Größen und wenns einer ist, reichens die Daten bei der Met.Soc. ein, die ihn dann anerkennt und veröffentlicht.
Du mußt Dich da um gar nix kümmern
und für Dich als Privatmann ist es sogar kostenlos, bis auf die Abgabe eines 20g-Stückerls als Referenzmasse.

(Erst wenn Du zu kommerziellen Zwecken klassifizieren läßt, mußt ein Scherflein beitragen - Mikrosondenmessungen bspw. sind ja nicht billig und das sind ja Institute, die aus öffentlicher Hand finanziert werden).

(So wars jedenfalls zu meiner Zeit, ist das immer noch so?).

Das ist doch die effizientere Vorgehensweise, als jahrelang zentnerweis Brocken einzusammeln,
erstmal prüfen zu lassen, obs überhaupt Meteorite sind - weilst dann, wenn nicht, die ähnlichen Stücke liegen lassen kannst.

Und sowieso nötig, wenn Du später eine weitere Erforschung und wissenschaftliche Bearbeitung Deiner Fundgründe anstrebst.
Kein Wissenschaftler mag groß an nicht anerkannten Meteoriten arbeiten, einfach weil die Ergebnisse nach wissenschaftl. Standard reproduzierbar sein müssen,
was nicht geht, wenn die Steine anonym sind und andere daher ggfs. keinen Zugriff darauf finden können.

Abgesehen davon, weiß ich noch aus meiner aktiven Zeit,
unklassifizierte (außer Gewöhnlichen Wüstenchondriten, weil die eh einen geringen monetären Wert haben) sind praktisch unverkäuflich,
wenn sie nicht veröffentlicht sind.

Also nur zu, dann sehmers scho.
 :prostbier:
Mettmann
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Offline Ben Austria

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #36 am: Dezember 30, 2021, 23:53:10 Nachmittag »
Hallo Joh03,

wie gesagt wollte dir keiner zu nahetreten - aber bisher scheinen deine/eure Fund eher nicht die angekündigte Sensation zu sein (wenn nicht mal das NHM Interesse bekundet hat, die auf diesem Gebiet ja forschen) und das soll dich nicht ärgern, sondern dich vielleicht zum Nachdenken bringen - nur gut gemeint.  :hut:

Dass nicht jede Suche von Erfolg gekrönt ist, gehört zu den Erfahrungen von jedem der "echte" Meteorite gesucht und gefunden hat. :einaugeblinzel:. Ich befürchte diese Erfahrung wirst du wohl auch machen.

Das mit "Vermutung vom Einschlagereignis" habe ich als meine Rätsellösung zu deinem Rätsel geschrieben - ich habe nirgends ausgesagt, dass du das geschrieben hast - aber wie du schreibst "genaues Lesen hilft  :confused:" :einaugeblinzel:.

Wenn du das Material nicht klassifizieren lässt, wird die Zeit wohl auch nicht viel mehr entscheiden, außer dass die Stücke weiter verwittern.
Mettmann hat wirklich eine Gabe aus Beiträgen ein Leseerlebnis zu machen. Aber ich denke er wollte dich nicht nur zum lachen bringen sondern dir auch mit ein paar Denkanstößen helfen die durchaus ernst gemeint waren.

Nochmal, verstehe das alles als sachlichen und gut gemeinten Rat. Wir freuen uns mit dir/euch, wen sich deine Meinung bestätigt und du bist uns vielleicht dankbar, wenn sich unsere Meinung bestätigt und du und deine Firma, vor einer Blamage bewahrt bleibt.

Alles Gute!
LG
Ben






Offline Dave

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #37 am: Dezember 31, 2021, 09:04:28 Vormittag »
Hallo Joh03,

ich denke es wäre das Beste, jetzt deinen Fund genauer zu erklären und uns deine gesammelten Fakten (die die ganze Sache stichhaltig machen) zu nennen. Ich denke es ist mittlerweile ersichtlich, das die Meinung der im Forum aktiven Personen eher zu „nicht aus dem Weltraum“ tendiert. Somit wird auch keiner dein Rätsel lösen, da das ja in die völlig entgegengesetzte Richtung geht, als welche du andeutest.

Grüße Dave  :hut:

P.S: entschuldige meine Genauigkeit hier, aber da das eine fachliche Diskussion ist bitte verwende auch die fachlich richtigen Begriffe. „Meteo & Meteos“ gibt es im deutschsprachigen Raum nicht in Bezug auf Gestein, welches aus dem Weltraum kommend, die Erdoberfläche erreicht. Es heißt dann fachlich richtig Meteorit. Wie gesagt sorry aber wenn wir hier wissenschaftlich diskutieren, dann ganz oder garnicht und da gehören die richtigen Fachbegriffe einfach dazu.

