Autor Thema: Enigma  (Gelesen 4494 mal)

H5P6

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Enigma
« am: Dezember 18, 2007, 10:43:02 Vormittag »
Hallo, :winke:

ich habe hier ein Diagram von einer Gesteinsprobe.
Kann mir jemand das Abgebildete deuten? :fluester:

Gruß Jürgen x-02

Offline Aurum

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Re: Enigma
« Antwort #1 am: Dezember 18, 2007, 12:03:11 Nachmittag »
Hallo Jürgen ,

hier mal meine Interprtation , die aber absolut keinen anspruch auf genauigkeit hat , ich bin ebenso wie du ein Laie .
Das erste Spektrum zeigt einen hohen Anteil an Sauerstoff und Silizium , also besteht die Probe aus Quartz SIO2 .
Die anderen Spektren kann ich nicht genauer bestimmen da es sich da um kompleke Verbindungen handelt. ( Hallo wo sind all die Leute mit Chemi Leistungskurs  :gruebel: )
Auch habe ich Probleme mit der bezeichnung cts , ich habe keine Ahnung was das heisen soll  :nixweiss:
Vileicht hat ja ein anderer noch ein paar hinweisse , ich habe auch ein grosses Intresse daran was das alles bedeutet den nur so kann auch ich wieder etwas dazulernen , also bitte nicht so Schüchtern  :auslachl:

Bis dann Lutz  x-10
Aller Anfang ist schwer !!

Offline pallasit

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Re: Enigma
« Antwort #2 am: Dezember 18, 2007, 12:36:31 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

Um etwas auszuwerten, muss man zuerst wissen was das für Diagramme sind. Mit welcher Methode, mit welchem Gerät wurde gemessen. Was wurde denn gemessen, ein Mineral, ein Gestein, ein Glas? Wie wurde die Probe gewonnen, vorbereitet, welche Menge. Wurde ein Punkt gemessen, eine Fläche gemessen.

Ohne weitere Informationen sagen diese Kurven nicht mehr aus als zu sehen ist.

Grüße Willi  x-09

H5P6

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Re: Enigma
« Antwort #3 am: Dezember 18, 2007, 17:19:50 Nachmittag »
Hallo Lutz,hallo Willi, :winke:

es handelt sich hierbei um eine Gesteinsprobe.
Angefertigt wurde ein Dünnschliff.Weitere Prüf.-und Meßverfahren sind nicht bekannt.
Auffällig und auf dem Diagram erkennbar,ist der hohe Anteil an Tridymit - SiO2 ( Hochtemperaturvarietät des Quarzes).
Mehr weiß ich auch nicht,deshalb die Frage.

Bild: Materialprobe - Nr.033

Gruß Jürgen x-01

Offline pallasit

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Re: Enigma
« Antwort #4 am: Dezember 18, 2007, 18:08:59 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

Es muss aber eine Messung gemacht worden sein, du hast ja Diagramme mit Messwerten. Sind die von einer Mikrosonde? Normalerweise ist auf dem Gutachten der Gerätehersteller, der Gerätetyp und das Baujahr angegeben.

Wenn die Daten von einer Mikrosonde sind, ist wichtig an welchem Punkt gemessen wurde. Es ist eine Zuordung zum Dünnschliff nötig.

Zitat
Auffällig und auf dem Diagram erkennbar,ist der hohe Anteil an Tridymit - SiO2 ( Hochtemperaturvarietät des Quarzes).
Auf den Diagrammen steht nur Si für Silicium. Mit einer Mikrosonde kann man die Quarzvarianten nicht unterscheiden. Wenn man z.B.  Quarz misst, hat man Peaks von Si und O (Sauerstoff). Jeder dieser Peaks ist einem Element zugeordnet. Also Silicium oder Kalium oder Eisen. Die meisten Elemente haben mehrere Peaks.