Offline Nordnugget

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #38 am: Januar 02, 2022, 14:09:59 Nachmittag »
 :troll:
In Zeiten von alternative Fakten ist alles möglich. So gibt es Facebook Gruppen wo sich gegenseitig "alternative" Meteoriten bestimmt und bestätigt werden. Da wird ein Diabas zu einem Diamantmeteorit und die Met. Soc. zum personalisierten Bösen.

Führt eine Teck Firma, kann aber keine Bilder komprimieren und schneidet Steine mit der Flex.
Seriös sieht und klingt anders.
Liegt eine Genehmigung für das suchen mit einer Metallsonde vor ?

Für mich ist das Thema erledigt.
Grüße Jens

Offline Joh03

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #39 am: Januar 03, 2022, 16:48:28 Nachmittag »
Nun, nochmal alles Gute für das Neue Jahr !

Und ich habe Grund zur Freude: Am Neujahrstag war ich mit 2 Kollegen im Areal 12(da sind Pallasite) und habe zusätzlich ein abgebrochenes Eckstück mit noch intakter Rinde gefunden, was ja nach so langer Liegezeit fast ein Wunder ist. Foto liegt bei.
Auch einige kleine Fotos(der Upload hier ist ja auf max. 760kb gesamt beschränkt) welche einige schöne Merkmale zeigen.
Nun, eine Antwort zu einigen Kommentaren hier:
a) In Österreich kannst du mit Metallsonden suchen(was wir aber nicht machen, wir nehmen die XRFA-Geräte(Bruker, Hitachi und Thermo-Fisher) mit, es ist nicht verboten. Nur grundsätzlich sollte man vorher mit den Grundeigentümern Kontakt aufnehmen und um Betretung ihrer Grundflächen ersuchen(was wir und ich immer tun, noch nie abschlägig beantwortet, die Leute sind sehr entgegenkommend). Meteoriten sind freies Gut und können von jedem angeeignet werden(so ist die Gesetzeslage in Ö).
b) Schneiden mit der Flex: Warum nicht, wir haben genug!
c) zum Upload siehe oben(beschwer dich beim Administrator !)
d)Das ich Meteorite als Meteos schreibe, hat etwas mit Schreibfaulheit zu tun. Entschuldige, werde ich nicht mehr machen.
e)Zu den Mikrosondenmessungen: Wir haben selbst 3 Stück EMS in der Firma, allerdings im Bereich der Ultrahochvakuumkammer(bis -10mb) und nicht für Eigenbedarf oder Hobby gedacht. Außerdem haben sie nur die Software für unsere Anwendungen. ABER:
   Mit Mikrosonden kannst du nur einen ganz kleinen Bereich erfassen und messen. Diese Messwerte aus dem Mikrometerbereich der Außenhaut dann auf einen ganzen Meteoriten zu übertragen halte ich -für gelinde gesagt- für einen ziemlich großen Humbug. Du musst zuerst das kleine Teil für die Vakuumkammer überziehen(mit C oder Au)(später wieder entfernen) und erhält auch nur Werte dafür im Mikrometerbereich. Um einen Meteoriten z.B. in Faustgröße in der Oberfläche hier zu untersuchen würdest du  einen  Zeitaufwand von mehreren Jahren brauchen, so klein sind die Messflächen. Und dann noch von diesem kleinen Außenstück(Eindringtiefe sind ja nur max.0,2mm) auf das Innere und die Gesamtelemente des Meteoriten zu schließen ist ein weiterer Humbug. Vergleichsweise wäre das so, wie wenn du mit einer Lupe einen Teil des Kotflügels eines Autos untersuchst und dann nachher eine Expertise über das Autoinnere-wie Motor, Sitze, Lenkrad, Auspuff usw.-erstellst. Das gehört in die Kategorie Esoterik.
f) Zu Ben und Melrose: Habe mir die Expertise und auch die Fotos angesehen. Da stimmt gar nichts zusammen. Jedes der 4 Teile sieht anders aus, die Expertise 1933 ist mit Säuretest gemacht worden und die Teile gehören alle jemand anderen. Da ist nix mit Gold. Jedoch, wenn Du einen Teil hast, würde ich ihn mir gerne ansehen, im Internet(MetBull) steht allerdings aktuell nichts über Dein Stück bzw. Deine Eigentümerschaft.
g) Nachdem sich hier ja soooo viele Experten tummeln, würde ich von folgenden gerne wissen, wie viele Stücke jeder selbst schon gefunden hat und eventuell klassifiziert bzw. untersucht hat(bitte keine NWA aus der Schlosserwerkstätte Algeriens oder Westsahara bzw. Lybien). Und da vergebe ich Noten: 4-für jene, die nur 1 Stück gefunden haben, 3-für jene, die schon zwischen 2-8 gefunden haben, 2-für jene, die schon 9 bis 30 gefunden haben und 1-für jene, die mehr als 30 gefunden haben. Ernstzunehmende  Personen sind jene, welche die Note 1 bis 3 haben. Also, Info von : dellenit,  Ben Austria,  stollentroll,  Murchinson`s friend,  hugojun,  metnet,  Mettmann, karmaka,  Met1998, Dave,  Nordnugget. Also bitte offenbart euch !  :einaugeblinzel: :einaugeblinzel: :einaugeblinzel:  Und nicht sagen: Die habe ich gekauft  und die sind jetzt in meinem Schaukasten , deshalb bin ich Experte.!

Und jetzt einige kleine Fotos.

Und liebe Grüße
Joh03

Offline stollentroll

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #40 am: Januar 03, 2022, 18:19:12 Nachmittag »
Das gezeigte Stück hat nicht das geringste mit einem Pallasiten zu tun.
Wenn du mal eines der Körnchen in dem zweiten Bild mit deiner Mikrosonde untersuchen würdest, dann würdest du feststellen, dass es sich um SiO2 handelt (es ist Quarz).
Das hat in einem Pallasiten absolut nichts zu suchen.

Die Frage nach dem Rhabit ist auch noch nicht beantwortet.

Die Frage, wie das Gold und der Olivin bestimmt wurde, auch nicht.

Ebenso die Frage, wieso du kein Mg bei der "Pallasit-Analyse" gefunden hast.

Man braucht bei einem Meteoriten übrigens nicht die gesamte Fläche mit einer Mikrosonde zu untersuchen. Ausgesuchte, repräsentative kleine Fragmente reichen erstmal aus und liefern wertvolle Hinweise.

Bevor du hier Noten verteilst, erstmal Hausaufgaben machen.


Grüße,
Thomas

Offline Murchison´s friend

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #41 am: Januar 03, 2022, 18:31:55 Nachmittag »
Hallo Joh,

ich glaube, irgendwann wirst Du eine Monsterenttäuschung erleben !
Aber zumindest hast Du eine schwere Mineraliensammlung !

Zu den Noten : ich begnüge mich mit einem 4er !!!

LG,
Michael


Murchison`s friend ist für alles Neue offen - besonders um Meteorite zu finden !

Offline karmaka

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #42 am: Januar 03, 2022, 18:34:01 Nachmittag »
Bevor du hier Noten verteilst, erstmal Hausaufgaben machen.
  :super:

Was treibt dich an, Joh03, was treibt dich an ?  :confused:

Dies scheint das falsche Forum für dich zu sein!

Offline Mettmann

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #43 am: Januar 03, 2022, 20:29:36 Nachmittag »
Herrjeh Joh,

was Du hier und in dem anderen Thread schreibst, driftet immer mehr ab in die Richtung: Der Zarewitsch lebt!

Meteorite sehen doch nicht beliebig aus.
Bislang scheint es mir so, Du nimmst jeden Stein, der irgendeine geartete Rinde hat bzw. außen anders aussieht als innen
und versuchst diese dann als Hitzeeinwirkung vom Atmosphärenflug zu deuten, um dann noch einen einzelnen vagen Hinweis hinzuzufügen, der vage an Meteorite erinnert und schwupp ists ein Meteorit...
(dabei ist das ein absolut nachrangiges Kriterium bei der Bestimmung - innen werden de Stoana nicht mal englisch, sondern bleiben roh - das ist ja das Tolle).

Dir fehlt es an den Basics, die Dir helfen würden, deine Brocken als irdisch ausschließen zu können.

Weiß ja auch nicht, Mensch geh halt mal ins Wiener Naturhistorische und schau Dir an, was dort im Meteoritensaal in den Vitrinen liegt.
Da wirst dann schon sehen, daß keiner der dort Ausgestellten Deinen Funden gleichsieht.
Kauf Dir ein Übersichtsbuch, was sollmer empfehlen... z.B. Die Camebridge Encyclopedia of Meteorites.. wo Du bspw. lernst, daß Pallasite aus blankem Nickeleisen bestehen und wie die Olivine drin aussehen, lerne wie Chondren auszusehen haben, welche Chondrenarten es gibt, über die Schockadern... (so weißt dann, warum die Photos deiner angeschnittenen nicht in die Meteoritensektion des Forums gehören), lerne die Chemie, die Petrologie, die Systematik der Meteorite kennen, deren Isotope usw.

bevor Du feststellst, daß die Methodik all jener, die tagtäglich an Meteoriten und teilweis sogar an den Apolloproben forschen und lehren, "Humbug" sei.
(und komm hernach bitte nicht an, weil Deine Funde nicht hineinpassen, daß es extrasolare Meteorite oder gar Steine aus fernen Galaxien sein müssen).