Es werden nur einzelnen Elemente gemessen. Um Minerale zu bekommen müssen sie zusammengestellt werden. Dazu ist aber nötig, dass der Messpunkt und sein Durchmesser im Dünnschliff bekannt ist. Nur so kannst du sehen ob ein einzelnes Mineral, mehrere Minerale, die Grundmasse oder glasige Bereiche erfasst wurden.

Ich glaube mich an dieses Stück zu erinneren. Damals sagte ich es ist ein Stück Feuerfestmaterial mit anhaftender Schlacke. Wenn ich später noch Zeit habe schau ich mir die Messwerte mal genauer an.

Grüße Willi  x-09
« Letzte Änderung: Dezember 18, 2007, 18:34:47 Nachmittag von pallasit »

H5P6

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Re: Enigma
« Antwort #5 am: Dezember 19, 2007, 17:49:27 Nachmittag »
Hallo Willi, :winke:

also im Begleitschreiben steht:
1. Viele Quarze ( SiO2 ) in der Probe,
2. C-C1-Phasen,
3. relativ hoher K-Gehalt.

Unter Tridymit (SiO2) steht:
Weiße Kristalle,nicht brennbar.Der Stoff reagiert mit starken Oxidationsmittel (Sauerstoff) unter Feuer-und Explosionsgefahr.
Also nicht die erste Wahl für Hochöfen.
Vielleicht können wir doch noch ergründen, was diese Tabellen aussagen.

Gruß Jürgen x-02

Offline pallasit

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Re: Enigma
« Antwort #6 am: Dezember 19, 2007, 18:09:16 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

Wie kommen die auf Tridymit? Steht in dem Schreiben was über die Methode.

Zitat
Weiße Kristalle,nicht brennbar.Der Stoff reagiert mit starken Oxidationsmittel (Sauerstoff) unter Feuer-und Explosionsgefahr.
Das halte ich für einen Widerspruch, einmal nicht brennbar, dann Feuergefahr.

Die Diagramme sind von einer Röntgenmethode, ich vermute eine Mikrosonde.

Jürgen du musst schon verstehen, wenn ich irgend eine sinnvolle  Aussage machen soll, benötige ich alle deine Informationen. Nur irgendwelche nicht ordentlich beschriftete Diagramme vorlegen und dann wissen wollen was das ist?  x-03
Welche Fundumstände, ist das Ding magnetisch, welche Untersuchungen sind schon gemacht, was meinst du was das ist, was meinen die Untersucher ................

Warum soll ich mich aus dem Fenster lehnen? Nachher sagst du ätsche bätsche!  :dizzy:

Grüße Willi  x-09

Offline herbraab

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Re: Enigma
« Antwort #7 am: Dezember 19, 2007, 19:48:16 Nachmittag »
Auch habe ich Probleme mit der bezeichnung cts , ich habe keine Ahnung was das heisen soll  :nixweiss:

cts = Counts. Es ist also einfach die gemessene Häufigkeit (Counts) für die verschiedenen Energien (keV) aufgetragen.

Auffällig und auf dem Diagram erkennbar,ist der hohe Anteil an Tridymit - SiO2 ( Hochtemperaturvarietät des Quarzes).

Die Diagramme geben ja nur die Elementhäufigkeit an. Ich gebe daher Willi Recht, man kann auf Basis dieser Daten nicht unterscheiden, ob es sich um Tridymit oder gewöhnlichen Quarz handelt.

Tridymit lässt sich von gewöhnlichem Quarz aber mit Hilfe einer Röntgenstrukturanalyse unterscheiden. Ich weiss aber natürlich nicht, ob die in diesem Fall durchgeführt wurde.

Grüße, Herbert
« Letzte Änderung: Dezember 19, 2007, 20:05:39 Nachmittag von herbraab »
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

H5P6

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Re: Enigma
« Antwort #8 am: Dezember 20, 2007, 14:51:54 Nachmittag »
Hallo Willi,hallo Herbert, :winke:

ich bedanke mich für Eure Bemühungen.
Mehr Informationen habe ich auch nicht.Das Ihr es auch nicht versteht,beruhigt mich etwas.Also bin ich nicht allein und es bleibt ein Rätsel.