Bis das Buch ausgeliefert ist, kannst ja mal David Weirs Studies durchlesen, gibt m.E. nix bessers, was so gesamtumfänglich im Web die Systematik der Meteorite darstellt.
http://meteoritestudies.com/

Und nun kitzele ich Deinen Sportsgeist.

Hier und im Kindberg-Thread lehnst Dich ja doch weit aus dem Fenster,

daß die Suchverfahren der anderen unzulänglich wären, seiens die teuren Antarktiscampagnen, seins die vieltausendaugigen Wüstenbewohner, die zu belächelnden Spaziergänger in der Steiermark oder seis die Wiener Sammlung, die immer noch zu den größten der Welt gehört, Du aber in sechs Jahren schon mehr gefunden haben willst, als die im Bestand hält.

Also:  Kindberg müßte dann eine besonders leichte Fingerübung für Dich sein.
- das Fallgebiet ist verglichen mit der Ellipse Deines Feldes sehr klein
- die Lage ist vorberechnet und das bislang einzige Stück ebenda auch gefunden worden.
- durch den Erstfund weißt Du genau, wie das Zeug aussieht und wonach Du suchen mußt
- es ist ein neuer Fall, Du mußt also nicht metertief graben
- Neuklassifizieren mußts auch nicht lassen, reicht zum Vgl. zeigen
- als äquilibrierter Ler und Gewöhnlicher Chondrit zählt er zur häufigsten Klasse überhaupt (welche bei Deinen bisherigen Funden überwiegen müßte, wäre somit nicht Dein erster ("Pultusker Erbsen")
- Ein- und Austrittsmasse ist geschätzt, der bislang einzige Fund ist ein Fragment, es liegen also noch weitere Exemplare dort.

Diese Siebenzahl an erfüllten Voraussetzungen ergibt eine unendlich bessere Ausgangslage als bei Deinen bisherigen Expeditionibus.

Zum Beweis Deiner überlegenen Methode:

Gehe also hin und bring uns die restlichen Kindberge!
Ruhm und Ehre seien Dir gewiß.

Nimmst die Herausforderung an?
 :prostbier:
Mettmann

(PS: Und bevor ich von den andern als perfide gescholten werd: Da hätt er wenigstens eine tatsächliche Chance, mal einen echten Meteoriten zu finden!)
« Letzte Änderung: Januar 03, 2022, 21:00:52 Nachmittag von Mettmann »
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Offline Joh03

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Re: Neuvorstellung aus Niederösterreich-Mitte
« Antwort #44 am: Januar 03, 2022, 21:32:20 Nachmittag »
 :laughing: :laughing: :laughing:

Na, dann werd` ma mal den Sportsgeist anwerfen. Ist ja nicht so weit entfernt, und da gibt es einige sehr gute Hilfsmittel.
Nur: Derzeit ist in diesem Gebiet Schnee und erst wenn die Lage gut ist, ist daran zu denken. Es müssen die Witterungsbedingungen passen, auch die Zeit und auch die richtige Uhrzeit(Sonneneinstrahlung). Aber so um den März-April ist es ideal(wenig Blätter noch, das dürre Laub ist zusammengefallen wegen Nässe, Gras noch nicht hoch und noch zusammengedrückt,...usw.)
Nachdem die anderen Teile mit hoher Sicherheit an einem Nordhang liegen,  kann ein Teil des Gebietes bereits ausgegrenzt werden. So fallen einmal schon 50% der Fläche weg. Zum bereits vorliegenden Teil weiß man ungefähr das Gewicht(da kann man rechnen), das in diesem Gebiet niedergegangen ist, falls die anderen Teile schwerer sind sind sie auf alle Fälle weiter vorne in der Flugrichtung. Damit kann man schon wieder eingrenzen. Und so wird die Fläche kleiner und kleiner. Dumm ist es nur, wenn es unter Laub liegt, da ist es schwer zu detektieren. Aber: ich bin ja nicht alleine..... und vielleicht treffe ich dann einen von Euch auch noch an, der sich einen Lotto-6-er holen möchte. :smile:
Und noch ein Vorteil: Ich kenne die Gegend von Lunz bis Leoben usw. , auch viele dortige nette Leute, welche -wenn sie etwas wissen- mir sicherlich dann Bescheid sagen werden(einem Wiener oder einem Fremden sagen sie nichts, da haben sie oft etwas dagegen-naja, ein gewisses Ressortiment der Stmk-Bergler herrscht da leider vor).

Na, dann schönen Gruß

Joh03
(P.S.: Trotzdem bitte ich Euch, meine Frage bezüglich Eure Funde zu beantworten. Danke !)

 

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