Gruß Jürgen x-02

Peter5

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Re: Enigma
« Antwort #9 am: Dezember 23, 2007, 10:06:28 Vormittag »
Hallo,

so, nun versuche ich auch noch etwas "Licht ins Dunkel" zu bringen..dann sind wohl "alle Klarheiten" restlos beseitigt.. :wow: :laughing:

Genau die gleichen Diagramme mit den entsprechenden Peaks (.. das sind die "hochausschlagenden Spitzen" - bei Diagramm 1 z.B. beim Element Silizium), erhalte ich auch immer dann, wenn ich zuvor Mineralproben zur Röntgenstrukturanalyse (XRD und/oder EDX/EDS) nach Eschweiler geschickt habe (selbst kann ich diese Analysen aufgrund fehlender Utensilien dazu leider auch nicht durchführen.).. :crying:

Es muss den Diagrammen nach zunächst eine sog. XRD-Analyse durchgeführt worden sein,
d.h. eine sog. röntgenpulverdiffraktometrische Analyse (XRD = X-Ray Diffraktion).
Wenn allerdings zu wenig Probenmaterial vorliegen sollte, wird dann erst einmal meist eine halbquantitative energiedispersive Röntgenspektroskopie durchgeführt (d.h. Energie-Dispersive Röntgen-Spektroskopie bzw. Energy-Dispersive X-Ray) --> EDX / EDS..dann bekommt man z.T. auch sog. REM-Bilder, d.h. von den Mineral- oder Gesteinsproben unter dem Rasterelektronenmikroskop!

Eine Untersuchung mittels Mikrosonde oder manchmal auch mittels WDX habe ich allerdings bei meinen Mineralproben noch nie durchführen lassen (ist mit Sicherheit auch erheblich teurer als XRD oder EDX / EDS, ich kann also demnach auch nicht sagen, was man dann als Laie quasi als "Expertisen-Unterlagen" plus Proben zurückerhält.

Nähere Infos zu den einzelnen Methoden am besten hier nachzulesen... :smile:

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/R%F6ntgenstrukturanalyse und dann auf die jeweils blau unterlegten Verweise (Links) .. x-10

Zitat
Ich gebe daher Willi Recht, man kann auf Basis dieser Daten nicht unterscheiden, ob es sich um Tridymit oder gewöhnlichen Quarz handelt.
Auch ich gebe übrigens Willi da recht..eine Unterscheidung, welche der mittlerweile insgesamt 10 Kieselsäure-Modifikationen nun letztendlich vorliegt (darunter Tridymit, Cristobalit, Quarz, Opal etc..), kann man nicht mit Hilfe von XRD feststellen...denn alle diese Modifikationen sind zwar 10 verschiedene Mineralarten aber letztendlich sind alle SiO2).. es liegen hierbei nur verschiedene Kristallsysteme vor.

Gruß Peter .. :winke:
« Letzte Änderung: Dezember 23, 2007, 10:22:25 Vormittag von Peter5 »

Offline schwarzwaldmineraloge

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Re: Enigma
« Antwort #10 am: Februar 16, 2008, 18:33:34 Nachmittag »
Hallo,

Typische EDX-Spektren.

1. SiO2(Modifikation wäre nur per XRD (Röntgendiffraktometrie) feststellbar.

2. Clhorkohlenwasserstoff (kommt mir seltsam vor, da die meisten nicht in Gestein vorkommen)

3. Schwer zu interpretieren. Wäre zusätzlich XRD zur Phasenanalyse notwendig. Könnte Plagioklas + Biotit + Quarz oder Olivin sein.

6. Biotit?

Ohne XRD zur Phasenbestimmung ist die Auswertung schlecht möglich.

Glück Auf!
Sebastian
Diplom-Mineraloge

 

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